Äschenlaichzeit
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Royal Coachman
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Re: Äschenlaichzeit
Hallo !
Was willst Du denn?
Du schreibst etwas, ohne zu wissen, um welchen Seentyp es sich handelt, welche Fischarten dort vorkommen, auf welcher Seehöhe er liegt und besonders wie nahrungsarm oder -reich dieses Gewässer ist, von den Besonderheiten, die an und in jedem Gewässer vorkommen einmal ganz abgesehen.
RC
Was willst Du denn?
Du schreibst etwas, ohne zu wissen, um welchen Seentyp es sich handelt, welche Fischarten dort vorkommen, auf welcher Seehöhe er liegt und besonders wie nahrungsarm oder -reich dieses Gewässer ist, von den Besonderheiten, die an und in jedem Gewässer vorkommen einmal ganz abgesehen.
RC
Der immer auf Seiten der Fische steht!
- Gammarus roeseli
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Re: Äschenlaichzeit
@ Jürgen
Wirklich ganz, ganz tolle Fotos, danke fürs reinstellen!!
@ RC
aha, so, so und wie kommst Du darauf lieber Gebhard?? Das interessiert uns sicher alle (!) hier im Forum lieber Gebhard.
LG
Christian
Wirklich ganz, ganz tolle Fotos, danke fürs reinstellen!!
@ RC
"Einer der anpassungsfähigsten Fische" also,Royal Coachman hat geschrieben: Meiner Meinung nach ist die Äsche einer der anpassungsfähigsten Fische, ...
LG
Christian
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Bernhard
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Re: Äschenlaichzeit
Hallo Jürgen!
Wirklich sehr schöne Bilder. Weckt viele nette Erinnerungen an spannende Untersuchungen in mir. Ich befasse mich sehr intensiv mit dem Laichverhalten der Äsche. Bei uns kann man zum Glück laichende Äschen teilweise noch in größerer Zahl beobachten.
Hier ein kurzer Einblick in die Welt der laichenden Äschen:
Die Laichzeit der Äsche hängt sehr stark von lokalen Gegebenheiten ab; allgemein werden die Monate März bis Mai, in Ausnahmefällen Februar bis Juni, angegeben. Der wichtigste Faktor, welcher Laichwanderungen auslöst bzw. das Laichverhalten steuert, ist die Wassertemperatur. Generell ist zu sagen, dass Äschen ab einer Wassertemperatur von 5 °C ablaichen können, dies ist die unterste physiologische Grenze (unter dieser Temperatur findet keine Ovulation statt). Als Durchschnittswert für das Laichen können Temperaturen von 6-10 °C und darüber angegeben werden, das trifft zumindest auf die von mir beobachteten Gewässer zu. Das bedeutet natürlich nicht, dass während der Laichzeit keine tieferen Temperaturen auftreten können, es geht hier nur um den Laichakt selbst.
Zuerst steigen die Männchen in die Laichgebiete auf, wo sie Territorien besetzen, welche gegenüber Eindringlingen energisch verteidigt werden. Hierbei kann man oftmals sehr spektakuläre Kämpfe zwischen den Milchnern beobachten: Seite an Seite stehend, schlagen sie sich gegenseitig in die Flanken. Oft lässt sich ein Männchen etwas zurückfallen, um mit geballter Wucht vorzupreschen und seinen Gegner einen Schlag in die Seite zu versetzen. Dadurch wird versucht, den Kontrahenten in eine ungünstige Schräglage zu bringen, sodass er durch die Strömung erfasst und ein kleines Stück abgetrieben wird. Mitunter vervollständigt der Sieger seinen Kampf, indem er den Unterlegenen noch verfolgt. Im seichten Wasser lassen sich solche Kämpfe gut beobachten. Mitunter zerschneiden die Männchen im kaum körpertiefen Wasser mit ihren Rückenflossen die Wasseroberfläche.
Die Weibchen steigen kurze Zeit später in die Laichgebiete auf und werden von den aggressiven Männchen in den Territorien nur zum unmittelbaren Ablaichen geduldet; sonst halten sie sich stets etwas abseits auf, um sich dem Gesichtskreis der Milchner zu entziehen.
