Sagenhaft, "meterlange Äschen", Angeltourismus usw.
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AlexWo
Sagenhaft, "meterlange Äschen", Angeltourismus usw.
Ich wollt hier nur mal loswerden, dass ich es eigentlich abstossend finde, wenn Leute sich an den verbliebenen Schätzen, eher rückständiger Gebiete (was ich keinesfalls abwertend meine) bereichern wollen. Ich stehe der Angelegenheit eher skeptisch gegenüber!
Ich kann mich gut erinnern wie es in den Hochglanzprospekten immer aussah: Balzer Angelreisendienst = zu hauf geschlachtete Saiblinge auf Grönland, div. tschechische Anbieter Ende der 90er = riesige Taimen, Mongolei, geschlachtet und paniert im Ufersand. Was ist aus diesen Revieren geworden? Sind die Fischbestände heut noch genau so wie damals???
LG
Alex
Ich kann mich gut erinnern wie es in den Hochglanzprospekten immer aussah: Balzer Angelreisendienst = zu hauf geschlachtete Saiblinge auf Grönland, div. tschechische Anbieter Ende der 90er = riesige Taimen, Mongolei, geschlachtet und paniert im Ufersand. Was ist aus diesen Revieren geworden? Sind die Fischbestände heut noch genau so wie damals???
LG
Alex
- Dietmar0671
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Re: Sagenhaft, "meterlange Äschen", Angeltourismus usw.
Hi Alex...
..Du brauchst gar nicht in die so weite Ferne schweifen.
Mitte der 60er war Irland Hechtmäßig fast leer gefischt. Bilder mit zig Hecht in einer "Strecke" gelegt, wie Hasen nach der Jagd.
Und das waren keine Iren...denn denen bedeutet der Hecht gar nichts. Sie fischen nicht darauf. Es waren die Gastfischer vom Kontinent.
Diese Tatsache führte auch zu den Entnahmeregeln, die der irische Staat nach Erkennen der Sachlage erlassen hat. Spät, es dauerte Jahre bis der Hechtbestand sich erholte.
Mir tut es immer noch weh, wenn ich sehe wenn ein +100 cm Hecht vernachlässigt im Boot liegt und der "Fänger" am Ufer gefeiert wird.
Zur Mongolei liess den Taimen-Bericht hier unter Reisebericht und schau auf meinen Beitrag in dem ursprünglichen, jetzt geschlossenen Thread. Allgemeingültig scheint es jetzt auch in der Mongolei notwendig zu sein selbst dort abgelegene Regionen aufsuchen zu müssen um "gut" zu fangen...aus diversen Gründen.
Viele Grüße
Dietmar
..Du brauchst gar nicht in die so weite Ferne schweifen.
Mitte der 60er war Irland Hechtmäßig fast leer gefischt. Bilder mit zig Hecht in einer "Strecke" gelegt, wie Hasen nach der Jagd.
Und das waren keine Iren...denn denen bedeutet der Hecht gar nichts. Sie fischen nicht darauf. Es waren die Gastfischer vom Kontinent.
Diese Tatsache führte auch zu den Entnahmeregeln, die der irische Staat nach Erkennen der Sachlage erlassen hat. Spät, es dauerte Jahre bis der Hechtbestand sich erholte.
Mir tut es immer noch weh, wenn ich sehe wenn ein +100 cm Hecht vernachlässigt im Boot liegt und der "Fänger" am Ufer gefeiert wird.
Zur Mongolei liess den Taimen-Bericht hier unter Reisebericht und schau auf meinen Beitrag in dem ursprünglichen, jetzt geschlossenen Thread. Allgemeingültig scheint es jetzt auch in der Mongolei notwendig zu sein selbst dort abgelegene Regionen aufsuchen zu müssen um "gut" zu fangen...aus diversen Gründen.
Viele Grüße
Dietmar
Ich bin in 5 Minuten wieder zurück, gehe fischen, unbedingt alle 5 Minuten neu lesen
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AlexWo
Re: Sagenhaft, "meterlange Äschen", Angeltourismus usw.
@Dietmar: ja, die Bilder mit den Stegen und den darauf liegenden Hechten kenne ich auch noch, einfach abartig!
Gruss
Alex
Gruss
Alex
- Rattensack
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Re: Sagenhaft, "meterlange Äschen", Angeltourismus usw.
Hallo Freunde,
so negativ würd ich das ganze keinesfalls sehen.
Angeltourismus kann auch was sehr segensreiches für den Erhalt von Fischbeständen sein - nich zuletzt, weil man daran verdienen kann.
Ein gewichtiges Argument - z.B. was Lachs in Norwegen und Konflikte mit Aquakultur oder Kraftwerksprojekten betrifft.
Oder zurück in der Mongolei - wenn die Nomaden an den Gewinnen der Angeltouristiker partizipieren, werden sie sich hüten die Taimen in die Stadt zu verkaufen oder werden Banditen die dies tun vertreiben.
Es kommt immer auf das Agieren des einzelnen Veranstalters an - es gibt sehr schwarze und durchaus auch weisse Schafe ..
Leider sind oft genug die Einheimischen das größere Problem, z.B. auch weil sie nicht in einer jahrhundertelangen Tradition so etwas wie Fischereiethik entwickelt haben (Mongolei) bzw. einfach so arm sind, dass sie auf das Plündern von Fischbeständen angewiesen sind (Russland, Mongolei, Afrika, ..) .. woran der reiche Westen nicht immer ganz unschuldig ist ..
Clemens
so negativ würd ich das ganze keinesfalls sehen.
Angeltourismus kann auch was sehr segensreiches für den Erhalt von Fischbeständen sein - nich zuletzt, weil man daran verdienen kann.
Ein gewichtiges Argument - z.B. was Lachs in Norwegen und Konflikte mit Aquakultur oder Kraftwerksprojekten betrifft.
Oder zurück in der Mongolei - wenn die Nomaden an den Gewinnen der Angeltouristiker partizipieren, werden sie sich hüten die Taimen in die Stadt zu verkaufen oder werden Banditen die dies tun vertreiben.
Es kommt immer auf das Agieren des einzelnen Veranstalters an - es gibt sehr schwarze und durchaus auch weisse Schafe ..
Leider sind oft genug die Einheimischen das größere Problem, z.B. auch weil sie nicht in einer jahrhundertelangen Tradition so etwas wie Fischereiethik entwickelt haben (Mongolei) bzw. einfach so arm sind, dass sie auf das Plündern von Fischbeständen angewiesen sind (Russland, Mongolei, Afrika, ..) .. woran der reiche Westen nicht immer ganz unschuldig ist ..
