Hallo Detlef,
henkiboy hat geschrieben:Meine Vermutung:
Ersteres zeigt eine Subimago von der klassischen BWO (Baetis rhodani) - männlich.
Die Steinfliege gehört zu Gattung Isoperla und ist wahrscheinlich eine grammatica.
Letzteres Bild zeigt eventuell eine Kolonie von Lepidostoma pluviale.
Ein paar Anmerkungen zu Deiner Frage:
Die Eintagsfliege gehört wegen der 2 Schwanzfäden und der (auf dem Bild schwer erkennbaren) Äderung der Flügel zur Familie
Baetidae. Ob es nun
B. rhodani oder eine andere Baetis-Art oder gar eine andere Gattung der Baetidae (z.B.
Cloeon, Centroptilum etc.) ist, lässt sich am Bild nicht feststellen. By the way: als "blue winged olive" bezeichnen die englischen Fliegenfischer die Eintagsfliege
Ephemerella (Serratella) ignita, die 3 Schwanzfäden besitzt und zu einer anderen Familie
Ephemerellidae gehört. Die von Dir erwähnte Subimago der
Baetis rhodani wird im angelsächsischen Sprachraum als "large dark olive dun" bezeichnet.
Die Steinfliege ist mit Sicherheit keine Isoperla, sondern ein Tier aus der Familie
Perlidae, also eine Perla-Art oder der häufige
Dinocras cephalotes aus derselben Familie. Aber auch eine der großen
Perlodes-Arten aus der Familie
Perlodidae kann man nicht ausschließen. Hierzu müsste man das Tierchen aus dorsaler Perspektive sehen, um die Flügeläderung erkennen zu können. Die Perlodes-Arten sind am unregelmäßigen Adergeflecht in der Spitze des Vorderflügels leicht von den Perla-Arten abzutrennen.
Zu Deiner "Köcherfliegenkolonie":
"
Lepidostoma pluviale", wie kommst Du denn darauf

???. Diese Art aus der Neuen Welt kommt bei uns nicht vor! Schau mal bitte auf der "Trichoptera World Checklist" nach:
http://www.clemson.edu/cafls/department ... search.php. Grundsätzlich ist die Bestimmung von Köcherfliegenlarven aufgrund eines Fotos kaum möglich. Die bestimmungsrelevanten Merkmale wie z.B. Beborstung und Sklerotisierung von Pro-, Meso- und Metanotum, Bau der Kiemen, Beborstung der Tibien etc. sind nur bei einer Entnahme des Tiers aus seinem Köcher unter dem Binokular möglich. Auch der Versuch einer Bestimmung anhand von Köchermerkmalen scheitert, da die Köcher einer Population an einem Standort zwar u.U. recht einheitlich sind, in anderen Gewässern jedoch aus völlig anderem Material bestehen können.
Viele Grüße
Jürgen