Schwankender Wasserstand/Abfluß

Hier geht es um wichtige Belange wie Naturschutz, sinnvolle Gewässer-Bewirtschaftung, schonender Umgang mit Umwelt und Kreatur, Ärgernisse (Schlagthemen) wie Klein-Wasserkraft & Kormoran und Rechtliches.

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Peter Pan
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Schwankender Wasserstand/Abfluß

Beitrag von Peter Pan »

Hallo Kollegen,

kann mir jemand dieses Phänomen erklären:

Bild

Der Abfluß des Mains bei Offenbach/Frankfurt schwankt täglich sehr stark, aber warum. Es hat kaum geregnet und die Schleusen können doch nicht solch einen Einfluss haben, oder?

Petri und tight lines,

Peter
Zuletzt geändert von Peter Pan am 29.07.2006, 21:38, insgesamt 1-mal geändert.
Maggov
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Beitrag von Maggov »

Hallo Peter,

auf den ersten Blick:

- Entweder Schleuse
- oder Schiffahrt mit daraus resultierenden Bugwellen
- oder einfach aufgrund der wenigen und weit auseinanderliegenden Messpunkte.

Fakt ist der Wasserstand bleibt ja habwegs stabil. Der Abfluss kann durchaus durch "Wellen" (Gründe siehe die ersten beiden Punkte) verzerrt sein.

Vielleicht kann einer der Ortsansässigen oder der Mainanwohner noch ein bischen mehr licht ins Dunkel bringen.

Gruss

Markus
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Peter Pan
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Beitrag von Peter Pan »

Ortsansässig bin ich ja (fast).
Wasserstandsschwankungen würde ich ja noch einsehen, aber die starken Schwankungen im Abfluss: Innerhalb von ca. 3 h von 25 auf 140 m³/h ist ja schon gewaltig.
Vielleicht hat ja noch jemand einen Tipp.

Gruß,

Peter
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Rattensack
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Beitrag von Rattensack »

Hallo Peter,

ohne es zu wissen, hört sich sehr nach einem Wasserkraftwerk mit Schwellbetrieb im Einzugsgebiet an. Sind die peaks regelmäßig zu einer bestimmten Tageszeit?

Clemens
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gmischol
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Beitrag von gmischol »

Hallo Peter

das sieht für mich auch aus wie bei einem Schwall/Sunk-Betrieb. Bei mir in der Nähe gibt es auch so einen Fluss. Den Betrieb kannst Du auch aus den Wassertandsänderungen unter folgendem Link sehen:
http://www.bwg.admin.ch/lhg/2215_7.PDF
Der Berner Fischereiverband hat gegen den Kraftwerksbetreiber eine Klage wenn Tierquälerei eingereicht, da immer wieder bei diesem schnellen Absinken des Pegels va kleinere Fische in den Pfützen gefangen bleiben und verenden. Diese drastische Massnahme wurde ins Auge gefasst, nachdem im Gespräch der Kraftwerksbetreiber sich uneinsichtig zeigte.
Fischereilich ist dieser Abschnitt der Saane deshalb auch nicht mehr interessant. Die Klage ist nun sicher schon mehr als ein Jahr hängig, ob da je ein Urteil gefällt wird ist fraglich. Traurig.


Gruss

Gaudenz
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Peter Pan
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Beitrag von Peter Pan »

Der Witz ist ja, daß sich der Wasserstand kaum ändert. Ich habe jetzt erfahren, daß der Abfluß wohl aus dem Wasserstand errechnet wird und es daher zu solchen Extremwerten kommen kann. Schwellbetrieb findet hier eigentlich nicht statt. Der Main besteht fast nur aus einer Kette von Stillgewässern mit sehr geringer Strömung.

Gruß,

Peter
Maggov
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Beitrag von Maggov »

Hallo Peter,

dass ist für mich aber schon plausibel, da der Main schliesslich kein Wiesenbach ist. Bis sich da der Wasserstand ändert muss wahrscheinlich etwas mehr als eine Schleuse geöffnet werden.

Viele Grüsse

Markus
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Rattensack
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Beitrag von Rattensack »

Hi,

jetzt seh ich erst die Grafik. Den Pegel kannst vergessen - da dürfte der Pegelschlüssel ungültig sein (bei Stauen z.B. nicht ungewöhnlich) oder bei der Messelektronik ein Defekt vorliegen. Extremen Schwellbetrieb und Null Restwasser gibt's wohl auch am Main nicht :D

Clemens
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Electronix
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Beitrag von Electronix »

Hallo!

