Forellenbestand

Hier geht es um wichtige Belange wie Naturschutz, sinnvolle Gewässer-Bewirtschaftung, schonender Umgang mit Umwelt und Kreatur, Ärgernisse (Schlagthemen) wie Klein-Wasserkraft & Kormoran und Rechtliches.

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sebastian_waf
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Forellenbestand

Ungelesener Beitrag von sebastian_waf »

Hi,

ich benötige eure Hilfe und zwar wollte ich bei uns im Verein einen Antrag stellen, dass die Forellen ganzjährig geschont werden.
Jetzt fragen sich einige Warum das denn? Ist der blöde?
Ne, bin nicht blöde J.
Es handelt sich bei dem Gewässer um die Ems und deren Nebenflüsse.
In der Ems kommen bei uns ganz vereinzelt Forellen vor. Wenn man Glück hat, kann man mal eine Steigen sehen, aber das ist schon sehr selten. Doch seit diesem Jahr sieht man öfter Forellen und es wurde auch schon beim Stippen eine Mühlkoppe gefangen, die ja sauberes Wasser bevorzugt. Ich denke mir, wenn man die Forelle über mehrere Jahre schützt könnte man in ein paar Jahren einen besseren Forellenbestand bekommen.

Vielleicht könnt ihr mir noch ein paar Argumente liefern, die ich im Antrag mit einbringen kann.

Vielen dank im voraus

Gruß

Sebastian.
Maggov
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Ungelesener Beitrag von Maggov »

Hi Sebastian,

blöd finde ich das nicht - im gegenteil. Wenn das Wasser dazu passt, dann macht diese Masnahme deutlich mehr Sinn als Besatz oder so. Strukturverbessernde Aktivitäten die den Forellen Schutz und Stand/Laichplätze bieten könnten den Prozess evtl. beschleunigen (ohne das Wasser zu kennen allerdings sehr theoretisch).

Ich denke die Argumentation von Dir trifft klar den Kern: lass' erst etwas wachsen bevor Du abschöpfen willst. Dazu wäre eine gewisse Beschränkung bei der Köderwahl (z.b. Mindestgrösse, bestimmte Angelarten limitieren) sicherlich hilfreich um den aufkommenden Bestand vor unabsichtlicher Verfischung zu schützen sinnvoll.

Argumentationstützen die mir spontan einfallen wären:

- die Wasserrahmenrichtlinie der EU die u.a. über die Fischbestände die Gewässer klassifizieren will
- der Vorteil für alle aus diesem gewässer ein Salmonidengewässer entstehen zu lassen
- die eigentliche Zielsetzung des Vereins die Hege und Pflege von Gewässern und deren Beständen, die ein derartiges Vorgehen somit gebietet.

Ich fürchte Du wirst in einem Verein auf sehr grossen Widerstand bei diesem Vorgehen treffen und wünsche deshalb von Herzen viiiel Erfolg.

LG

Markus
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Rattensack
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Ungelesener Beitrag von Rattensack »

Servus Sebastian,

für eine kompetente Antwort wären vorweg einige Informationen wichtig.
Wieso glaubst du ist der Forellenbestand im zunehmen bzw. war er bisher nur sehr gering? Ist das Gewässer in Bezug auf die Fischregion an der unteren Grenze? Waren die letzten Jahre ungewöhnlich kühl, hat sich die Bewirtschaftung der Anlieger geändert, gab es wasserbauliche Veränderungen, Wassergüte, Fischfresser etc. etc.

Clemens
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Zweihandwedler
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Ungelesener Beitrag von Zweihandwedler »

Das wird böses Blut geben,aber was da noch nützlicher währe, ist ein Naturköderverbot und bei Spinnern nur ein Haken.
Denn was mal an der Aalrute gebissen hat, ist nicht mehr lebensfähig .

Wird aber wohl nicht klappen,hilfreich ist auch eine Reduzierung von Parkmöglichkeiten direkt an Wasser,weil Plumsangler weite Wege scheuen.
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sebastian_waf
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Ungelesener Beitrag von sebastian_waf »

Hi und danke schonmal füe dir Antworten.

Ich muß noch dazu sagen, dass es bei uns im Verein vielleicht 10 Fliegenfischer gibt und das bei einer Mitgliederzahl von ca.400 Anglern.
Von daher scheidet ein Naturköderverbot aus.

@ Markus

Danke für deine Argumente. Ich habe diese schon im Antrag unter gebracht.

@ Clemens

Der Bestand war in den letzten Jahren sehr gering. Ab und zu wurden paar Forellen gefangen die 40-60cm groß waren und die Spinnfischer berichten von Nachläufern auf kleine Kunstköder.
Seit Jahren wurden auch keine Forellen besetzt. Aus welchen Gründen weiß ich nicht.

@ Zweihandwedler

Parkmöglichkeiten direkt am Wasser gibt es zwar so ein paar. Aber um gute Stellen zu erreichen muß man schon paar meter gehen. Eine Reduzierung der Parkmöglichkeiten, kann nicht in Frage kommen, da sich an der Ganzen Ems ein Rad und Wanderweg befindet.

