Tiefenmesser Hobelform

Hier treffen sich die wahren Handwerker unserer Zunft. Gibt es eine schönere Fischerei, als mit einer Selbstgebauten - ob nun Gespließte, Kohlefaserrute oder Eigenbaurolle? Geizt nicht mit Euren Ratschlägen.

Moderatoren: Forstie, Maggov, Olaf Kurth, Michael.

Bach
Beiträge: 84
Registriert: 12.11.2008, 10:52
Danksagung erhalten: 3 Mal

Tiefenmesser Hobelform

Ungelesener Beitrag von Bach »

Liebe Kollegen

Die Messuhr mit der konischen 60° Spitze als Instrument für die Tiefenmessung ist bekannt. Nun hab ich schon vor sehr langer Zeit die Variante mit der Kugel in der V Nut, als Messunterstützung gesehen. Weiss aber nicht mehr wo. Jetzt kam mir folgender Beitrag in die Finger: http://members.shaw.ca/pisces45/Tools_Methods.htm. Die zylindrischen Stäbchen faszinieren mich, ist damit ja die Messung nicht nur an genau einem Punkt, sondern je nach Länge der Stäbe, über mehrer mm oder cm, je nach Wunsch möglich. Finde das gut und will es probieren.
Frage: Wie rechnet man denn die Werte genau um, auf den jeweiligen Stabdurchmesser bezogen? War bereits länger nicht im Matheunterricht und bin desshalb auf dem Gebiet etwas schwach.

Danke an alle Mathe Halb- und Vollprofis.

Gruss von Werner
Benutzeravatar
tea stick
Beiträge: 729
Registriert: 09.01.2009, 23:06
Wohnort: an der Nahe
Hat sich bedankt: 35 Mal
Danksagung erhalten: 84 Mal

Ungelesener Beitrag von tea stick »

Lieber Werner,

ich fühle mich als Kollege und nicht als Mathe-Halb-Profi, schon garnicht als Voll-Profi angesprochen und frage mich, und jetzt auch Dich: Was willst Du mit der "Stäbchenmessung" erreichen? Die Kegelmessung ist ebenso wie die Kugelmessung eine Punktmessung; mit der "Stäbchenmessung" aber kannst Du nur eine Bereichsmessung (Stäbchenlänge) vornehmen, die aber für das Einstellen der Hobelform - so, wie ich es sehe - garnichts bringt, nicht einmal die exakte Tiefe in den gemessenen Stationen. Wenn unterschiedliche Tiefen vorliegen, dann erhältst Du nur eine geglättete Messung, ausgehend von Mindesttiefen. Die Nut der Hobelform sollte ja bei der Herstellung so sorgfältig gefräst sein, daß Toleranzen verschwindend gering sind. Und da reicht doch die Punktmessung völlig aus. Für den Fall, daß eine Nuttiefe über die ganze Nutlänge gleich sein soll, würde die "Stäbchenmessung" Sinn machen, weil Abweichungen in der Tiefe festgestellt werden können, auch wenn nur im Stäbchenlängen-Abstand gemessen wird. Und zum exakten Lokalisieren der Toleranzen wirst Du auch da wieder zur Punktmessung übergehen müssen.
Tut mir leid, ich kann es nicht mathematisch ausdrücken!
LG
Freimut
TL!
Breiflabb
Beiträge: 163
Registriert: 15.10.2008, 19:33
Wohnort: Berlin

Ungelesener Beitrag von Breiflabb »

Hallo Werner,
meintest Du die Lehre zum Einstellen der Tiefenmessuhr von D. Hoda dann schau hier.
http://hoda-bamboo-rods.ch/tiefenmesslehre.htm
Gruß Udo
Bach
Beiträge: 84
Registriert: 12.11.2008, 10:52
Danksagung erhalten: 3 Mal

Ungelesener Beitrag von Bach »

Danke Udo und Freimut

Meine Hobelform ist wie bei thomaspenrose.com beschrieben, selbst gefräst. War viiiiiiiiiiel Arbeit am Schluss mit der Dreikantfeile von Hand.

Bin als Nichtprofirutenbauer mit dem Ergebnis trotzdem zufrieden. Nur kann man so gewisse Unebenheiten in der Nut, punktuell vielleicht übersehen haben. Desshalb dachte ich an die "Bereichsmessung" über einige cm um, wie du schreibst, quasi eine Glättung der Werte somit erreicht wird. Vermutlich macht es nicht viel aus, aber wenn schon die Hobelformnut nicht CNC 100%ig sauber gefräst ist, wollte ich so noch eine Idee an Genauigkeit herausholen.

