Erfolgreiches Äschenprojekt - Es gibt doch noch Hoffnung

Hier geht es um wichtige Belange wie Naturschutz, sinnvolle Gewässer-Bewirtschaftung, schonender Umgang mit Umwelt und Kreatur, Ärgernisse (Schlagthemen) wie Klein-Wasserkraft & Kormoran und Rechtliches.

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Gammarus roeseli
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Re: Erfolgreiches Äschenprojekt - Es gibt doch noch Hoffnung

Ungelesener Beitrag von Gammarus roeseli »

@ Markus
Eigentum, da wurde in der Vergangenheit viel gestohlen, erpresst, geraubt, …,
Ist ein anderes Thema!

LG
Christian
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pehers
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Re: Erfolgreiches Äschenprojekt - Es gibt doch noch Hoffnung

Ungelesener Beitrag von pehers »

Gammarus roeseli hat geschrieben:Hallo Hans,
du verstehst mich nicht!
Weißt du, ich bin fest davon überzeugt, wenn man es wirklich ernst meint mit der Erhaltung oder Wiederansiedlung der Äsche, muss man sich zuerst mit dem Problemen unter Wasser und dem verschwinden der Bestände befassen und Lösungen finden! Ansonsten bleibt man erfolglos und verbrennt nur Geld ...
Naja - nichts anderes habe ich ja geschrieben, wohingegen ich Deinen Posts entnommen habe, dass der Ertrag nur über Besatzmaßnahmen zu erreichen ist. Gemeint wohl: Durch Angler abschöpfbare Biomasse; Der Ertrag bei Besatzmaßnahmen kann ja maximal an der Gewichtzunahme der Besatzfische im Gewässer festgemacht werden.

Für meine Lösungsvorschläge habe ich nur Hohn geerntet. Klar - ich bin schon mal untergriffig in meinen Postings, aber ich hoffe doch, dass der Grundtenor sachlich ist. Ich denke, dass alle Probleme, die Du angesprochen hast, lösbar sind bzw. für die Fischbestände kein bedrohliches Ausmaß erreichen. Ich darf dazu noch anmerken, dass Sauerstoffübersättigung keinesfall zu Folgen für die Fischbestände führt.

Beispiel Pflanzenwuchs: Ich denke doch, dass man in einem Verein seine Mitglieder zu einem Ausmähen des Pflanzenbestandes auch mehrmals im Jahr verpflichten oder sogar begeistern kann, da ja die Fischerei auch davon profitiert. Ein völlig zugewachsener Bach ist ja nur von mäßiger fischereilicher Attraktivität geprägt, wie Deine Beispielbilder recht anschaulich zeigen. Ich weiß schon, dass das das Problem nicht an der Wurzel packt, aber man sollte doch tun, was man kann.

Weiteres Beispiel Struktur: Ich durfte gerade am Wochenede eine traumhafte Strecke befischen, die wirklich ein feines Revier ist und trotzdem versuchen die Verantwortlichen im Rahmen des Möglichen, etwas für ihren Bach zu tun. Da werden einige große Steine eingebracht, wenn eine Uferverbauung durch die Gemeinde erfolgt, die dann auch sehr kooperativ ist und das gleich im Rahmen der Bauarbeiten mit erledigt. An anderer Stelle werden Bäume ins Bachbett verankert, um neue Standplätze und Strukturen zu schaffen. Da müssen die Leute aber eben selbst mit der Axt in der Hand rausgehen!

Weiteres Beispiel Struktur: Gerade in diesem Forum wurde ein Brutboxensystem vorgestellt, das es aufgrund seiner Konstruktion erlaubt, auch in verschlammten, kanalartigen Gewässern Forellenlaich einzubringen. Wiederum ein Beispiel, das negative Umstände akzeptiert und damit gut umzugehen versucht. (vgl. http://www.babyfish-brutboxen.de/tl/index.php/home.html)

Vielleicht sollte man sich in solchen Diskussionen den AA Spruch "Gib mir die Kraft zu ändern, was zu ändern ist, gib mir die Gelassenheit zu akzeptieren, was nicht zu ändern ist und gib mir die Weisheit das eine vom anderen zu unterscheiden" ein bisschen zu Herzen nehmen.