Clemens
A curious thing happens when fish stocks decline: People who aren't aware of the old levels accept the new ones as normal. Over generations, societies adjust expectations downward .. (Kennedy Warne)
- Frank.
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Re: Sagenhaft, "meterlange Äschen", Angeltourismus usw.
Danke herzlich, lieber Clemens! Damit sprichst du ein paar wirklich wichtige Punkte an, die man nicht aus den Augen verlieren darf. In vielen Ländern ist es schlechterdings unmöglich, so etwas wie eine "Fischereiethik" zu entwickeln - die sozialen Gegebenheiten lassen das einfach nicht zu. Und der Angeltourismus kann für manche Region ein wahrer Segen sein.Rattensack hat geschrieben: Es kommt immer auf das Agieren des einzelnen Veranstalters an - es gibt sehr schwarze und durchaus auch weisse Schafe ..
Leider sind oft genug die Einheimischen das größere Problem, z.B. auch weil sie nicht in einer jahrhundertelangen Tradition so etwas wie Fischereiethik entwickelt haben (Mongolei) bzw. einfach so arm sind, dass sie auf das Plündern von Fischbeständen angewiesen sind (Russland, Mongolei, Afrika, ..) .. woran der reiche Westen nicht immer ganz unschuldig ist ..
Clemens
Natürlich gilt das ganz gewiss nicht für Länder wie Irland, wo die Hecht-Touristen ein unfassbares Schindluder getrieben haben.
Aber mancherorts in den Armenhäusern dieser Welt ...
Man wird das von Fall zu Fall beurteilen müssen, und diese Urteile werden garantiert oft sehr zwiespältig ausfallen und in keinem Fall leichtherzig getroffen werden können. Aber man muss sich der sozialen und politischen Umstände in den betreffenden Regionen bewusst sein.
Du hast Recht: Man darf die weißen Schafe nicht vergessen. Und die Familien, denen ein paar Touristen das Überleben leichter machen.
Dein Frank
Das sind Deine Beobachtungen, mein Lieber, andere haben andere Beobachtungen gemacht.
Franz Kafka
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- Jan Haman
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Re: Sagenhaft, "meterlange Äschen", Angeltourismus usw.
Hallo Clemens,
danke für diesen guten Beitrag. Als weitgereister und ernsthafter Beobachter hast Du natürlich auch längst erkannt, dass ein verantwortungsvoller und bodenständiger Tourismus für Sportangler durchaus den Beständen an Wildfischen zugute kommen kann.
Niemand, der die freie Natur und unseren Angelsport wirklich liebt, wird sich doch an Abschlachten oder an schonungslosem Umgang mit edlen Sportfischen beteiligen wollen. Ganz der Gegenteil ist der Fall und ich sehe das an allen gut geführten Lodges und Flüssen weltweit. Generationen einheimischer Familien, die vom Reichtum ihrer Flüsse und von den dankbaren Besuchern und Anglern leben, werden doch alles für den Erhalt ihrer heimatlichen Resourcen und Traditionen tun. Ebenso verantwortungsvolle Reiseveranstalter für Sportangler, die langfristig in feste Camps gutes Geld investieren, werden doch die auf Generationen gepachteten Flüsse nicht leerfischen lassen ! Allein schon aus ökonomischen Überlegungen würde das doch überhaupt keinen Sinn machen. Wirklich vernünftige Tour-Anbieter sind immer selbst Fliegenfischer oder Sportangler mit einem gewissen Horizont und Bildung, keine ignoranten Ölfirmen die diesen Planeten ausplündern und sich auf unser aller Kosten bereichern. Es gibt keinen weiteren Kontinent mehr, den wir noch entdecken könnten, keine weiteren Flüsse mehr, die noch irgendwo voller Fische wären. Die kommerziellen Verdienste in dieser Branche des Tourismus werden auch weit überschätzt und es lohnt sich doch überhaupt nicht, selbst wenn man sich bereichern wollte.
- Es ist viel mehr die Frage, wie man gegen vulgäre Wilderer, gegen Verarmung der Bevölkerung, gegen gewissenlosen kurzfristigen Raubbau am besten vorgeht ? Diese furchtbaren Übergriffe und gezielte Ausbeutung wird es immer geben, solange es Menschen gibt. Mit unseren Idealen und Grundsätzen müssen wir aber ein Vorbild sein und dagegen ankämpfen, so gut und wo immer es geht. Das ist gar nicht so schwer und braucht vor Ort oft nicht viel.
Deine Fragen zu der Pionierzeit des Sportangelns in der Mongolei haben mir sehr gut gefallen und damit hast Du hast die Diskussion in die richtige Richtung führen wollen. Ich werde ausführlich auf Deine Fragen antworten. In den letzten Jahren habe ich mir viele Gedanken dazu gemacht, Arbeitsmanuskripte verfasst, und ich möchte viele der Gerüchte, Märchen und Vorurteile, aber auch Fehler und Versäumnisse aus der Vergangenheit, aufzeigen und ganz offen darüber sprechen. Auch die tatsächliche aktuelle Situation der Taimen-Bestände an wichtigen mongolischen Flüssen kann ich aufgrund meiner Arbeit als Angelführer recht gut dokumentieren und objektiv darlegen.
Hierbei verlasse ich mich aber auch auf das Urteil unserer geschätzten Moderatoren an dieser Stelle. Der ausgeprägte deutsche Gerechtigkeitssinn und die Vernunft der Redaktion gefallen mir außerordentlich. - Ich werde mich gerne wieder zu Wort melden, wenn ich dazu aufgefordert werde oder im Rahmen meines nächsten Beitrages....
Herzliche Grüsse und bis bald wieder,
Jan
danke für diesen guten Beitrag. Als weitgereister und ernsthafter Beobachter hast Du natürlich auch längst erkannt, dass ein verantwortungsvoller und bodenständiger Tourismus für Sportangler durchaus den Beständen an Wildfischen zugute kommen kann.