Ist ein Rogner nun ablaichbereit, so nähert er sich einem Milchner an ("approach“) und zeigt seine Laichbereitschaft durch eine charakteristische "Demutshaltung“ an: der Körper wird bogenförmig gekrümmt und die Rückenflossen angelegt ("posture of readiness“). Seite an Seite, unter leichten Zitterbewegungen ("quivering“), sucht das Pärchen nun in der unmittelbaren Umgebung einen geeigneten Platz zum Ablaichen auf. Anschließend stülpt das Männchen seine große Rückenflosse über jene des Weibchens ("dorsal fin clasping“) und drückt dieses dadurch zu Boden. Nun platziert das Männchen seine Schwanzwurzel über die des Weibchens ("tail crossing“). Ähnlich einer Schlagbohrmaschine treibt er nun, mit Unterstützung des Weibchens, die Analregion durch immer heftiger werdende Schwanzbewegungen in das Kiessubstrat. Das Anlegen der Laichgrube erfolgt bei der Äsche also nicht wie bei anderen Salmoniden vor, sondern während des Laichaktes. Man kann sich den Bewegungsablauf etwa so vorstellen, dass der gemeinsame Kreuzungspunkt bei der Schwanzwurzel als eine Art „Scharnier“ dient und die Schwanzflossen als Schaufeln fungieren. Bei diesem Vorgang sieht oder hört man sogar die um das Pärchen wegfliegenden Steinchen. Auch feiner Sand, der sich im Schotterlückensystem befindet, wird hinter dem Paar als kleines Staubwölkchen sichtbar. Im seichten Wasser macht sich dieser Akt als charakteristisches "schlagend-patschendes“ Geräusch bemerkbar. Es gibt sogar Untersuchungen, in denen in der in der Nacht Laichakte mittels Tonbandgerät aufgezeichnet wurden und somit die Anzahl der Laichakte über einen bestimmten Zeitraum verfolgt wurden.
Zurück zum Laichakt: in diesem Stadium sind Kopf und Schwanz nach oben orientiert, während die Schwanzwurzel Richtung Substrat gedrückt wird ("head and tail up posture“). Nun folgt noch der gemeinsame Höhepunkt mit der Abgabe von Eiern und Spermien. Dabei öffnen beide Partner für kurze Zeit das Maul, wodurch der Eindruck entsteht, als würden sie gähnen ("gaping“). Damit ist der Laichakt vollständig und vollzogen. Beide Partner lösen sich voneinander, verharren aber noch kurzzeitig nebeneinander, ehe sich der Rogner zurückzieht oder vom Milchner vertrieben wird.
Beide Geschlechter laichen ihren Gonadeninhalt nicht auf einmal ab; bei jedem Laichakt wird nur eine Portion abgegeben. Die Rogner kehren dabei nach einer kurzen Erholungspause und erneuter Ablaichbereitschaft zu den Milchnern zurück, wobei die Geschlechtspartner mitunter häufig wechseln.
Der hier geschilderte Ablauf ist jedoch nur der Idealfall. Sehr häufig wird ein Laichakt abgebrochen, meist dann, wenn das Pärchen durch andere Milchner gestört wird. Ich konnte beispielsweise an einem künstlich angelegten Laichbach einen Paarungserfolg (d. h. Anteil vollständiger Laichakte) von lediglich 20 % feststellen; in Freigewässern wurden Paarungserfolge von 36-43 % beobachtet.
Anzumerken wäre noch, dass es auch Männchen gibt, welche keine Territorien besetzten. Diese sind in der Regel die kleinsten (meist Erstlaicher) und verfolgen eine Art "Anschleichtaktik“, um sich von den aggressiven territorialen Männchen unbemerkt einem ablaichbereiten Weibchen nähern zu können – sehr oft vergeblich. Es kommt auch vor, dass diese kleineren "sneaker“ bei einem Pärchen als Dritte am Laichakt teilnehmen.
Wie bereits angemerkt, wird die Laichgrube bei Äschen im Zuge des Laichaktes angelegt, ist jedoch im Gegensatz zu anderen Salmoniden deutlich kleiner (meist etwa handtellergroße flache Vertiefung) und als solche oftmals kaum oder gar nicht wahrnehmbar. Das hängt aber sehr stark vom Gewässeruntergrund ab. Die Eier liegen in relativ oberflächennahen Schichten in einer Tiefe von etwa 3-7 cm.