Man wird keinen Rückbau der Wasserkraftwerke erreichen, solange diese Strom liefern, aber es wurde und wird viel erreicht: Renaturierungen, Verbesserung der Wasserqualität, Aufstiegshilfen, Hürden für neue WK-Projekte, Ausgleichsmaßnahmen bei Bewilligung von solchen, Verfahrensgarantien für die Fischerei im WRG, Entschädigungen (vor 20 Jahren wurdest Du in Österreich von der Behörde/Gerichten noch ausgelacht, wenn Du als Fischereiberechtigter, für einen Eingriff in dein Recht Entschädigungen wolltest. Heute werden wirklich großzügige Ersatzflächen geschaffen etc.), Monitoring nach WRRL, Fische als wichtige Indikatoren für den ökologischen Zustand eines Gewässers und was es sonst noch alles gibt.

Sicher: Viele Fronten sind offen, viele Trends sind eher oder sehr negativ. Die Renaissance der Wasserkraft in Österreich aufgrund der Atom- und Klimakrise und auch in Bayern gefährdet die letzten frei fließenden großen Ströme. Das ist bitter und man soll sämtliche Petitionen u.ä. unterstützen.

Das alles entbindet uns aber nicht von der Verantwortung, sondern muss uns geradezu aufstacheln, auch in unserem kleinen persönlichen Bereich das Mögliche zu versuchen, selbst Hand anzulegen! Ich finde es nicht gut, dass sich immer mehr Menschen in allen Bereichen, aber auch bei der Fischerei, immer weniger engagieren wollen, sondern lieber als Konsumenten irgendwo einen Tagesschein kaufen. Die in Vereinen engagierten und fleißigen Fischer oder Eigentümer, die ihre Strecken selbst bewirtschaften und sich dann frech herausnehmen, ein von Ihnen gepflegtes und gehegtes Wasser nicht jedem zugänglich zu machen, werden dann auch noch als elitäre Snobs verunglimpft (ist mir mehr als einmal passiert). Was ich damit sagen will: Man muss nicht Eigentümer oder selbst Pächter eines Fischereirechts sein, um einen positiven Einfluss auf die Bedingungen zu nehmen. Man muss sich nur engagieren!

Ich habe jetzt auch einen großen Bogen gemacht und bin etwas vom Kernthema abgekommen.

L.G.
Hans

P.S.: Lieber Christian: Ich weiß echt nicht, was ich zu den letzten beiden Postings schreiben soll...
Zuletzt geändert von pehers am 05.10.2011, 08:44, insgesamt 1-mal geändert.
www.soulfishing.eu
I still don't know why I fish or why other men fish, except that we like it and it makes us think and feel. (Roderick L. Haig-Brown, A River Never Sleeps)
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Gammarus roeseli
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Re: Erfolgreiches Äschenprojekt - Es gibt doch noch Hoffnung

Ungelesener Beitrag von Gammarus roeseli »

pehers hat geschrieben: Man wird keinen Rückbau der Wasserkraftwerke erreichen, solange diese Strom liefern, aber es wurde und wird viel erreicht: Renaturierungen, Verbesserung der Wasserqualität, Aufstiegshilfen, Hürden für neue WK-Projekte, Ausgleichsmaßnahmen bei Bewilligung von solchen, Verfahrensgarantien für die Fischerei im WRG, Entschädigungen (vor 20 Jahren wurdest Du in Österreich von der Behörde/Gerichten noch ausgelacht, wenn Du als Fischereiberechtigter, für einen Eingriff in Dein Recht Entschädigungen wolltest. Heute werden wirklich großzügige Ersatzflächen geschaffen etc.), Monitoring nach WRRL, Fische als wichtige Indikatoren für den ökologischen Zustand eines Gewässers und was es sonst noch alles gibt.
Sehr schön auf den Punkt gebracht! =D> Dankeschön!!! :D
Deswegen versuche ich weiterhin die mir bekannten Probleme darzustellen. Bin noch lange nicht fertig. :wink: (Möchte aber auch gerne dazulernen!!!)

