Begriffserklärung Rutenbau (Gespliesste)

Hier treffen sich die wahren Handwerker unserer Zunft. Gibt es eine schönere Fischerei, als mit einer Selbstgebauten - ob nun Gespließte, Kohlefaserrute oder Eigenbaurolle? Geizt nicht mit Euren Ratschlägen.

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Simon B.
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Begriffserklärung Rutenbau (Gespliesste)

Ungelesener Beitrag von Simon B. »

Hallo zusammen,
ich habe ein paar Fragen an die Kollegen der Gespliesstenfraktion. Ich baue seit 2 Jahren Gespließte Ruten, habe nie einen Kurs besucht aber einige bekannte Bücher gelesen. Manche Dinge sind mir bis heute noch nicht klar.


Erste Frage: Was ist der Tip Inpact, wie wird er bestimmt und was sagt er aus?
Zweite: Wie wird die Action lenght bestimmt?
Dritte: Was bedeutet die Angabe "Line to fish", wie wird sie bestimmt?
Vierte: Wie werden die "Stresses" ermittelt und worin besteht der Zusammenhand von "Dimensions" und "Stresses" und was sagt dieser Zusammenhang aus?
Fünfte: Was sagt der "Dimension chart" aus bzw. die Lage und Form der Linie?
Sechste: Was sagt der "Stress chart" aus bzw. die Lage und Form der Linie?

Es wäre echt Klasse wenn ihr mir diese Dinge genau erläutern könnt.
Viele Grüße
Simon
Olaf Kurth
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Re: Begriffserklärung Rutenbau (Gespliesste)

Ungelesener Beitrag von Olaf Kurth »

sb-canerods hat geschrieben:Hallo zusammen,
ich habe ein paar Fragen an die Kollegen der Gespliesstenfraktion. Ich baue seit 2 Jahren Gespließte Ruten, habe nie einen Kurs besucht aber einige bekannte Bücher gelesen. Manche Dinge sind mir bis heute noch nicht klar.......
Es wäre echt Klasse wenn ihr mir diese Dinge genau erläutern könnt....


Lieber Simon,

auf deiner HP räsentierst du dich als gewerblicher Fliegenfischer, der einen Onlineshop hat und auch Rutenbaukurse (?!) anbietet.

Bei deinen Fachfragen geht es, aus meiner laienhaften Sicht, ins Eingemachte. Das Wissen über diese Vorgänge und Herstellungsmethoden haben sich manche Gespließtenbauer sicher durch jahrelange Recherche und den Erfahrungsaustausch in der Szene erarbeiten müssen. Bist du dir wirklich sicher, dass jemand der Kollegen dir als potentiellen Mitbewerber dieses Wissen detailliert mitteilen will???????

Mit nachdenklichen Grüßen,

Olaf
Und Gott sprach zu den Steinen im Fluss: "Wollt ihr Mitglieder der UNERSCHROCKENEN werden?" Und die Steine antworteten: "Nein Herr, dafür sind wir nicht hart genug."
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Rolf Renell
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Ungelesener Beitrag von Rolf Renell »

Hallo Simon,
denke zu komplexe Themen für ein forum,es werden sich etliche"Gegenfragen" ergeben.
Versuch dich mit Kollegen auf Treffen ,Meetings darüber auszutauschen,Erfahrungsaustausch ist gefragt,Infos "saugen" und nichts eigenes berichten ist in der "Szene" bekannt und wird auch nicht praktiziert/aktzeptiert.
Halt mal die Augen auf,in der nächsten "Fliegenfischen" wird etwas angekündigt,da wirst du dich mit Sicherheit schlau machen können.
Weiterhin viel Spass und erfolg beim Bau,
beste Grüsse ,Rolf
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Simon B.
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Ungelesener Beitrag von Simon B. »

Lieber Olaf,
ich bin kein "gewerblicher" Fliegenfischer.
Diese Sachen werden in Fachbüchern teilweise erklärt, in Englisch versteht sich, nur versteh ich es eben nicht ganz. Warum sollten mir diese Fragen nicht beantwortet werden?
Sehr erfahrene Rutenbauer werden dies auch durch andere noch erfahrenerer Rutenbauer mitgeteilt bekommen haben. Die ganze Sache ist doch kein Geheimnis! Noch dazu gibt es extra Rutenbauforen, wo dies auch erklärt wird, aber wieder in Englisch.
Simon
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Simon B.
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Ungelesener Beitrag von Simon B. »

Hallo Rolf,
ich denke nicht dass das Thema zu komplex für ein bzw. dieses Forum ist.
Sicherlich gibt es etliche Rutenbauer mit Unterlagen auf Deutsch zu diesen Themen. Ich hoffe trotzdem, dass meine Fragen hier noch beantwortet werden.
Viele Grüße
Simon
idefix
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Ungelesener Beitrag von idefix »

ich befürchte auch die uns bekannten deutschen bücher werden nicht so ins detail gehen!
frag doch mal bei einen alten hasen nach (die haben aber meist wenig zeit )
in deutsch kenn ich eigendlich nur zwei tolle manuals vom
stefan grau und rolf baginski
und dann gibt es noch eine sehr schöne cd vom harald langer

herzlichen dank an die drei genannten herren!
die sicher schon vielen durch ihre tollen werke geholfen haben

lg
idefix
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Karl
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Ungelesener Beitrag von Karl »

