Das Glück am Haken - ein Buch von Christoph Schwennicke

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Butenbremer
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Das Glück am Haken - ein Buch von Christoph Schwennicke

Ungelesener Beitrag von Butenbremer »

Hallo zusammen,

ich habe zu Weihnachten das o.g. Buch von meinem Schwiegervater (der mich erst zum Fliegenfischen brachte) geschenkt bekommen. Es hat gute Rezensionen bekommen und verkauft sich auch ganz gut. Und damit könnte es die öffentliche Meinung auch ein wenig prägen.
Abgesehen davon, dass der Autor eine ganz gute Schreibe hat, finde ich manches aber inhaltlich ziemlich grenzwertig.
Ganz am Anfang schreibt Schwennicke, dass es beim Angeln nur in zweiter Hinsicht ums Fangen geht. Dann bezeichnet er sich aber später als Pragmatiker, der alles mögliche tut, um den Fisch aus dem Wasser und in die Pfanne zu bekommen. Schwarzangeln ist für ihn das Größte, weil es zum Reiz des Angelns noch den Nervenkitzel des Verbotenen addiert. Fliegenfischer sind Deppen, die mit "nassen Bündeln aus Fell und Federn" versuchen, ihre Chancen auf den Fang noch weiter zu reduzieren. Dafür hat der Autor kein Verständnis, er würde lieber mit Wurm angeln, weil die Fische darauf doch viel besser beissen.
Der Inbegriff eines gelungenen Tages ist für ihr ein Tag mit Peter Ramsauer an dessen privaten "Forellenpuff". Und wer Angler ist (G.W. Bush und W. Putin), muss schon mal grundsätzlich ein guter Kerl sein.
Wer das alles mit Humor nehmen kann, für den lohnt sich die Lektüre vielleicht trotzdem, aber allen anderen würde ich eher abraten. Hat es noch wer gelesen und eine Meinung dazu?

beste Grüße

Bernd
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Ungelesener Beitrag von Siegfried. »

Hallo Bernd,
kenne das Buch nicht und will es nach deiner Rezension auch nicht kennen lernen.

Jimmi Carter und Barak Obama sind jedenfalls Fliegenfischer, die der Autor anscheinend wohl nicht erwähnt? Sagt uns das was über seine politische Heimat oder nur über seine Ignoranz? (Ich denke da u.a. an das Foto, wo Herr Putin eine kleine Äsche "im Griff" hat :cry: ). In beiden Fällen kann ich auf den Autor verzichten, zumal er offensiichtlich keine Ahnung vom Angeln hat, sonst wüßte er, dass es viel einfacher und mengenmäßig viel erfolgreicher ist, Forellen mit der Fliege als mit dem Wurm zu fangen - wenn man es darauf anlegen will.

Gruß

Siegfried
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Frank.
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Ungelesener Beitrag von Frank. »

Liebe Freunde,

da möchte ich dem Kollegen Schwennicke doch ein bisschen zur Seite springen!

Sein Buch ist ja kein Werk für Fliegenfischer, genau genommen ist es gar kein Buch für Angler - im Gegenteil. Seine Zielgruppe sind ja eben die Nicht-Angler, und die hat er nun in breiterer Form als so gut wie alle seine Vorgänger (Hochgatterer, Torday usw.) erreicht.
Ihm geht es ja auch darum, die zweifellos bestehenden Vorurteile gegen Angler abzubauen und unser (denkbar schlechtes) Image zu verbessern. Wenn man sich die Rezensionen so ansieht, dann stellt man doch mit einiger Freude fest, dass ihm etwas Wichtiges gelungen ist: nämlich Sympathie für uns zu wecken. Das ist eine Leistung! Und gegen Sätze wie „Wenn alle Menschen Angler wären, dann lebten wir in einer friedlichen Welt.“ ist wenig einzuwenden ...
Zugegeben, die Sache mit der Schwarzfischerei - freilich mit Augenzwinkern erzählt - ist grenzwertig. Auch sonst gibt es viele kleine Details, die ich grundlegend anders sehe. Aber ich bin eben nicht nur Angler, sondern auch Fliegenfischer ... Für mich ist das Buch nicht geschrieben.

Schaut euch mal diese beiden Rezensionen des Buches an:

http://www.abendzeitung.de/panorama/222886
http://www.zeit.de/2010/37/L-SM-Angeln

- wann wurde jemals in deutschen Massenmedien ähnlich sympathieträchtig über Angler geschrieben?
Sorry - angesichts dieser Leistung kann Schwennicke gerne das Loblied des Wurmbaders singen und darf von mir aus uns Fliegenfischen nicht mögen. Hut ab!

Euer Frank
Das sind Deine Beobachtungen, mein Lieber, andere haben andere Beobachtungen gemacht.
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Ungelesener Beitrag von Butenbremer »

Hallo Frank,

also alles was "unser" Bild in der Öffentlichkeit verbessert, ist legitim? Hmmm :wink:
Wenn jemand, zu dessen Tagewerk eine gute Recherche gehört, sich solch eines Projektes verschreibt, dann kann man schon eine etwas fundiertere Darstellung der Fliegenfischerei erwarten. Es gibt schließlich genug (zB. der Gerätewahn und die Kosten) über das man sich lustig machen kann, ohne die Fliegenfischerei als solche stumpf abzukanzeln. Und die Problematik, wegen der das Angeln an sich einen schwierigen Ruf genießt, nämlich "Freude des Fischers VS mögliches Leid der Tiere", lässt er völlig unerwähnt.
Man mag ihm aber immerhin zugute halten, dass er einigermaßen gut die Begeisterung des Angelns in Worte fassen kann. Daraus hätte er aber wesentlich mehr machen können!
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Frank.
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Ungelesener Beitrag von Frank. »

Butenbremer hat geschrieben:... dann kann man schon eine etwas fundiertere Darstellung der Fliegenfischerei erwarten.
Na ja ... Wir Fliefi sind auch nicht eben für zum Beispiel fundierte Darstellungen des Boilie-Fischens bekannt ...

Aber du hast schon Recht mit deiner Kritik; das hätte er besser machen können. Aber das Buch hat eben auch Stärken, besonders in der Öffentlichkeitswirkung.

Dein Frank
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