Fränkische Saale

Wie der Name schon sagt: Vor der Haustür fischt es sich fast immer am besten. In Deutschland gibt es eine Vielzahl großartiger "Fliegenwasser". Habt Ihr Fragen oder wollt Ihr eine Empfehlung aussprechen?

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Beckumer
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Fränkische Saale

Ungelesener Beitrag von Beckumer »

Es war ein warmer Morgen an diesem 15.08.12 im unterfränkischen Gemünden. Die Sonne war noch nicht ganz über die Berggipfel gestiegen als ich gegen halb 7 meine Ferienwohnung verließ. Die ganze Woche waren wir Vorort mit reichlich Sonne beschenkt worden und das Thermometer stieg in den letzten Tagen immer weiter hinauf bis auf die 30 °C. Auch heute sollte ein solch warmer Sommertag werden und ich freute mich spätestens in einer halben Stunde im kühlen Nass zu stehen.
Nachdem ich den Wagen mit allen Utensilien bepackt hatte, machte ich mich auf den Weg. Ich hatte mir am Vortag einen Tagesschein für die Fränkische Saale geholt. Dieser Fluss mündet zusammen mit der Sinn im Main. Die Saale ist nicht nur aufgrund ihrer wunderschönen Ufervegetation sondern auch durch ihren Fischreichtum und den unterschiedlichen Strömungsverhältnissen als ein Top Angelgewässer bekannt. Die Wassertiefe schwankt zwischen 30 und 120 cm. Tiefe Gumpen sind in der Mitte und im Uferbereich zu finden, Zahlreiche Fahnengewächse und Steine bieten den Fischen ausgezeichnete Standplätze.

Ich war bisher noch nie an der Saale zum Fliegenfischen, war aber sofort von diesem Fluss in seinen Bann gezogen worden.
Als ich nach einer kurzen Autofahrt schließlich am Wasser angekommen war und meine 6er Fliegenrute der Marke Winter in Kombination mit einer Rolle der Marke Bauer und einer 7er Fliegenschnur (schwimmend) mit sinkenden Vorfach ausgerüstet habe, begann ich meinen Angeltag, der einige Überraschungen für mich bereit hielt und mich noch früh genug ins Staunen versetzen sollte.
Ich begann damit, mir einen geeigneten Einstiegspunkt zu suchen, was nicht allzu schwer fiel. Nachdem ich ein wenig flussabwärts fischte bekam ich schon nach den ersten 10 Würfen einen Biss auf meine braune Nymphen Imitation mit Goldkopf. Nach einem schönen Drill landete ich schließlich eine 32er Äsche, die nach dem Lösen des Hakens wieder zurück in ihre heimischen Gefilde gesetzt wurde. Nach diesem Biss ging es Schlag auf Schlag. Fast jeder 3. Wurf zog einen Biss nach sich. Doch die Forellen blieben aus. Hauptsächlich stiegen Döbel auf meine Nymphe ein und boten mir einige aufregende Fluchten. Insgesamt fing ich an diesem Tag 20 Döbel die alle zwischen 30 und 45 cm maßen
Nachdem der Tag sich langsam der Mittagszeit neigte, beschloss ich noch einmal weiter oberhalb im Fluss ein paar Würfe zu machen um danach eine wohlverdiente Mittagspause einzulegen.
Als ich oberhalb an einer mir interessant erscheinenden Stelle ankam, fing ich an die Nymphe am gegenüberliegenden Ufer unter einigen tiefer hängenden Ästen anzubieten. Der Grund war hier von Fahnengewächsen geprägt und ich hatte das Gefühl, dass hier so einige Überraschungen auf mich warten könnten.
Doch mit dem was daraufhin passierte, hatte ich selbst nicht gerechnet. Als ich mit dem vierten Wurf wieder einmal unter den Ast eines Baumes warf und die Fliege abdriften ließ, erkannte ich im Wasser eine schimmernde Flanke eines nicht allzu kleinen Fisches. Ich hoffte das dieser meine Fliege wahrgenommen hatte und fühlte mich sofort bestätigt als ein Ruck durch die Rute ging. Mit dem Anhieb merkte ich, dass mein Verstand mir keinen Streich gespielt hatte. Es war wirklich ein größerer Fisch der meine Fliege genommen hatte. Im Drill wunderte ich mich über die Intensität der Fluchtversuche des Fisches. Anfangs dachte ich, es sei ein größerer Döbel mit dem ich es hier zu tun hatte, doch nachdem der Fisch sich während seiner Flucht aus dem Wasser katapultierte erkannte ich, das es eine sehr starke Rotgetupfte war mit der ich es hier zu tun hatte. Mein Herz fing auf einmal an schneller zu pochen, nachdem ich merkte, das ich es hier mit meiner Traumforelle zu tun hatte. Die wilden Fluchtversuche ließen sofort erkennen, dass es sich bei der Bachforelle um ein wildes Exemplar handeln musste.
Ich war mir unsicher ob meine Nymphe, die ich auf einem 12er Haken gebunden hatte, den heftigen Sprints standhalten würde oder ob ich am Ende niedergeschlagen nach Hause fahren durfte.