Niemand, der die freie Natur und unseren Angelsport wirklich liebt, wird sich doch an Abschlachten oder an schonungslosem Umgang mit edlen Sportfischen beteiligen wollen. Ganz der Gegenteil ist der Fall und ich sehe das an allen gut geführten Lodges und Flüssen weltweit. Generationen einheimischer Familien, die vom Reichtum ihrer Flüsse und von den dankbaren Besuchern und Anglern leben, werden doch alles für den Erhalt ihrer heimatlichen Resourcen und Traditionen tun. Ebenso verantwortungsvolle Reiseveranstalter für Sportangler, die langfristig in feste Camps gutes Geld investieren, werden doch die auf Generationen gepachteten Flüsse nicht leerfischen lassen ! Allein schon aus ökonomischen Überlegungen würde das doch überhaupt keinen Sinn machen. Wirklich vernünftige Tour-Anbieter sind immer selbst Fliegenfischer oder Sportangler mit einem gewissen Horizont und Bildung, keine ignoranten Ölfirmen die diesen Planeten ausplündern und sich auf unser aller Kosten bereichern. Es gibt keinen weiteren Kontinent mehr, den wir noch entdecken könnten, keine weiteren Flüsse mehr, die noch irgendwo voller Fische wären. Die kommerziellen Verdienste in dieser Branche des Tourismus werden auch weit überschätzt und es lohnt sich doch überhaupt nicht, selbst wenn man sich bereichern wollte.
- Es ist viel mehr die Frage, wie man gegen vulgäre Wilderer, gegen Verarmung der Bevölkerung, gegen gewissenlosen kurzfristigen Raubbau am besten vorgeht ? Diese furchtbaren Übergriffe und gezielte Ausbeutung wird es immer geben, solange es Menschen gibt. Mit unseren Idealen und Grundsätzen müssen wir aber ein Vorbild sein und dagegen ankämpfen, so gut und wo immer es geht. Das ist gar nicht so schwer und braucht vor Ort oft nicht viel.
Deine Fragen zu der Pionierzeit des Sportangelns in der Mongolei haben mir sehr gut gefallen und damit hast Du hast die Diskussion in die richtige Richtung führen wollen. Ich werde ausführlich auf Deine Fragen antworten. In den letzten Jahren habe ich mir viele Gedanken dazu gemacht, Arbeitsmanuskripte verfasst, und ich möchte viele der Gerüchte, Märchen und Vorurteile, aber auch Fehler und Versäumnisse aus der Vergangenheit, aufzeigen und ganz offen darüber sprechen. Auch die tatsächliche aktuelle Situation der Taimen-Bestände an wichtigen mongolischen Flüssen kann ich aufgrund meiner Arbeit als Angelführer recht gut dokumentieren und objektiv darlegen.
Hierbei verlasse ich mich aber auch auf das Urteil unserer geschätzten Moderatoren an dieser Stelle. Der ausgeprägte deutsche Gerechtigkeitssinn und die Vernunft der Redaktion gefallen mir außerordentlich. - Ich werde mich gerne wieder zu Wort melden, wenn ich dazu aufgefordert werde oder im Rahmen meines nächsten Beitrages....
Herzliche Grüsse und bis bald wieder,
Jan
Zuletzt geändert von Jan Haman am 23.10.2011, 04:03, insgesamt 4-mal geändert.
- Frank.
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Re: Sagenhaft, "meterlange Äschen", Angeltourismus usw.
Das hoffen wir doch sehr, mein Lieber!Jan Haman hat geschrieben:Ich werde mich gerne wieder zu Wort melden ....
Dein Frank
Das sind Deine Beobachtungen, mein Lieber, andere haben andere Beobachtungen gemacht.
Franz Kafka
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Re: Sagenhaft, "meterlange Äschen", Angeltourismus usw.
Hallo Frank,
- vielen Dank für Deine Aufmunterung !
Dein Leitspruch meines hochverehrten Franz Kafka gefällt mir auch sehr gut.
Ich habe auch einen vom leider allzu früh dahingerafften Poeten aus Prag :
- "Gute Bücher schreiben wir zur Not auch selbst" !
Franz Kafka
Liebe Grüße,
Jan "El Bohemio"
- vielen Dank für Deine Aufmunterung !
Dein Leitspruch meines hochverehrten Franz Kafka gefällt mir auch sehr gut.
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Liebe Grüße,
Jan "El Bohemio"
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AlexWo
Re: Sagenhaft, "meterlange Äschen", Angeltourismus usw.
Es gibt genug Reiseanbietern, den es wurscht ist, was Ihre Kunden treiben!
Angeltourismus auf eigene Faust meine ich eh nicht....
In der Mongolei wurde doch von "Angeltouristen" genug ausgeplündert, oder will hier jemand etwas anderes behaupten?!
Allen ein schönes Wochenende
Alex
Angeltourismus auf eigene Faust meine ich eh nicht....
In der Mongolei wurde doch von "Angeltouristen" genug ausgeplündert, oder will hier jemand etwas anderes behaupten?!
Allen ein schönes Wochenende
Alex
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Re: Sagenhaft, "meterlange Äschen", Angeltourismus usw.
Hallo Frank,Frank. hat geschrieben: In vielen Ländern ist es schlechterdings unmöglich, so etwas wie eine "Fischereiethik" zu entwickeln - die sozialen Gegebenheiten lassen das einfach nicht zu. Und der Angeltourismus kann für manche Region ein wahrer Segen sein.
Zur Konkretisierung, ich meinte damit z.B. das Gespür, wie viele Fische ein Fluss eigentlich enthält und wie viel man nachhaltig entnehmen darf.
Oder das Wissen, dass die Entnahme von untermassigen Fischen ganz rasch zum Kollaps eines Fischbestands führen kann.
All dies ist in der Mongolischen Bevölkerung in vielen Gegenden nicht vorhanden - ganz einfach weil traditionell keine Fischerei betrieben wurde.
Da sieht man dann neuerdings Nomaden, die direkt im Fluss vor ihrer Jurte mit chinesischen Teleskopruten einen Jungfisch nach dem anderen rausfangen.
Leider wird sich die Fischereiethik dort frühestens dann entwickeln, wenn der Bestand schon kollabiert ist .. oft ist es eh schon so weit.
Dass es mit der Fischereiethik der Angeltouristen auch nicht zum Besten steht, sieht man, wenn manche deutschsprachigen Fischer in Gebiete kommen, wo sie glauben hemmungslos Fleisch machen zu können und in eine Art Blutrausch verfallen (z.B. Meerangel in Norwegen, Hecht in Irland, etc.). Aber zumindest zu Hause funktionierts doch weit besser als anderswo. Eine Bevölkerungsdichte wie in Mitteleuropa in Kombination mit der hiesigen Fischdichte wär in vielen Gesellschaften einfach nicht möglich.
Clemens
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Re: Sagenhaft, "meterlange Äschen", Angeltourismus usw.
Stimme in jeder Hinsicht zu, lieber Clemens!
Dein Frank
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AlexWo
Re: Sagenhaft, "meterlange Äschen", Angeltourismus usw.
