Schellack

Hier treffen sich die wahren Handwerker unserer Zunft. Gibt es eine schönere Fischerei, als mit einer Selbstgebauten - ob nun Gespließte, Kohlefaserrute oder Eigenbaurolle? Geizt nicht mit Euren Ratschlägen.

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Simon B.
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Schellack

Beitrag von Simon B. »

Hallo zusammen,
hat einer von euch Erfahrung mit dem Ansetzen von Schellack? Ich habe lose Bruchstücke und diese müssen mit reinem Alkohol vermengt werden. Nur in welchem Verhältnis? Soll das Endprodukt richtig flüssig oder zäh sein? Wäre super wenn jemand Erfahrung damit hat.
Und wieviele Schichten tragt ihr auf mit Zwischenschleifen?
Gruß Simon
Spessart Räuber
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Beitrag von Spessart Räuber »

Hallo Simon,

ich bin kein Rutenbauer, kenne Schellack jedoch aus der Möbelrestaurierung. Am besten löst sich Schellack in Äthanol, Isopropylalkohol geht auch. Das Mischungsverhältnis ist eine Frage der Anwendung und der persönlichen Vorlieben. Ich habe Schellack immer recht dünnflüssig verarbeitet. Dabei ist zu berücksichtigen, das bei der Schellackpolitur mit einem Ballen Oberflächen poliert werden, nicht lackiert.

Alles was du brauchst zum Thema Schellack sowie Verarbeitungshinweise gibts bei Dick unter dick.biz

Cheers

Klemens
It is ironical that the "holier than thou" attitude adopted by some fly-fishermen, which has its origins in the trout fishing dry-fly cult of Edwardian days, is based on a curios fallacy.
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jpj
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Beitrag von jpj »

Um Spessart Räubers Angaben zu ergänzen:

Über die Verwendung von Schellack beim Rutenbau habe ich ehrlich gesagt auch wenig Ahnung. Für die Verwendung von Schellack bei der Möbel-/Instrumentenbehandlung verwendet man pft eine Stammlösung, die für die verschiedenen Arbeitsgänge (mit Polierballen und einem Tropfen Öl, nicht mit Pinsel) verdünnt wird. Diese Stammlösung ist 20% gew, d.h. 25g Trockenschellack auf 100g Lösungsmittel. Zunächst wird die Oberfläche mit Bimssteinpulver glattgeschliffen. Man beginnt dann mit der 20%igen Stammlösung und trägt sukzessive, mit jeweils einem Tag Pause, Lagen bis zur gewünschten Stärke auf. Dann verdünnt man auf 10% und zuletzt auf 5%. Zum Schluß wird mit reinem Lösungsmittel abgezogen. Als Lösungsmittel empfehle ich Isopropanol statt Ethanol, da es nicht so schnell verdampft und der Polierballen nicht so rasch klebt. Die Stammlösung in kleinen Mengen vorbereiten, denn sie läßt sich im Gegensatz zum festen Schellack nicht lagern.

Gruß,

jpj
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webwood
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Beitrag von webwood »

Hallo Simon,

zur Verarbeitung von Schellack ist meinen Vorpostern nichts mehr hinzuzufügen. Ich glaube mich zu erinnern, daß in meiner Lehrzeit als Schreiner, eine Fa. Rosner auch fertig angesetzten Schellack lieferte. Am einfachsten würdest Du Lieferanten, ausser googeln, bei einem Anruf bei einer Schreinerinnung in Erfahrung bringen. Dort wird m.W. bis heute im Oberflächenkurs auch noch ein Probestück mit Schellack hergestellt.

Ansonsten, kein Lack feuert Holz so schön an wie Schellack, aber auch kein Lack ist so empfindlich wie Schellack. Ob Schellack die Elastizität hat, die Bewegungen einer Rute beim Werfen mitzumachen ohne zu reissen, wage ich zu bezweifeln. Ferner ist Bambus ja ein helles Gras und kein dunkler Nussbaum. Ob die Nachteile von Schellack den evtl. Gewinn an Optik lohnen? Ich würde Dir raten, erst einmal einen Spleiß zur Probe zu lackieren und dann zu entscheiden ob der ganze Aufwand die Verwendung von Schellack lohnt.

Liebe Grüße und viel Erfolg

Thomas
Angler sterben nie, die riechen nur so.
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Simon B.
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Beitrag von Simon B. »

webwood hat geschrieben:Hallo Simon,

zur Verarbeitung von Schellack ist meinen Vorpostern nichts mehr hinzuzufügen. Ich glaube mich zu erinnern, daß in meiner Lehrzeit als Schreiner, eine Fa. Rosner auch fertig angesetzten Schellack lieferte. Am einfachsten würdest Du Lieferanten, ausser googeln, bei einem Anruf bei einer Schreinerinnung in Erfahrung bringen. Dort wird m.W. bis heute im Oberflächenkurs auch noch ein Probestück mit Schellack hergestellt.

Ansonsten, kein Lack feuert Holz so schön an wie Schellack, aber auch kein Lack ist so empfindlich wie Schellack. Ob Schellack die Elastizität hat, die Bewegungen einer Rute beim Werfen mitzumachen ohne zu reissen, wage ich zu bezweifeln. Ferner ist Bambus ja ein helles Gras und kein dunkler Nussbaum. Ob die Nachteile von Schellack den evtl. Gewinn an Optik lohnen? Ich würde Dir raten, erst einmal einen Spleiß zur Probe zu lackieren und dann zu entscheiden ob der ganze Aufwand die Verwendung von Schellack lohnt.

Liebe Grüße und viel Erfolg

Thomas

Hallo Thomas,
ich möchte den Schellack nicht für Ruten verwenden, nur für Rollenhalter!
Gruß Simon
Berner
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Beitrag von Berner »

hallo simon

schellack-lösung für rollenhalter gibts hier, gut und günstig und fixfertig zum auftragen;

http://www.taxidermy.ch/praep/doc/p5_4.htm

gruss

berner
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