Ich werde jetzt noch paar Antworten abwarten und den Antrag dann mitte der Woche einreichen.
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Rattensack
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Ungelesener Beitrag von Rattensack »

Servus Sebastian,

worauf ich hinauswollte: Falls das Gewässer nicht in der Salmonidenregion liegt (und der geringe Bestand angenommen auf Abdrift von stromauf oder Besatz von Nachbarrevieren zurückgeht), würde die Totalschonung kaum einen nennenswerten Effekt bringen und deine gut gemeinte Mühe umsonst.

Also wären schon ein paar Infos zum Gewässer notwendig, um Argumente pro oder contra liefern zu können. Z.B. wie siehts mit Beifischarten aus, wie hoch wird die Wassertemperatur im Sommer?

C.
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sebastian_waf
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Ungelesener Beitrag von sebastian_waf »

Also das Gewässer liegt nicht wirklich in der Salmonidenregion.

Mein Gedanke beläuft sich auf die Tatsache, dass es vor ca.15-20 Jahren einen natürlichen Bestand an Forellen gab. Da sich jetzt die Gewässerqualität in den letzten Jahren verbessert hat, wäre es ein Versuch wert, den Bestand zu schützen.

Die Temperaturen im Sommer schätze ich so auf 18°. Die Beifischarten sind die gängigen Süßwasserfische wie Hecht, Zander, Karpfen, Barben, Döbel, Aal etc.
Maggov
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Ungelesener Beitrag von Maggov »

Hi Sebastion,

Clemens' Einwand ist genau das Richtige.

Wenn es sich bei dem Gewässer weder um Äschen- noch um Forellenregion handelt, dann werden sich vereinzelt ein paar abgewanderte Forellen halten können, aber Nachwuchs wird keiner kommen.

Die Temperatur ist wohl das Wichtigste aber nur eines der Kriterien streng genommen müsste man auch PH-Wert messen und wahrscheinlich einge andere Grössen. Das Vorkommen von Koppen ist allerdings ein sehr positiver Indikator.

LG

Markus
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Rattensack
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Ungelesener Beitrag von Rattensack »

Hallo Sebastian,

Schaut net gut aus für Forellen - Karpfen, Zander und reproduzierender Forellenbestand schließen sich fast mit Sicherheit aus. Es sei denn es gibt größere Forellenbäche als Zubringer, die einwanderbar und hochwertig sind. Und die Wassertemperatur geht wirklich nie über 20°C drüber. Ich fürchte, sonst wirds nichts werden aus dem Salmonidenrevier.

Wir haben oft die Situation, dass sich in ehemaligen Forellengewässern die Wasserqualität durch Kläranlagen zwar verbessert hat, die Wassertemperatur jedoch angestiegen ist (Stichworte: verringerte sommerliche Abflüsse, verringerte Beschattung durch Regulierung; intensivierte Landwirtschaft im Einzugsgebiet, Kolmation; "Klimawandel"), sodass die Forellen bis auf wenig effektiven, alljährlichen Besatz verschwunden sind.

Bitte erwarte nicht zuviel, sonst fürchte ich wirst du enttäuscht werden!
Besser eine Forelle wird entnommen, als sie geht bei der nächsten Hitzeperiode drauf bzw. kann sich sowieso nicht vermehren ..

Sorry,
Clemens
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sebastian_waf
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Ungelesener Beitrag von sebastian_waf »

Hi Clemens,

wenn ich das so lese, könnte es echt schwer werden.

Aber ich denke, ein Versuch wäre es Wert. Mit dem Antrag will ich auch nicht erreichen, dass die Fische dauerhaft gesperrt werden sondern erst mal versuchsweise für paar Jahre. Alles weitere wird sich dann im Laufe der Jahre zeigen.

Gruß

Sebastian
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Cuchulainn
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Ungelesener Beitrag von Cuchulainn »

Hi Leudde,
Sebastian, Ich finde die Idee gut. Aber eine Chance für einen echten Bafo-Bestand sehe ich wenn überhaupt in kleinen Nebengewässern. Kommt aber vor allem auf die Gewässerentwicklung seit dem letzten Forellenvorkommen an. Aber das musst du wissen, du kennst das Gewässer. Außerdem wäre ich vorsichtig mit dem Mühlkoppenfang. Das kann alles und nix bedeuten. Ich würde aber auf jeden Fall den Versuch mit der Schonung wagen. Gerade wenn der Restbestand auf der Kippe steht und eh schon wackelt, kann man die paar Restforellen unter ganzj. Schutz stellen, ohne Zeter und Mordio.