Dass es mit der Fischereiethik der Angeltouristen auch nicht zum Besten steht, sieht man, wenn manche deutschsprachigen Fischer in Gebiete kommen, wo sie glauben hemmungslos Fleisch machen zu können und in eine Art Blutrausch verfallen (z.B. Meerangel in Norwegen, Hecht in Irland, etc.). Aber zumindest zu Hause funktionierts doch weit besser als anderswo. Eine Bevölkerungsdichte wie in Mitteleuropa in Kombination mit der hiesigen Fischdichte wär in vielen Gesellschaften einfach nicht möglich.
Clemens[/quote]
@clemens: ist in unserer Gesellschaft oft aber nur deshalb möglich, weil genug Geld da ist, ständig zu besetzen!
Ich würde jedenfalls nie mit einem Reiseveranstalter irgendwo hinfahren, der mir noch nen Bärenabschuß verkaufen möchte!!!!! Entschuldigung, ich finde das einfach nur peinlich!
Besser einfach selbst recherchieren, vielleicht eine Sprache lernen, etwas sparen (fällt ohne Bärenabschuß nicht schwer) und dann los!
Clemens[/quote]
@clemens: ist in unserer Gesellschaft oft aber nur deshalb möglich, weil genug Geld da ist, ständig zu besetzen!
Ich würde jedenfalls nie mit einem Reiseveranstalter irgendwo hinfahren, der mir noch nen Bärenabschuß verkaufen möchte!!!!! Entschuldigung, ich finde das einfach nur peinlich!
Besser einfach selbst recherchieren, vielleicht eine Sprache lernen, etwas sparen (fällt ohne Bärenabschuß nicht schwer) und dann los!
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Re: Sagenhaft, "meterlange Äschen", Angeltourismus usw.
Hallo Alex,AlexWo hat geschrieben: @clemens: ist in unserer Gesellschaft oft aber nur deshalb möglich, weil genug Geld da ist, ständig zu besetzen!
ich meinte mit hoch eigentlich "angesichts des ziemlich ruinierten Lebensraums hoch".
Den Anteil von Besatzfischen an den Gesamtfischbeständen halte ich auch in AT/DE für eigentlich gering und v.a. von der Fischerei maßlos überschätzt.
Jetzt mal mit Ausnahme von ein paar Tageskarten-Salmoniden-Trophy-Strecken ..
Aber das ist ein ganz anderes Thema.
Clemens
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Re: Sagenhaft, "meterlange Äschen", Angeltourismus usw.
An einer Diskussion auf dieser Ebene werde ich mich nicht mehr beteiligen können, sondern würde gerne als Insider einen fundierten Artikel vorlegen über das Taimen Angeln in der Mongolei. Mit der geschichtlichen Entwicklung, den uralten Traditionen der einheimischen Nomaden, der Praxis von Sportangeln und professionellem Angeltourismus, den aktuellen Taimen-Beständen an wichtigen und sehr unterschiedlichen Flüssen quer durch die ganze Nord-Mongolei.
Auf Gerüchte, Beschuldigungen und sogar Anklagen von Menschen, die nicht selbst dabei waren und sich nur vom Hörensagen eine vorgefertigte, moralisierende Meinung und massive Vorurteile gebildet haben, werde ich nicht antworten. Auf Hetzkampagnen von Rattenfängern und Weltumseglern zu reagieren ist Zeitverschwendung und auf dieser provokanten Ebene lässt man selbstgerechte Egomanen am besten alleine.
Es zeugt von der Arroganz und Überheblichkeit des Weissen Mannes, des Europäers, wenn der einheimischen Naturbevölkerung eine Ethik des Fischens und eine Ethik überhaupt abgesprochen wird. Die Unkenntnis der Landessprache und eine völlige Ignoranz müssen der Grund dafür sein, dass den vielen Besuchern und Reisenden in der Mongolei noch nie die reichen Überlieferungen und Geschichten über den mythischen Taimen zu Ohren gekommen sind, der den Nomaden heilig ist, und über seine Bedeutung in der uralten Mythologie und Naturreligion des Landes. Es ist ein erfundenes und ständig wiederholtes Märchen, dass Mongolen keine Fische essen würden und erst beim Weissen Mann das Angeln abgeschaut hätten. Gerade die Taimen-Bestände und alle Fischbestände in der Mongolei waren über Jahrhunderte und über Jahrtausende völlig intakt und gesund und haben die Bevölkerung natürlich auch immer miternährt. Selbst zu Zeiten der Sowjet-Union und unter russischer Herrschaft hat sich das nicht wesentlich geändert.
Jedoch gerade mit der Ankunft des ignoranten, aber belehrenden Europäers aus dem Westen, ist in den letzten 20 Jahren das Gleichgewicht an vielen Flüssen in Stadtnähe und in etwas besser erschlossenen Provinzen, sowie in Gebieten in denen von europäischen und amerikanischen Privatfirmen und Konzernen Rohstoffe abgebaut werden, zunehmend aus dem Lot geraten. Diese Entwicklung haben wir seit dem Kolonial -und Industrie-Zeitalter natürlich weltweit und nicht nur in der Mongolei. Dieses abgeschottete Land blieb aber länger von einer zügellosen Gier und einem auf ständigen Wachstum aufgebauten Turbo-Kapitalismus länger verschont.
Aber unser europäisches Modell des Bewirtschaftens von Gewässern aus einer dichtgedrängten Zivilisation in weitgehend unberührte Landschaften und riesige Wildnisgebiete übertragen zu wollen, hat noch nie und nirgends funktioniert. Dieses System klingt dort nicht an, ist auf diese Weise auch völlig überflüssig. Es sei denn, man möchte einzelne, bereits komplett umgekippte Ökosysteme neu aufbauen, wie in Europa und den USA.
- Jahrhundertelang ist man sehr gut ohne diese Belehrungen ausgekommen und die Gewässer waren immer voller Fische und haben die Naturbevölkerung ernährt. Bleibt doch einfach weg mit Euren Errungenschaften der zvilisierten Welt und arroganter Besserwisserei ! Bringt lieber die eigenen Flüsse und die eigenen fatalen Fehler in den eigenen Ländern wieder in Ordnung, wie es von vielen Idealisten in so bewundernswerter Weise auch versucht wird.
- Respektvolle Reisende und disziplinierte Sportangler mit einer gewissen Demut, die den stolzen einheimischen Nomaden Verständnis entgegenbringen und offen zuhören wollen, wie man im Einklang mit der Natur lebt, sind immer willkommen und werden Freunde an den fischreichen Flüssen finden....