LG
Christian

PS: Den Link kenne ich …
Was ich schreibe, meine ich nicht Böse!!!! Aber was wir schreiben, soll auch nicht langweilig sein ... Uns langweilen so viele dinge im Leben, ist halt für mich ein großes Problem … :roll:
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Gammarus roeseli
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Re: Erfolgreiches Äschenprojekt - Es gibt doch noch Hoffnung

Ungelesener Beitrag von Gammarus roeseli »

Hallo,

ich lese hier im Forum immer wieder an kleinen Bächen, "auf Besatz völlig verzichten (!) die Salmoniden ein paar Jahre schonen und die Bestände erholen sich von selbst … " :roll:

Möchte euch daher mal weitere Gründe verdeutlichen, warum in einigen Salmonidengewässern die Reproduktion von Äsche und auch Bachforelle, zum Teil sogar stark eingeschränkt ist und wir auf Salmonidenbesatz angewiesen sind.

Am Bach/Flussoberlauf und den Nebenbächen gibt es bei uns oft sogar eine größere Zahl an Karpfenweihern.
Diese werden in der Regel im Herbst abgelassen und belasten somit die Fließgewässer mit Feinsediment und Schlammablagerungen/ Faulschlamm aus den Teichen. Genau in der Zeit, wo sich die Bachforelle reproduziert und auf ein intaktes Kieslückensystem angewiesen ist!

Der Bach wird schon im Oberlauf gut belüftet, es gibt trotzdem absolut keine Schaumbildung (!!!) ist also noch völlig unbelastet. :D
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Der Bach speist eine Weiheranlage. (Fließt durch den schon länger abgelassenen ersten Weiher. Einer von in diesem Fall sechs. )
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In den ersten Weiher sind oft Forellen.
In den darauffolgenden Weihern dann Karpfen, Schleie, Hecht, Zander, Weißfische, …
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Hier sieht man dem Wasser den Nährstoffeintrag (Wassertrübung) schon an. Eutroph.
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Der Bach fließt durch ein Kerbtal wird gut belüftet und die organischen Fremdstoffe aus den Teichen schäumen aus.
Bild
Dem größeren Hauptbach sieht man die Belastung (Wassertrübung) durch Weiheranlagen um diese Jahreszeit an. (Oktober) Niederschläge gab es schon länger nicht.
Bild

Eine Natürliche/ ausreichend große Reproduktion, ist halt an vielen Forellenbächen und Äschengewässern eingeschränkt und nichts Selbstverständliches …

Ist halt so, das muss man zur Kenntnis nehmen, und das Beste daraus machen!!! :daumen

LG
Christian

PS: Der Flussperlmuschelbestand ist an diesem Wasser nicht mehr nachweisbar. In Früheren Zeiten, gab es an diesem Bach auch noch Belastung durch "Schwallbetrieb" auf Grund von Wasserkraftnutzung/ Hammerwerk. Stauteiche …
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Rattensack
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Re: Erfolgreiches Äschenprojekt - Es gibt doch noch Hoffnung

Ungelesener Beitrag von Rattensack »

Gammarus roeseli hat geschrieben:Hallo,

ich lese hier im Forum immer wieder an kleinen Bächen, "auf Besatz völlig verzichten (!) die Salmoniden ein paar Jahre schonen und die Bestände erholen sich von selbst … " :roll:

Möchte euch daher mal weitere Gründe verdeutlichen, warum in einigen Salmonidengewässern die Reproduktion von Äsche und auch Bachforelle, zum Teil sogar stark eingeschränkt ist und wir auf Salmonidenbesatz angewiesen sind.
Hallo Christian,

Schönes Beispiel, sicher, kann in manchen Fällen ein Problem darstellen.

Leider wird in aller Regel aber nicht nach ausführlicher Analyse (Bestandserhebungen mit Analyse des Altersaufbaus etc.) Besatz getätigt, sondern präventiv, weil es vorgeschrieben ist, oder weil man einfach zu wenig an natürliche Reproduktion glaubt.

Ich kenne viele Bäche mit Teichen im Einzugsgebiet oder intensivem Eintrag von Feinsediment aus Viehweiden etc., die trotzdem hervorragende natürliche Forellenreproduktion haben.
Hängt halt auch von anderen Faktoren ab obs nicht trotzdem klappt.
Wenn die Reproduktion in manchen Jahren nach Ablassen von Teichen ausfällt, muss das nicht unbedingt nachhaltig tragisch für den Forellenbestand sein.

