Sage DS2: Flex verloren?

Alles rund um Stärken & Schwächen, Marken, Klassen, Aktionen u.s.w. der für unser Hobby unverzichtbaren "Gerten" und "Schnuraufwickler". Du hast allgemeine oder spezielle Fragen, gute oder schlechte Erfahrungen zu bestimmten Gerätschaften mitzuteilen? Hier ist Platz dafür und Du bekommst die Antworten, die Du suchst...

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DryFly
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Sage DS2: Flex verloren?

Ungelesener Beitrag von DryFly »

Hallo alle zusammen, ich habe mal ne Grundsatzfrage:

Kann es sein, dass eine unterdessen acht jährige Rute (in meinem Falle eine Sage DS2 690-4) die extrem viel gefischt wurde allmählich an Flex verliert? Das bei dieser Rute verwendete Material ist Graphite II.

Ich persönlich habe das Gefühl dass die Aktion dieser Rute lange nicht mehr der ursrünglichen entspricht. Einen Streamer oder eine etwas schwerere Nymphe lässt sich damit nur noch mit sehr viel Mühe werfen. Ich empfinde die Rute als viel weicher.

Kann auch sein, dass mich mein Gefühl im Stich lässt und alles nur Einbildung ist. Gerne würde ich dazu mal ein paar Meinungen hören.
Vielen Dank vorerst und Gruss

Fadri
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Heinz
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Ungelesener Beitrag von Heinz »

Hallo,

ein bekannter Grätehändler bzw. Angler hat einmal verlauten lassen,
dass man auch Ruten aus Kohlestoffmaterial "zu Tode fischen kann".
Es ging dabei konkret um Lachsruten, aber die Aussage war so gehalten, dass man dies wohl für jede dieser Ruten (unabhängig vom Wurfgewicht und Fabrikat) gelten lassen kann und das dem besagten Angler/Gerätehändler selbst so gegangen ist. Offensichtlich gilt auch da abgewandelt und langfristig der Spruch : Tausend Schuß und dann ist Schluß !

Grüsse
Heinz
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DryFly
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Ungelesener Beitrag von DryFly »

Hallo Heinz
Vielen Dank für deine Info. Es ist schon so, dass ich die Rute in den letzten Jahren enorm beansprucht habe.
Dafür habe ich ja auch einen schönen Batzen hingelegt und mir gedacht, dass ich wegen der tollen Garantieleistung eine Rute fürs Leben besitzen werde. So kann man sich täuschen, oder fällt "Verlust der Rutenaktion" auch unter diese Garantie?

Für weitere Erfahrungsberichte bin ich jedem dankbar
Gruss Fadri
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Heinz
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Ungelesener Beitrag von Heinz »

Hallo Fadri,

heisst es nicht bei Sage : "Egal, wie Ihre Rute zu Bruch kommt!" ?
Offensichtlich ist da Kreativität gefragt. (Allerdings-bedenke, dass sich Sage vorbehält, die Rute zu reparieren, es könnte also passieren, dass du bei einem zufälligen Bruch eine reparierte Rute zurück bekommst).
Die Fracht ist übrigens - soweit mir bekannt- vom Eigentümer zu tragen.

Grüsse
Heinz
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Mountain Angler
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Ungelesener Beitrag von Mountain Angler »

Hi Fadri,

kenne das Phänomen aus dem Windsurfsport. Nach einer gewissen Zeit, verlieren die Masten, welche aus bis zu 100% Carbon bestehen, an spritzigkeit.
Die Masten werden stark beansprucht, müssen viel flexen.
Bessere surfen spüren nach gewisser Zeit, dass das das Segel eine andere Karakteristik bekommt, da vor allem das Trägermaterial des Karbons, das Epoxyd, allerfeinste Risse bekommt
Eine Zeitspanne festzulegen, wann dass das einsetzt ist nicht zu bestimmen, da es natürlich von den verwendeten Materialen, sprich verschiedenen Harzen und Fasern abhängt und der Beanspruchung der Ruten.
Nun ist es auch so das man lange nicht schnallt, wie schlabrig dein Stöckchen geworden, bis man was anderes in den Händen hatte.

greetz
René
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Michael.
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Ungelesener Beitrag von Michael. »

Hallo Heinz,

Dein Eingangssatz in Deinem obigen Posting ist ziemlich grenzwertig und könnte zum Betrug animieren. (Anders kann man es ja wohl kaum bezeichnen, wenn jemand absichtlich seine Rute zerkloppt, um eine Neue zu bekommen, Garantie hin oder her...). Bitte verzichte auf so etwas in Zukunft.

Gruß
Michael
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Heinz
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Ungelesener Beitrag von Heinz »

Hallo Michael,

ich möchte klarstellen, dass mein posting in keiner Weise so zu verstehen ist, wie es anscheinend von dir interpretiert wurde. Die Passage Kreativität bezog sich ausschließlich und nur auf Reparaturversuche-man könnte z.B. versuchen, die Rute mittels Neuimprägnierung mit Epoxyharz wieder flexibler zu machen. Ich werde mich aber bemühen in Zukunft etwaige postings meinerseits so zu formulieren, dass sie in keiner Weise zu Fehlinterpretationen Anlass geben können und auch jedwediger etwaiger juristischer Spizfindigkeit keinen Raum geben können.

Grüsse
Heinz
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swt
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Ungelesener Beitrag von swt »

Hallo,

also z.B. im Segelflugzeugbau und auch in der "großen" Luftfahrtindustrie betrachtet man solche Fragestellungen ja schon länger:

Es ist bisher kein Festigkeits-Verlust von üblichen Faser-Verbund-Werstoffen (Glas, Kohle, Aramid=Kevlar) mit der Lastwechselanzahl festzustellen. Das heißt natürlich nicht, dass es für solche Werkstoffe nicht auch eine Wöhlerkurve gibt, aber der Effekt ist halt zumindest sehr klein.