Auf meinen Reisen und langen Aufenthalten als traditioneller Jäger und Angler und Fotograf vor über 20 Jahren, vor 10 Jahren und auch heute, bin ich noch nie jemandem in der Mongolei und in Sibirien begegnet, der mir einen Taimen oder einen "Bärenabschuss" verkaufen wollte. Auch von keinem kommerziellen Reiseanbieter für Sportangler. Nie, zu keiner Zeit und bei keiner Begebenheit. Vielleicht pflege ich den richtigen Freundeskreis. Und ich erlaube mir zu sagen, daß ich das Land als Reisender, als Angelgast, als Freund vieler Einheimischer, als Führer für Sportangler von vielen Perspektiven aus gesehen und kennengelernt habe.
Nie habe ich irgendwo ein Abschlachten oder Ausbeuten oder einen respektlosen Umgang mit den Fischen gesehen. Es sei denn vereinzelt in der Nähe von Städten, - von arbeitslosen verarmten Einheimischen die ihre traditionelle Lebensweise aufgegeben haben, von unwissenden Individual-Touristen oder von einem seltsamen Billig -und Pauschaltourismus, den man sicher nicht als professionelles Sportangeln bezeichnen kann.
Einzelne Übergriffe von undisziplinierten Angeltouristen hat es gegeben und die uns bekannten Fälle kann ich sehr genau dokumentieren. Das sind die Vorfälle aus der modernen Pionierzeit vor 15 bis 20 Jahren, die offensichtlich einen Anstoß zu den vielen Gerüchten gegeben haben und von geltungsbedürftigen Mitbewerbern beharrlich wiederholt und bis zur Unkenntlichkeit verbreitet werden.
- Wenn der unbedarfte aber wohlhabende Tourist in Ulaan Baatar nach einem Taimen fragt, wird er ihn in manchen Restaurants auch geliefert bekommen. Frisch auf einem Teller, um diesen legendären Fisch kosten zu dürfen. Für teures Geld natürlich. Aber ebenso wird man auf Zanzibar in Ost-Afrika von dem erstbesten Taxifahrer Haifischflossen und Zähne vom Großen Weissen geliefert bekommen, wenn man danach fragt und es für Geld verlangt !
Ansonsten frage ich jeden der Hunderte von Besuchern auf meinem Messestand in Fürstenfeld, die mir diese Gerüchte zutragen, ob er denn auch schon selbst als Sportangler in der Mongolei gewesen sei ? - Keiner. Kein einziger. Aber jeder hat schon eine vorgefertigte Meinung. In diesem Frühjahr war ein älterer Bayer, ein reifer Fliegenfischer auf meinem Stand, der als Einziger vor 8 Jahren mit uns in der Mongolei geangelt hatte. Vor versammelten Interessenten habe ich ihn seine Berichte laut wiederholen lassen : - Noch nie in seinem Anglerleben, weder vorher noch nachher, hat er je solchen Fischreichtum erlebt und so gut geangelt. Von Abschlachten oder respektlosem Umgang konnte auch dieser Fliegenfischer nichts berichten.
Ohne die regelmässigen Einkünfte von verantwortungsvollen Sportanglern könnten wir die jährliche Pacht der langen Wildnis-Flüsse nicht aufbringen, die auf ein halbes Jahrhundert von der Regierung gepachtet sind. Wir könnten unsere mongolischen Mitarbeiter für ihre Arbeit und treuen Dienste in den Camps und im Büro nicht bezahlen. Nicht einmal das Kraftfutter für die Pferde aus weit entfernten Magazinen in Dörfern könnten wir herbeischaffen. Auch der spärliche Lohn der berittenen Grenz -und Wildschützer würde von der Regierung nicht ausgezahlt werden, wenn wir die teuren staatlichen Taimen-Lizenzen nicht bezahlen könnten. Auch die ganze Ausstattung unserer Camps wurde vom reisenden Sportangler über die Jahre hinweg bezahlt. Ohne diese Einnahmen und ohne einen guten Ruf wären wir schon längst nicht mehr vor Ort. Wir sind auch nicht die Sorte von Land aufkaufenden Amerikanern. Dazu fehlt jegliches Kapital. Business und Kommerz kann man in anderen Geschäftsbereichen viel profitabler und mit weniger Aufwand betreiben. - Oder man versucht einfach davon zu leben, was man wirklich liebt und mit Leidenschaft betreibt.
Mit voreingenommenen Menschen, die noch nie an richtigen Taimenflüssen geangelt haben, die an den guten Revieren und geschützten Flüssen noch nicht einmal gekratzt haben, die Nationalparks mit staatlichen Reglementierungen und streng limitierten Taimen-Lizenzen und berittener Überwachung nicht kennengelernt haben, werde ich mich an dieser Stelle nicht mehr unterhalten.
Es gibt gute und vernünftige Gründe dafür, warum wir die Turnschuh-Touristen und auch eingebildete junge Besserwisser lieber nicht an unseren Hauptlagern und zu recht legendären Flüssen begrüssen möchten. Ansonsten kehren auch bekannte und erfahrene Angler, viele verdiente Namen aus der Branche, einfache und disziplinierte Sportsmänner seit 10 Jahren, manche Veteranen schon seit 20 Jahren jede Saison mit uns in die Mongolei zurück. Sicher nicht an leere Flüsse. Wer billig kauft, bekommt auch billig. Wer auf eigene Faust und mit wenig Zeit in einem riesigen Land reisen möchte ohne die Landessprache zu kennen, wird wenig finden und eher ins Wasser fallen. Wer auf junge Tour-Operater nach teurem amerikanischen Geschäftsmodell hereinfällt (17 Jahre Erfahrung !), aber noch ohne einen Männerbart, kann nicht besonders schlau sein und bleibt unbelehrbar.
Damit schalte ich mich jetzt aus dieser dilettantischen Diskussion aus und verschwende keine wertvolle Zeit mehr. - "Life is short, - fish hard !" Wenn der geneigte Leser mehr über das Fliegenfischen in der Mongolei von Insidern erfahren möchte, werde ich der geschätzten Redaktion sehr gerne neue und exklusvie Manuskripte und Bilddokumentationen zur Beurteilung vorlegen....
Ein schönes Wochenende wünscht
Jan Haman
Auf Gerüchte, Beschuldigungen und sogar Anklagen von Menschen, die nicht selbst dabei waren und sich nur vom Hörensagen eine vorgefertigte, moralisierende Meinung und massive Vorurteile gebildet haben, werde ich nicht antworten. Auf Hetzkampagnen von Rattenfängern und Weltumseglern zu reagieren ist Zeitverschwendung und auf dieser provokanten Ebene lässt man selbstgerechte Egomanen am besten alleine.