Gerade in den kleinen Bächen ist sehr oft nicht die zu geringe Rekrutierung von Jungfischen der Grund für eine suboptimale fischereiliche Nutzbarbkeit. Im Gegenteil, manche Fischereibiologen meinen sogar dass hohe Jungforellendichten durch entsprechende Nahrungs- und Habitatkonkurrenz zu verringertem Wachstum führen können ...

Also bitte Einzelfallbetrachtungen und keinesfalls reflexartiger Besatz!

C.
A curious thing happens when fish stocks decline: People who aren't aware of the old levels accept the new ones as normal. Over generations, societies adjust expectations downward .. (Kennedy Warne)
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Gammarus roeseli
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Re: Erfolgreiches Äschenprojekt - Es gibt doch noch Hoffnung

Ungelesener Beitrag von Gammarus roeseli »

Hallo,

schaut das nicht romantisch aus!? :smt007 :smt007 :smt007
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Ich Liebe dieses Geräusch!!! :smt055 Klipp- klapp, klipp- klapp, klipp- klapp …

Wasserkraft ist auch eine Form der Belastung für unsere Fließgewässer! :roll:

Was man über Wasserkraftnutzung wissen sollte, es geht um Leistung! :!:

Bild
Bild

Zitat:
Faustformel
für die erzielbare Leistung ab Turbinenwelle
Leistung (PS) = 10 x Wassermänge (m3/s) x Fallhöhe (m)
Das heißt, an kleinen Wasserarmen Bächen/ kleinen Flüssen kommt es auf die Fallhöhe an, um Leistung und somit Strom zu produzieren!

Das schaut dann z.B. so aus … (Lange, lange Rückstaubereiche.)
Bild

Oder so…
(Im Hinterkopf muss man jetzt Fallhöhe und Rückstaubereich haben!)
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Wie erziele ich nun an kleinen wasserarmen Bächen im Kerbtal mit großem Gefälle, Leistung bei der Wasserkraftnutzung??? :-k :arrow: :smt115 Durch Fallhöhe!!! :biggrin:
(Ja, mehr Fallhöhe desto mehr Leistung im PS.)

Das schaut dann so aus.
Um Fallhöhe zu erzielen, verschwindet das Wasser aus dem Wildbach :shock: oben auf dem Berg (eine Art Hochebene) in Stollen oder Röhren. :shock:
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Erst im Tal wird das Wasser dem Bach wieder zugeführt … :roll:
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Wie schön könnte der Wildbach ausschauen, wenn man ihm sein Wasser lassen würde!? :smt055 (Ist halt über Kilometer nur Restwasser im Wildbach.)
Bild


LG
Christian

PS: @ Clemens
Du hast natürlich zu 100% Recht!!! Danke!
Maggov
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Re: Erfolgreiches Äschenprojekt - Es gibt doch noch Hoffnung

Ungelesener Beitrag von Maggov »

Rattensack hat geschrieben: Wenn die Reproduktion in manchen Jahren nach Ablassen von Teichen ausfällt, muss das nicht unbedingt nachhaltig tragisch für den Forellenbestand sein.

Gerade in den kleinen Bächen ist sehr oft nicht die zu geringe Rekrutierung von Jungfischen der Grund für eine suboptimale fischereiliche Nutzbarbkeit. Im Gegenteil, manche Fischereibiologen meinen sogar dass hohe Jungforellendichten durch entsprechende Nahrungs- und Habitatkonkurrenz zu verringertem Wachstum führen können ...
Hi Clemens,

die gleiche Einschränkung sehe ich auch in den alpinen Flüssen mit sehr viel Geschiebemenge oder extremen Hochwassermengen, der Kleinwüchsigkeit in hochalpinen Gewässern usw. Aber analog müsste ich es den Fischen nicht ansehen (z.B. "Steinforellen- Look" (mir fällt kein blöderes Wort ein, sorry))?