Die Aktivitäten folgen während der Laichzeit einem täglichen Rhythmus: in der Früh und am Vormittag halten sich sowohl Männchen als auch Weibchen gemeinsam in tieferen, strömungsberuhigten Ruhebereichen (z. B. Gumpen, Kolke) auf, wo sie sich zur Erholung vom Laichgeschäft in teils größeren Scharen ohne jegliche Aggressivität zusammenfinden. Meistens werden am späten Vormittag oder zu Mittag – mit steigenden Wassertemperaturen – die Territorien besetzt (es kann mitunter auch früher oder später sein), das darauffolgende Ablaichen findet dann bis in den Abend hinein statt, ich konnte teils selbst bis weit nach Mitternacht noch laichende Äschen beobachten. Nachts, mitunter aber erst in der Morgendämmerung, werden die Territorien wieder verlassen.
Nicht selten können Kaltlufteinbrüche zu einer Unterbrechung oder gar zu einem Abbruch des Laichens führen. Die Äschen verlassen dann das Laichgebiet bzw. die Laichplätze und kehren bei steigenden Temperaturen wieder zurück (oder im ungünstigsten Fall nicht mehr).
Soweit ein kurzer Überblick, ich muss mich jetzt noch anderen Eiern zuwenden. In diesem Sinne frohe Ostern,
Bernhard
Wirklich sehr schöne Bilder. Weckt viele nette Erinnerungen an spannende Untersuchungen in mir. Ich befasse mich sehr intensiv mit dem Laichverhalten der Äsche. Bei uns kann man zum Glück laichende Äschen teilweise noch in größerer Zahl beobachten.
Hier ein kurzer Einblick in die Welt der laichenden Äschen:
Die Laichzeit der Äsche hängt sehr stark von lokalen Gegebenheiten ab; allgemein werden die Monate März bis Mai, in Ausnahmefällen Februar bis Juni, angegeben. Der wichtigste Faktor, welcher Laichwanderungen auslöst bzw. das Laichverhalten steuert, ist die Wassertemperatur. Generell ist zu sagen, dass Äschen ab einer Wassertemperatur von 5 °C ablaichen können, dies ist die unterste physiologische Grenze (unter dieser Temperatur findet keine Ovulation statt). Als Durchschnittswert für das Laichen können Temperaturen von 6-10 °C und darüber angegeben werden, das trifft zumindest auf die von mir beobachteten Gewässer zu. Das bedeutet natürlich nicht, dass während der Laichzeit keine tieferen Temperaturen auftreten können, es geht hier nur um den Laichakt selbst.
Zuerst steigen die Männchen in die Laichgebiete auf, wo sie Territorien besetzen, welche gegenüber Eindringlingen energisch verteidigt werden. Hierbei kann man oftmals sehr spektakuläre Kämpfe zwischen den Milchnern beobachten: Seite an Seite stehend, schlagen sie sich gegenseitig in die Flanken. Oft lässt sich ein Männchen etwas zurückfallen, um mit geballter Wucht vorzupreschen und seinen Gegner einen Schlag in die Seite zu versetzen. Dadurch wird versucht, den Kontrahenten in eine ungünstige Schräglage zu bringen, sodass er durch die Strömung erfasst und ein kleines Stück abgetrieben wird. Mitunter vervollständigt der Sieger seinen Kampf, indem er den Unterlegenen noch verfolgt. Im seichten Wasser lassen sich solche Kämpfe gut beobachten. Mitunter zerschneiden die Männchen im kaum körpertiefen Wasser mit ihren Rückenflossen die Wasseroberfläche.
Die Weibchen steigen kurze Zeit später in die Laichgebiete auf und werden von den aggressiven Männchen in den Territorien nur zum unmittelbaren Ablaichen geduldet; sonst halten sie sich stets etwas abseits auf, um sich dem Gesichtskreis der Milchner zu entziehen.
