How It´s Made: T & T Bamboo Fly Rods

Hier treffen sich die wahren Handwerker unserer Zunft. Gibt es eine schönere Fischerei, als mit einer Selbstgebauten - ob nun Gespließte, Kohlefaserrute oder Eigenbaurolle? Geizt nicht mit Euren Ratschlägen.

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Hans.
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How It´s Made: T & T Bamboo Fly Rods

Ungelesener Beitrag von Hans. »

Ist vielleicht von Interesse:

How It´s Made: T & T Bamboo Fly Rods
http://thomasandthomas.com/p.video/howitsmade2.html

Grüße
Hans
palakona
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Ungläubiger Thomas

Ungelesener Beitrag von palakona »

Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich!
Grüße Wolfhard
Peter S.

Ungelesener Beitrag von Peter S. »

.
Zuletzt geändert von Peter S. am 21.12.2016, 11:14, insgesamt 1-mal geändert.
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piscator
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Ungelesener Beitrag von piscator »

Moin,
ja
die High-Tech-Lackiervorrichtung "rockt"!!!
wirklich, das ist ein Turkey Baster (aber nicht im Urban Dictionary nachschauen was das bedeutet). So kann man sich das Tauchen sparen und auch 2-K Lacke benutzen. Und was ist an der (fehlenden) Knotenbearbeitung auszusetzen -- da wundert man sich nur, wieviele das so machen.
TL, Jürgen
Hans.
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Ungelesener Beitrag von Hans. »

Sprecht nicht so in Rätseln,
hier lesen auch Leute mit,
die selber keine Ruten bauen,
ich zum Beispiel.

Danke und Grüße
Hans
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Karl
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Ungelesener Beitrag von Karl »

Hi Jürgen,
ich geh mal schnell in den S&M Laden um die Ecke, die Lackiertechnik wollte ich schon immer mal probieren :smt079 . ........und für ihre Stöcke verlangen die noch ein Wahnsinnsgeld, da kommt man sich ja fast vera..... vor. P&M ging übrigens auch nicht zimperlich bei der Herstellung seiner Ruten um. Gruß Karl
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piscator
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Ungelesener Beitrag von piscator »

Sorry Hans, Es geht um
a) das Lackieren, das traditionell im Tauchverfahren gemacht wird; d. h. der Blank auch mit Ringen wird in ein Rohr getunkt und langsam wieder herausgezogen. Das braucht viel Lack und kann nur mit Lacken gemacht werden die nicht chemisch abbinden (also nicht mit 2-K Lacken). Die belächelte Technik im Film ist wesentlich sparsamer und braucht keine Vorrichtung. Stark verdünnter Lack wird einfach über den senkrecht stehenden Blank gegossen. Wenn die Verdünnung stimmt und der Raum staubfrei ist, ist das Ergebnis gleich (aber halt nicht Tradition), und man kann andere (bessere) Lacke nehmen. Und ein Turkey Baster ist ein Klistier zum Befeuchten des Truthahns im Backofen -- der dann mit dem verdünnten Lack befüllt wird und ....siehe Film

b) die Knotenbehandlung: In Serienproduktion mit gefrästen Stäben werden von mehreren Rutenbauern die Knoten nicht unter Hitze gerichtet, sondern einfach plangeschliffen. Vorteil: kostet viel weniger Zeit und es gibt keine unterschiedlich hitzebehandelten Abschnitte der Rute. Nachteil, einige der äusseren Fibern werden unterbrochen.

Das wird genauso kontrovers diskutiert, wie dass die einzelnen Spleisse einer Rute von ein und demselben Bambus kommen sollten. Dann spiegelt die Rute die Eigenschaften dieses Bambus wieder -- es gibt aber auch Rutenbauer, die bewust die Spleisse von verschiedenen Bambusstäben mischen. Das ist so ähnlich wie bei Single Malts und Blended Malts -- wenn das Beispiel gestattet ist. Jürgen :wink:
Hans.
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Ungelesener Beitrag von Hans. »

Danke Jürgen!