Es zeugt von der Arroganz und Überheblichkeit des Weissen Mannes, des Europäers, wenn der einheimischen Naturbevölkerung eine Ethik des Fischens und eine Ethik überhaupt abgesprochen wird. Die Unkenntnis der Landessprache und eine völlige Ignoranz müssen der Grund dafür sein, dass den vielen Besuchern und Reisenden in der Mongolei noch nie die reichen Überlieferungen und Geschichten über den mythischen Taimen zu Ohren gekommen sind, der den Nomaden heilig ist, und über seine Bedeutung in der uralten Mythologie und Naturreligion des Landes. Es ist ein erfundenes und ständig wiederholtes Märchen, dass Mongolen keine Fische essen würden und erst beim Weissen Mann das Angeln abgeschaut hätten. Gerade die Taimen-Bestände und alle Fischbestände in der Mongolei waren über Jahrhunderte und über Jahrtausende völlig intakt und gesund und haben die Bevölkerung natürlich auch immer miternährt. Selbst zu Zeiten der Sowjet-Union und unter russischer Herrschaft hat sich das nicht wesentlich geändert.
Jedoch gerade mit der Ankunft des ignoranten, aber belehrenden Europäers aus dem Westen, ist in den letzten 20 Jahren das Gleichgewicht an vielen Flüssen in Stadtnähe und in etwas besser erschlossenen Provinzen, sowie in Gebieten in denen von europäischen und amerikanischen Privatfirmen und Konzernen Rohstoffe abgebaut werden, zunehmend aus dem Lot geraten. Diese Entwicklung haben wir seit dem Kolonial -und Industrie-Zeitalter natürlich weltweit und nicht nur in der Mongolei. Dieses abgeschottete Land blieb aber länger von einer zügellosen Gier und einem auf ständigen Wachstum aufgebauten Turbo-Kapitalismus länger verschont.
Aber unser europäisches Modell des Bewirtschaftens von Gewässern aus einer dichtgedrängten Zivilisation in weitgehend unberührte Landschaften und riesige Wildnisgebiete übertragen zu wollen, hat noch nie und nirgends funktioniert. Dieses System klingt dort nicht an, ist auf diese Weise auch völlig überflüssig. Es sei denn, man möchte einzelne, bereits komplett umgekippte Ökosysteme neu aufbauen, wie in Europa und den USA.
- Jahrhundertelang ist man sehr gut ohne diese Belehrungen ausgekommen und die Gewässer waren immer voller Fische und haben die Naturbevölkerung ernährt. Bleibt doch einfach weg mit Euren Errungenschaften der zvilisierten Welt und arroganter Besserwisserei ! Bringt lieber die eigenen Flüsse und die eigenen fatalen Fehler in den eigenen Ländern wieder in Ordnung, wie es von vielen Idealisten in so bewundernswerter Weise auch versucht wird.
- Respektvolle Reisende und disziplinierte Sportangler mit einer gewissen Demut, die den stolzen einheimischen Nomaden Verständnis entgegenbringen und offen zuhören wollen, wie man im Einklang mit der Natur lebt, sind immer willkommen und werden Freunde an den fischreichen Flüssen finden....
Auf meinen Reisen und langen Aufenthalten als traditioneller Jäger und Angler und Fotograf vor über 20 Jahren, vor 10 Jahren und auch heute, bin ich noch nie jemandem in der Mongolei und in Sibirien begegnet, der mir einen Taimen oder einen "Bärenabschuss" verkaufen wollte. Auch von keinem kommerziellen Reiseanbieter für Sportangler. Nie, zu keiner Zeit und bei keiner Begebenheit. Vielleicht pflege ich den richtigen Freundeskreis. Und ich erlaube mir zu sagen, daß ich das Land als Reisender, als Angelgast, als Freund vieler Einheimischer, als Führer für Sportangler von vielen Perspektiven aus gesehen und kennengelernt habe.
Nie habe ich irgendwo ein Abschlachten oder Ausbeuten oder einen respektlosen Umgang mit den Fischen gesehen. Es sei denn vereinzelt in der Nähe von Städten, - von arbeitslosen verarmten Einheimischen die ihre traditionelle Lebensweise aufgegeben haben, von unwissenden Individual-Touristen oder von einem seltsamen Billig -und Pauschaltourismus, den man sicher nicht als professionelles Sportangeln bezeichnen kann.
Einzelne Übergriffe von undisziplinierten Angeltouristen hat es gegeben und die uns bekannten Fälle kann ich sehr genau dokumentieren. Das sind die Vorfälle aus der modernen Pionierzeit vor 15 bis 20 Jahren, die offensichtlich einen Anstoß zu den vielen Gerüchten gegeben haben und von geltungsbedürftigen Mitbewerbern beharrlich wiederholt und bis zur Unkenntlichkeit verbreitet werden.
- Wenn der unbedarfte aber wohlhabende Tourist in Ulaan Baatar nach einem Taimen fragt, wird er ihn in manchen Restaurants auch geliefert bekommen. Frisch auf einem Teller, um diesen legendären Fisch kosten zu dürfen. Für teures Geld natürlich. Aber ebenso wird man auf Zanzibar in Ost-Afrika von dem erstbesten Taxifahrer Haifischflossen und Zähne vom Großen Weissen geliefert bekommen, wenn man danach fragt und es für Geld verlangt !
Ansonsten frage ich jeden der Hunderte von Besuchern auf meinem Messestand in Fürstenfeld, die mir diese Gerüchte zutragen, ob er denn auch schon selbst als Sportangler in der Mongolei gewesen sei ? - Keiner. Kein einziger. Aber jeder hat schon eine vorgefertigte Meinung. In diesem Frühjahr war ein älterer Bayer, ein reifer Fliegenfischer auf meinem Stand, der als Einziger vor 8 Jahren mit uns in der Mongolei geangelt hatte. Vor versammelten Interessenten habe ich ihn seine Berichte laut wiederholen lassen : - Noch nie in seinem Anglerleben, weder vorher noch nachher, hat er je solchen Fischreichtum erlebt und so gut geangelt. Von Abschlachten oder respektlosem Umgang konnte auch dieser Fliegenfischer nichts berichten.