Ist ein Rogner nun ablaichbereit, so nähert er sich einem Milchner an ("approach“) und zeigt seine Laichbereitschaft durch eine charakteristische "Demutshaltung“ an: der Körper wird bogenförmig gekrümmt und die Rückenflossen angelegt ("posture of readiness“). Seite an Seite, unter leichten Zitterbewegungen ("quivering“), sucht das Pärchen nun in der unmittelbaren Umgebung einen geeigneten Platz zum Ablaichen auf. Anschließend stülpt das Männchen seine große Rückenflosse über jene des Weibchens ("dorsal fin clasping“) und drückt dieses dadurch zu Boden. Nun platziert das Männchen seine Schwanzwurzel über die des Weibchens ("tail crossing“). Ähnlich einer Schlagbohrmaschine treibt er nun, mit Unterstützung des Weibchens, die Analregion durch immer heftiger werdende Schwanzbewegungen in das Kiessubstrat. Das Anlegen der Laichgrube erfolgt bei der Äsche also nicht wie bei anderen Salmoniden vor, sondern während des Laichaktes. Man kann sich den Bewegungsablauf etwa so vorstellen, dass der gemeinsame Kreuzungspunkt bei der Schwanzwurzel als eine Art „Scharnier“ dient und die Schwanzflossen als Schaufeln fungieren. Bei diesem Vorgang sieht oder hört man sogar die um das Pärchen wegfliegenden Steinchen. Auch feiner Sand, der sich im Schotterlückensystem befindet, wird hinter dem Paar als kleines Staubwölkchen sichtbar. Im seichten Wasser macht sich dieser Akt als charakteristisches "schlagend-patschendes“ Geräusch bemerkbar. Es gibt sogar Untersuchungen, in denen in der in der Nacht Laichakte mittels Tonbandgerät aufgezeichnet wurden und somit die Anzahl der Laichakte über einen bestimmten Zeitraum verfolgt wurden.
Zurück zum Laichakt: in diesem Stadium sind Kopf und Schwanz nach oben orientiert, während die Schwanzwurzel Richtung Substrat gedrückt wird ("head and tail up posture“). Nun folgt noch der gemeinsame Höhepunkt mit der Abgabe von Eiern und Spermien. Dabei öffnen beide Partner für kurze Zeit das Maul, wodurch der Eindruck entsteht, als würden sie gähnen ("gaping“). Damit ist der Laichakt vollständig und vollzogen. Beide Partner lösen sich voneinander, verharren aber noch kurzzeitig nebeneinander, ehe sich der Rogner zurückzieht oder vom Milchner vertrieben wird.
Beide Geschlechter laichen ihren Gonadeninhalt nicht auf einmal ab; bei jedem Laichakt wird nur eine Portion abgegeben. Die Rogner kehren dabei nach einer kurzen Erholungspause und erneuter Ablaichbereitschaft zu den Milchnern zurück, wobei die Geschlechtspartner mitunter häufig wechseln.
Der hier geschilderte Ablauf ist jedoch nur der Idealfall. Sehr häufig wird ein Laichakt abgebrochen, meist dann, wenn das Pärchen durch andere Milchner gestört wird. Ich konnte beispielsweise an einem künstlich angelegten Laichbach einen Paarungserfolg (d. h. Anteil vollständiger Laichakte) von lediglich 20 % feststellen; in Freigewässern wurden Paarungserfolge von 36-43 % beobachtet.
Anzumerken wäre noch, dass es auch Männchen gibt, welche keine Territorien besetzten. Diese sind in der Regel die kleinsten (meist Erstlaicher) und verfolgen eine Art "Anschleichtaktik“, um sich von den aggressiven territorialen Männchen unbemerkt einem ablaichbereiten Weibchen nähern zu können – sehr oft vergeblich. Es kommt auch vor, dass diese kleineren "sneaker“ bei einem Pärchen als Dritte am Laichakt teilnehmen.
Wie bereits angemerkt, wird die Laichgrube bei Äschen im Zuge des Laichaktes angelegt, ist jedoch im Gegensatz zu anderen Salmoniden deutlich kleiner (meist etwa handtellergroße flache Vertiefung) und als solche oftmals kaum oder gar nicht wahrnehmbar. Das hängt aber sehr stark vom Gewässeruntergrund ab. Die Eier liegen in relativ oberflächennahen Schichten in einer Tiefe von etwa 3-7 cm.