Der Drill dauerte ca. 20 min und nachdem ich schätzungsweise 30 m mit dem Fisch flussabwärts gewandert war, konnte ich den ersten Versuch starten den Fisch mit dem Kescher zu landen.
Natürlich hatte ich Angst das sobald ich mich der Forelle nähern würde und sie meinen Schatten und den Kescher erkennen würde sie erneut einen Sprint absolviert und auf diese Weise meine Nymphe restlos überfordert sein würde und ausschlitzen könnte. Doch ich hatte Glück und konnte sie beim ersten Versuch erfolgreich Keschern. Als die Forelle endlich
in meinem Kescher lag fiel mir ein großer Stein vom Herzen. Ich watete zurück zum Ufer und konnte nun endlich meinen Fang genauer begutachten. Das Maßband gab mir endlich Gewissheit.
Mir war eine 54er Bachforelle ins Netz gegangen und war somit meine größte Bachforelle, die ich an einer Fliegenrute gedrillt hatte. Diesen Tag werde ich mir rot im Kalender einkreuzen und niemals vergessen. Die Fränkische Saale werde ich niemals vergessen und hoffe das in den zwei Monaten in denen ich noch in diesem traumhaften Gewässer und diesem wunderschönen Fleck Erde mit der Fliegenrute umherziehe, mir noch einige fränkische Überraschungen widerfahren werden.
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Beckumer
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Re: Fränkische Saale

Ungelesener Beitrag von Beckumer »

So nun nochmal ein Bild zu meinem Fang
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Steff-Peff
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Re: Fränkische Saale

Ungelesener Beitrag von Steff-Peff »

Hallo Bekumer,

Petri zu der schönen Bafo und auch dem weiteren Erfolg den Du hattest =D> Ich wohne in der Nähe
von Gemünden, habe aber noch nie in der Saale gefischt, wenn dann in der Sinn. Hast Du es da
schon mal probiert ?

Gruß
Stefan
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Beckumer
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Re: Fränkische Saale

Ungelesener Beitrag von Beckumer »

Hallo Steff,
ne habe noch nicht in der Sinn gefischt. Habe das daber die Tage noch vor, da ich aus beruflichen Gründen für 2 Monate hier sein darf. Zur Zeit finde ich die Saale sehr ansprechend, zudem ich gestern dann nocheinmal da war und zwar leider nur auf die Spinnrute noch eine 60er Bachforelle gefangen habe.
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Beckumer
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Re: Fränkische Saale

Ungelesener Beitrag von Beckumer »

Hier meine 60er
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Zuletzt geändert von Beckumer am 23.08.2012, 10:33, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Fränkische Saale

Ungelesener Beitrag von adrian313 »

Ein sehr liebloses Foto.... ohne Respekt für die Kreatur (auch wenn schon tot) [-X
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Peter Pan
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Re: Fränkische Saale

Ungelesener Beitrag von Peter Pan »

Beckumer hat geschrieben:Hallo Steff,
ne habe noch nicht in der Sinn gefischt.
Hallo Bekumer,

lass das lieber mit der Sinn. Da schwimmen nur kleine Fische herum und mit der Spinnrute darf man da auch nicht spielen.
Sicher nicht das richtige Gewässer für dich.

Gruß

Peter
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Steff-Peff
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Re: Fränkische Saale

Ungelesener Beitrag von Steff-Peff »

Hallo Peter,

nicht ganz korrekt. Z.B. im Gemündener Abschnitt ist Spinnfischen erlaubt, wobei ich auch reiner
Flifi bin. Fakt ist aber, daß der Befischungsdruck sehr hoch ist. Die Saale ist aber auch ein stark
frequentiertes Gewässer, garniert mit jede Menge Kanufahrern :-)

Gruß
Stefan
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Re: Fränkische Saale

Ungelesener Beitrag von greypanther »

Hi lieber Peter,

Dir brauche ich ja nicht zu sagen, welcher "Fraktion" ich angehöre. Dennoch möchte ich eine kleine Lanze für Beckumer aka Thomas brechen.
Jeder, der die Fränkische Saale einigermaßen kennt, weiß, dass dieser Fluss in vielen Abschnitten mit der Fliege praktisch nicht zu befischen ist. Die dicht bewachsenen extremen Steilufer und tiefes Wasser erlauben weder Würfe vom Ufer aus noch ein Watfischen in irgend einer Form. Wenn da jemand den Spinner einsetzt - so what. Man mag darüber denken was man will.

@Beckumer
Ist das die Strecke in Schönau wo Du fischst? Wenn ja, unterhalb der Fußgängerbrücke kannst Du auch auf kapitale Barben treffen. Ach ja, fast hätte ich es vergessen, Glückwunsch zu den beiden schönen Fischen.
Gruß
Klaus


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Beckumer
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Re: Fränkische Saale

Ungelesener Beitrag von Beckumer »

Danke erstmal für die Glückwünsche bin selber hin und weg von diesen beiden schönen Fängen.
@adrian: "Ja du hast Recht das das wirklich ein sehr liebloses Foto war. Ich habe nochmal ein neueres reingestellt. Aber ich denke, dass ich jegliche Arten von Tieren mit dem höchsten Respekt behandel."
@greypanther: "Richtig ist die Strecke in Schönau. Fische eigentlich nur mit der Fliege dort. Hatte auch schon eine schöne Barbe gefangen. Der Drill war unglaublich aber das ist ja jedem hier bekannt, dass, wenn man es mit einer Barbe an der Fliege zu tun hat, der Spaß nicht ausbleibt. Ich wollte heute abend nochmal los.