Ohne die regelmässigen Einkünfte von verantwortungsvollen Sportanglern könnten wir die jährliche Pacht der langen Wildnis-Flüsse nicht aufbringen, die auf ein halbes Jahrhundert von der Regierung gepachtet sind. Wir könnten unsere mongolischen Mitarbeiter für ihre Arbeit und treuen Dienste in den Camps und im Büro nicht bezahlen. Nicht einmal das Kraftfutter für die Pferde aus weit entfernten Magazinen in Dörfern könnten wir herbeischaffen. Auch der spärliche Lohn der berittenen Grenz -und Wildschützer würde von der Regierung nicht ausgezahlt werden, wenn wir die teuren staatlichen Taimen-Lizenzen nicht bezahlen könnten. Auch die ganze Ausstattung unserer Camps wurde vom reisenden Sportangler über die Jahre hinweg bezahlt. Ohne diese Einnahmen und ohne einen guten Ruf wären wir schon längst nicht mehr vor Ort. Wir sind auch nicht die Sorte von Land aufkaufenden Amerikanern. Dazu fehlt jegliches Kapital. Business und Kommerz kann man in anderen Geschäftsbereichen viel profitabler und mit weniger Aufwand betreiben. - Oder man versucht einfach davon zu leben, was man wirklich liebt und mit Leidenschaft betreibt.
Mit voreingenommenen Menschen, die noch nie an richtigen Taimenflüssen geangelt haben, die an den guten Revieren und geschützten Flüssen noch nicht einmal gekratzt haben, die Nationalparks mit staatlichen Reglementierungen und streng limitierten Taimen-Lizenzen und berittener Überwachung nicht kennengelernt haben, werde ich mich an dieser Stelle nicht mehr unterhalten.
Es gibt gute und vernünftige Gründe dafür, warum wir die Turnschuh-Touristen und auch eingebildete junge Besserwisser lieber nicht an unseren Hauptlagern und zu recht legendären Flüssen begrüssen möchten. Ansonsten kehren auch bekannte und erfahrene Angler, viele verdiente Namen aus der Branche, einfache und disziplinierte Sportsmänner seit 10 Jahren, manche Veteranen schon seit 20 Jahren jede Saison mit uns in die Mongolei zurück. Sicher nicht an leere Flüsse. Wer billig kauft, bekommt auch billig. Wer auf eigene Faust und mit wenig Zeit in einem riesigen Land reisen möchte ohne die Landessprache zu kennen, wird wenig finden und eher ins Wasser fallen. Wer auf junge Tour-Operater nach teurem amerikanischen Geschäftsmodell hereinfällt (17 Jahre Erfahrung !), aber noch ohne einen Männerbart, kann nicht besonders schlau sein und bleibt unbelehrbar.
Damit schalte ich mich jetzt aus dieser dilettantischen Diskussion aus und verschwende keine wertvolle Zeit mehr. - "Life is short, - fish hard !" Wenn der geneigte Leser mehr über das Fliegenfischen in der Mongolei von Insidern erfahren möchte, werde ich der geschätzten Redaktion sehr gerne neue und exklusvie Manuskripte und Bilddokumentationen zur Beurteilung vorlegen....
Ein schönes Wochenende wünscht
Jan Haman
Zuletzt geändert von Jan Haman am 23.10.2011, 14:39, insgesamt 13-mal geändert.
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Magallan
Re: Sagenhaft, "meterlange Äschen", Angeltourismus usw.
Hallo Jan
Ein angagierter interesant zu lesender Text!
Las mich auf einige dieser Punkte eingehen:
Jan schrieb:
Vielmehr begann, oder wurde der kommerziele Angelreise turismus, hier ausschliesslich das Fliegenfischen, durch Joe Brooks angestossen und später mit den Amerikanischen “Peace Corps” in den frühen 60 er Jahren des letzten Jahrhunderts weitergeführt. Auf diese Weise entwickelten sich die argentinisch/ amerikanische Flyfishing culture um es ein wenig lax auszudrücken. Die ersten “Estancias” in Chile sowie Argentinien boten nun brown trout fishing natürlich auf catch & release Basis für zahlungfähige “dankbare Kunden” ( natürlich über Agenturen die nicht in Argentinien / Chile ansäsig waren)
Und nun kommen wir zur Kehrseite deines allgemein gehaltenen, heute im Jahr 2011 hat dies Form des “Schutzes heimatlicher Recourcen” dazu geführt das zb. Pablo C. Und seine Familie nicht mehr an den Fluss zum Fischen kommen! Zu schade auch, dumerweise haben die Guardepescas ( Fischereiaufseher) auch keinen Zugang mehr zum Fluss ! Aber Ok. Das alles hat ja eine Samariter gleichen Hintergrund: den Fischbestand zu schützen.
Island: Auch hier wird Fischbestand geschützt genauer Salmo salar. Mit dem Aufkauf des Fischereirechtes auf Lax ziehen wieder vermehrt Laichfische die Flüse hinauf( beiseite gelassen die immensen Besatzmassnahmen auch dort wo niemals ein Laichaufstieg möglich war... ) Natürlich entstehen dem Berufsfischer keine finanz. Nachteile, sie werden aus dem grossen Topf bezahlt, gut gefüllt mit dem Geld aus Lizenzeinnahmen der Angelgäste. Das Island mit die teuersten und ertragreichsten Beats der Welt aufzuweisen hat ist klar. Jetzt kann man wieder anfangen zu hinterfragen weshalb die Laxangelwoche dort eine nicht unerheblich Menge Geld kostet, um den Fischbestand zu schützen ? Oder auch in einer nicht unerheblichen Weise ein gutes Geschäft zu machen. Nothing wrong with that! Das ist ein Beispiel das hier aufzeige und nicht bewerte !!
Das sind nur wenige Beispiele aus Ländern deren Fischerei- Kultur mir bestens bekannt sind und aufzeigen das diese Art des Fischereitourismus in allererster Linie eine Priorität hat BUSINESS !
Da gibt es andere die zahlen Werbewirksam eine prozentuale der Einnahmen in einen “Fund” oder angagieren sich in sozialen Bereichen, Lobenswert, das meine ich ohne jeglichen Zynismus!
Warum ich das alles schrieb?
Jan schrieb:
Jan, deine romatischen Vorstellungen/Mission eines Gutmenschen auf Samaritermission teile ich nicht, auch wenn dein Text im Allgemeinüblichen Sinne schlüssig ist. Wenn natürlich dein Reisebericht, der von Komerziellem nur so strotzt nur eine Konvention hat, den Schutz der Mongolischen Flora und Fauna zu erhalten dann frage ich mich wesshalb Deine Gäste Zahlen müssen... Natürlich nimmt das jetzt alles ein wenig groteske Züge an und ich kann diesen Text nur schwerlich frei von Zynik halten, aber auch du bist lediglich einer von vielen Komerziellen die hier die Werbetrommel für ihre Agentur rühren. Und nein, das meine ich schon wieder nicht abwertend, nur warum windest Du dich in einem Masse gegen diesen Fakt das Deine Person langsam an Authentität verliert ?
