Hallo Stephan.
Auch ich will meinen Beitrag zu Deinen Fragen leisten, weil ich heute dankbar bin für alle guten Tipps und Geschichten die ich von anderen Fliegenfischern erfahren durfte.
Das beantwortet auch schon einen Teil Deiner Frage und zwar was einen fasziniert an der ganzen Geschichte... mir ist bis heute nach 10 Jahren noch NIE ein Fliegenfischer begegnet wo ich das Gefühl hatte, man wäre nicht mit Respekt und Anstand miteinander umgegangen. das ist leider in unsrer heutigen Gesellschaft oft anders...
Deine Fragen waren:
1.) Wie seid ihr eigentlich zum Flugangeln gekommen ??
2.) Was fasziniert euch so daran ??
zu 1.) Mein Vater ist ebenfalls Fliegenfischer und hat mich als kleinen Bub oft mit ans Wasser genommen. Nur das Fliegenfischen habe ich mir selbst erst mit 28 beigebracht und mit 29 dann ordentlich in einem Kurs gelernt. Mit meinem Vater war ich als Kind viel am Wasser und habe auch selber immer geangelt, aber ich denke als Kind war ich noch nicht "ruhig" genug dazu, aber ich genoß in den Ferien immer die Ausflüge mit ihm, mit Zelten und Lagerfeuer...sehr schöne Erinnerungen.
Dann wurde ich ein Teenie

Da war ja vieles "wichtiger" als die Fischerei, besonders die Sachen, die mit "F" anfangen, Feiern, Fußball, Fräuleins etc. Hatte da einfach keine Zeit und Ruhe und ehrlich gesagt zu der Zeit war die Fischerei etwas in Vergessenheit geraten, außer ab und zu mit Freunden mal paar Würmer baden...
Ich weiß selbst nicht genau warum, aber irgendwann erinnerte ich mich daran, das mir Angeln doch immer ein gutes Gefühl gegeben hat. Daraufhin machte ich die Fischerprüfung. Mein Vater hatte noch eine alte Sakespeare Fliegenrute mit einer viel zu schweren Balzer Fliegenrolle. Aber ich habe es so mehr oder weniger auf die Reihe bekommen. Trotzdem hatte ich immer einen Heidenrespekt vor anderen Fliegenfischern mit richtiger Ausrüstung sowie werferischen Können, im Gegensatz zu mir.
Zu 2.)
Die Faszination begann dann eigentlich als ich das erste Mal eine kampfstarke Bachforelle mit einer Trockenfliege überlisten konnte, dieses Gefühl, des spüren jeder Flucht und Drehung des Fisches hat mich praktisch "infiziert". Sofort war mir klar: DAS hier ist es, und wenn ich weiter mache, DANN richtig.
Darauf folgte ein Anfängerkurs in Kötschach an der Gail. Dort habe ich von Karl Zankl erstmal das richtige Werfen gelernt und vieles über das Fliegenfischen selber. dafür bin ich ihm heute noch sehr dankbar. Übrigens fahre ich im Sommer(genau 9 Jahre später) wieder dorthin, allerdings um viele Erfahrungen und Dramen reicher...aber noch laaaange nicht perfekt. Mit mir fährt ein Freund, dem ich letztes Jahr das Fliegenfischen näher bringen durfte, er ist ebenfalls voll "infiziert"...manchmal erkennt man echt Parallelen im Leben...
Heute leben wir in einer anderen Zeit, aber ich denke der Film und auch das Buch " Aus der Mitte entspringt ein Fluß " bringt ebenfalls einiges rüber was das Fliegenfischen so faszinierend macht.
Als wichtigen Punkt sehe ich auch an, das es eine faire Fischerei ist, man kann untermassige und auch große Fische wieder schonend zurücksetzen, da sie in den allermeisten Fällen nicht verletzt werden. Es wäre nicht akzeptabel für mich, wenn ich sehr viele Fische im Endeffekt töten würde. Natürlich nehme ich ab und an Fische mit, aber doch recht selten.
Fliegenfischen ist so ein komplexes Thema, und jeder findet trotzdem auf seine Weise die Erfüllung darin, auch weil es immer neue Herausforderungen auf Lager hat... wie das Leben.
Nächsten Winter werde ich mit Fliegenbinden anfangen...
HARRY