Gewässergestaltung

Hier geht es um wichtige Belange wie Naturschutz, sinnvolle Gewässer-Bewirtschaftung, schonender Umgang mit Umwelt und Kreatur, Ärgernisse (Schlagthemen) wie Klein-Wasserkraft & Kormoran und Rechtliches.

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delsol
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Gewässergestaltung

Ungelesener Beitrag von delsol »

Guten Tag

Es handelt sich um mein Hausgewässer die Ruhr in Schwerte. Dieser Fluss ist bei uns ca. 15m durchgehend breit und ist an an den Stellen wo ich was verändern möchte um die 0,60m- 1,20m tief.

Geschichte:
Die Kormoranplage ist jedem bekannt und sind uns alle einig das uns der Schutz der Fische sehr wichtig ist. Ich durfte mir anhören das der Besatz nun nicht mehr in den Hauptfluss gesetzt werden sondern in die Nebenbäche (z.B. ein Nebenbach (2m breit 20-30cm tief) ist recht gut im Fischbestand).
Das soll dazu führen das der Kormoran nicht mehr so gut an die Fische kommt. Begründung der Kormoran kann dort schlecht tauchen.

Tatsache:
Da es bei uns eher mäßig mit der Unterwasserbepflanzung und der Schutz von Bäumen und Büschen ist hat der Kormoran leichtes Spiel.
Es gibt bei uns ein Kanuverein und dort wurden Steinaufbauten ins Wasser gebaut (50m). Das Wasser hat an dieser Stelle unterschieliche Flließgeschwindigkeiten und ist dort schwieriger für den Kormoran zu bejagen.

Vorhaben:
Diese Aufbauten würde ich gerne 250m weiter führen.
(Bei meinem Verein (Vorsitzenden) laufe ich damit nur gegen eine Wand)

Meine frage wäre hat jemand erfahrungen damit oder gibt es bessere vorschläge?

Gruß Thomas
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Cuchulainn
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Ungelesener Beitrag von Cuchulainn »

Hi Thomas,
Erst ma find ich richtig gut, dass du versuchst, was zu verändern!! Denn schon daran scheiterts oft.

Wie siehts denn mit der Uferstruktur aus? Wäre (hängt auch von evtl Überschwemmungen ab) Weidenbepflanzung eine Idee? Geht relativ schnell und ist billig. Macht die Befischung aber auch nicht einfacher und dauert auch seine Zeit, bis es wirkt.

Grundsätzlich machen zusätzliche Strukturen immer Sinn. Am Regen zeigen sich Tendenzen, dass gerade große Fische im sehr flachen Wasser stehen, wo der Kormo auch nicht hinkann. Ist aber sehr aufwändig.

Verwirbelungen im Wasser kriegtse auch durch Einsetzen von großen Blocksteinen. Geht auch mit irgendwelchen richtig großen Betonbrocken. Bagger wird aber nötig sein. Auch die Variante mit Baumstümpfen oder -stämmen wäre denkbar. (Ich liebe Totholz :D )

Besatz in Nebengewässern macht nur Sinn für die ersten Tage, in denen die Besatzforellen noch richtig "deppert" sind. Dann aber werden sie wegen dem Konkurrenzdruck wieder in den größeren Bach abwandern.

Vielleicht konnte ich dir ein paar Denkanstöße geben.
Viele Grüße
Martin
Gründungsmitglied der Gesellschaft zum Schutz der Nassfliege n.e.V.
Seeadler
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Steinaufbauten

Ungelesener Beitrag von Seeadler »

Hallo,

ich würde gern wissen was du unter Steinaufbauten genau verstehst? Einzelne, große Blocksteine im Wasser, Steinpackungen am Ufer, etc...?

Und zu welchem Zweck sind sie an der Kanuten-Strecke? Renaturierung, Flussverbauung, oder zu speziellen Kanuzwecken?

MfG
Daniel
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Rattensack
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Ungelesener Beitrag von Rattensack »

Hallo Thomas,

Revitalisierungen sind mein tägliches Brot. Ich fürchte mit den Steinbauten meinst du Querriegel bzw. Rampen.
Die sind kontraproduktiv. Sie führen zu einem Rückstau, in dem der Kormoran besonders gut jagen kann und der schlechte Lebensbedingungen für Fließgewässerorganismen mit sich bringt. Außerdem kann der Vogel dann die Fische gut vor der Rampe zusammentreiben.

Steineinbauten haben in Flüssen, wo sie von Natur aus nicht vorkommen, nichts verloren.

Totholz ist viel besser, weil natürlicher, es hat eine hohe innere Oberfläche und Fische können da rein flüchten und sind geschützt.
Möglichst dicke Pakete, wechselseitig am Ufer eingebaut.

Hände weg von Querbauten über die gesamte Breite. Ist ein häufiges Missverständnis der Fischer, dass die für ein Fließgewässer gut sein sollten.

Clemens
A curious thing happens when fish stocks decline: People who aren't aware of the old levels accept the new ones as normal. Over generations, societies adjust expectations downward .. (Kennedy Warne)
Seeadler
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Steinaufbauten

Ungelesener Beitrag von Seeadler »

@Rattensack

Das war nämlich auch meine Befürchtung, deswegen die Frage. "Steinaufbauten" hört sich nämlich so gar nicht nach renaturierung des gewässers, sondern im gegenteil nach verbauung an!

Ich würde auch dringend (!) davon abraten, diese Verbauungen noch weiter voranzutreiben! eine renaturierung müsste, wenn schon, denn schon, angestrebt werden. Und die sieht mit sicherheit anders aus (stichwort totholz, verschiedene Fließgeschwindigkeiten, natürliche Gewässerstrukturen etc.)

Ich kann mir auch nicht vorstellen dass Steinaufbauten dieser Art irgendeinen Schutz gegen den Kormoran bedeuten, im Gegenteil.

MfG
Daniel
delsol
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Ungelesener Beitrag von delsol »

Guten Tag zusammen

Danke das ihr mir helfen wollt! Die Links finde ich echt gut danke!
Also ich habe mir das so vor gestellt das die Steine aus einem Steinbruck kommen und Naturstein finde ich schon sinnvoll. Mein vorhaben besteht darin kleine Inseln ins Wasser zu bauen und dadrin können kleineren Organismen unterschlupf finden wie auch brut von Fischen. Es soll das Wasser nicht aufhalten. Die Ruhigen Zonen hinter den Inseln sollten auch nicht all zu groß sein damit ein Einblick von Oben nicht die Fische verrät.
Die Idee mit dem Totholz finde ich klasse nur die verankerung ist eine teure angelegenheit wegen dem Funderment und dem großen Kran.
Meine Steine die ich mir vorstelle sollten nur so schwer sein das 1 Stein von max. 1 bis 2 Leute getragen werden kann.
Ich habe mal eine sollche kleine Insel gebaut und die Steine habe ich alle alleine bewegt. Sie steht immernoch. Wenn bei uns das Schmelzwasser durch ist stelle ich mal ein paar Bilder rein um euch eine Bildliche Vorstellung geben zu können.
Wenn die Bilder da sind könnte man auch über eine Weidenbepflanzung diskutieren ob das eine Option wäre. :wink:

Gruß Thomas
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