Abstimmung Rute-Schnur

Fliegenwerfen - wie geht das eigentlich? Wie kann ich meine Leine effektiver ausbringen und Fehler ausmerzen? Was hat es mit den AFTMA-Klassen auf sich? Was sind Spezial- und Trickwürfe? Fragen über Fragen! Hier könnt Ihr Euch gegenseitig helfen.

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laverda
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Abstimmung Rute-Schnur

Ungelesener Beitrag von laverda »

Hi Flifis,
wir reden und empfehlen, diskutieren und berichten immer wieder über die "richtige" Abstimmung von Rute und Schnur.
Klar ist, man "fühlt" nach einiger Erfahrung recht individuell, ob die Abstimmung zur eigenen Werferei passt. Sicherlich kann man auch das passende Schnurgewicht durch Messung ermitteln.

Darum soll es hier weniger gehen, vielmehr die Frage:

Gibt es für euch halbwegs sichere Anzeichen ab wann ein ZUVIEL oder ZUWENIG an Schnurgewicht vorliegt und wie würdet ihr das beschreiben?
Ruten werfen Masse.........nicht Klasse
derflow
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Ungelesener Beitrag von derflow »

Hi !

...ist natürlich schwer was gefühltes zu beschreiben - ich versuchs trotzdem:

zu wenig Schnurgewicht: Die Rute lädt sich nicht richtig (biegt sich kaum) auf

zu viel Schnurgewicht: Die Rute biegt sich stark und man hat das Gefühl im Vorschwung arbeitet die Rute nicht mehr mit sondern "wartet" bis die Schnur abgeschossen ist und macht sich dann erst wieder gerade.....

...naja - habs versucht :D

Eine andere Idee: Wie wäre es einen Thread aufzumachen in den möglichst viele Ihre bevorzugten Ruten-Schnurkombinationen reinstellen....?
Gruß

Florian

zwei Hände sind besser als eine :-)
laverda
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Ungelesener Beitrag von laverda »

zu viel Schnurgewicht: Die Rute biegt sich stark und man hat das Gefühl im Vorschwung arbeitet die Rute nicht mehr mit sondern "wartet" bis die Schnur abgeschossen ist und macht sich dann erst wieder gerade.....

Das mit dem "Warten" der Rute ist klasse!

Hi Florian,
gerade weil es recht schwer zu beschreiben ist, sollten möglichst viele versuchen es zu beschreiben, dann kommt ein Gesamteindruck zustande, an dem man sich orientieren kann.
Ruten werfen Masse.........nicht Klasse
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Florian S.
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Ungelesener Beitrag von Florian S. »

Flo, is schwierig in Worte zu fassen. Hätte das aber ähnlich erklärt wie du. Wenn die Rute überladen wird braucht sie zu lange um wieder gerade zu werden, die gespeicherte Energie wird nicht mehr vollstädnig an die Schnur übertragen, der Wurf verhungert...
Gruß
Florian
derflow
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Ungelesener Beitrag von derflow »

der Wurf verhungert - finde Ich gut. Könnte vlt. ergänzend noch schreiben man hat das Gefühl man investiert bei einer zu schweren Schnur mehr Kraft in die Rute aber es kommt nix bei der Schnur an - der Wurf verhungert.
Gruß

Florian

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Thomas E.
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Ungelesener Beitrag von Thomas E. »

Ich werfe gerade bei den niedrigen Klassen im Vergleich recht leichte Schnüre, im Nahbereich biegt sie sich dann kaum, manchmal werfe ich nur mit 1m Schnur plus Vorfach außerhalb der Rute, am Bach auf Äsche- geht wunderbar ! :wink:
Zuletzt geändert von Thomas E. am 04.03.2010, 12:18, insgesamt 2-mal geändert.
Gruß
Thomas Ellerbrock
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Florian S.
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Ungelesener Beitrag von Florian S. »

Ich denke Werfen im Nahbereich ist kaum vergleichbar mit Distanzwürfen. Gerade auf große Distanz wird die Abstimmung von Rute und Schnur wichtiger. Im Nahbereich denke ich würde zum Werfen auch ein Stock ausreichen.
Je weiter ich raus will, umso mehr kommt es auf die optimale Aufladung der Rute beim Wurf an. Und das darf eben nicht zu wenig sein, aber auch nicht zu viel....
Gruß
Florian
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Thomas E.
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Ungelesener Beitrag von Thomas E. »

Hallo Florian S !

