Hi,
Gammarus roeseli hat geschrieben: Meine Frage.
Wird überhaupt was getan um die Restbestände zu Erhalten und zu Sichern? Werden Versuche unternommen die Flussperlmuschel in dem ein oder anderen Gewässer wieder zu verbreiten oder sogar wieder anzusiedeln?
Aber sicher - es wird sogar ne ganze Menge getan!
Dazu werden nicht nur die seltenen Vorkommen kartiert um sie entsprechend schützen zu können - sondern es werden auch passiv Muscheln vermehrt, indem selbige zur gefangen werden um den Glochidien-Ausstoß (3-4 Mio pro Muschel) abzupassen. Anschließend werden Bachforellen mit den Glochidien geimpft und die die Bäche entlassen - denn ohne den Wirt Bachforelle, wird´s nix mit neuen Muscheln.
Das Impfen geschieht mit vielen Forellen in einem kleinen Eimer mit hochkonzentrierter "Glochidien-Suppe" - durch die recht schnell einsetzende Sauerstoffknappheit fangen die Forellen schnell an zu japsen und nehmen so extrem viele Larven in die Kiemen auf.
Etwas problematisch ist dann der Nachweis von Jungmuscheln, da diese erst nach 3 Jahren (wenn ich mich recht erinnere) eine Größe von etwa 10mm erreichen - und um die zu finden müsste man ganze Sandbänke aussieben.
Ich hab da nen Bekannten in Luxemburg der aktiv mit der Flussperlmuschel arbeitet - alle Infos zum LIFE-Projekt gibt es hier:
http://www.margaritifera.eu/
Die Luxemburger nehmen unter anderem auch geimpfte Forellen aus NRW um ihre Flussperlmuschelbestände wieder aufzubessern.
Ganz aktuell wird es dieses Jahr auch den Versuch mit geimpften Lachsen (Parrs) geben, weil sich da jemand so ne Theorie überlegt hat...
Gammarus roeseli hat geschrieben:
Und noch eine Frage.
An Stellen mancher Flussabschnitte wo die „Kleine Flussmuschel“ vorkommt, liegen immer wieder mal größere Mengen an Schalen, so als ob sie irgendein Tier aufsammelt und an bestimmten Stellen dann verspeist. Kann das sein und um welches Tier könnte es sich handeln, welches sich die Muscheln schmecken lässt?
Nutrias sind ganz wild auf Großmuscheln!