Grüße
Hans
Isoperla
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Ungelesener Beitrag von Isoperla »

piscator hat geschrieben:Sorry Hans, Es geht um
a) das Lackieren, das traditionell im Tauchverfahren gemacht wird; d. h. der Blank auch mit Ringen wird in ein Rohr getunkt und langsam wieder herausgezogen. Das braucht viel Lack und kann nur mit Lacken gemacht werden die nicht chemisch abbinden (also nicht mit 2-K Lacken). Die belächelte Technik im Film ist wesentlich sparsamer und braucht keine Vorrichtung. Stark verdünnter Lack wird einfach über den senkrecht stehenden Blank gegossen. Wenn die Verdünnung stimmt und der Raum staubfrei ist, ist das Ergebnis gleich (aber halt nicht Tradition), und man kann andere (bessere) Lacke nehmen. Und ein Turkey Baster ist ein Klistier zum Befeuchten des Truthahns im Backofen -- der dann mit dem verdünnten Lack befüllt wird und ....siehe Film

b) die Knotenbehandlung: In Serienproduktion mit gefrästen Stäben werden von mehreren Rutenbauern die Knoten nicht unter Hitze gerichtet, sondern einfach plangeschliffen. Vorteil: kostet viel weniger Zeit und es gibt keine unterschiedlich hitzebehandelten Abschnitte der Rute. Nachteil, einige der äusseren Fibern werden unterbrochen.

Das wird genauso kontrovers diskutiert, wie dass die einzelnen Spleisse einer Rute von ein und demselben Bambus kommen sollten. Dann spiegelt die Rute die Eigenschaften dieses Bambus wieder -- es gibt aber auch Rutenbauer, die bewust die Spleisse von verschiedenen Bambusstäben mischen. Das ist so ähnlich wie bei Single Malts und Blended Malts -- wenn das Beispiel gestattet ist. Jürgen :wink:
Zu der Knotenbehandlung: Bei Powell hat man übrigens auch so gemacht und die Ruten waren ja auch nicht schlecht.
Markus H.

Ungelesener Beitrag von Markus H. »

Hallo,

danke für den Link ! Da schau her........ :-k
Berner
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Ungelesener Beitrag von Berner »

ehrlich gesagt gefällt mir das viedo, weil es zu einer gewissen entmystifizierung bei gespliessten beiträgt;

thomas und thomas, pezon et michel, auch hardy und weitere "grosse" marken der jetzigen und vergangenen zeit, bauen auf dieselbe oder ähnliche weise wie im video.

da wird ökonomisch marktwirtschaftlich gefertigt, jedes "überflüssige" krimskram an arbeit weggelassen, und der einfachste und rascheste weg zum ziel gesucht und begangen.

einzig bauchweh bereitet mir, wenn ich die preise einer palakona oder thomas & thomas anschaue, bei tomas derzeit um die 1500 bis 3500 usd je nach modell und anbieter.
scheinbar gibt es kunden die das bezahlen wollen und tun, jedoch tun sie das für ruten unserer rutenbauer aus unserem gebiet kaum.
ich glaube dem video eigentlich nicht, wenn es von rund 40 h arbeit spricht, ok, wenn die trockentzeit des lacks und leims eingerechnet wird....
auch ok, weil die us löhne etwas tiefer sind als unsere, aber 40 h arbeit bei einem durchschnittlichen us lohn wären dann im minimum ca. 510 dollar (12.5 dollar bei einer arbeitswoche von 6 tagen zu je 8 stunden), oder bei gelernten arbeitskräften das doppelte und auch etwas mehr.
ich nehme an der im video gezeigte tom dorsey, ein altmeister des rutenbaus, arbeitet nicht für usd 12.50 die stunde, die "aushilfe aus panama" eher.
dann kommen alle marketingkosten dazu (inserate in hochglanzmags etc.), die margen für fachhändler (um die 25-30%) etc., preis für rollenhalter (die kommen wohl aus einem anderenhaus und fertig gestellt) und ringe, seide etc etc etc., da sind solche preise durchaus gerechtfetigt.