Ein Problem der Saale sehe ich in dem großen Döbelbestand. Aus diesem Grund sind höchstwahrscheinlich die Forellenbestände rückläufig. Selbst wenn man sich den Bestand der Hechte und Barsche vor Augen führt, ist dies hiermit zu erklären.
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Re: Fränkische Saale

Ungelesener Beitrag von greypanther »

Also, ich habe die Schönauer Strecke schon vor 30, 40 Jahren befischt. Auch damals waren die Forellen schon recht rar. Der Unterlauf der Saale in diesem Bereich hatte damals vor allem gigantische Populationen an Barben und Nasen.
Was das Döbel-"Problem" anbelangt so werden diese Fische vor allem aus dem nahe gelegenen Main aufsteigen. Wir haben am Unterlauf unseres Gewässers, das auch direkt in den Main mündet, ziemlich ähnliche Verhältnisse. Seit die Wasserqualität im Main erheblich angestiegen ist, haben sich auch Döbel und Rapfen enorm vermehrt.
Gruß
Klaus


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Re: Fränkische Saale

Ungelesener Beitrag von Kai Henneberg »

Hallo Miteinander,

kurze Frage, kann einer was zu der Gaststrecke zwischen Aschach und Kleinbrach bei Bad Bocklet sagen, empfehlenswert?
wie schauts da mit Barben aus


Gruß Kai
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Beckumer
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Re: Fränkische Saale

Ungelesener Beitrag von Beckumer »

Hallo Kai,
also ich selber kenn diese Strecke nicht. Kann dir deshalb leider nicht weiterhelfen.

@greypanther: Es ist wirklich schade das die Rapfen, Döbel, Barsche und Hecht die Forellen langsam verdrängen. Ich muss sagen ich war nun 5mal mit der Fliege an der Strecke und habe ca. 30 Döbel, 4 Barsche, 1 Hecht, 1 Äsche und die 2 Forellen gefangen. Mich verwundert es einfach das ich keine Forellen in der Größenordnung 30 - 40 cm fange. Durch meinen Arbeitskollegen, werde ich nun aber verstärkt auf Döbel gehen, da dieser gerne Fischfrikadellen macht. Wenn man nun die Angler dazu bekommen würde nicht nur die Edelfische aus dem Gewässer zu entnehmen, sondern mehr Hege betreiben würde, könnte man vielleicht kleine Veränderungen bewirken. Ich hoffe es zumindestens.

Gruß
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Re: Fränkische Saale

Ungelesener Beitrag von greypanther »

Servus Kai,

gefischt habe ich in der Aschach-Strecke selbst noch nicht. Kenne sie nur vom vorbei Fahren, da ich früher öfters die Saale bei Bad Neustadt befischt habe. Von der Gewäserstruktur her ist die Aschach-Strecke in jedem Falle eine der besten für Flifis am gesamten Mittellauf des Flüsschens. Rauschen und Rieselstrecken wechseln sich ab mit tieferen Gumpen, so dass man auch recht gut watend fischen kann.
Früher, in der Vor-Kormoran-Zeit, war das Revier für seinen guten Äschenbestand bekannt. Keine Ahnung wie es da heute aussieht. War schon sehr lange nicht mehr in der Gegend. Könnte mir vorstellen, dass es auch Barben in der Strecke hat, da ich auch schon welche weiter "oben" gefangen habe.
Beckumer hat geschrieben:Es ist wirklich schade das die Rapfen, Döbel, Pops und Hecht die Forellen langsam verdrängen. Ich muss sagen ich war nun 5mal mit der Fliege an der Strecke und habe ca. 30 Döbel, 4 Pops, 1 Hecht, 1 Äsche und die 2 Forellen gefangen. Mich verwundert es einfach das ich keine Forellen in der Größenordnung 30 - 40 cm fange. Durch meinen Arbeitskollegen, werde ich nun aber verstärkt auf Döbel gehen, da dieser gerne Fischfrikadellen macht. Wenn man nun die Angler dazu bekommen würde nicht nur die Edelfische aus dem Gewässer zu entnehmen, sondern mehr Hege betreiben würde, könnte man vielleicht kleine Veränderungen bewirken. Ich hoffe es zumindestens.
Die Schönau-Strecke war, so lange ich es kenne, noch nie ein Top-Forellenrevier, sondern schon immer ein Mischrevier mit großem Weißfischbestand.
Dass die gezielte Entnahme von Weißfischen durch Angler an der Situation was ändert, wage ich zu bezweifeln. Der "Nachschub" aus dem Main ist einfach zu gewaltig, und die Fische können ja bis zum Mühlwehr hindernislos aufsteigen.
Gruß
Klaus


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