Auch ich selbst bin in Gewissen Masse im Tourismusbereich tätig mit eigener Philosophie und meine Berichte (ich möchte es weniger Reiseberichte nennen) sind komerziell und rühren die Werbetrommel, diffamiert und diskrediediert( richtig geschrieben?) fühle ich mich nicht, davon abgesehen das hier im forum Reiseberichte der Kommerziellen eher ignoriert sind und Bewertungen dieser nur stattfinden wenn wirklich, sagen wir aussergewöhnliches Inhaltliches hervorsticht.
Gruss Heiko
Ein angagierter interesant zu lesender Text!
Las mich auf einige dieser Punkte eingehen:
Jan schrieb:
Jan schrieb:Generationen einheimischer Familien, die vom Reichtum ihrer Flüsse und von den dankbaren Besuchern und Anglern leben, werden doch alles für den Erhalt ihrer heimatlichen Resourcen und Traditionen tun. Ebenso verantwortungsvolle Reiseveranstalter für Sportangler, die langfristig in feste Camps viel Geld investieren, werden doch die auf Generationen gepachteten Flüsse nicht leerfischen lassen !
Ich erlaube mir Deinen angagierten aber etwas zu allgemein gehaltenen Erklärungsversuch zu den Weltweit gut geführten Lodges zu relativieren: Chile und im besonderen Argentinien ( weil ich dort lebe ) fallen hier Durch Dein Raster, dort existieren keine dieser Traditionen im herkömmlichen fam. Stil.Niemand, der die freie Natur und unseren Angelsport wirklich liebt, wird sich doch an Abschlachten oder an schonungslosem Umgang mit edlen Sportfischen beteiligen wollen. Ganz der Gegenteil ist der Fall und ich sehe das an allen gut geführten Lodges und Flüssen weltweit.
Vielmehr begann, oder wurde der kommerziele Angelreise turismus, hier ausschliesslich das Fliegenfischen, durch Joe Brooks angestossen und später mit den Amerikanischen “Peace Corps” in den frühen 60 er Jahren des letzten Jahrhunderts weitergeführt. Auf diese Weise entwickelten sich die argentinisch/ amerikanische Flyfishing culture um es ein wenig lax auszudrücken. Die ersten “Estancias” in Chile sowie Argentinien boten nun brown trout fishing natürlich auf catch & release Basis für zahlungfähige “dankbare Kunden” ( natürlich über Agenturen die nicht in Argentinien / Chile ansäsig waren)
Und nun kommen wir zur Kehrseite deines allgemein gehaltenen, heute im Jahr 2011 hat dies Form des “Schutzes heimatlicher Recourcen” dazu geführt das zb. Pablo C. Und seine Familie nicht mehr an den Fluss zum Fischen kommen! Zu schade auch, dumerweise haben die Guardepescas ( Fischereiaufseher) auch keinen Zugang mehr zum Fluss ! Aber Ok. Das alles hat ja eine Samariter gleichen Hintergrund: den Fischbestand zu schützen.
Island: Auch hier wird Fischbestand geschützt genauer Salmo salar. Mit dem Aufkauf des Fischereirechtes auf Lax ziehen wieder vermehrt Laichfische die Flüse hinauf( beiseite gelassen die immensen Besatzmassnahmen auch dort wo niemals ein Laichaufstieg möglich war... ) Natürlich entstehen dem Berufsfischer keine finanz. Nachteile, sie werden aus dem grossen Topf bezahlt, gut gefüllt mit dem Geld aus Lizenzeinnahmen der Angelgäste. Das Island mit die teuersten und ertragreichsten Beats der Welt aufzuweisen hat ist klar. Jetzt kann man wieder anfangen zu hinterfragen weshalb die Laxangelwoche dort eine nicht unerheblich Menge Geld kostet, um den Fischbestand zu schützen ? Oder auch in einer nicht unerheblichen Weise ein gutes Geschäft zu machen. Nothing wrong with that! Das ist ein Beispiel das hier aufzeige und nicht bewerte !!
Das sind nur wenige Beispiele aus Ländern deren Fischerei- Kultur mir bestens bekannt sind und aufzeigen das diese Art des Fischereitourismus in allererster Linie eine Priorität hat BUSINESS !
Da gibt es andere die zahlen Werbewirksam eine prozentuale der Einnahmen in einen “Fund” oder angagieren sich in sozialen Bereichen, Lobenswert, das meine ich ohne jeglichen Zynismus!
Warum ich das alles schrieb?
Jan schrieb:
Ich knüpfe nun am vorherigen geschlossenen thread an:Die kommerziellen Verdienste in dieser Branche des Tourismus werden auch weit überschätzt und es lohnt sich doch überhaupt nicht, selbst wenn man sich bereichern wollte.
Jan, deine romatischen Vorstellungen/Mission eines Gutmenschen auf Samaritermission teile ich nicht, auch wenn dein Text im Allgemeinüblichen Sinne schlüssig ist. Wenn natürlich dein Reisebericht, der von Komerziellem nur so strotzt nur eine Konvention hat, den Schutz der Mongolischen Flora und Fauna zu erhalten dann frage ich mich wesshalb Deine Gäste Zahlen müssen... Natürlich nimmt das jetzt alles ein wenig groteske Züge an und ich kann diesen Text nur schwerlich frei von Zynik halten, aber auch du bist lediglich einer von vielen Komerziellen die hier die Werbetrommel für ihre Agentur rühren. Und nein, das meine ich schon wieder nicht abwertend, nur warum windest Du dich in einem Masse gegen diesen Fakt das Deine Person langsam an Authentität verliert ?
Auch ich selbst bin in Gewissen Masse im Tourismusbereich tätig mit eigener Philosophie und meine Berichte (ich möchte es weniger Reiseberichte nennen) sind komerziell und rühren die Werbetrommel, diffamiert und diskrediediert( richtig geschrieben?) fühle ich mich nicht, davon abgesehen das hier im forum Reiseberichte der Kommerziellen eher ignoriert sind und Bewertungen dieser nur stattfinden wenn wirklich, sagen wir aussergewöhnliches Inhaltliches hervorsticht.
Gruss Heiko
Zuletzt geändert von Magallan am 25.10.2011, 23:41, insgesamt 1-mal geändert.