ich glaube aber eher an 40 h bei einem hiesigen amateurrutenbauer der , weil er von hand hobelt (professionelle fräsen al la thomas kosten in der anschaffung doch schon ein bisschen mehr), die knoten von hand presst und aufwändiger bearbeitet, allenfalls von hand und mit pinsel lackiert, also mit mehr effektiver handarbeit, also effektiv mehr arbeit als bei fertigungen im "fabrikstil".

ist seine rute (dem amateur seine) nun besser als eine thomas?
kann und will ich nicht beurteilen, denn da scheiden sich die geister und geschmäcker und mündet schnell in einen glaubenskrieg. ist ein ferrari besser als ein opel astra? kommt immer auf den geldbeutel, den geschmack und die umstände an.

bei einem amteur oder "handarbeit-rutenbauer" (ja ich weiss, wie definiert man überhaupt handarbeit?), sähe ich 1500 bis 2550 als fair an, bei massenproduktion eher nicht. nur - bei uns will ein solcher betrag selten jemand bezahlen, und eine betriebswirtschaftliche betrachtung will eh keiner der käufer anstellen, weil er daob erschrecken würde und weil geiz eben geil und modern ist - folglich sind die preise im oder auf dem weg zum keller. und seit auf der bucht jeder hobbist seine werke für 1 euro anbietet und manchmal sogar verkauft, ist geiz noch geiler. es leben die 1 euro jobs die daselbst gefördert werden.


hoffen wir, dass die derzeitige wirtschafts- und finanzkrise echte arbeit wieder hochwertiger und die kunden weiser macht, und die geiz ist geil propheten genau so schnell vom erdenrand fallen wie gewisse "investment"-banker.
oder wir kehren zum einheitssystem der ehemaligen oststaaten zurück, es gibt 3 rutenmodelle in 3 farben und basta. und sie kommen aus einem "volkseigenen" betrieb.

aber zugegeben, allgemein investiere ich aber lieber in eine thomas & tomas oder eine "made in europe" splitcane rute, als in ein nur auf dem papier existierendes aktienpaket.

gruss

berner
Peter S.

Film

Ungelesener Beitrag von Peter S. »

.
Zuletzt geändert von Peter S. am 21.12.2016, 11:15, insgesamt 1-mal geändert.
Berner
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Ungelesener Beitrag von Berner »

tja peter wo de recht hast haste recht!

man bedenke aber dass t&t nicht ein "sünder" ist, oder ein alleiniger, denn folgende marken haben seit jeher früher oder später so oder so ähnlich gebaut;

south bend
orvis
t&t
pezon et michel
montague
leonard
hardy
sharpes
allcocks
phillipson
heddon
granger
patridge



un so weiter und so fort



sprich - alle die im grossen stile bauten und feilboten - die industrialisierung und der massenmarkt benötigt halt solche wege.
obwohl von obgenannten einige durchaus passable und sogar gute stecken gebaut haben (gute je nach geschmack - ist auch bei t&t so)

dann muss man halt das ganze etwas differenziert betrachten;

will jemand vom rutenbau lebenund möglichst viel verkaufen, kommt er um eine betriebswirtschaftliche rechnung und kostensparende produktionsmehtoden nicht herum. bei k-faser bauen heute auch immer mehr in asien, sebst bei hardy hält made in china bei rollen und ruten einzug.