Die Aktivitäten folgen während der Laichzeit einem täglichen Rhythmus: in der Früh und am Vormittag halten sich sowohl Männchen als auch Weibchen gemeinsam in tieferen, strömungsberuhigten Ruhebereichen (z. B. Gumpen, Kolke) auf, wo sie sich zur Erholung vom Laichgeschäft in teils größeren Scharen ohne jegliche Aggressivität zusammenfinden. Meistens werden am späten Vormittag oder zu Mittag – mit steigenden Wassertemperaturen – die Territorien besetzt (es kann mitunter auch früher oder später sein), das darauffolgende Ablaichen findet dann bis in den Abend hinein statt, ich konnte teils selbst bis weit nach Mitternacht noch laichende Äschen beobachten. Nachts, mitunter aber erst in der Morgendämmerung, werden die Territorien wieder verlassen.
Nicht selten können Kaltlufteinbrüche zu einer Unterbrechung oder gar zu einem Abbruch des Laichens führen. Die Äschen verlassen dann das Laichgebiet bzw. die Laichplätze und kehren bei steigenden Temperaturen wieder zurück (oder im ungünstigsten Fall nicht mehr).
Soweit ein kurzer Überblick, ich muss mich jetzt noch anderen Eiern zuwenden. In diesem Sinne frohe Ostern,
Bernhard
Die Natur ist aller Meister - Meister (Goethe)
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Jürgen Gaul
Re: Äschenlaichzeit
Hallo Bernhard,
recht herzlichen Dank für Deine höchst interessanten Anmerkungen!
Noch ein schönes Restosterfest wünscht Dir
Jürgen
recht herzlichen Dank für Deine höchst interessanten Anmerkungen!
Noch ein schönes Restosterfest wünscht Dir
Jürgen
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Royal Coachman
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Re: Äschenlaichzeit
Hallo Bernhard!
Ein sehr interessanter und umfassender Beitrag, der sich voll und ganz mit meinen gemachten Beobachtungen deckt.
Einen interessanten Zusatz darf ich noch anfügen, den wir im Zuge von Untersuchungen in Tirol feststellen konnten.
Es sind von den vorhandenen Milchnern immer nur 25-35% laichreif, dies liegt wahrscheinlich daran, daß das Verhältnis von Rognern zu Milchnern bis zu 1 : 7 auseinanderklaffen kann. Da aber nicht alle Rogner zur selben Zeit zur Eiablage kommen, werden auch die Milchner zeitmäßig gestaffelt laichreif.
tight lines
RC
Ein sehr interessanter und umfassender Beitrag, der sich voll und ganz mit meinen gemachten Beobachtungen deckt.
Einen interessanten Zusatz darf ich noch anfügen, den wir im Zuge von Untersuchungen in Tirol feststellen konnten.
Es sind von den vorhandenen Milchnern immer nur 25-35% laichreif, dies liegt wahrscheinlich daran, daß das Verhältnis von Rognern zu Milchnern bis zu 1 : 7 auseinanderklaffen kann. Da aber nicht alle Rogner zur selben Zeit zur Eiablage kommen, werden auch die Milchner zeitmäßig gestaffelt laichreif.
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Bernhard
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Re: Äschenlaichzeit
Hallo Gebhard!
Sehr interessant! Dieses Phänomen kannte ich bisher nicht, zumindest nicht in diesem Ausmaß. Ich würde darüber gern Näheres erfahren. Gib's dazu vielleicht einen Bericht oder Aufzeichnungen, die Du mir per PN zukommen lassen könntest?
Danke und LG,
Bernhard
Sehr interessant! Dieses Phänomen kannte ich bisher nicht, zumindest nicht in diesem Ausmaß. Ich würde darüber gern Näheres erfahren. Gib's dazu vielleicht einen Bericht oder Aufzeichnungen, die Du mir per PN zukommen lassen könntest?
Danke und LG,
Bernhard
Die Natur ist aller Meister - Meister (Goethe)
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Siegfried.
