Wohl jeder von uns hat sich im Laufe der Jahre, und sei es nur aus Langeweile, die Frage gestellt, woher denn die Namen unserer Fische stammen. Nächstliegend wäre, dass, wie bei anderen Lebewesen auch, diese nach ihren besonderen Eigenschaften oder nach der Eigentümlichkeit ihrer Lebensweise benannt sind.
Die Äsche, dialektisch der Asch (ergänze = Fisch) hat wahrscheinlich ihren Namen von der auffällig aschgrauen Färbung ihrer Unterseite und dass die Barbe als Bartträger (Bart - lat. barba) davon herleitet, ist jedermann klar, wie auch die Nase ihren Namen wegen ihres prächtigen Rüssels verliehen bekommen hat.
Schwieriger wird es, wenn der Name altertümliche Formen zeigt und das aufklärende Vergleichswort im Laufe der Zeiten verändert wurde oder im Sprachgebrauch selten geworden oder ganz verschwunden ist. So müssen wir zum Verständnis des Wortes Hecht zum Dialektausdruck „Hachel“ greifen, ein mit vielen spitzen und gebogenen Vorsprüngen (Haken) versehenes Instrument zum Trennen des feinen Flachsgespinstes vom groben (Werch), welcher Vorgang „hacheln“ heißt. Hachel führt sich also zurück auf Haken. Weil das Maul dieses Fisches ganz besonders mit vielen hakenartigen Zähnen versehen ist, sodass es förmlich einer „Hachel“ gleicht, heißt er eben Hecht. In der Tiroler Landesordnung vom Jahre 1603 ist zu ersehen, dass der Fisch einst „Hechel“ hieß, und jeder Unachtsame der mit den spitzen Zähnen des Räubers schon Bekanntschaft gemacht hat, versteht diesen Umstand.
Schwieriger wird es schon beim Huchen, bei dem wir, da er ja ausschließlich bei uns im Süden vorkommt, jedoch auf das Dialektwort „Hocken“ zurückgreifen können.
Dieser Fisch ist für den Menschen fast nur zur Laichzeit sichtbar, wo er an seinen Laichplätzen wie festgenagelt im Wasser steht, also „hockt“(vergleiche Hocker).
Auch verlässt er den einmal gewählten Platz nicht leicht, er ist ein „Standfisch“ wie kaum ein anderer, ein sesshafter, an seinem Stand verbleibender Fisch, also ein „Hock“-fisch und wie Kuchen von Kochen abzuleiten ist, so wohl auch Huchen von „Hocken“.
Vom lateinischen „rubeta“ (Frosch) ist sowohl der Name Raupe als auch Rutte abzuleiten, sie heißt also Froschfisch.
Zur Erklärung der Bezeichnung “Forelle“ müssen wir in die vorhistorische Zeit, in das Indogermanische zurückgehen, wo der Wortstamm „pork“ gesprenkelt, gefleckt bedeutet. Aus diesem entwickelte sich das althochdeutsche „forchana“, wie es ja heute noch in etwas gekürzter Form im Dialekt gebräuchlich ist. Nach Ansicht der Sprachgelehrten trat nun in bestimmten Gegenden Deutschlands an das abgeschliffene Wort „Forchen“ die Verkleinerungssilbe –le (=lein). Nach Umsetzung er Betonung und Verwandlung des n in l, welche Vorgänge in unserer Sprache einige Male zu beobachten sind, erscheint das Wort „Forelle“, das sich dann über ganz Deutschland verbreitete und auch in der Schriftsprache den Sieg davon trug. Forelle heißt also demnach „die kleine Gesprenkelte“ und so gibt also hier die Farbe dem Fische den Namen. Wir haben jedoch unter unseren Fischen noch einen „Gesprenkelten“, der ja auch den jungen Forellen gleich sieht, das ist die „Pfrille“ (Elritze). Dieses Wort ist wohl lateinischen Ursprungs und aus demselben Stamme „pork“ wie in
„Forelle“ und aus der indogermanischen Allgemeinbezeichnung - ell oder - ill für Fisch (vergleiche die deutschen Wörter Aal, Aland, Elritze sowie das griechische ellos) gebildet; etwa analog der Bildung des lateinischen Wortes für Aal = angu-illa, was „sich krümmender, sich windender Fisch“ bedeutet. Aus „pork-illa“ muß dann ein prilla und daraus im Deutschen „Pfrille“ werden.
Doch nach diesen sprachlichen Knacknüssen wenden wir uns zum Abschluss noch einer leichteren Erklärung zu, des „norddeutschen Ausdrucks“ Koppe. Er besagt nichts anderes als „Kopffisch“ und ist wie ich finde eine passende Bezeichnung. Bei uns im Süden heißt er „Tolm“, was uns in seinem ersten Teil auf das althochdeutsche „tol“, das „töricht“ oder „dumm“ heißt und das Gebaren der „Großkopferten“
Soviel ein kleiner Essay über die Bedeutung der Namen unsere gebräuchlichsten Fische, ich hoffe es hat Euch ein wenig interessiert.
Freundlichst Gebhard






