Wurfproblem mit sehr schneller Rute

Fliegenwerfen - wie geht das eigentlich? Wie kann ich meine Leine effektiver ausbringen und Fehler ausmerzen? Was hat es mit den AFTMA-Klassen auf sich? Was sind Spezial- und Trickwürfe? Fragen über Fragen! Hier könnt Ihr Euch gegenseitig helfen.

Moderatoren: Maggov, Forstie, Michael., Olaf Kurth

Antworten
squid77
Beiträge: 326
Registriert: 02.10.2006, 08:38
Wohnort: Bodensee
Kontaktdaten:

Wurfproblem mit sehr schneller Rute

Beitrag von squid77 »

Hallo Leute,
ich habe ein echt frappantes Problem. Vor mir liegt eine Dan Craft 9’ 6wt aus der FT Serie. Die Rute ist bekannt als „sehr schnell“ mit Spitzenaktion und extrem viel Rückgrat. In den amerikanischen Foren wird sie als Budget Variante der Sage TCR gehandelt.
Beim Rückwurf und einer Leinenlänge von grösser ca. 14m, kommt mir die Spitze der Flugschnur immer untenherum zurück, wie das Bild zeigt.

Bild

Ebenfalls, kann ich keinen wirklichen Druck auf die Rute ausüben. Ob ich mit Doppelzug arbeite oder ohne Schnurunterstützung, die Schnur schiesst beide male um die 23m. Ohne Schnurunterstützung ist der Wurf sogar viel dynamischer und korrekter.
Ich benutze auf der Rute eine 6wf von Cortland und finde, dass die Schnur sehr gut zur Rute passt (obwohl viele schreiben man könne eine Klasse höher gehen).
Woran kann das liegen.

Danke und Gruss

Pascal
Benutzeravatar
Michael St.
Beiträge: 441
Registriert: 28.09.2006, 20:38
Wohnort: Bocholt
Hat sich bedankt: 30 Mal
Danksagung erhalten: 13 Mal

Beitrag von Michael St. »

Hi Pascal,
ich denke, dass das Problem was du beschreibst, mit der Schnur zusammenhängt. Eine normale WF (will heißen keine Extrem-Longbelly) lässt sich meiner Meinung nach nicht so gut an einer schnellen Rute händeln.
Probiere mal eine andere Schnur aus, wenn du die Möglichkeit hast.
Für meine auch sehr schnelle LPXe 9'' #6 nutze ich sehr gerne eine 3M Mastery XXD (jetzt 3M Expert Distance = Runningline nicht mehr Level, sondern getapert), damit kann man SEHR viel Schnur in der Luft halten (20m+) und natürlich auch sehr weit werfen. Zudem ist die Keule ein bisschen mehr gewichtet wenn man die ganze Länge nimmt. Auch die Präsentation im Nahbereich ist mit ihr ein Genuss.

TL
Michael
Benutzeravatar
Mario Malarczuk
Beiträge: 595
Registriert: 28.09.2006, 13:24
Wohnort: Stuttgart
Danksagung erhalten: 2 Mal
Kontaktdaten:

Beitrag von Mario Malarczuk »

Hallo Pascal

Dies ist mit der kurzen Beschreibung von Dir nicht zu sagen.
Da spielen so viele Faktoren zusammen....

Wie viel Schnur hälst Du denn in der Luft beim Abschiessen?
Was für einen Wurfstil wirfst Du? Gebethsroiter mit schieben und ziehen oder eher aus dem Ellenbogen mit Kraft?
Vorfachaufbau? Überhaupt ein Vorfach drann?
Tritt dies bei allen Fliegen auf oder nur mit schweren Streamern?

und, und, und.....

Gruß Mario
squid77
Beiträge: 326
Registriert: 02.10.2006, 08:38
Wohnort: Bodensee
Kontaktdaten:

Beitrag von squid77 »

@Michael
Habe schon oft gelesen, dass auf schnellen Ruten die 3M Mastery besser funktionieren soll, als eine normale WF. Ich habe mir bereits die selben Überlegungen gemacht. Mal schauen, ob ich irgendwo eine probewerfen kann.

@Mario
Mein Wurfstiel ist vielleicht nicht so einfach zu beschreiben aber gelernt habe ich Gebethsroiter mit schieben und ziehen.
Ich denke dies kommt der ganzen Sache schon ziemlich nahe. Mit Kraft funktioniert bei der Rute eh überhaupt nichts. Beim schiessen mit 14Meter in der Luft, habe ich klar die besten Ergebnisse. Das Vorfach ist ein geflochtenes normale länge usw. die Kombination Schur und Vorfach wirft sich auf andern Ruten eigentlich gut.

Lieber Gruss
Pascal

PS: Es passiert auch beim Wollfaden auf der Wiese
Benutzeravatar
roland k
Beiträge: 541
Registriert: 28.09.2006, 11:14
Wohnort: Oberfranken

Beitrag von roland k »

NImm eine DT Schnur! Dadurch das das Gewicht auf der gesamten Leinenlänge verteilt ist knickt die nicht so leicht ab.