Ich gehe mal davon aus, daß Angelruten ganz generell, und speziell Fliegenruten nicht nach der Festigkeit sondern nach der Steifigkeit ausgelegt sind. Dann wäre also nach der Veränderung des E-Moduls (daher auch Hoch-Modul-Fasern) mit der Lastwechselanzahl zu Fragen -> gibt es auch nichts.

Ich sage jetzt einfach mal, daß, wenn es überhaupt einen Effekt gibt, der an den Fügeverbindungen ist (z.B. dass die Steckverbindungen ballig werden). Da könnte man vermutlich sogar was tun und reparieren.

Gruß,

Tilman
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BLU
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Ungelesener Beitrag von BLU »

Fadri,
erstmal moechte ich Dir gratulieren, dass Du eine Kohlenfaserrute zu Tode gefischt hast! Ich wollte, ich haette soviel Zeit zum Fischen. :D
Ich habe es bisher nur von gespliessten Ruten gehoert, dass sie langsam die Aktion verlieren, aber von Kohlenfaserruten ist das mir bisher unbekannt.
Vielleicht solltest Du mal eine weniger gebrauchte Rute vom selben Modell
zum Vergleich werfen. Vielleicht hat sich ja Dein Wurfstil veraendert?
Oder ruf einfach mal Sage an; ich bin mir recht sicher das SAGE eine Ersatzrute schicken wird, wenn sich die Aktion veraendert haben sollte.
Ich wuerde auch nicht kreativ herumtricksen :evil: , sondern die Karten ehrlich auf dem Tisch Legen!
SAGE ist wirklich recht kulant und Kunden die eine Rute zu Tode fischen sind fuer SAGE wertvoller, als diejenigen die jedes Jahr mit einer
gebrochenen Rute ankommen.
Mercedes soll ja angeblich auch Waegen mit einer Laufleistung von ueber
eine Million km fuers Museum zuruecknehmen. :lol:
Gruss,
Bernhard
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Ulf
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Ungelesener Beitrag von Ulf »

Ich empfinde die Rute als viel weicher.
Hallo,
Ja, soetwas passiert wirklich. Ein guter Freund fischt viel auf Karpfen. Er hat jahrelang Shimano Karpfenruten gefischt. Die Ruten wurden auf biegen und brechen beansprucht. Heut kann er diese Ruten nicht mehr verwenden, da die ruten regelrecht "ausgelutscht" sind.
Es kommt also wirklich vor, dass auch Kohlefaser Ermüdungserscheinungen aufweist.
Stefan Grau

Ungelesener Beitrag von Stefan Grau »

Jede Angelrute verliert über Jahre an der Aktion ein - die einen mehr, andere kaum. Ein völlig ermüdungsfreies Material ist bis jetzt nicht im Rutenbau "erfunden" worden.
Ich habe einige sehr nahmhafte Carbonruten restaurieren "dürfen", und darunter hatte es einige "krumme" Hunde (Rutenspitze überdehnt).

Unter Garantie wird dies kaum fallen, ausser es passiert in den ersten Wochen. Sonst ist es vermutlich einfach eine Abnutzungserscheinung. Ich würde aber wie zuvor von anderen Postern geraten Sage anfragen was sie dazzu meinen.

Wer sich für den Hintergrund unserer Fliegenknüppel interessiert, empfehle ich immer wieder folgendes Buch, welches viele der Irrmeinungen in bessere Bahnen lenkt;

http://www.amazon.com/Technology-Fly-Ro ... 1571881905

Gruss

Stefan
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DryFly
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Ungelesener Beitrag von DryFly »

Hallo alle zusammen
Vielen Dank für eure zahlreichen Tips und Infos.

Ich sehe mich in meinem Gefühl bestätigt, dass meine Rute an Aktion verloren hat. Ich kannte diese Materialermüdung bis anhin nur von Snowboards. Bei diesen werden im Kern ebenfalls Carbon und Glasfaserschichten zu einem Sandwichartigen Kern aufgebaut. Während der Zeit, als ich den Snowboardsport als Profi betrieb, blieben pro Saison ca. 5 Bretter auf der Strecke. Der Vorspann der Bretter liess nach, das Fahrverhalten wurde dadurch massiv beinträchtigt.

Meine besagte Rute habe ich wirklich sehr oft gefischt, unter anderem auf Rotlachs im Yukon. Rutenspitze ist dann nicht mehr weit vom Griff entfernt. Tja, dass habe ich nun davon.

Sage meinte dazu folgendes:
There are certainly factors that can break down a rod over time (heat, cracks at the ferrules, etc). If you feel that there is a serious problem you would need to contact the dealer who sold you the rod. Additionally, if there is something with the rod that you feel should be covered under the warranty and repair department they can be contacted at 800-533-3004 or repair@sageflyfish.com

Also, ich versuchs mal und werde euch auf dem laufenden halten.
Gruss an alle und danke

Fadri

PS: Stefan, danke für den link zu dem Buch. Hört sich äusserst interessant an.
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DryFly
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Ungelesener Beitrag von DryFly »

Sage hat auf meine Anfrage folgendermassen geantwortet:

Many times when we hear about this problem it can more commonly be blamed on the fly line. If your fly line is old and cracked and has lost some of it's natural lubrication, we would recommend a new line or a good cleaning. This will help the rod to shoot the line better and should improve the casting
quality of the rod.

Die denken also, ich solle doch mal die Schnur wechseln. Nur mache ich das doch sowieso min. jedes zweite Jahr. Ich habe dies der Firma Sage so mittgeteilt und bin auf deren Antwort gespannt.

News werden folgen
Gruss Fadri
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