Catch & Release: Lasst uns etwas ändern!

Was macht FLIEGENFISCHEN aus? Hier darf nach Herzenslust gefachsimpelt werden! Auch Termin- und andere Ankündigungen passen hier herein. Erlebtes Fliegenfischen - hier kannst Du Deine Erlebnisse für alle schildern, wir lesen gerne Storys von früher und heute!
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Martin 1960
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Re: Catch & Release: Lasst uns etwas ändern!

Ungelesener Beitrag von Martin 1960 »

Hallo und guten Abend wünsche ich Euch.

@Frank
Frank hat geschrieben:Vielleicht wäre es dann, wenn ich mit diesen Beobachtungen richtig liegen sollte,
vernünftig, uns auf eine Aktion gegen Widerhaken zu beschränken.
Das scheint mir immerhin ein wenig erfolgversprechend und am ehesten konsensfähig zu sein.
Oder eben doch zwei Petitionen, parallel starten.
Martin 1960 hat geschrieben:Zum Einem, eine Petition, für ein generelles Verbot von Widerhaken
und zum Anderen eine Petition für ein Verbot von Mehrfachhaken / Drillingen.
Die Petition, für ein generelles Verbot von Widerhaken, hat wohl gute Chancen auf Erfolg.

Die zweite Petition, für ein Verbot von Mehrfachhaken / Drillingen, könnte so Verlaufen,
dass mindestens klar wir, das sich viele "Sportangler" gegen den Gebrauch von Mehrfachhaken aussprechen.
Die Zeit ist dafür noch nicht reif, aber ein Anfang würde gemacht worden sein.
Etwaig könnten so doch einige notwendige "Unterstützer" gefunden werden.
Freundlicher Gruss, Martin

"jetzt kann ich es, ...." nur eine kurzer Moment!
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Re: Catch & Release: Lasst uns etwas ändern!

Ungelesener Beitrag von Michl »

Hallo,
Von C+R zum Verbot für Wider- und Mehrfachhaken also. :?:
Erstens ist schon genug verboten und zweitens haben wir genug Angriffsflächen für überschüssige Energie, bei der wir uns (ich spreche von allen Anglern)
nicht selber ins Knie schießen.

Lösen wir mit Anträgen zur naturnahen und fischverträglichen Regelung der Wasserkraft, der Regelung der Kormoranbestände, der Wasserverschmutzung und dem Rückbau begradigter Gewässer, um mal einige Beispiele zu nennen, wirklich gravierende Probleme die uns betreffen, anschließend verhindern wir Fischereiverbandschefs die sich öffentlich zu genveränderten Pflanzen und Tieren bekennen, dann sehen wir wie wir der Überfischung der Meere Herr werden.

Wenn wir das alles erledigt haben, erst dann dann denke ich darüber nach, mir einen der beschriebenen Aufkleber auf den Allerwertesten zu pappen.

Vorher nicht. Versprochen. :!:

Gruß Michl
Die Beute ist unwesentlich, entscheidend ist nur das Gefühl.
Bernd Ziesche

Re: Catch & Release: Lasst uns etwas ändern!

Ungelesener Beitrag von Bernd Ziesche »

Sehr interessant finden würde ich ein Informationsblatt über die Vorteile, welche ohne Widerhaken erzielbar sind. Solch Informationen würde ich mir z.B. auf Fischereischeinlehrgängen wünschen. Denn dort finden wir viele junge Menschen, die vermutlich am offensten für neue Wege sind?
Lieben Gruß
Bernd
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Martin 1960
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Re: Catch & Release: Lasst uns etwas ändern!

Ungelesener Beitrag von Martin 1960 »

Hallo guten Abend wünsche ich.

@Bernd
Vorsätzlich, in Bezug zum C&R, heißt grundsätzlich alle Fisch zu "releasen".
Bernd hat geschrieben:beim Meerforellenfischen und beim Hechtfischen (um nur 2 einfache Beispiele zu nennen) kann ich es unmöglich verhindern, dass kleine oder sich in schlechter Kondition befindliche (frisch abgelaichte) Fische ebenfalls anbeißen. Viele Fliegenfischer, die vllt. nicht wie ich 200 Tage und mehr im Jahr am Wasser sein können, möchten dies auch gar nicht. Sie freuen sich vielmehr über solch Fänge. Und auch ich freue mich durchaus über den Anbiß von einem kleineren Fisch, gerade nach längerer Durststrecke kann dies gut der Fall sein.
Diese kleinen oder schlecht konditionierten Fische möchte ich von vorneherein vorsätzlich zurücksetzen, sofern ich ihnen die gute Überlebenschance einräume.
Das, was Du beschrieben hast, ist das zurücksetzen aus Gründen der Hege.
Damit sind die Fische gemeint die zwar "übermaßig", also adult, sind,
aber frisch abgelaicht haben,
oder aber, durch ihre Färbung, als Fische zu erkennen sind, die ablaichen wollen.
Und das zurücksetzen von zu kleinen Fischen, ist ebenfalls eine Maßnahme aus Gründen der Hege.

All das ist kein C&R!
Freundlicher Gruss, Martin

"jetzt kann ich es, ...." nur eine kurzer Moment!
Bernd Ziesche

Re: Catch & Release: Lasst uns etwas ändern!

