Forellen nach Sonnenuntergang

Hier gehts rund um den Fisch. Besonderheiten, spezielle Techniken und Köderwahl auf unterschiedliche Fischarten, u.s.w.

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gezz
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Forellen nach Sonnenuntergang

Ungelesener Beitrag von gezz »

Hallo,

letztes Wochenende habe ich bis kurz nach Sonnenuntergang gefischt und meine erste Forelle am Fließgewässer im Dunkeln gefangen (http://flybei.wordpress.com/2010/10/14/ ... t-munkeln/). Im niederländischen Ostvoorne waren morgens früh und abends spät auch sehr gute Zeiten.

Wie sind Eure Erfahrungen bei der Forellenpirsch ohne Sonne? Welche Taktiken wendet ihr an? Welche Muster?

Gruß
Alex
I am haunted by waters.
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Frank.
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Ungelesener Beitrag von Frank. »

Lieber Alex,

eine helle, große Rehhaar-Fliege, ordentlich auf das Wasser geplatscht - das ist im Dunkeln immer wieder einen Versuch wert! Auch ein ordentliches Scating der Fliege kann überraschende Wirkung zeigen, Dreggen auf Teufel komm' raus. Meiner Erfahrung nach eben kein "Munkeln" im Dunkeln, sondern eher etwas mächtig Auffälliges.

Dein Frank
Das sind Deine Beobachtungen, mein Lieber, andere haben andere Beobachtungen gemacht.
Franz Kafka
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dreampike
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Ungelesener Beitrag von dreampike »

Hi,
in Neuseeland fischt man nachts sehr erfolgreich hauptsächlich mit großen, schwarzen Streamern. Je dunkler, desto besser. Sowohl auf Regenbogenforellen als auch auf Bachforellen. Bei uns habe ich das noch nicht ausprobieren können, da zumindest hier in Bayern ein Nachtfischverbot besteht (außer auf Aal und Aalrutte). Sehr schade, da nicht nur Forellen, sondern auch Hechte und vor allem Huchen bei uns nachtaktiv sind. Gerade in stark befischten Gewässern wäre das ein gute Chance! Und Spaß macht es auch noch.
Wolfgang aus Ismaning
Magallan

Ungelesener Beitrag von Magallan »

Alex

Wenn dich die nach "Sonnenuntergangs Fischerei" gepackt hat empfehle ich dir Schwarze Wolly- Bugger, aber nicht gebunden auf langschenkeligen Haken ! Damit dürften Fehlbisse gegen Null gehen und Aussteiger solltest du auch nicht befürchten ! Schwarze Wolly Bugger gefischt an einem normalen Mono, spar Dir Dein Teures verjüngendes Vorfach, hat keinen Stellenwert Nachts ! Jetzt muss ich aber aufpassen was ich schreibe :roll: Diese Fliegen/ Schnur Kombination fischen wir an den gewaltigen Seen wenn kein Tageslicht mehr vorhanden, selbstverständlich catch & release, und ausserhalb der Nationalparks Argentiniens und Chiles.

Gruss Heiko
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Daniel1983
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Ungelesener Beitrag von Daniel1983 »

Hey,

ich fische bei uns im Sommer eigentlich immer regelmäßig bis in die Dunkelheit rein, allerdings nur mit der Trockenfliege! Für mich mit die schönste Fischerei, allerdings ist das auch sehr viel Gefühlssache... eine gute Sichtfliege auch bei kleinen Fliegen ist unentbehrlich. Meistens schlag ich dann nach Gefühl sahte an, wenn der Fisch auch nur ungefähr in dem Bereich steigt wo ich meine Fliege vermute, gerade im Dunkeln trauen sich auch mal die richtig dicken Brownis aus ihrem Unterstand raus.
Zugegeben in völliger Dunkelheit wenn kein Mond scheint wirds schwierig mit der Trockenen :wink:

Gruß
TL Daniel
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Frank.
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Ungelesener Beitrag von Frank. »

Nur mal am Rande: Wolfgang und Heiko haben absolut Recht - der "Kleine Schwarze" ist im Dunkeln (und auch bei stark eingetrübtem Wasser!) ein echter Brüller. Ich persönlich empfinde die große, helle Trockene im Dunkeln als eine extrem aufregende Art des Fischens, aber von der Effektivität her ist der WB wahrscheinlich noch höher anzusiedeln.

Dein Frank
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Franz Kafka
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greypanther
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Ungelesener Beitrag von greypanther »

Hi Alex,

ich hatte über viele Jahre die Gelegenheit einen Lachsfluss in den Hochsommermonaten bei Niedrigwasser auf Forellen zu befischen. Das war wirklich erfolgreich nur nachts möglich. Der absolute Knaller dabei war eine Kombi aus Hare's Ear Nymphe am Ende und ein oder zwei Springer besetzt mit Spider-Mustern.
Man sollte nicht glauben, dass die Forellen in nahezu kompletter Dunkelheit diese kleinen Fliegen sehen und in der schnellen Strömung auch noch abfangen konnten. Diese Methode funktioniert hervorragend, wenn man das Gewässer bewaten und auf kurze Wurfdistanz befischen kann. Stirnlampe o.ä. ist von großer Hilfe (natürlich nicht ins Wasser leuchten damit!). Es ist schon erstaunlich, welch gute Fische sich auf diese Art und Weise fangen lassen, während unter Tage nur kleine Parr und Miniforellen an den Haken gehen.

Sehr spannend ist auch die traditionelle Methode des "Bustard"-Fischens (nicht Bastard!). Bustard ist die alte englische Bezeichnung für Eule. Der Name bezieht sich sowohl auf die Tageszeit in der gefischt wird (nachts, wenn die Eulen aktiv sind. Allerdings sind es eher die Fledermäuse, die auch noch eine Vorliebe für die durch die Luft schwirrenden Kunstfliegen entwickeln) als auch auf die verwendeten Fliegen, die mit Schwingen aus Eulenfedern gebunden werden.
Die Bustard-Fliege wird an der Schwimmschnur und stabilem Vorfach schräg stromab in die Dunkelheit geworfen und dann langsam zurück gearbeitet, sehr ähnlich der "Down-And-Across"-Methode, die beim Lachsangeln Standard ist. Die Bisse sind sensationell. Und es sind oft nicht die kleinsten Fische, die bei dieser Methode die Fliege nehmen.
Gruß
Klaus


"Man kann nicht zweimal in den selben Fluss steigen"
Platon (panta rhei)
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