Viele Grüße
Martin
Gründungsmitglied der Gesellschaft zum Schutz der Nassfliege n.e.V.
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Gammarus roeseli
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Ungelesener Beitrag von Gammarus roeseli »

Hallo Miteinander,

also ich kenne da auch kleinere Flüsse, die im Sommer wenn es längere Zeit richtig heiß ist, regelmäßig bis 18°C erreichen.
Meiner Meinung nach handelt es sich bei dem Gewässern von denen ich jetzt rede, eigentlich immer noch um Äschen bis untere Äschenregion. Ganz klar, diese Flüsslein sind regelmäßig aufgestaut und da ein Großteil der Angler an diesen Gewässern scheinbar aus diesen „Plumpsanglern“ besteht, werden neben Bachforellen selbstverständlich auch Hecht, Zander, Karpfen …. gesetzt.
Ich will damit eigentlich nur andeuten das z.B. Zander, Karpfen… auch oberhalb der eigentlichen Barbenregion verklappt werden.
Lässt sich ja auch alles prima rechtfertigen! (Klimawandel, Verbauungen…. und so was.) Wenn das an der Ems genauso ist, wäre das eine mögliche Erklärung, wieso Karpfen und Mühlkoppe, in ein und dem selben Flussabschnitt vorkommen.

Nebenbei!
Ich kenne Bäche und auch größere Bäche, die schauen auf den Ersten und auch auf den Zweiten Blick so aus wie man sich die typische Forellenregion vorstellt, aber bei genaueren hin- und anschauen, stellt man fest, dass die Wassertemperatur nicht wirklich zur Forellenregion passt. Scheinbar erwärmt sich das Wasser durch Veränderungen stärker, es gibt Aufstauungen (kleinere Stauseen) und in manchen Bachabschnitten fließt über mehrere Kilometer nur noch eine Art Restwasser und schon wundert man sich nicht mehr über höhere Wassertemperaturen. Aber was soll ich sagen, in dem größeren Bach gibt es jede Menge kleine Weißfische, die Wassertemperatur liegt im Sommer oft bei ca. 18°C und kann für kurze Zeit auch schon mal 20°C erreichen und trotzdem kommen neben den Mengen an kleinen Weißfischen, immer noch wilde Bachforellen vor und glücklicherweise reproduzieren sie sich sogar!!!

@ Sebastian,
also wenn das Wasser nicht viel Wärmer wird als 18°C, Laichplätze vorhanden oder zumindest ohne Probleme zu erreichen sind, die sonstigen Umweltbedingungen passen, könnte ich mir gut vorstellen das es möglich ist, weiterhin einen Bestand an Bachforellen zu erhalten und möglicherweise sogar zu vergrößern.

Grüße Christian
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Wolfgang Hinderjock
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Ungelesener Beitrag von Wolfgang Hinderjock »

Rattensack hat geschrieben:Schaut net gut aus für Forellen - Karpfen, Zander und reproduzierender Forellenbestand schließen sich fast mit Sicherheit aus. Es sei denn es gibt größere Forellenbäche als Zubringer, die einwanderbar und hochwertig sind. Und die Wassertemperatur geht wirklich nie über 20°C drüber. Ich fürchte, sonst wirds nichts werden aus dem Salmonidenrevier.
Kann man so ganz nicht stehenlassen, wenn dem so wäre, gäbe es zum Beispiel hier bei mir in Mecklenburg keine selbstreproduzierenden Forellenbestände.

Viele Niederungsflüsse halten sich nicht an gewohnte Regionseinteilungen, sondern sie springen ständig von einer Region in die andere.
Wobei man sagen muß, daß die "Forellenregionen" vieler dieser Gewässer eher zwischen unterer Äschenregion und Barbenregion anzusiedeln sind, nur die Laichzonen selbst entsprechen in etwa der Forellenregion und sind oft nicht sehr lang.
Man findet diese Laichzonen meist an kleineren Endmoränendurchbrüchen.
Größere Forellen findet man dort außerhalb der Laichzeit kaum, diese halten sich oft in Zonen auf die eher der Bleiregion entsprechen.
Oft sind das zumindest über das Jahr gesehen Inselpopulationen die teilweise dutzende Kilometer von einander getrennt sind, jedoch durch die Laichwanderungen miteinander kommunizieren.
Neben den stationären Forellen gibt es in den Gewässern inzwischen zumeist einen sicheren, selbstreproduzierenden Meerforellenbestand.

Nun müsste man natürlich ein wenig mehr über die Ems wissen, beziehungsweise über den Bereich der die Forellen beherbergt.
Stellt sich noch eine Frage, gibt es in dem Gewässerabschnitt einen Meerforellenaufstieg?

Zu den Wassertemperaturen, die im Flachland heimischen Formen von Salmo trutta sind recht wärmeverträglich, so dass Temperaturen über 20°C kaum Eindruck auf sie machen, wobei sie allerdings wenn ganz dicke kommt die Nahrungsaufnehme zeitweilig einstellen.
Bild
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sebastian_waf
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Ungelesener Beitrag von sebastian_waf »

Vielen vielen Danke für eure Antworten.

Ich habe die Tage mit paar Vereinskollegen gesprochen und wir sind der Meinung, dass wir bezüglich der Schonzeit noch das Mindestmaß des Aal´s erhöhen wollen bzw. erhöht haben wollen. Das ganze wird mit einer Unterschriftenaktion verstärkt. Mal sehen was der Vorstand dazu sagt.

Lieben Gruß
Sebastian
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