Hallo Simon, da willst du ja einiges wissen, normalerweise kann man über die 5 Fragen ein Buch schreiben.
Tip impact: der t.i. ist eine rutenspezifische Größe, die mittels impact factor bestimmt wird. Der impact factor ist eine technische Größe, welche den Quotienten aus einer stationären und einer dynamischen Ausdehnung ergibt, d.h. aus einer Rute ruhend mit Leine und tiptop und der selbigen mit Ausdehnung-werfend. Der imp.factor ist auf 4 festgelegt. Daraus kannst du den t.i. errechnen, da fließt dann das Leinengewicht, Ringgewicht,ferrule Gewicht, usw. mit ein. Damit errechnest du die Momente im 10" Abstand ( in ounce pro inch).
Action length: Bestimmst du i.P. selbst. Im Groben: Hast du eine leichte Rute mit parabolischer Aktion kleiner Klassen, wählst du die a.l. genauso lang wie die Rutenlänge. Ist z.B. der Teil des blanks unter der Rute gerade, kannst du deine a.l. am Korkgriff enden lassen, hast du Rute einer
höheren Klasse, deren Aktion nicht bis ins Handteil gehen soll oder die sogar einen swell butt hat, bestimmst du bis wohin die Aufladung der Rure geht.
Line to fish: damit kannst du bißchen auf die Aktion Einfluß nehmen, wenn du z.B. etwas mehr angibst wird die Rute etwas härter (muß man mit ´spielen´ und schauen wie sich das Diagramm verändert) Sollte natürlich im Rahmen bleiben, was man fischen möchte. 80ft für ne 3er ;-)
stress: wird mittels einer Formel mit den vorher ermittelten Momenten rutenspezifisch ermittelt. Der stress gibt die Fähigkeit eines Materials einer Biegung zu wiederstehen an ("modulus of elasticity" lt.Garrison) in ounce pro inch². D.h. sehr vereinfacht ausgedrückt die Elastzität nimmt mit steigendem Durchmesser ab, je höher der Anfangswert desto ´weicher´ ist die Spitze. Du kannst an deren Verlauf etwas über Spitzenaktion und Härte sagen.
Dimension chart: Ist Durchmesser über flats zu Länge der Rute. Daran erkennst du Aufbau und Aktion der Rute, auch Härte. Ob es z.B. ein lineares oder parabolischer taper ist, ob ein swell vorhanden ist. Hast du ein lineares taper, extrapoliert du es (d.h. du verlängerst die Strecke) bis auf 100". Anhand der Steigung kannst du grob sagen wie die Aktion (von x-slow bis x-fast) ist. Dazu nimmst du den relevanten Bereich von 15´-60´ und schaust dir die Steigung an, den sog. rise:
bis 0.239" x-slow
- 0.260 slow
- 0.280 medium
- 0.300 fast
a b 0.301 x-fast
Läuft die Kurve jetzt nicht gerade sondern darüber und schneidet die Kurve dann im Spitzenbereich z.B. bei 10" so hast du eine parabolische Aktion, steigt sie kurz vorm Griff hast du einen swell butt, steigt sie vorne im Spitzenbereich etwas an (0´-5´) hast du eine weiche, wetlfly Spitze oder ist sie gerade bzw. fällt sogar minimal ab hast du eine spitzenbetonte Rute. Ist sie an den ferrules eher gerade heißt das, daß wahrscheinlich step-down ferrules verwendet wurden. Hier kannst du das taper linear ausgleichen.
Hoffe geholfen zu haben.
@Olaf: das sind keine rutenbautechnischen Geheimnisse, sondern steht in fast jedem englischsprachigem Rutenbaubuch; die "Kleinen Geheimnisse" werden hier wahrscheinlich ncit erscheinen ;-)
@Simon: des kost a Weißbier, mei Finger glühen;-)
Herzliche Grüße Karl
P.S. Falls ich mich in einem Punkt geirrt habe bzw. jemand es besser erklären kann bin ich dankbar dafür, wenn er es mitteilt. Ich lerne gerne dazu.
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Simon B.
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Ungelesener Beitrag von Simon B. »

Hallo Karl,
gerne bekommst du von mir ein Weißbier :wink:
Ich danke dir, das hat mir theoretisch schon weitergeholfen, das ganze in die Praxis umzusetzen ist wieder eine andere Sache :shock:
Wenn es dir mal recht ist würde ich gerne bei dir vorbeikommen, dann können wir in Ruhe darüber reden (Bei einem Weißbier :wink: )
Viele Grüße
Simon
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