Leitringe

Hier treffen sich die wahren Handwerker unserer Zunft. Gibt es eine schönere Fischerei, als mit einer Selbstgebauten - ob nun Gespließte, Kohlefaserrute oder Eigenbaurolle? Geizt nicht mit Euren Ratschlägen.

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derflow
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Leitringe

Ungelesener Beitrag von derflow »

Hallo !

Beim Spaziergang durch den Rutenwald meines örtlichen Tackledealers habe ich bemerkt, dass bei Ruten in relativ "hohen" Schnurklassen (ab #8/9) sich die größe der Leitringe nicht wesentlich von denen in sehr kleinen unterscheidet. Selbst bei 2-Handrunten konnte ich keinen wesentlichen Unterschied feststellen. Alle lagen grob geschätzt bei rund 10mm.

Da ich mir gerade selber eine 9#er Rute aufbaue, habe ich mir die Frage gestellt warum ich den Leitring nicht ein wenig größer dimensioniere. Sagen wir auf rung 14mm ID. Ich erhoffe mir dadurch bessere Schusseigenschaften und die größe des Ringes würde ich auf dem relativ starken Blank auch nicht als völlig überproportioniert bezeichnen.

Hat irgendjemand schon derartige Experimente gestartet, konnte dabei irgendwelche Effekte / Vorteile / Nachteile feststellen und will mir evtl. völlig davon abraten?

Schonmal vielen Dank im Voraus

Grüße

Florian
Gruß

Florian

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Rolf Renell
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Ungelesener Beitrag von Rolf Renell »

Hallo Florian ,mach dir nicht zu viele Gedanken ,auf Deutsch gesagt "Schnick-Schnack".
Die Berührungsarea radial gesehen eines Schnurduchmessers an der Wandung eines ringes ist relativ gering und wird nicht in einem so messbaren
Bereich liegen das man sich davon bessere Schusseigenschaften ableiten kann.Da gab es genügend Experimente,meist liegt es an anderen Dingen.
wichtig ist der durchmesser wenn wir über Themen wie "was muss denn alles durch"(Knoten/verbindungen etc. sprechen ,ebenso wichtig "guided rings" oder "Snakes"/Schlangenringe , wie hoch steht der Ring ab und kann mir hierbei Unterstützung bieten im Sinne von weniger Haftung durch Adhäsion der Leine am Blank ,
beste Grüsse,
Rolf
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...a fisherman`s dream , is a trout in the stream ...
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Kurt Zumbrunn
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Ungelesener Beitrag von Kurt Zumbrunn »

Hallo Florian
Es ist vielmehr die Position des Führungsringes, als dessen Durchmesser, welche für gute Schusseigenschaften bei einer Rute verantwortlich ist. (Nicht zu nahe am Griff und soweit entfernt, dass ein Doppelzug noch ausgeschöpft werden kann)

Beste Grüsse
Kurt
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sts
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Ungelesener Beitrag von sts »

Hallo Florian,
grundsätzlich schließe ich mich dem oben gesagten an. Ich glaube auch, dass der Einfluss der Ringgrößen eher überschätzt wird.
Auf der anderen Seite finde ich, dass die Ringgrößen etwa der Schnurklasse gemäß sein sollten. Für eine #9er Rute würde ich folgende Größen wählen:
1 x Leitring #16
1 x Leitring #12
Dann Schlangenringe in den Größen 5, 4, 3 und dazu ein großer Spitzenring.
Diese Abstufung dürfte auch optisch gut zu einer #9er Rute passen.
Die Größen der Leitringe (hier 16 und 12) geben übringens den Außendurchmesser des Ringes an.
Gruß
Stefan
Fly-Only
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Ungelesener Beitrag von Fly-Only »

Guten Abend, Leute, ein interessantes Thema, zu dem ich gern was beisteuern würde.

Ich habe mir irgendwann auch mal die Fragen gestellt, die du geäußert hast – und habe dann beim Aufbau von Ruten einfach verschiedene Set-Ups probiert, bevor ich die Ruten fertig gebaut habe. Das tue ich übrigens immer, wenn ich eine Rute aufbaue. Dabei helfen zwar zum über den Daumen peilen Erfahrungswerte und Herstellerinformationen, aber wir reden hier ja schließlich von Liebe zum Detail und Feinabstimmung.

