Bernd Ziesche hat geschrieben: Dies tust Du damit, dass Du "angelst, weil Du Fische zum eigenen Verzehr fangen und entnehmen möchtest".
Lieber Bernd,
wobei wir wieder beim Thema sind. Dies ist der einzige Grund, den uns der Gesetzgeber zur Ausübung unserer Tätigkeit erlaubt. Meist steht da: Grundlage des Angelns ist die "sinnvolle Verwertung" und in vielen Interpretationen der Urteile ist damit der menschliche Verzehr gemeint - klingt komisch, iss aber so. Da steht nichts von Drillfreude, Spaß an der Natur oder dem Fang kapitaler Fische - der Grund ist zutiefst menschlich und für jeden nachvollziehbar.
Ja und nochmals ja würde ich dir antworten. Zum einen genieße ich selbstverständlich das Gesamterlebnis des Angelns und zu diesem gehört für mich auch, dass es z.B. keine effektivere Methode gibt, einen wild aufgewachsenen Fisch in seiner natürlichen Umgebung zu fangen, zu töten und zu essen. Dieses Erlebnis ist in seiner Qualität mit nichts anderem vergleichbar und nicht reproduzierbar. Würde ich in deinem Sinne argumentieren, bekäme ich mit Recht Ärger mit der gesamten Tierschutz-Front.Bernd Ziesche hat geschrieben: Dass jemand nicht primär angelt, weil er das Gesamterlebnis des Angelns genießt, sondern primär einen Fisch zum Essen haben möchte, glaube ich nicht. Sonst würde ich ihn fragen, ob ihm bewusst ist, wie ineffektiv sein Weg zum Ziel ist.![]()
Was wäre, wenn der Fisch totgestreichelt wird?Bernd Ziesche hat geschrieben: Im Gegenteil hier kenne ich durchaus nicht wenig Angler, die gar keinen Fisch essen, oder die es eher traurig macht, einen toten Fisch zu sehen.
Nein, ohne Jux - wir sind ja im Forum fast unter uns: Mit welcher Legitimation soll so ein Kollege sein Handeln gegenüber Außenstehenden rechtfertigen?
Was wäre denn in deinen Augen der vernünftige Grund?
Mich macht auch vieles traurig, ganz bestimmt, aber bei einem toten Fisch (den ich vielleicht noch selbst mit meiner völlig komplizierten Fliegenfischer-Methode geangelt habe) kommt in einem winzig kleinen Hinterstübchen der Urmensch mit seinem Verlangen nach Jagdbeute durch. Dieses Gefühl ist uns meiner Meinung nach allen gemein, auch wenn wir es noch so oft sublimieren wollen. Daran hat sich seit der Jungsteinzeit nichts geändert.
Gleichwohl sind die Fische heute immer noch verdammt glitschig, was dann wohl den gesetzeskonformen Entnahme-Vorsatz bei der praktischen Umsetzung stark beeinträchtigt. Kann man sich darauf einigen?
Liebe Grüße in den Norden,
Olaf