Jau! Der Grafik nach würde ich auch auf einen Defekt der Messelektronik tippen. Welche Art von Messensor wird verwendet?
Wir gebrauchen in unseren Bechneiungsbecken üblicherweise die Jumo-Sonden, die den Wasserstand anhand des Drucks (1bar = 10m Wassersäule) messen. Solche Sonden haben meistens ein Druckausgleichsröhrchen, um den Atmosphärichen Druck in die Messung miteinzubeziehen. Wenn ich mir so das Diagramm ansehe, sieht das ganz deutlich nach einem Problem mit dem Druckausgleichsröhrchen aus. Entweder ist das Röhrchen verstopft, bzw. verschlossen oder der Sensor hat innen ein Problem mit dem Druckausgleich. Dann beginnen die Messwerte so eigenartig zu variieren...

Viel Spaß bei der Fehlersuche :)

PS: Sollte die Sonde in Ordnung sein, kann es manchmal hilfreich sein, die Messungen zu filtern. D.h. da sich der Pegel sicherlich nicht um 10cm in 1min ändert, kann man folgendes machen: nehme etwa 200 Messwerte pro Zeiteinheit (etwa 1 min) und bilde anschließend den Mittelwert. So bekommst du den wirklichen Wasserverlauf. Bei einfacher Messwertaufnahme zum Zeitpunkt x kann dir jede Wasserbwegung voll die Messung versemmeln....
CDC-Dun
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Beitrag von CDC-Dun »

Hallo Peter,

der Abfluß wird aus den Pegelständen errechnet.

Ich nehme an das durch die Schifffahrt entstehende Wellen der Pegel zum jeweiligen Messzeitpunkt verfälscht wird.
Und wenn nun alle 3 Stunden eine Messung erfolgt sind die Abflußwerte dementsprechend beeinflusst und nicht brauchbar.

Schönen Tag noch
Stefan
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Peter Pan
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Beitrag von Peter Pan »

Das denke ich mittlerweile auch!
Danke an alle für die Antworten.

Wer hat den Lust im Raum Hanau/Maintal die Fliege am Main auszuwerfen?

Petri und tight lines,

Peter
CDC-Dun
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Beitrag von CDC-Dun »

Hallo Peter,

an welches Gewässer denkst Du?
Lust hätte ich schon.

Gruß
Stefan
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Peter Pan
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Beitrag von Peter Pan »

Original geschrieben von Peter Pan

Wer hat den Lust im Raum Hanau/Maintal die Fliege am Main auszuwerfen?

Petri und tight lines,

Peter
;)

Ich habe die Jahreskarte der Fischerzunft Steinhein, also von der Kahlmündung bis Offenbach. In Dörnigheim kann man gut waten und einige schöne Weissfische konnte ich dort schon fangen.
Schau mal hier:

Auszug aus dem Heartland Flyfishers Forum

Schnipp:

Heute war ich wieder mal am Main in Dörnigheim:

Ein herrlicher Abend ohne Wind und fast ohne Kriebelmücken!

Bild

Nachdem ich ja schon beim letzten Mal stromauf erfolgreich war, tat sich heute in dieser Richtung garnichts. Erst die Präsentation ca. 80° stromab mit Sinkphase und anschließendem, langsamem Einzupfen bracht die Fische an den Haken.

Bild

Zwischen 21°° und 22°° Uhr nahmen drei Rotaugen und zuletzt, natürlich im letzten Licht ein schöner

Bild

Bild

Bild

Brassen. Zum Fototermin zeigte er sich unkooperativ und gemessen habe ich ihn auch nicht aber es ist sicher mein bester Fisch seit langem.

Und hier ein Portrait des Verführers:
Bild

Eine "Goldrippedharesear" mit kleinen Kugelkettenaugen und etwas Rebhuhnschmuck.

Wenn es etwas neues gibt, werde ich Euch weiter damit langweilen ;-)

Petri und tight lines,

Peter
Schnipp
R. Brendemühl
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Beitrag von R. Brendemühl »

Hi Peter,

war heute mal wieder auf Eurer HP. Meine Frage, welche Hakengröße hat denn die Fliege?????
Was am Main auch Spaß macht, mit einer kleinen schwarzen Trockenen die Ukeleien befischen. Da muss man aber schnell sein......;o))))))

TL
Rainer
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Beitrag von CDC-Dun »

Hei Rainer,

aber gaaaaaanz schnell.

@ Peter
Die Watfischerei hört sich interessant an, wie ist es da mit Schiffverkehr.
Können ja mal nen Abend machen.

TL
Stefan
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