Hallo Thomas,
der Lech im oberen Lechtal ist echt traumhaft, nur in Stanzach gibt es ein längeres begradigtes Stück, das für uns Flugangler eher ungeeignet ist.
Die Lizenzen gibt es im Rathaus, das befindet sich direkt neben der Hauptstraße auf der rechten Seite.
Nun zum Lech:
Ich als mehr oder weniger Anfänger tat mir mit der Angelei im Lech extrem schwer. Der Fluss ist dort extrem breit, in der Mitte gibt es eine tiefe schnelle Rinne in der selbst mit 5mm Tungstenköpfen kaum was zu machen war. Gefischt habe ich eigentlich nur mit Nymphe, vor allem an den zum teil riesigen Rieselstrecken, an den Bereichen hinter den Inseln und einzelne tiefe Kolke in den Außenkurven. Richtig schön sahen die Stellen aus, an denen Rieselstrecken wieder in das Hauptbett flossen, die Kehrströmungen rochen förmlich nach Fisch. Erfolg hatte ich jedoch keinen.
Steigende Fische konnte ich leider auch keine ausmachen. Fische gibt es dort auf jeden Fall, der nette Sachbearbeiter im Rathaus hat mir Fotos von Äschen über 50cm gezeigt, die teilweise nur 2 Wochen vor meinem Aufenthalt gefangen wurden. Ein Urteil über den Fischbestand würde ich mir nicht zutrauen, dafür hab ich zu wenig Erfahrung mit Gewässern in dieser Art und Größe.
Mehr Erfolg hatte ich dagegen am Namlosbach, den man mit der gleichen Tageskarte befischen kann. Der Bach führt durch eine unwegsame, einsame Schlucht vom Ort Namlos nach Stanzach. Als man mir im Rathaus sagte, dass sich die Einheimischen abseilen, ahnte ich noch nicht wie herrlich dieser Bach liegt und wie anstrengend fischen sein kann.
Dort Gibt es so ziemlich alles, was man als Fliegenfischer von einem Bach in den Alpen erwartet: Jede mege weißes Wasser, schnelle Rinnen, tiefe Gumpen hinter riesigen Felsbrocken, Rieselstrecken und vor allem wunderschöne Fische.
Begonnen hab ich den Angeltag bereits um 7 Uhr, jedoch ließ sich bis 13 Uhr kein einziger Fisch blicken. Kein Stieg, kein Kontakt..nichts.
Also wieder richtung Stanzach und dort an den Rauschen mittag gemacht.
Aber so schnell wie ich mich hingesetzt hatte, hatte ich auch schon wieder meine Rute in der Hand. An den Rauschen am geraden Stück zwischen den Brücken gibt es auf der einen Seite mehrere Gumpen, dort hatten die Fische plötzlich angefangen zu steigen und gingen mir nach ein paar Versuchen mit mehreren Muster sofort auf eine dicke Polyfliege. Alles andere ignorierten die Fische. Klinkhamer, Sedge und Adams ließen die Fische kalt. Bis ich drauf kam, was die da fressen: Riesige Käfer, von denen jede menge herum schwirrten. Zum Glück hatte ich noch ein paar "Unfälle"von meinen ersten Bindeversuchen mit Poly in meiner Box und so konnte ich nach mehreren Fliegenwechseln in kurzer Zeit eine extrem sprungfreudige Regenbogenforelle um 40cm, und eine 35er fast silberne Bachforelle fangen. So schnell wie der Spuk angefangen hatte, so schnell war er auch wieder vorbei. 5 Stunden lang konnte ich keinen Fisch mehr aus der Reserve locken, erst abends konnte ich weitere 2 Fische landen.
Am nächsten Tag fischte ich dort wieder und die Beißzeiten waren ähnlich. Stundenlang sah es so aus, als ob es da keinen einzigen Fisch gibt und minuten später steigt es an jeder Ecke.
Der Bach ist sehr nährstoffarm und auch im Sommer sehr kalt, da werde ich das nächste mal auf jeden Fall auch im August die Winterunterwäsche einpacken und vor allem auch genügend Terrestrials binden.
Am Donnerstag liegt wieder ein Familienfest im Lechtal an, da werde ich dem Namlosbach wieder einen Besuch abstatten..Dem Wasserstand am Lech zu Folge aber wohl nicht zum Fischen..
Der Lech bei Stanzach
Terrestrials!
Namlosbach zwischen Stanzach und der Schlucht
Stadtstrecke? Nein Danke. Dann lieber klettern!
Fisch gibt's auch
Vor Oma's Haustür: Der Kaiserbach