Ich denke wir reden jetzt beide nicht um die Nutzung aus ökonomischer Sicht sondern der Attraktivität eines Wassers, richtig?
Falls Du das meintest dann sehe ich die fischereiliche Nutzbarkeit durchaus gegeben - nur vielleicht nicht für die Fischer, die keinen Spaß dran haben oder nicht an das Wasser können. Ich denke es ist eine Frage der Erwartungshaltung mit der ich ans Wasser gehe.

Selbst bei den gut gewählten Einzelfallentscheidungen halte ich es für unwahrscheinlich dass sich vom Besatz mehr halten kann als der zur Verfügung stehende Lebensraum hergibt. Wie Hans bin ich davon überzeugt dass sich mit relativ geringem Mitteleinsatz mittels Eigeninitiative und etwas Kreativität die Produktivität von kleineren Gewässern relativ schnell und v.a. nachhaltig steigern kann.

Leider gestaltet sich die Durchführung von Strukturmaßnahmen (anstelle von Besatz) oder die Teilnahme an Programmen wie dem Äschenprogramm immer schwieriger je mehr Leute für die Entscheidung hinzugezogen werden müssen. Deshalb habe ich mehr Initiativen hierzu in Privatstrecken als in Vereinsstrecken beobachten können.

LG

Markus
Reflection is a broad deep and quiet pool into which the stream of an angler's thought opens out from time to time.
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Re: Erfolgreiches Äschenprojekt - Es gibt doch noch Hoffnung

Ungelesener Beitrag von maggs »

Hallo Allerseits,


da diese Diskussion scheinbar noch lebt einige Anmerkungen meinerseits:


@ Detlef (und andere die Bibelzitate suchen...)

„ Bestandserholung des Kormorans“ - schau doch mal was euer lokale Vogelsekte dazu schreibt:
http://www.agon-schwerte.de/voegel/kormoran.html

„In Westfalen hat der Kormoran wahrscheinlich zuvor nie gebrütet.“

Wie übrigens in ganz Süddeutschland - so stet es wohl in der Orni-BIBEL (GLUTZ)

Zusammengefasst für den Rest Deutschlands:

http://www.vogelwelt.com/cms/

„Im ausgehenden 18. Jh. trat der Kormoran im südlichen Ostseeraum als seltener Gast, nicht jedoch als Brutvogel auf. ...“



an den K&K Coachman

Schöne Beispiele mit den Winter-Äschen die etwas Hoffnung schaffen. Aber wie viele Sommergäste bzw. Brutvögel habt ihr bei euch?
Ich habe hier in Sachsen-Anhalt eine Kolonie vor der Haustür - 255 Brutpaare und wachsend. Somit „Glanzjahresbetreuung“ für die Gewässer. Ich fürchte da geht auch in Österreich noch mehr.


@ Henry

Als „natürliche Auslese“ würde ich das nicht unbedingt ansehen. Die Masse der Skinheadraben ist menschengemacht: Eutrophierung der Seen (z.T. auch Küstengewässer), künstliche Seen im Binnenland und Staue an den Flüssen. Bei euch in Sachsen sitzt der Brutbestand doch auch an zwei künstlichen Seen. Dieser Masse an Vögeln sind die Äschen nicht gewachsen.


UND WER DENKT EIGENDLICH AN DIE BARBEN?



@ Hans

zum Ausmähen des Pflanzenbestandes

Wenn ich in unsere Verordnungen schaue sind Wasserpflanzen auch „heilig“. Bei uns wachsen (künstlich angelegte!) Dorfteiche unter Beifall der Naturschützer zu. Da geht nichts zu machen. Wenn doch – nach vieeel Papierkram dann im Winter und nur kleinste Flächen. Bei den Brandenburger Profi – Karpfenteichen hört man das gleiche.

Die Pflanzen im Fließgewässer müsste mehrmals in der Vegetationsperiode geschnitten werden. Ich glaube auch nicht das ein Verein genug Leute aufbringen könnte um das Schneiden und das Entfernen der Pflanzen aus den gezeigten Gewässer (Entsorgung?) zu realisieren.