die bekannteste gespliessten waren immer von grossen herstellern, weil deren ausstoss und deren händlernetz eben weitumspannend war. und keiner der betriebe war ein "einmann-betrieb", sondern an solche stecken arbeiteten viele händepaare. die wollen auch noch bezahlt sein. "koriphäen" wie wwes jordan etc. bauten und entwarfen höchstens noch selbst prototypen, die massen- und breite fertigung erfolgte durch gewöhnliche arbeiter.

ein kleiner rutenbauer baut/e höchstens für eine handvoll kunden, hüben wie drüben, und der markt diktiert letztendlich was er hergibt und was nicht. und wer von uns angestellten weiss schon, wieviel er und seine arbeit auf dem arbeitsmarkt und seinen chef effektiv kostet...aber wenn er selbst für ware bezahlen soll, ist er für den günstigsten preis, bei seiner eigenen lohnforderung eher nicht...

unsere rutenbauer arbeiten kaum für 12.50 $ pro stuunde, heisst wenn sie ehrlich betriebswirtschaftlich rechnen würden. ein auf mehr oder weniger reines handarbeit bezogener rutenbauer der 40 stunden auswendet und nehmen wir mal an bei richtiger betriebswirtschaftlicher rechnung u.a. einen stundenlohn von euro 25 im minimum hat (selbständigerwerbender, nicht angestellter)....das wären dann allein 1000 euro "lohnkosten". kommen noch steuern, abgaben etc. gebaut und verkauft ist da noch rein gar nichts.

wenn ich so durchs forum lese kriegen viele bei gespliessten um die 1000 euro bauchweh und wettern eher dagegen, als dafür.

auch kann und will der kleine rutenbauer kaum mehrere tausend euro für ne fräse etc. investieren.
als gespliesste noch mehr hype waren als heute (der hype nimmt weltweit wieder ab), waren die "kleinen"hüben wir drüben mehr angesehen und konnten auch mehr verlangen als heute, genaut haben sie aber trotzdem sehr wenig, ich glaube der garrison maximal 100 ruten in einer sehr langen zeitspanne. heute gehen die für um die 3000-8000 kröten weg, damals aber nie & nimmer, aber er jobbte ja regelmässig daneben, besser sein rutenbau war mehr hobby und zusatz-, denn hauptverdienst, wie bei den meisten "kleinen".

irgendwo habe ich mal in einem us forum erfahren (also nur als gerücht und nichts abgesegnetes), dass eine sage kf-blank in der herstellung auf maximal euro 35 kommt. da rechne ich manchmal auch was ist nun qualität an den 500 euros endpreis und mehr ist, und was marketing , "lebenslange" garantie etc. jedenfalls fand ich persönlich die alten sages qualitativ hochstehender als die aktuellen, der preis ist aber noch kaum gefallen, kommt aber vielleicht noch.....oder auch nicht.

und die heutigen china-kf blanks kriegste im einkauf wenn de nicht nur 1 stück kaufst auch um die euro 15 plus minus.




gruss

berner
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Dark Watchet
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Ungelesener Beitrag von Dark Watchet »

Hallo Peter S,

warum fischt dein Freund die Rute nicht mehr?

Gruß,
Dirk

P.S.: Die Kosmetik und Verarbeitung kann noch so toll sein, wenn das Taper nicht stimmt gehts nicht auf...
Zuletzt geändert von Dark Watchet am 18.02.2009, 21:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Dark Watchet
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wenn ich so durchs forum lese kriegen viele bei gespliessten um die 1000 euro bauchweh und wettern eher dagegen, als dafür.
Hallo Berner,

um vom Rutenbau leben zu können sollte man sich m. E. erst einmal eine Reputation erarbeiten. Ich kenne niemanden der von einem mit verlaub gesagt Nobody eine Rute kauft, die einen Stundensatz von 25 €+ wiederspiegelt...

Und bis auf eine Ausnahme kenne ich auch niemanden hier in Deutschland der berechtigt wäre diese Quote einzustreichen. Aber darüber entscheidet ja Gott sei Dank auch der Markt...

Gruß,
Dirk
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