Schusskopf vs WF

Fliegenwerfen - wie geht das eigentlich? Wie kann ich meine Leine effektiver ausbringen und Fehler ausmerzen? Was hat es mit den AFTMA-Klassen auf sich? Was sind Spezial- und Trickwürfe? Fragen über Fragen! Hier könnt Ihr Euch gegenseitig helfen.

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laverda
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Schusskopf vs WF

Ungelesener Beitrag von laverda »

Hi Flifis,
ich bräuchte mal eure Hilfe:

Ich habe Vergleichswürfe mit einer WF und einem Schusskopf unternommen.
Die WF bringe ich schön gestreckt auf gesamter Länge (~25m) auf die Wiese, Schusslänge beim "Abfeuern" ~12m.
Den Schusskopf, geschnippelte DT, gleiche Länge und Gewicht (16gr/10m) wie die WF-Keule nur eben ohne Rear Taper gestreckt nur gut 20m, weil die Schlaufe bei höherer Weite auf den letzten Metern im Spitzenbereich zusammenbricht.

Klar ist, dass meine Runningline beim Schusskopf erheblich leichter ist als bei der WF, weniger Widerstand verursacht, der "Unterzug" weniger ausgeprägt ist und somit das Ausrollen der letzten Meter der Schlaufe erschwert.

Um hier Abhilfe zu schaffen, fallen mir spontan folgende Möglichkeiten ein:

1. Runningline durch die Hand schießen lassen und damit den Widerstand leicht erhöhen. Habe ich versucht, klappt auch so halbwegs, nur bei dem geringsten zusätzlichen Widerstand gerät der Wurf eben recht kurz. Funktioniert auf der Wiese kaum aber bis zum Bauch im Wasser mit Schnurkorb, Wind im Gesicht?????????

2. Ein Reartaper am Schusskopf anbringen.

3. Schwerere Runningline verwenden.

Vielleicht könnte mir einer der "Schusskopfprofis" einen Tipp geben, bevor ich mühsam alle Alternativen durchteste und es doch noch weitere Ursachen gibt.

Gruß vom platten Niederrhein
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Maqua
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Ungelesener Beitrag von Maqua »

Hi Laverda, Troutcontrol bietet Runninglines mit Taper an, für Schussköpfe denen ein Reartaper fehlt.

Du musst dann allerdings das Gewicht des Tapers zum Kopf dazurechnen, also den Kopf etwas leichter nehmen.


Gruss Manni
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Ulf
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Ungelesener Beitrag von Ulf »

Hi,

Meiner Meinung nach hat der Reartaper weniger etwas mit dem Abrollen als mit dem ruhigen Flug zu tun.
Dass die WF sauber abrollt hat etwas damit zu tun, dass die Runningline mehr Widerstand bietet, und somit das abrollen begünstigt, und evtl vom Taperaufbau einen längeren Fronttaper hat.
ICh gehe einfach mal davon aus, dass du evtl. eine Monoshootingline benutzt und die abgeschnittene DT einen Fronttaper von 2-3m hat. Könnte zu kurz sein. Versuch einen Schusskopf mit einem längeren Fronttaper.

Geht es dir beim Schusskopf darum, um flexibel zu sein, und auf Situationen reagieren zu können, ohne die Spule zu wechseln? Denn um Weite kann es nicht gehen, sonst würdest du bei der WF bleiben. Nimm eine Runningline mit Coating, die etwas mehr widerstand bietet.

VIELLEICHT ist der schusskopf auch etwas zu leicht? Mir kam es so vor dass meine Köpfe ruhiger flogen, wenn sie etwas scherer waren, und ich nicht so ruppen musste, um die Rute richtig zu laden? Alles eine Frage der Technik.

Mitlerweile bin ich wieder bei einer WF, weil mir der ruhigere Flug und das saubere Ablegen wichtiger sind als vielleicht 5 Meter mehr, denn ich war es leid noch mehr Köpfe zu kaufen.
und wieder ein Schnacker weniger.
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Tobsn
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Ungelesener Beitrag von Tobsn »

Moin,

nicht dass ich der Wurfexperte wäre, aber wenn mache es immer so, das ich nur so viel Runningline außerhalb der Rolle habe, wie ich werfen kann. Wenn der Schusskopf als fliegt, wird er am Ende des Wurfes abgestoppt und somit legt sich die Schnur gestreckt ab...

T
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Maggov
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Ungelesener Beitrag von Maggov »

Hallo Laverda,

ich bin kein Schußkopfexperte und hatte das gleiche Problem wie Du, dass der Schußkopf zusammenfällt.

Das Feedback des Instructors der mir das beibringen wollte war dass ich mit zu viel Kraft und/oder zu impulslastig geworfen habe. Vielleicht ist das einen Versuch wert - einfach mal etwas weniger Power rein zu legen.