Ja, so denken viele...

Gemessen an der Gesamtenergie liegt die Energie, die allein aus der gespannten Rute kommt bei ca. 15 % (nach heutigem Stand).

Dieses noch verzögert, die Rute ist eben nicht nur "Flitzbogen."

R. Pragliola z. B. wirft mit, für uns ungewöhnlich abgestimmten Gerät (Rute 6- Schur Nr.2) erstaunlich weit und das ohne Doppelzug !

Im allgemeinen gilt: je besser die Technik, so geringer das Schnurgewicht ! :wink:
Gruß
Thomas Ellerbrock
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Kurt Zumbrunn
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Ungelesener Beitrag von Kurt Zumbrunn »

Hallo Thomas

Du hast absolut Recht mit Deiner Aussage. Es ist jedoch zu erwähnen, dass sich die "Pragliolische" Wurftechnik grundsätzlich zur herkömmlichen Wurftechnik unterscheidet. Bei der TLT-Technik, welche Pragliola so vorzüglich beherrscht, handelt es sich um etwas ganz Spezielles. Auch ich bin begeistert davon, bin mir aber bewusst, dass nur ganz Wenige in der Lage sind, diese Technik effektiv auch werfen zu können - leider gehöre auch ich nicht zu diesen Superkönnern. Hoffentlich bringt mein nun schon dritter Fortgeschrittenen-TLT-Kurs, welchen ich diesen Sommer absolvieren werde, Linderung für meinen Ehrgeiz .... :oops:
Geht man jedoch von der herkömmlichen Wurftechnik aus, spielt die Rutenladung eben schon eine wesentliche Rolle.
Das Ueber- bzw. das Unterladen der Rute wurde übrigens sehr gut von den Vorpostern beschrieben.
Meinn kleiner "Gefühlsbeitrag" dazu:
Bei überladener Rute hat man den Eindruck, dass diese schwächelt bzw. dass sie nicht den "Dampf" aufbringt, die Schnur anständig zu transportieren. Man getraut sich kaum, diese unter Druck zu setzen. Dies hat jedoch den Vorteil, dass man gezwungen wird sehr sanft zu laden.
Bei unterladener Rute kommt bei herkömmlicher Wurftechnik eben nichts aus der Rute raus und man kompensiert häufig mit Krafteinsatz.
Dies ist meiner Meinung nach übrigens auch der Grund, weshalb viele Leute recht harte und schnelle Fliegenruten bevorzugen - man darf mehr Kraft in den Wurf legen. Kraft geht aber häufig auf Kosten von Gefühl!
Es ist erstaunlich, wie man sich werferisch verändern (hoffentlich auch weiter entwickeln) kann, wenn man den Rutentyp ab und zu wechselt.
Dank dem Umstand, dass ich die Ruten selber baue, werfe ich des öfteren mit sehr unterschiedlichen Ruten - ich meine das dies sehr gut tut. :wink:
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Trockenfliegen- und Bambuspurist
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Thomas E.
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Ungelesener Beitrag von Thomas E. »

Ja, Kurt
und TLT richtig kann eigentlich nur Roberto....seine "Kollegen" sind da weit von entfernt.
Bei weitem nichts für Jeden und für spezielle Situationen !