Die Messlehre und Formel von Daniel ist gut und hab ich gleich für die Eichung der Messuhr genommen. Hat super funktiniert. Wie wende ich nun einfach diese Formel für die Tiefenberechnung der einzelnen Stationen an?

Sorry, über 50 ist das nicht mehr so mit der mathematischen Denkleistung.

Danke schon im Voraus für den finalen Tip in dieser Angelegenheit.

Gruss vom Werner
palakona
Beiträge: 297
Registriert: 29.09.2006, 09:37

Messen!

Ungelesener Beitrag von palakona »

Hallo!
Letztlich sollte man eine gute Messfühler/Tiefenmesser-Uhr haben, von einem guten Markenhersteller! Sowas kann dann schon mal ins Kontor schlagen im Fachhandel, z.B. bei Gödde Werkzeuge. Wenn man was mit Prüfprotokoll möchte, werden da schon mal 150 Euro und mehr fällig ohne Messbasis, bzw. Prisma.
Wie auf der website von Daniel Hoda gesagt wird, dient die Vorrichtung zum Eichen der Messuhr, bzw. richtiger gesagt, der Tiefenjustierung der Messspitze.
Das Ganze ist natürlich nur mit einer guten Messuhr sinnvoll.
Als Eichmass kann auch ein einzelner "Prüfstift" dienen für Rundmaße, kriegt man auch in Einzelmaßen, nicht nur im Satz.
Als Messbasis kann jede gleichmäßige V-förmige Vertiefung dienen. Bedingung: der Winkel muss definiert und bekannt sein und auch entsprechend präzise angefertigt, sowas ist nicht einfach mal selber zu machen.
Mit ein paar Winkelberechnungen, Satz des Püttagohras, etc. kann ich dann mit einer guten Bügelmessschraube die recht präzise Tiefe der Messbasis ausrechnen, also wie weit ragt die Rundung des Prüfstiftes oben aus der Basis heraus, usw.
Man mache sich einfach eine Skizze im Querschnitt der ganzen Angelegenheit und nehme dann ein Geo-Dreieck.
Außerdem gilt mal wieder: "Schlag nach bei Schott"!
Dr.Schott hat das alles en Detail schon vor Jahren veröffentlicht. Siehe "Powerfibres", wenn ich mich richtig erinnere.
Grüße Wolfhard
PS.
Ach ja, jede einzelne Messsation so zu "kalibrieren" macht keinen Sinn, außer der Tiefenmesser zeigt alle 5 inches was anderes an!
Benutzeravatar
Bäschwatz
Beiträge: 874
Registriert: 23.08.2009, 19:52
Wohnort: Dieburg
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 59 Mal

Tiefenmessung

Ungelesener Beitrag von Bäschwatz »

Hallo Rutenbauer
Kenn mich mit der Materie nicht aus.
Aber in Darmstadt gibt es die Firma Költgen.
Die stellen Tiefenmaße für Winkelflächen her.
Ich kenn die Geräte nur von der Tiefenmessung bei Fasen. Auf der Rückseite steht das Kalibriermaß, das die Uhr anzeigen muß, wenn sie auf einer ebenen Fläche aufgesetzt wird.
Gibt's für verschiedene Winkel. Was die kosten kann ich aber nicht sagen.
Gruß Thilo
Benutzeravatar
piscator
Beiträge: 939
Registriert: 25.01.2008, 09:28
Wohnort: Kiel
Hat sich bedankt: 13 Mal
Danksagung erhalten: 227 Mal
Kontaktdaten:

Ungelesener Beitrag von piscator »

Moin, so eine genaue Tiefenjustierung der Messuhr braucht man eigentlich nicht. Man macht eine etwas übermassige Einstellung der Form, hobelt einen Spleiss bis auf die Form und misst dann den Spleiss (Micrometer oder Schiebelehre) im Vergleich mit der Messuhr. Dann kann man die Formeinstellung entsprechend den Abweichungen nachjustieren und dann alle Spleisse hobeln. Bei der Gelegenheit hat man dann auch eine Kalibrierung von Messuhr/Hobelbank relativ zur Genauigkeit der Schiebelehre und der Hobelkunst.
TL, Jürgen
Antworten