Viele Grüsse und v.a. viel Erfolg

Markus
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Thomas E.
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Ungelesener Beitrag von Thomas E. »

"Göran Andersson" hält ein Rear Taper für völlig überflüssig, sieht es als einen (unnötigenden) Teil des Kopfes/Keule.
An seinen Schnüren gibt es diesen Teil nicht und an einem sauberen Flug seiner Schnüre gibt es wohl keinen Zweifel, wer ihn mal gesehen hat.
Ich konnte auch nie einen Nachteil feststellen.
Was sollte auch eine Rückverjüngung von z.B. 180cm an "Flugstabilität" o.ä. bringen, bei folgendem Schießenlassen von 15-20 Metern recht dünner Schußschnur ?!
Der richtige "Überhang", d.h. die Länge zwischen Schußkopfende und Rutenspitze ist allerdings für einen sauberen "Abschuß" sehr wichtig !!!
Allerdings ist die Verwendung einer entsprechend dicken/schweren Runnigline zur sauberen Entfaltung und Streckung der Schnur wichtig, immer in Relation zum Kopfgewicht und auch der Länge.
Ebenfalls kann bei Verwendung von halben bzw. eingekürzten DTs als Kopf die Frontverjüngung eher mal zu lang sein, bei mir ist sie im Normalfall 1,5m !
Im Castingsport gab es früher spezielle Leinen für Rückenwind mit langer Frontverjüngung, die "segelten" schön, bei Gegenwind wurde eine kurze Verjüngung gewählt.
Hier werden ja im Verhältnis zum Kopfgewicht (ca. 40g Einhand, 100g Zweihand) sehr dünne/leichte Schußschnüre verwendet, eine Instabilität ist in der Luft schön zu sehen, allerdings wird nur die entsprechende Länge Schußschnur von der Rolle abgezogen, oft sorgt der Energieüberschuß dann noch für ein paar Umdrehungen der Rolle ! Da tastet man sich langsam heran, wie auch für die Praxis am Wasser sinnvoll.
Ich bin von den super dünnen Running Lines aus Mono längst wieder abgekommen !
Für ein Kopfgewicht von 12- 17g nehme ich z.B. eine normalbeschichtete
Running Line in 0,029 inch.
Zuletzt geändert von Thomas E. am 16.11.2010, 08:42, insgesamt 2-mal geändert.
Gruß
Thomas Ellerbrock
laverda
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Ungelesener Beitrag von laverda »

Hi zusammen, danke erstmal für die Rückmeldungen :smt039

Mir geht es in erster Linie darum, am Wasser flexibel zu sein, insbesondere flott zwischen Floating, Intermediat und Slow Sinking wechseln zu können.
Die verwendete Running Line hat eine geflochtene Seele mit sehr dünnem Coating.

Auf das zusätzliche Rear Taper bin ich gekommen, weil ich den Kopf vor Zugunterstützung gut 1,5m vor dem Spitzenring habe und ich denke, dass ein fließender Übergang zum dicken Kopf beim Zug die Bildung einer schön engen Schlaufe deutlich unterstützt und die Leine dadurch eine höhere Abrollgeschwindigkeit erreicht und sich am Ende besser streckt. Beim abrupten Übergang muss ich mit der fast masselosen dünnen Runningline das dicke, steifere Kopfende abrupt in eine Schlaufe zwingen.

Den Flug des Kopfes zum Ende hin bremsen oder stoppen funktioniert ganz gut, ich würde es aber gerne lernen, den Schusskopf so sauber wie die WF zu werfen, zumal noch ein paar andere Ruten auf ein Schusskopf-Set Up warten. Und bevor ich jetzt Kilometer von DT Schnüren zerschnippel, würde ich ganz gerne ein wenig Fehlersuche betreiben. Mit dieser habe ich angefangen, weil alles so schön vergleichbar vorliegt.

Das Kopfgewicht stimmt mit der WF Keule überein, das Front Taper des Kopfes ist aber tatsächlich ein wenig kürzer als das der WF.

Kraft aus dem Wurf nehmen ist immer gut, das hab ich in letzter Zeit auch fleißig geübt, klappt auch richtig gut. Ich befürchte, dass bei noch weniger Kraft der Schusskopf bereits über dem Spitzenring verhungern würde.
Bei der WF klappt es auch sehr entspannt und kraftlos.

Es scheint mir fast so, dass sich hier wahrscheinlich mehrere "Störfaktoren" überlagern.