Überladen- verlangt viel Gefühl, Unterladen- ja, man "darf" mehr Kraft in den Wurf legen, man muß es aber garnicht, wenn man sich entsprechend umstellt.
Ich werfe gern mal mit der Spitze einer kräftigen Spinnrute....

Ein Wechsel des Schnurgewichtes ist mal ganz interessant, der gute Werfer stellt sich schnell darauf ein.
Denn die Aussage: "Harte und schnelle Ruten"....ist ja auch eine Sache der Abstimmung (Wurfgewicht !).
Ich wundere mich oft über FF, die gerade eine "schnelle Rute" auswählen und dann diesen Effekt mit einer zu schweren Schnur wieder aufheben.

Bei vornehmlich Roll- Switchcasts... sieht es mit der Abstimmung wieder noch anders aus...auch die ideale Aktion dafür.
Zuletzt geändert von Thomas E. am 04.03.2010, 09:19, insgesamt 2-mal geändert.
Gruß
Thomas Ellerbrock
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gespliesste
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Ungelesener Beitrag von gespliesste »

Hallo,
Thomas E. hat geschrieben: Überladen- verlangt viel Gefühl, Unterladen- ja, man "darf" mehr Kraft in den Wurf legen ...
Wenn die Schnur zu leicht für die Rute ist braucht man eine gute Technik um sie noch rauszubringen (als extrem kann ma sich vorstellen Spinnweben zu werfen). Anfängern liegen nach meiner Erfahrung eher schwere Keulen an schnellen Ruten. Da braucht es auf kurze bis mittlere Distanz bedingt durch das Gewicht nicht so viel Gefühl ... und es verzeiht in dieser Konstellation eine Menge Fehler in der Wurfdynamik.

Ist meiner Meinung nach einer der wesentlichen Gründe für den Erfolg von WF-Schnüren und schnellen Rutenaktionen der letzen Jahre.

LG,

Olaf
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"When fishing becomes a competition it gets worse than work ... " - Charles Ritz
Bernd Ziesche

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.
Zuletzt geändert von Bernd Ziesche am 28.07.2013, 23:01, insgesamt 1-mal geändert.
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Florian S.
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Ungelesener Beitrag von Florian S. »

Demnach ist "überladen" oft das größere Übel.
Das sehe ich genau so. Schließlich ist man ja regelmäßig gezwungen eine unterladene Rute zu werfen. Man hat die Schnur bis auf ca. 1,5-2m eingestrippt, und bevor man wieder schießen lassen kann muss man ja die Keule (oder die entsprechende Länge bei einer DT) ausbringen, bevor die Rute wieder in dem von dir angesprochenen Bereich ihre Aktion entfaltet, der es einem erlaubt, die Kraftreserven des Blanks zu nutzen.
Ich denke so kann jeder nachvollziehen, dass es kein allzu großes Problem ist eine unterladene Rute zu werfen.
Versucht man hingegen zu viel Schnur in der Luft zu halten (gilt vor allem für die DT) nimmt das Gewicht mit unter soweit zu dass die Rute überladen wird.
Bei der WF kommt hinzu, dass die dünne RL (mir zumindest) nicht erlaubt mehr als den Kopf auszuspielen (um dann schießen zu lassen) ohne dass der Wurf zusammenbricht. Ich denke das liegt dadran dass die Kraft über die dünne RL nicht auf den dickeren Kopf übertragen wird.
So lässt sich bei der WF, anders al bei der DT, das Gewicht nicht durch ausspielen weiterer Schnur erhöhen, bis man merkt, nun arbeitet die Rute vernünftig. Man ist vielmehr dadrauf angewiesen dass die Rute bei der kompletten Keule vor dem Spitzenring optimal arbeitet. Hier ist, um nun auf's Ursprungsthema zurückzukommen, eine gute Abstimmung hilfreich und notwendig.
Was im einzelen die richtige Abstimmung ist liegt sicherlich am Können, an der Wurftechnik und an persönlichen Präferenzen.
Gruß
Florian
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