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Re: Äschenlaichzeit
Hallo Bernhard &Gebhard,
von so extremen Geschlechter-Verhältnissen kenne ich auch nichts 1,3 - 1,7 (nicht 7) ist mir aus der Lit. bekannt. Eigene Beobachtungen gehen eher in 1 : 1. Nur werden bei den Befischungen auf den Laichbänken, wie sich aus deinen (Bernh.) Beobachtungen, die ich voll bestätigen kann, ja leicht verstehen lässt, überproportional Männchen gefangen, da die sich dort die ganze Zeit aufhalten und Hektik machen, während die Weibchen nur am Rand bleiben und nach der Laichabgabe zudem komplett wieder aus dem Bereich verschwinden.
Light lines
Siegfried
von so extremen Geschlechter-Verhältnissen kenne ich auch nichts 1,3 - 1,7 (nicht 7) ist mir aus der Lit. bekannt. Eigene Beobachtungen gehen eher in 1 : 1. Nur werden bei den Befischungen auf den Laichbänken, wie sich aus deinen (Bernh.) Beobachtungen, die ich voll bestätigen kann, ja leicht verstehen lässt, überproportional Männchen gefangen, da die sich dort die ganze Zeit aufhalten und Hektik machen, während die Weibchen nur am Rand bleiben und nach der Laichabgabe zudem komplett wieder aus dem Bereich verschwinden.
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Siegfried
Fische sind zu schöne Geschöpfe um nur einmal bewundert zu werden
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Re: Äschenlaichzeit
Das kann ganz einfach am starken Befischungsdruck liegen und ist auch so in der Literatur beschrieben.Royal Coachman hat geschrieben: ... ... , daß das Verhältnis von Rognern zu Milchnern bis zu 1 : 7 auseinanderklaffen kann.
Im Buch "Die Süßwasserfische Europas" steht dazu
Zitat:
Äschen sind ideale Objekte für die Fliegenfischerei.
In stark befischten Gewässern kann sich das Geschlechterverhältnis jedoch ungünstig verschieben: da Männchen schon im zweiten oder dritten, Weibchen aber erst im vierten Jahr laichreif werden (und Weibchen leichter an die Angel gehen), kann es leicht zu einem Weibchenmangel mit entsprechend nachteiliger Bestandsentwicklung kommen.
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Kanne
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Re: Äschenlaichzeit
Hallo Jürgen,
herzlichen Dank für Deine Antwort, wir haben bei uns im Erzgebirge eine "deckungsgleiche" Strecke, dort lebt die wohl letzte halbwegs in der Altersstruktur intakte Äschenpopulation, meine Beobachtungen gleichen Deinen. Sende Dir Do. oder Fr. mal ne pn, danke,
Gruß, Lutz
herzlichen Dank für Deine Antwort, wir haben bei uns im Erzgebirge eine "deckungsgleiche" Strecke, dort lebt die wohl letzte halbwegs in der Altersstruktur intakte Äschenpopulation, meine Beobachtungen gleichen Deinen. Sende Dir Do. oder Fr. mal ne pn, danke,
Gruß, Lutz
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Bernhard
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Re: Äschenlaichzeit
Siegfried. hat geschrieben:1,3 - 1,7 (nicht 7) ist mir aus der Lit. bekannt. Eigene Beobachtungen gehen eher in 1 : 1. Nur werden bei den Befischungen auf den Laichbänken, wie sich aus deinen (Bernh.) Beobachtungen, die ich voll bestätigen kann, ja leicht verstehen lässt, überproportional Männchen gefangen, da die sich dort die ganze Zeit aufhalten und Hektik machen, während die Weibchen nur am Rand bleiben und nach der Laichabgabe zudem komplett wieder aus dem Bereich verschwinden.
Das kann ich im Großen und Ganzen bestätigen. Das Geschlechtsverhältnis ändert sich während der Laichzeit verständlicherweise. Ich war in einem Jahr bei drei Laichbefischungen in einem Zubringer zugegen und konnte folgendes Verhältnis Rogner : Milchner bestimmen: beim ersten Termin zu Beginn der Laichzeit 1 : 3,3, beim zweiten wenige Tage später 1 : 2,3 und wiederum einige Tage danach 1 : 2. Nur, wie Du schon sagst, die Rogner verlassen die Laichgebiete viel eher als die Milchner, wodurch sie fast immer unterrepräsentiert erscheinen.