@Thomas: Unsere Beiträge haben sich etwas überlagert.
Du schreibst, dass der "Überhang", die "freie Länge" der Runningline vor Spitzenring beim Wurf sehr wichtig ist. Könnte es genau deshalb nicht doch hilfreich sein, ein Rear Taper zu haben? Dadurch hätte man schließlich ggf. etwas Spielraum bezüglich dieser Länge zwischen Spitzenring und Schusskopf?!?
Es ist sehr deutlich zu sehen, dass bei zu großer "freier Länge" bzw zu kurzem Zug sich keine enge Schlaufe bilden kann. Die besten Ergebnisse habe ich erzielt, wenn ich den Zug bis deutlich über den Stopp hinaus ausführe also mit dem Zug der Hand die Schlaufenbildung aktiv unterstütze.
Natürlich möchte ich keinen Göran Andersson in Frage stellen, nur kann der bestimmt sehr viel besser werfen als ich.

Gruß vom platten Niederrhein
Zuletzt geändert von laverda am 15.11.2010, 20:44, insgesamt 2-mal geändert.
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Thomas E.
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Ungelesener Beitrag von Thomas E. »

Hallo Laverda,

gerade ein gewisser Überhang dünner Running Line, die ruhig parallel sein darf, bewirkt die super enge Schlaufe !
Ein schon zuviel an Überhang bewirkt, das sich Ober-und Unterschnur fast/bereits berühren ! Probiere es lieber mal ohne Doppelzug.
Ziehe Dein Schußkopfende mal bis zum Spitzenring und Du siehst den Unterschied. Die Schlaufe ist größer.
Die Länge des Überhanges hängt von verschiedenen Faktoren ab, von z.B. der Kopflänge, dem Profil und der Technik.
Bei z.B. halben Dts (ca.15m-16m) als Kopf darf der Überhang größer sein.
Das ist Gefühlssache, zu wenig und der Wurf geht nicht so weit, zuviel und der Abschuß ist unsauber.
Das sieht/merkt man aber schon bei den Leerwürfen.
Natürlich gewinnt man mit einem Reartaper etwas Spielraum, wenn man es denn braucht...sollte aber mit etwas Übung nicht nötig sein.
Übrigens stören z.B. 10cm große Schlaufenverbindungen zum Erstaunen Vieler überhaupt nicht, da in der Schnur hauptsächlich Zugkräfte wirken.
Zuletzt geändert von Thomas E. am 16.11.2010, 08:57, insgesamt 2-mal geändert.
Gruß
Thomas Ellerbrock
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Ungelesener Beitrag von laverda »

Hi Thomas,
du hast mir einen großen Schritt weiter geholfen.

Gerade hab ich mal in meinem Schrank gestöbert und noch den Rest einer alten "geköpften" 8er WF gefunden, auf deren Kopfseite noch etwas vom Taper über ist.
Die werde ich als Runningline mal vom getaperten und dann vom dünnen Ende her drantüddeln und werfen. Ich vermute, dass es wirklich zum größten Teil an der zu leichten Runningline liegt (und ein wenig mehr Übung).

Gruß vom platten Niederrhein :smt006
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Thotty
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Ungelesener Beitrag von Thotty »

huhu Laverda,

mein lieblingsschlingel...

man muss sich natürlich im klaren darüber sein, dass ein SK nicht die wurf-performance
bietet wie eine vollschnur. denn sonst würden wir ja alle nur vollschnüre fischen. iss klar, oder ?
ein gut geworfener SK fliegt aber nun einfach weiter als die volle leine.

versuch mal zwei tricks beim werfen mit dem SK:

nr.1: haste schon selbst geschrieben, das einbremsen der leine im wurf, um das abrollen
zu verbessern. wenn der SK sammt vorfach und fliege "auf einem haufen" landet, kannst
du den sogenannten "triple haul" am ende des wurfes machen.

nr.2: du kannst den abschußwinkel im vergleich zur vollleine höher wählen.

grüße
Thorsten
- dry or die -
laverda
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Ungelesener Beitrag von laverda »

Hi Thotty, alter fleischgewordener Popeye der Petri-Jüngerschaft!!!!!! :shock:

Genau den Performance-Unterschied wollte ich unter die Lupe nehmen mit diesen Vergleichswürfen. Da der Schusskopf weiter fliegen sollte als die WF muss ich nun nach DER Lösung suchen. Es ist ja auch nicht so, dass der mir total zusammenbricht, aber die letzten 2-3m bei Würfen über 20m sind halt nicht so sauber wie bei der WF.

Nicht, dass Weitwürfe das A und O der Fischerei wären aber wenn ich die 25+ unter Normalbedingungen löcker gestreckt legen kann, sind die 15-20 unter widrigen Umständen erheblich entspannter und vor allem exakter.

Das ganze erstmal mit meinem Lieblingsstecken gründlich erforschen, dann kommen die "Neubauten" dran sowie die fertig sind.

Gruß vom platten Niederrhein
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Bernd Ziesche

Ungelesener Beitrag von Bernd Ziesche »

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