Max
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Gammarus roeseli
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Re: Erfolgreiches Äschenprojekt - Es gibt doch noch Hoffnung

Ungelesener Beitrag von Gammarus roeseli »

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Tigersclaw
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Re: Erfolgreiches Äschenprojekt - Es gibt doch noch Hoffnung

Ungelesener Beitrag von Tigersclaw »

Hallo alle zusammen,

ich wollt mich auch ma wieder zu wort melden.
Erstmal danke für eure Beiträge, vor allem die wissenschaftlichen Arbeiten (da kamen erinnerungen ans studium hoch.. leider hatte ich nur moorliebende Wasserkäfer als thema ;)) und auch eure zum Teil echt erschreckenden Fotos und Gewässerbeschreibungen.

Ich denke, wir sind uns im großen und ganzen einig, das die anthropogenen Veränderungen (vom Menschen gemachte) unsere Fließgewässer, vor allem die strukturellen, das Hauptproblem sind.Der Komoran is nur ein Nutznießer und speißt an gedeckten Tisch.

@max: Das ist Definitionsfrage@natürliche Auslese. Der Mensch ist genau genohmen auch nur eine Tierart, die andere Lebewesen beeinflußt. Ich lehne mich jetzt einfach mal ausm Fenster und sage, das es keine!!! Veränderungen in der Diversität und Vorkommen der Arten gibt, bei der der Mensch keinen Einfluß hat.
Zum Thema euthrophierung: Da hat sich einiges getan.Früher gab es kaum Kläranlagen usw. damit waren die Flüße waren viel Nährstoffreicher.Bei eutrophen Systemen gibt es meist wenige Arten, dafür viele Individuen (zum Teil massenvorkommen).Verringert man nun die Nährstoffe, werden es mehr Arten, dafür sinkt die Individuenzahl. Soweit ich weiß, gab es auch mal Untersuchungen wie hoch die Biomasse in Fließgewässern war und nun ist. Ich denke, das einige unser Gewässer zu stark besetzt sind. Ich denke grade in der Forellen- und z.T. Äschenregion sind Nahrungsangebot, Laichmöglichkeiten und (bei Bachis) die Zahl der Unterstände ausschlaggebend.
(ich lass jetzt mal die zunahme der landwirtschaftlichen Belastungen aussen vor).

zu deiner Kormorankolonie.. mein beileid. Mir reichen schon die 30-50 Kormorane die ich die Woche beim Spinnfischen am Stausee BZ gesehen habe.

Zum Bewuchs von Gewässern: Da spielt (soweit ich mich dunkel dran erinnere ) die Beschattung ne wesendliche Rolle. Da unsere Gewässerufer ja zum großen Teilen aus Angst vor Hochwassern freigeschnitten werden, haben die Pflanzen super Lichtverhälltnisse.


@all: Was ich noch in die Diskussion bringen möchte sind die jahreszeitlichen pH- Schwankungen, die sicher nicht ganz harmlos sind. Ich untersuche ab und an ein Fließgewässer ( 3-4 m breiter bach/fluß sehr stark verändert, begradigt) mit Kindern und Jugendlichen. Ihr glaubt nicht wie stark der pH- Wert schwanken kann.Nach Frühjahrshochwässern, oder starken Regenfällen konnten wir schon einen pH von 10!!!! messen. Und das war grade mitte Mai. Ich weiß den Tolleranzbereich von Fischeiern leider nicht, aber ich glaub kaum, das da viel hochkommt.

Zur der Untersuchung zum Äschenbesatz: Nur weil ein Großteil der Äschen abwanderten, heisst es nicht, das sie verloren sind. Man hätte den Zeitraum länger wählen sollen, bzw stichprobenweise weitere Gewässerabschnitte untersuchen können. Solange sie nicht gefressen worden, sind sie ja noch im Gewässer und können wachsen uns vielleicht wieder wandern/laichen.
Grade die Prädation scheint laut der Studie eine "hohe Bedeutung" zu haben... wo wir wieder bei Kormoranen sind. (Dort konnte es nicht festgestellt werden, aber ich denke an anderen Gewässern sieht es ganz anders aus...)
Vielleicht füttern wir ja durch unsere Besatzstrategien unsere schwarzen Freunde durch den Winter, so das es immer mehr werden....

