heute mache ich meinen ärger einmal luft...

Hier gehts rund um den Fisch. Besonderheiten, spezielle Techniken und Köderwahl auf unterschiedliche Fischarten, u.s.w.

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Berner
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Ungelesener Beitrag von Berner »

übrigens sind sich die meisten studien einig, dass nicht mal die frage mit oder ohne widerhaken beim angeln für verletzungen beim c&r massgebend ist - das fischhandling ist massgebend. logo ist die gefahr dass ein mit bart gefangener fisch schwieriger zu lösen ist als einer der ohne bart gefangen wurde grösser (bem verschlucken siehts aber wieder anders aus, da sind bart und no-bart haken gleich schädlich), und mühsameres lösen heisst mehr handling - folglich wird vielenorts der bart desshalb verboten, und nicht wegen des barts allein. es geht darum die handling-zeit möglichst klein zu halten und potentielle "verlängerer" der handlingszeit auszuschalten.

in usa, dem "erfinderland des c&r", gibts übrigens fast von jeder fischeristelle gleich ein merkblatt über das richtige handling mit - denn das c&r allein nicht ein grund für bessere bestände ist hat man dort auch erkannt. bei schlechtem handling kanns so gehen, und dann ist c&r für die katz;
http://www.absc.usgs.gov/research/Fishe ... elease.htm

so ziemlich ähnliche ergebnisse wurden in der schweiz im flussystem der "areuse" entdeckt, wo ff`ler regelmässig c&r üben.

persönlich glaube ich c&r ist heute so zu einem "modeding" mutiert, alle tuns weils schick ist, man überall davon liest (aber sie wissen selten was man effektiv und wie man es tut). und macht man c&r ist eh alles wieder gut - fischbestand gut, natur gut, ego gut.

gruss

berner
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hdidi
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Ungelesener Beitrag von hdidi »

Berner hat geschrieben:übrigens sind sich die meisten studien einig, dass nicht mal die frage mit oder ohne widerhaken beim angeln für verletzungen
persönlich glaube ich c&r ist heute so zu einem "modeding" mutiert, alle tuns weils schick ist, man überall davon liest (aber sie wissen selten was man effektiv und wie man es tut). und macht man c&r ist eh alles wieder gut - fischbestand gut, natur gut, ego gut.

gruss

berner
Du sprichst mir von der Seele :wink:

Das A&O ist immer noch, wie man mit den gehakten Fischen umgeht.
Grüsse aus Roding
Dieter
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Achim Stahl
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Ungelesener Beitrag von Achim Stahl »

Hallo Dieter,
hdidi hat geschrieben:Massige Fische sind zu entnehmen.
Das stimmt so in seiner Absolutheit eindeutig nicht.

In keinem deutschen Gesetz ist eine Entnahmepflicht für alle massigen Fische festgelegt. Vereine können das intern anordnen, aber mehr auch nicht.

Schade, dass dieses Gerücht immer wieder gestreut wird.


Viele Grüße!

Achim
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Tom Doll
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Sterblichkeitsrate bei der Entnahme

Ungelesener Beitrag von Tom Doll »

Hi,

Ihr redet über die sterblichkeitsrate beim Zurücksetzen. Ich kenne die nicht, aber die bei der Entnahme von Fischen und dann ist sie bei 100%.


Gruß

Tom
You can tune a car, but you can't tuna fish
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hdidi
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Ungelesener Beitrag von hdidi »

Achim Stahl hat geschrieben:Hallo Dieter,
hdidi hat geschrieben:Massige Fische sind zu entnehmen.
Das stimmt so in seiner Absolutheit eindeutig nicht.

In keinem deutschen Gesetz ist eine Entnahmepflicht für alle massigen Fische festgelegt. Vereine können das intern anordnen, aber mehr auch nicht.

Schade, dass dieses Gerücht immer wieder gestreut wird.


Viele Grüße!

Achim
Hallo Achim,
was bedeutet dann der §9 Punkt (8) für uns?

http://www.lfvbayern.de/media/files/avfigneufassung.pdf
Grüsse aus Roding
Dieter
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Achim Stahl
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Ungelesener Beitrag von Achim Stahl »

Hallo Dieter,
hdidi hat geschrieben:Hallo Achim,
was bedeutet dann der §9 Punkt (8) für uns?

http://www.lfvbayern.de/media/files/avfigneufassung.pdf

§ 9 regelt in erster Linie die Entnahmebeschränkungen.