LG,
Bernhard
Die Natur ist aller Meister - Meister (Goethe)
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Re: Äschenlaichzeit
Hallo Christian,
Wenn ich dir zeitgleich 'ne Äsche und 'ne Bachforelle anbiete........welchen Fisch nimmst Du in der Regel für die Küche? Den den Du nicht schuppen musst und der meist nicht modrig schmeckt, oder den bei dem dir die Schuppen um die Ohren fliegen und der auch schon mal ganz gerne ein wenig erdig schmeckt?
Ist jetzt aber 'ne reine Spekulation von mir bzw. basiert auf persönliche Beobachtungen. - Ich weiß: Andere haben andere Beobachtungen gemacht...........usw..
liebe Grüsse
Detlef
Literatur hin oder her.........ich glaube nicht das die Äsche ein so bedeutender Speisefisch ist, das dieser unter einer übermäßigen Entnahme gelitten haben könnte. Im Großen und Ganzen ist da meiner Meinung nach die Forelle eher der Fisch der diesbezüglich bestandsmäßig leidet.Das kann ganz einfach am starken Befischungsdruck liegen und ist auch so in der Literatur beschrieben.
Wenn ich dir zeitgleich 'ne Äsche und 'ne Bachforelle anbiete........welchen Fisch nimmst Du in der Regel für die Küche? Den den Du nicht schuppen musst und der meist nicht modrig schmeckt, oder den bei dem dir die Schuppen um die Ohren fliegen und der auch schon mal ganz gerne ein wenig erdig schmeckt?
Ist jetzt aber 'ne reine Spekulation von mir bzw. basiert auf persönliche Beobachtungen. - Ich weiß: Andere haben andere Beobachtungen gemacht...........usw..
liebe Grüsse
Detlef
Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat sich selbst zu beherrschen !
Albert Schweitzer
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Re: Äschenlaichzeit
Hi Detlef,henkiboy hat geschrieben: Wenn ich dir zeitgleich 'ne Äsche und 'ne Bachforelle anbiete........welchen Fisch nimmst Du in der Regel für die Küche? Den den Du nicht schuppen musst und der meist nicht modrig schmeckt, oder den bei dem dir die Schuppen um die Ohren fliegen und der auch schon mal ganz gerne ein wenig erdig schmeckt?
naaa die Äsche ist doch ganz klar!! Aber, der Saibling
LG
Christian
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Re: Äschenlaichzeit
PS: Das Fleisch der Äsche hat einen Thymiangeschmack, ist aber schon sehr schnell verderblich… 
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Olaf Kurth
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Re: Äschenlaichzeit
Moin Detlef,
unsere Äschen können geschmacklich mit jeder Forelle mithalten. Ich wunder mich auch von wegen modriger Geschmack............
Aber was schreibe ich, in einem Verein ist die Äsche seit Jahren geschützt und in meinem anderen Verein ist sie so massiv dezimiert worden, dass wir keine mehr entnehmen. Habe gestern noch zwei große Thymianduftenden Fische (ca. 45 und ü50) von der Nassfliege befreit und schwimmen lassen. Dafür habe ich zwei wilde Rainis (mit voll entwickelten Gonaden) zum Essen eingeladen.............
Liebe Grüße,
Olaf
unsere Äschen können geschmacklich mit jeder Forelle mithalten. Ich wunder mich auch von wegen modriger Geschmack............
Aber was schreibe ich, in einem Verein ist die Äsche seit Jahren geschützt und in meinem anderen Verein ist sie so massiv dezimiert worden, dass wir keine mehr entnehmen. Habe gestern noch zwei große Thymianduftenden Fische (ca. 45 und ü50) von der Nassfliege befreit und schwimmen lassen. Dafür habe ich zwei wilde Rainis (mit voll entwickelten Gonaden) zum Essen eingeladen.............
Liebe Grüße,
Olaf
Und Gott sprach zu den Steinen im Fluss: "Wollt ihr Mitglieder der UNERSCHROCKENEN werden?" Und die Steine antworteten: "Nein Herr, dafür sind wir nicht hart genug."