Sind nur einige Gedankengänge von mir... leider ohne richtigen wissenschaftlichen Hintergrund wie Arbeiten zu den Themen und das Studium is auch ne weile her ;)

henry
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Re: Erfolgreiches Äschenprojekt - Es gibt doch noch Hoffnung

Ungelesener Beitrag von AStar »

Tigersclaw hat geschrieben: Grade die Prädation scheint laut der Studie eine "hohe Bedeutung" zu haben... wo wir wieder bei Kormoranen sind. (Dort konnte es nicht festgestellt werden, aber ich denke an anderen Gewässern sieht es ganz anders aus...)
Vielleicht füttern wir ja durch unsere Besatzstrategien unsere schwarzen Freunde durch den Winter, so das es immer mehr werden....

Sind nur einige Gedankengänge von mir... leider ohne richtigen wissenschaftlichen Hintergrund wie Arbeiten zu den Themen und das Studium is auch ne weile her ;)

henry
hallo henry,

also wenn ich nicht alles aus der schule vergessen hab, dann wir die anzahl der jäger zwar durch die anzahl der beutetiere bestimmt, aber schwankungen gibt es immer. durch eine reduzierung der besatzmaßnahmen würde sich auch automatisch der bestand der kormorane reduzieren, doch ihre anzahl würde sich an den natürlichen bestand anpassen und im prinzip würde sich bei einer natürlichen verbesserung des fischbestandes wieder der bestand der kormorane erhöhen.
also praktisch ein teufelskreis. nur eine dauerhafte bestandsregulierung beim kormoran würde meiner meinung nach was am gleichgewicht ändern.

irre ich mich oder ist der kormoran ungefähr zur gleichen zeit zu uns gekommen wie die regenbogenforelle?

gruß alex
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Re: Erfolgreiches Äschenprojekt - Es gibt doch noch Hoffnung

Ungelesener Beitrag von Tigersclaw »

Huhu Alex ..
ne ne hast schon zum teil recht mit der abhänigkeit Räuber- Beute. Wir hatten einige schöne Räuber - Beute- Modelle in einigen Vorlesungen. Es würde sich nicht auf ein stabiles maß einpegelen, meist sind es periodische schwankungen (versetzt) der Beute und danach der Räuber.

Ich weiß jetzt zwar nicht, wohin deine Frage mit den Regenbognern abziehlt. Aber du vergleicht da Äpfel mit Birnen. Kormorane waren schon immer Bestandteil der Fauna Mitteleuropas ( durch Knochenfunde belegt), nur der Bestand war durch geziehlte "Ausrottung" im Binnenland auf nur wenige Standorte reduziert.
Die Regenbogenforelle stammt aus Nordamerika und ist bewusst, als leicht zu züchtender "Industrie"Fisch, einge"bürgert wurden.

Ob nun die alleinige Bestandregulierung des Kormorans Mittel zum Zweck ist, wage ich zu bezweifeln. Ich glaube im Laufe der Diskussion hier, wurde immer klarer, dass die vom Menschen gemachten struktrellen Veränderungen der Gewässer das eigentliche Problem sind. Den Kormonran abzuschiessen, ist sicher die einfachste und billigste, vielleicht auch puplikumswirksamste Methode, aber ohne langfristigste Verbesserung der Lebensbedingungen wohl auch nicht der einzige und beste Weg.

Henry
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Re: Erfolgreiches Äschenprojekt - Es gibt doch noch Hoffnung

Ungelesener Beitrag von AStar »

Tigersclaw hat geschrieben:Huhu Alex ..
ne ne hast schon zum teil recht mit der abhänigkeit Räuber- Beute. Wir hatten einige schöne Räuber - Beute- Modelle in einigen Vorlesungen. Es würde sich nicht auf ein stabiles maß einpegelen, meist sind es periodische schwankungen (versetzt) der Beute und danach der Räuber.

Ich weiß jetzt zwar nicht, wohin deine Frage mit den Regenbognern abziehlt. Aber du vergleicht da Äpfel mit Birnen. Kormorane waren schon immer Bestandteil der Fauna Mitteleuropas ( durch Knochenfunde belegt), nur der Bestand war durch geziehlte "Ausrottung" im Binnenland auf nur wenige Standorte reduziert.
Die Regenbogenforelle stammt aus Nordamerika und ist bewusst, als leicht zu züchtender "Industrie"Fisch, einge"bürgert wurden.