Was die Leitringgrößen bzw. Ringgrößen allgemein betrifft, denke ich auch, dass Positionierung vor Größe geht. Die Angaben beziehen sich dabei ja vom Spitzenring weg. Das gilt für alle Ringe. Ja? Nö. Ist klar, dass ich kleiner Querulant da natürlich was anders mache.

Und zwar Folgendes: Für den 1. Leitring messe ich den Abstand vom vorderen Griffabschluss bis Mitte 1. Leitring. Dabei hat sich gezeigt , dass die perfekte Position des ersten Leitringes für Ruten, die ich für mich baue, 460 mm vom vorderen Griffabschluss liegt. Das bezieht sich auf den Umlenkpunkt, den der 1. Leitring darstellt, bzw. auf den Winkel, den die Schnur beim Doppelzug hat. Diese Optimalposition ergab sich für mich aus Rutenlänge und Körpergröße bzw. Armlänge sowie Ausführung des Doppelzuges.
Setze ich den 1. Leitring weiter zum Handteil, habe ich einen steilen Winkel, setze ich ihn weiter vom Handteil weg, habe ich einen flacheren Winkel. Ist der Winkel zu flach, baue ich kaum die gewünschte, zusätzliche Spannung auf. Ist der Winkel zu steil, bremst er die Zugbewegung. Ich weiß nicht, wie ich es anders ausdrücken soll und hoffe, dass es nachvollziehbar ist. Am besten, man probiert das einfach mal.

Mir hilft die ideale Ringposition, den Doppelzug zu optimieren, da ich die Spannung in der Schnur bzw. der Rute besser fühle. Ich empfinde es als effizienter. Und es würde mich sehr interessieren, wie eure Erfahrungswerte sind, wenn ich das mal ausprobiert habt. Vielleicht lässt sich etwas davon ableiten, vielleicht auch nicht.

Zu den Ringgrößen sage ich jetzt nichts, da diesbezüglich ja schon das Meiste angeführt wurde.

Ich bin gespannt auf eure Meinngen.

T.L. Frank
Zuletzt geändert von Fly-Only am 28.10.2008, 21:32, insgesamt 1-mal geändert.
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Karl
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Ungelesener Beitrag von Karl »

Hi Frank,
melde mich mal als Gespließtenbauer zu Wort. Dein Abstand vom Griffende beträgt ~75cm, was so ziemlich der Norm entspricht. Ich versuche immer so zw. 75-80cm zu liegen, mein Freund, der Gibbon, hat 112cm ;-)) Allerdings habe ich keinen konstanten Abstand zum Griffende, sondern der Abstand richtet sich nach der Rute bzw. nach dem nächsten Ring. Jetzt weiß ich allerdings nicht wie sich das bei KF verhält, beim Bambus ist es jedenfalls so, daß ein Ring möglichst unterhalb der Hülse(n) sitzen muß, damit das Teil später nicht bricht. Jetzt kannst du natürlich nicht einen x-beliebigen Abstand vom snake guide zum Leitring wählen, weil der ist dir natürlich durch die Positionierung der anderen Ringe, Teilung und Länge der Rute vorgegeben. Auf der anderen Seite ist die Position des 1. snake guides durch die Länge der Rute auch mehr oder weniger vorgegeben. Also, legst du jetzt immer pauschal den Abstand Griffende-Leitring fest, bestimmst nach dem Abstand den Abstand der anderen snakes und kommst dann irgenwann oben am Spitzenring an, mit u.U. einem Abstand von 9cm 1.snake zum Spitzenring bei ner 10ft Rute? Oder gehst du ganz normal vom Spitzenring abwärts und legst bloß pauschal die Position vom Leitring fest ohne Rücksicht auf Abstand Leitring-letzter guide? Ich hab ne Formel, da gibst du deine Parameter ein (Rutenlänge,Abstand Spitzenring-1.guide,Abstand Griffende-Leitring,Anzahl Ringe) und die Positionen der Ringe wird dir errechnet. Wie machst du das?
Herzlichen Gruß Karl
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Ungelesener Beitrag von Fly-Only »