Absatz 8 sagt explizit, dass auch Fische, die keiner Entnahmebeschränkung unterliegen, wieder zurückgesetzt werden dürfen, wenn dies mit dem Hegeziel übereinstimmt.

Klar, dass man keine Fische zurücksetzt, die aus hegerischen Gründen "raus müssen".


Noch ein Punkt zum Nachdenken: Fische wie der Kaulbarsch oder Brassen unterliegen keiner Fangbeschränkung. Das würde ja nun bedeuten, jeden Fingerling, den man aus Versehen fängt, totzuknüppeln und sich daraus zu Hause eine leckere "sinnvolle" Mahlzeit zu bereiten ...



Viele Grüße!


Achim
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Ungelesener Beitrag von hdidi »

Achim,
ich glaube, Du verdrehst da was.
In Absatz 8 steht doch drinn, daß gefangene Fische nur dann ausgesetzt werden dürfen, wenn es dem Hegeziel oder dem Naturschutz "übereinstimmt".

Sonst wäre ja dem Spaß- und Sportangeln, daß schon seit Jahrzehnten verboten ist wieder tor und Türe geöffnet.

Vielleicht verdreh es aber auch ich :roll:
Grüsse aus Roding
Dieter
Hardy

Re: Sterblichkeitsrate bei der Entnahme

Ungelesener Beitrag von Hardy »

Tom Doll hat geschrieben:Hi,

Ihr redet über die sterblichkeitsrate beim Zurücksetzen. Ich kenne die nicht, aber die bei der Entnahme von Fischen und dann ist sie bei 100%.


Gruß

Tom
moin

Das ist zwar so richtig, aber hier etwas aus dem Kontext gerissen.
Hier geht es um die Behauptung, reines C+R sei bestandsschonend. Und Fische zum Zwecke des Fotografierens aus dem Wasser heben sei unschädlich.
Das aber ist durch diese Studien und den darin festgestellten Mortalitätsraten wohl widerlegt.

Groetjes
Hardy

PS: Massige Fische entnehme ich eigentlich immer. Wohingegen ich maßige Fische nicht immer und überall mitnehme. 8)
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Ungelesener Beitrag von Maggov »

Hi Achim,
hi Dieter,

so wie ich das lese regelt Absatz 4 eine anderweitige Festsetzung von Beschränkungen und Maß und Absatz 8 die Ausnahmeregel für das Hegeziel.

Somit muss nicht jeder maßige Fisch entnommen werden - aber man muss dafür auch das Hegeziel kennen. Und das Argument ich möchte mehr Spaß haben oder mehr Geld verdienen greift da halt net so ganz.

Bei Euch beiden bin ich mir jedoch sicher, dass Ihr das sinnvoll handhabt ;)

LG

Markus
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hdidi
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Ungelesener Beitrag von hdidi »

Markus,
bin ich mir da auch ziemlich sicher und der Achim wohl auch ( ich meine die sinnvolle Handhabe ).
Ausserdem ist das eine interessante, auch schöne Art und Weise mit Achim zu diskutieren :wink:

Der Rest ist mein eigenes, ewiges Problem mit dem Beamtendeutsch... :oops:
Darum hatte ich das auch "hervorgegraben".
Grüsse aus Roding
Dieter
Norweeger
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Ungelesener Beitrag von Norweeger »

@Markus
Also das landen eines Fisches, indem man ihn am Unterkiefer mit den Fingern packt ist ebenso schädlich! Dadurch kommt es häufig zu Verletzungen (Brüchen) von Kieferknochen. Was ist wohl schädlicher, verletzte Schleimhaut oder gebrochner Kiefer?
Gruss Flo
...und ich spannte mein Cocktailschirmchen auf und schwebte davon...
Maggov
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Ungelesener Beitrag von Maggov »

Hallo Flo,

wenn Du mit dem Daumen und dem Zeigefinger den Fisch am Unterkiefer (im Wasser) hälst während Du den Haken löst liegt keinerlei Gewicht auf dem Kiefer. Bitte nicht mit dem Barschgriff (Daumen im Maul und raus mit dem Fisch) gleichsetzen - ich hebe den Fisch nicht aus dem Wasser. Das kam wohl über den die Zeilenabstände anders an...

LG

Markus
Norweeger
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Ungelesener Beitrag von Norweeger »

Dann ist ja gut! Hatte eben gedacht, dass du den Barschgriff anwendest. Da war hier in Norwegen mal ein kleiner Bericht in einer Angelzeitschrift, dass dadurch der Fisch erheblich verletzt werden kann...
...und ich spannte mein Cocktailschirmchen auf und schwebte davon...
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