Privatisierung unserer Brandenburger Gewässer

Hier geht es um wichtige Belange wie Naturschutz, sinnvolle Gewässer-Bewirtschaftung, schonender Umgang mit Umwelt und Kreatur, Ärgernisse (Schlagthemen) wie Klein-Wasserkraft & Kormoran und Rechtliches.

Moderatoren: Forstie, Maggov, Olaf Kurth, Michael.

Camper1
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Privatisierung unserer Brandenburger Gewässer

Ungelesener Beitrag von Camper1 »

Hallo zusammen,

bitte unterstützt unsere Bemühungen (Petition), die zunehmende Privatisierung unserer Brandenburger Gewässer zu verhindern.

https://epetitionen.bundestag.de/index. ... ition=4525*

Petri Dank

mfg Axel
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Cuchulainn
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Ungelesener Beitrag von Cuchulainn »

Hallo Alex,
Ertstma herzlich willkommen im Fliegenfischerforum.

Ich habe das in der Petition gefunden:
"Öffentlich äußerst kontrovers diskutiert wurde u. a. der Verkauf des Wandlitzsees nördlich von Berlin an eine Immobiliengesellschaft im Jahr 2003"

Was wird da kontrovers diskutiert, bzw. wie entwickelte sich das ganze seit 2003?

Viele Grüße,
Martin
Gründungsmitglied der Gesellschaft zum Schutz der Nassfliege n.e.V.
Camper1
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Ungelesener Beitrag von Camper1 »

Hallo Martin,

Ganz kurz nach WiKi:
Bis zum Verkauf des Sees im Jahre 2003 an die Immobilienfirma Teutonia gehörte er besitzmäßig zu Berlin. Der Gemeinde Wandlitz wurde ein Vorkaufsrecht eingeräumt, diese konnte aber die geforderte Mindestsumme von 420.000 Euro nicht aufbringen. Die weitere öffentliche Nutzung durch das Strandbad, durch Uferwege und durch den nichtmotorisierten Wassersport schrieb man im Verkaufsvertrag fest. Allerdings kamen die neuen Besitzer auf ein mögliches einträgliches Geschäft, nachdem sie eigens die Wandlitzsee-Aktiengesellschaft gegründet hatten: jeder Besitzer eines Bade- oder Bootssteges am See soll Aktien kaufen oder eine jährliche Miete zahlen (z.B. für den Steg der Badeanstalt sollen jährlich 10.000 Euro gezahlt werden, für einen „normalen Steg“ bis zu 30 m Länge sollen bis zu 100 sogenannte Vorzugsaktien zu je 75 € erworben werden). – Im Jahr 2004 gab es rund 120 Stegbesitzer am Wandlitzsee.

Verträge sind nicht selten dafür da, dass sie gebrochen werden. Es gibt wohl ständig Probleme. Näheres weiß ich leider nicht, da der See zwar in meiner Nähe liegt, aber nicht zu meinen Favoriten gehört.

mfg Axel
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pehers
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Servus!

Wie ist das genau?

In Österreich gibt es nur sehr wenige echte Privatgewässer - die meisten Seen stehen im Eigentum des Bundes. Vom Eigentum am See losgelöst ist aber das Fischereirecht und das Eigentumsrecht an den umliegenden, angrenzenden Grundstücken.

Auch die Republik Österreich verlangt, vertreten durch die Österreichischen Bundesforste, für jeden m² Seennutzung Pacht. Jeder, der einen Steg unterhält, muss dafür zahlen. Jeder der eine Boje setzt, muss eine Abgabe leisten, die tw. der Fischerei zugute kommt. Sogar für eine Fliese, die ich ins Wasser lege, um leichter baden zu können und nicht auf den tw. schroffen Steinen gehen zu müssen, wird Pacht verlangt. Das wird durch Photos dokumentiert, die aus der Luft gemacht werden.

Für die Fischerei gibt es ein in den Landesfischereigesetzen geregeltes Uferbetretungsrecht, das auch an Privatgewässern gilt, denn ich darf die Ausübeung des Fischereirechts nicht unmöglich machen. Private eingefriedete Grundstücke dürfen nicht betreten werden. Egal, ob der See ein öffentliches oder privates Gewässer ist.

Wenn das in Dtl. ähnlich geregelt sein sollte, mache ich mir da eher weniger Sorgen, aber das weiß ich leider nicht. Würde mich sehr interessieren, dazu mehr zu erfahren.

L.G.
Hans
www.soulfishing.eu
I still don't know why I fish or why other men fish, except that we like it and it makes us think and feel. (Roderick L. Haig-Brown, A River Never Sleeps)
Camper1
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Ungelesener Beitrag von Camper1 »

Hallo Hans
pehers hat geschrieben: ...Für die Fischerei gibt es ein in den Landesfischereigesetzen geregeltes Uferbetretungsrecht, das auch an Privatgewässern gilt, denn ich darf die Ausübeung des Fischereirechts nicht unmöglich machen. Private eingefriedete Grundstücke dürfen nicht betreten werden. Egal, ob der See ein öffentliches oder privates Gewässer ist.
Tatsache ist, dass durch Privatisierung von Gewässern, den Anglerverbänden Gewässerflächen verloren gehen.
Wenn Grundstücke bis ans Gewässer eingefriedet sind, nützt mir mein Fischereirecht nichts, zumal mir der private Besitzer eine Angelerlaubnis nicht erteilen muss sondern kann!
Selbst in MV ist die Tendenz vorhanden, Küstenabschnitte der Allgemeinheit zu entziehen!!! Jüngstes Beispiel Heiligendamm!
Potsdam Griebnitzsee. Als ich dort noch wohnte, konnte man schöne Spaziergänge am Ufer Nähe Glienicker Brücke durchführen. Heute Uferwege von den privaten Besitzern gesperrt. Nix mehr Spazierengehen oder Angeln.
Also besteht schon erheblicher Handlungsbedarf.

mfg Axel
Camper1
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Wenig Interesse?

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Hallo,

Schade eigentlich, dass sich so Wenige für die Problematik interessieren.
Heute sind es unsere, morgen Eure Gewässer. :!:

mfg Axel
Georg
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Hallo,
ich kenne die Problematik in Brandenburg und finde so etwas unter aller Sau. Es ist eine Schande, wenn Gemeingut von staatlichen Institutionen (BVVG) an Geschäftemacher verscherbelt wird. Das Vorkaufsrecht ist mit deren Preisvorstellungen für die ständig klammen Kommunen eine Farce.
Im übrigen ist der Wandlitzsee ein feines Gewässerchen in dem ich schon ettliche große Barsche ziehen durfte.

M.f.G.
Georg
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