Hallo, Karl,

ich lege erst den Abstand des 1. Leitringes zum Griff fest. Bei einer längeren Rute, z.B. 9,6´, sind es dann nicht mehr zwingend 460 mm, sondern können auch 480 mm sein. Das mache ich aber von der Biegekurve und Aktion abhängig und vom Gefühl, ob der Umlenkwinkel der Schnur adäquat aussieht bzw. ob er sich bei einer Trockenübung mit angestecktem Handteil harmonisch anfühlt. Dann positioniere ich die anderen Ringe vom Spitzenring abwärts und justiere Ringgrößen, -abstände und Flucht. Allerdings nach Auge und Gefühl, Formeln oder Programme nutze ich nicht. Insgesamt habe ich mit Kohlefaserblanks da vielleicht etwas mehr Freiheit.

T.L. Frank

PS: Florian, bei einer 9er Rute würde ich den ersten Leitring in Größe 20 oder 16 wählen, vermutlich 16. Dann ergänzen mit 12 und 10, dann, je nach dem, ob du Schlangen- oder Einstegringe nimmst und eben einen dritten Leitring, #6 oder #5 und weiter nach Gusto.
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Kurt Zumbrunn
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Ungelesener Beitrag von Kurt Zumbrunn »

Hallo Frank
Ich teile Deine Ueberlegungen vollumfänglich sie decken sich auch mit meinen Erfahrungen und ich habe die gleiche Vorgehensweise wie Du.

Beste Grüsse
Kurt
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Ungelesener Beitrag von derflow »

@ all: erstmal vielen Dank - Ihr habt mich mit euren Überlegungen ein ganzes Stück weitergebracht !


2-3 mal ist glaub ich der Begriff "Umlenkwinkel" der Schnur beim Doppelzug in Verbindung mit der Positionierung des Leitringes gefallen.
Das hat mich in meinen Überlegungen insofern noch zusätzlich bestärkt, daß ein größerer Leitring automatisch den "Umlenkwinkel" der Schnur (und somit den Reibungsverlust) verbessert, wenn die Keule der Flugschnur gerade damit beschäftigt ist die Runningline aus dem Orvis-Katzenklo zu ziehen und es dabei (weil sie ja sicher nicht 100%ig gerade bzw. gestreckt ist) nicht so schwer hat den Weg in eine größere Ringöffnung zu finden.......

....Ich hoffe, ich habe mich so ausgedrückt, dass man meinen Gedankengang nachvollziehen kann :D
Gruß

Florian

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Karl
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Ungelesener Beitrag von Karl »

Hallo Flo,
da streiten sich die Geister. W.Brunner z.B. war ein Verfechter von kleineren Ringen, mit der Begründung, daß die Schnur dann schön parallel zum blank läuft und nicht das "Flattern"anfängt. Andere Zeitgenossen meinen man müßte eher größere Ringe benützen, damit die Schnur besser schießt. Hab schon beides probiert und keinen Unterschied festgestellt. Ich halts wie der Rolf, die Optik ist wichtiger, die Ringgröße muß zur Rute passen.
Gruß Karl
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Ungelesener Beitrag von Fly-Only »

Hallo, Kurt,

ich freue mich das zu hören.

Und Florian, bedenke, dass du bei einem größeren Leitring diesen vermutlich mehr zum Griff versetzen musst, als eine kleinere Ringgröße, um den gleichen Umlenkwinkel zu haben. Das beinflusst gleichzeitig die Gesamtberingung, was es nicht zwingend besser macht.

Merke: Die Leitringe mit z.B. S.I.C.-Einlage haben eigentlich keinen nennenswerten Reibungswiderstand, egal, ob # 20 oder #16. Diesbezüglich würde ich dem Spitzenring z.B. mehr Aufmerksamkeit widmen.
Ausserdem: Hast du den für dich individuell optimalen Umlenkwinkel bzw. die entsprechende Position des Leitringes ermittlt, setzt du in Verbindung mit dem richtigen Doppelzug-Timing deutlich mehr Wurfenergie frei bzw. nutzt die Kraft der Rute besser, was dir schlussendlich das Werfen erleichtert und etwas mehr Entfernung bedeuten kann – oder beides, je nachdem, wie du den Wurf steuerst.

T.L. Frank
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