Roland
man muss einfach reden, und kompliziert denken - nicht umgekehrt
ralph64
Beiträge: 28
Registriert: 29.09.2006, 06:36
Wohnort: Krefeld

Beitrag von ralph64 »

Hallo,

mit der Schnur hat das nichts zu tun.
Das ist ein typischer Wurffehler.
Versuche deine Wurfbahn zu optimieren und den Wurf nicht zu früh ansetzen.
Wenn die Schnur Obendrüber Obendrüber geworfen werden soll kannst du das im Sidecast am besten Trainieren.

gruß
Ralph
Benutzeravatar
Michael St.
Beiträge: 441
Registriert: 28.09.2006, 20:38
Wohnort: Bocholt
Hat sich bedankt: 30 Mal
Danksagung erhalten: 13 Mal

Beitrag von Michael St. »

Hallo Ralph,
aber versuche doch mal einen 10m Schusskopf mit 5m Runningline in der Luft zu halten, das läuft dann auf das selbe hinaus. Die Kraftübertragung fehlt einfach und die Leine "hängt durch".

Gruß
Michael
Benutzeravatar
Matthias M.
Moderator
Beiträge: 998
Registriert: 28.09.2006, 11:49
Wohnort: Haslital, Berner Oberland
Danksagung erhalten: 47 Mal
Kontaktdaten:

Beitrag von Matthias M. »

Hallo Pascal,

ich gehe auch sehr stark davon aus, dass es nicht an der Schnur sondern an deinem Wurfablauf liegt.
Aber wie schon Mario geschrieben hat, können hier verschiedene Faktoren mitwirken.

Gerade sehr schnelle Ruten verlangen einen ablolut reibungslosen Wurfablauf im Gegensatz zu mittel schnellen Ruten, die auch mal einen Wurffehler verzeihen. Ich vermute, dass du die Stops nicht exakt setzt.

Gerade die sehr schnellen Ruten vertragen auch mal ein bißchen Kraft wenn diese an der richtigen Stelle kommt...

Gruß Matthias
Benutzeravatar
Rolf Renell
Beiträge: 1605
Registriert: 29.09.2006, 13:32
Wohnort: Köln,Leverkusen/Berg.Land/Eifel/Irland
Hat sich bedankt: 31 Mal
Danksagung erhalten: 69 Mal
Kontaktdaten:

Beitrag von Rolf Renell »

Hallo Pascal,kannst du `s filmen und einstellen oder mal rübersenden ,Grüsse, Rolf
-----------------------------------------------------
...a fisherman`s dream , is a trout in the stream ...
sepp
Beiträge: 96
Registriert: 02.10.2006, 21:07
Wohnort: Huglfing
Hat sich bedankt: 6 Mal
Danksagung erhalten: 3 Mal

Beitrag von sepp »

Servus Pascal
Das schöne Fräulein Ralph liegt richtig, meine ich. Bei sehr schnellen Gerten ist es wichtig, die Leine vor der Beschleunigung komplett zu strecken, das meint, wenns der Rückwurf nicht geschafft hat, muß die Schnur durch schieben der Rute vor der Endbeschleunigung gestreckt werden. Kurz und gut: Speed auf die Schnur erst wenn die Rute auf dem Weg nach vorn den Kopf passiert hat oder sogar noch später.
Sepp
squid77
Beiträge: 326
Registriert: 02.10.2006, 08:38
Wohnort: Bodensee
Kontaktdaten:

Beitrag von squid77 »

Hallo Zusammen,
Danke für eure Antworten, Ich werde es mal versuchen zu filmen, wird aber sicher Montag, bis ich Zeit finden werde.

Gruss
Pascal
FliFi-Rudi

Beitrag von FliFi-Rudi »

Servus Pascal,

bin zwar spät dran, aber dennoch hier meine kurze Einschätzung.

Problem kann sowohl Dein Wurf sein, als auch die Schnur, ......, wobei z.B. die Guideline Presentation oder Scierra Avalanche ein sehr kurzes Belly und eine sehr dünne Runningline haben - ich fische beide an der z.B. GL LPXe (ist ja auch nicht langsam) und da gibts keinerlei Probleme - wichtig ist nur - genug SPEED beim Wurf - sowohl beim Vor- als auch beim Rückschwung und natürlich die "STOP´s" jeweils sauber setzen, dann schießt die Schnur los wie verrückt!

Schau mal was Du beim Vorschwung anders machst, als bei Rückschwung. Stell Dir immer ein Spiegelbild vor (Bewegung/SPEED/STOP Vorschwung=Bewegung/SPEED/STOP Rückschwung), dies ist ein ganz guter Anhalt, um den Fehler evtl. zu finden. Sollte der Rückschwung von der Bewegung nicht ausreichend sein, dann kannst Du mit einem "Punch" mehr Speed reinbringen. Wichtig auch- Handgelenk, bzw. STOP hinten, .....

Ansonsten, wenn Du nicht weiter kommst..... Rute und Schnur einpacken, wir haben ja noch ein Meeting offen ;-)!

TL
Flifi-Rudi
Antworten