Ob nun die alleinige Bestandregulierung des Kormorans Mittel zum Zweck ist, wage ich zu bezweifeln. Ich glaube im Laufe der Diskussion hier, wurde immer klarer, dass die vom Menschen gemachten struktrellen Veränderungen der Gewässer das eigentliche Problem sind. Den Kormonran abzuschiessen, ist sicher die einfachste und billigste, vielleicht auch puplikumswirksamste Methode, aber ohne langfristigste Verbesserung der Lebensbedingungen wohl auch nicht der einzige und beste Weg.

Henry
hallo henry,

nein nein, ich hab nur aus interesse nach den regenbognern gefragt, wär halt ein zufall gewesen, schöner fisch und böser vogel gleichzeit eingewandert. hatte überhaupt nix mit dem thema hier zu tun.

ich gebe dir vollkommen recht, eine alleine bestandsregulierung vom kormoran würde das äschenproblem nicht von einem auf den anderen tag ändern, ich denke das der kormoran eher die jetzt schon schwache population dezimiert und nicht das er alleinig schuld an dem schlechten fischbestand ist.

es sind viele baustellen. ohne ein intaktes habitat kann man die anzahl der fressfeinde auf null dezimieren und es würde sich trotzdem nichts verändern.

gruß alex
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Re: Erfolgreiches Äschenprojekt - Es gibt doch noch Hoffnung

Ungelesener Beitrag von Royal Coachman »

Hallo Henry!

Mir zur Information!

Es gibt zwei Arten von Kormoranen, erstens den europäischen Carbo carbo, der Vogel ist fast doppelt so groß wie die heute überall herumfliegenden, bei denen handelt es sich nämlich um Carbo sinensis und diese Art ist chinesischen Urspungs.

Leider hat die EU - sehr zur Freude von NABU- beide Arten in einen Topf geworfen und geschützt!

Der Kormoran ist also genau wie die Regenbogen eine Einwanderer, aber es wird wie immer mit zweierlei Maß gemessen.

RC
Der immer auf Seiten der Fische steht!
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Rattensack
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Re: Erfolgreiches Äschenprojekt - Es gibt doch noch Hoffnung

Ungelesener Beitrag von Rattensack »

AStar hat geschrieben: es sind viele baustellen. ohne ein intaktes habitat kann man die anzahl der fressfeinde auf null dezimieren und es würde sich trotzdem nichts verändern.

gruß alex
Hallo Alex,

da hast du sicher recht. Allerdings gibt es z.B. in Österreich Gewässerabschnitte, die mit zu den naturnahesten in Mitteleuropa gehören, wo aber seit Ankunft des schwarzen Vogels der Äschenbestand auf einen minimalen Rest zusammengeschrumpft ist. Hier Renaturierungen als Problemlösungen vorzuschlagen, wird als sehr zynisch wahrgenommen.

Grundsätzlich hast du recht, dass die Beute den Bestand eines Räubers bestimmt. Im Fall eines sehr mobilen Prädators - wie dem Kormoran - müsste man da aber den mitteleuropäischen Fischbestand betrachten, inkl. sehr produktiver Bestände großer stehender Gewässer (wichtigste Brutgebiete).
Wenig mobile Fische - wie die Äsche - die auch von Natur aus nur eine eher kurze, nach ihr bekannte Region besiedelt - können lokal unter einem europaweit agierenden Prädator sehr stark zurückgedrängt werden.
Genau das beobachten wir derzeit.

Ob wir hier eingreifen wollen, ist eine primär gesellschaftspolitische, weniger ökologische Frage.
Was ist der Gesellschaft mehr wert - innerhalb der Kulturlandschaft der "natürliche Prozess" einer durch europaweit geschrumpfte Fischbestände (davon sind wir, wenn man die "Looser-Arten" wie die Äsche außen vor lassen, wahrscheinlich noch weit entfernt) regulierte Räuberpopulation oder "intakte" Beutepolulationen inkl. sensibler Arten wie der Äsche.

Clemens
Zuletzt geändert von Rattensack am 08.10.2011, 18:26, insgesamt 1-mal geändert.
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