Ungelesener Beitrag von Bernd Ziesche »

Hallo Martin,
wenn Du für Dich das Catch & Release als das grundsätzliche Zurücksetzen aller Fische definierst, so ist es relativ uninteressant, darüber zu diskutieren. Denn das tut niemand, den ich in den letzten Jahren kennengelernt habe.
Catch & Release wird weitgehend als das Fangen eines Fisches mit dem Ziel, ihn nach Möglichkeit (wenn sinnvoll) zurückzusetzen definiert.
Dies kann z.B. für den zweiten und dritten Fisch in Erwägung gezogen werden, wenn man bereits einen Fisch zum Abendessen entnommen hat.
Hier:
http://www.catch-release.de/bericht.php?id=15
findest Du einige sehr gute Erläuterungen zum Thema.
Ich halte diese Initiative für sehr unterstützenswert und tue dies auch!
Ein sehr bekannter Vertreter des C&R Gedankens war sicherlich Lee Wulff. Auch von ihm finden wir reichlich Bilder von entnommenen Fischen im Netz.
Lieben Gruß
Bernd
FlySlave

Re: Catch & Release: Lasst uns etwas ändern!

Ungelesener Beitrag von FlySlave »

Hallo Bernd,

der Gesetzgeber himself hat das C&R definiert. Und nur genau dieses C&R ist verboten:
Mit der Absicht zum Angeln gehen, alle Fische zurückzusetzen.

Alles andere ist ok und wie Du sagst, nicht der Aufregung wert. Reiner Schonzeitkoller wie jedes Jahr.

TL, Carsten
Bernd Ziesche

Re: Catch & Release: Lasst uns etwas ändern!

Ungelesener Beitrag von Bernd Ziesche »

Hallo Carsten,
richtig...
Und diese ABSICHT hat ja keiner von uns.

Der Gesetzgeber hat da eine Definition von Catch & Release erfunden, die schlicht nicht mit dem übereinstimmt, was weltweit viele Angler tun, die sich Catch & Release auf die Fahne geschrieben haben. Genau dies führt(e) dazu, dass Catch & Release oft ganz falsch verstanden wurde und wird, und dadurch manchmal unberechtigt etwas zur "Hexenjagd" wurde und wird.

Das, was der Gesetzgeber unter diesem Begriff versteht, ist für mich überhaupt nicht von Interesse, da ich eh niemanden kenne, der dies betreibt. Das, was ich und viele Angler unter Catch & Release verstehen, interessiert mich allerdings sehr und ich unterstütze es auch.

Das Angeln alleine über das Ziel der Nahrungsbeschaffung definieren zu wollen, bleibt für mich schier lächerlich in Anbetracht der weltweiten Realität beim Angeln. Das zeigt mir nur, dass der/diejenige, die sich damit kurz beschäftigt haben, nicht viel davon verstehen.
Und genau hier wünsche ich mir erheblich mehr Zusammenhalt von uns Anglern. Angeln ist unser aller Leidenschaft und nicht unser aller Weg der Nahrungsbeschaffung.

Lieben Gruß
Bernd
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Achim Stahl
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Re: Catch & Release: Lasst uns etwas ändern!

Ungelesener Beitrag von Achim Stahl »

Moin,
Michl hat geschrieben:Hallo,
Von C+R zum Verbot für Wider- und Mehrfachhaken also. :?:
Erstens ist schon genug verboten und zweitens haben wir genug Angriffsflächen für überschüssige Energie, bei der wir uns (ich spreche von allen Anglern)
nicht selber ins Knie schießen.

Lösen wir mit Anträgen zur naturnahen und fischverträglichen Regelung der Wasserkraft, der Regelung der Kormoranbestände, der Wasserverschmutzung und dem Rückbau begradigter Gewässer, um mal einige Beispiele zu nennen, wirklich gravierende Probleme die uns betreffen, anschließend verhindern wir Fischereiverbandschefs die sich öffentlich zu genveränderten Pflanzen und Tieren bekennen, dann sehen wir wie wir der Überfischung der Meere Herr werden.

Wenn wir das alles erledigt haben, erst dann dann denke ich darüber nach, mir einen der beschriebenen Aufkleber auf den Allerwertesten zu pappen.

Vorher nicht. Versprochen. :!:

Gruß Michl
Da ist mir ein "Danke-Klick" echt zu wenig; noch mal ausdrücklich Danke, Michl! Du hast geschrieben, was mir die ganze Zeit im Kopf rumging.

Was für ein Schonzeit-Elfenbeinturm-Thread!

Ich versuche hartnäckig, Fliegen oder Fliegenhaken ohne Widerhaken zu verkaufen - die werden sogar von Kunden verschmäht, die sich öffentlich immer für widerhakenloses Fischen aussprechen. Wenn man an der Ostseeküste mal schaut, keine 5% der Fliegenfischer fischen widerhakenlos.

Außerhalb des Fliegenfischer-Elfenbeinturms ist es noch viel extremer: Ich habe mal in einer "Salmonidenangler-Gruppe" in einem bekannten sozialen Netzwerk angeregt, bei den hochgeschätzten Miniwobblern, mit denen die untermaßigen Bachforellen verangelt werden, die jeweils drei Drillinge mit Widerhaken gegen Einzelhaken auszutauschen - keine Chance, die Wobbler "laufen dann anders"!!!

An so einem Verbot ist außer denjenigen, die sowieso schon widerhakenlos fischen, kein Mensch interessiert. Schlagt das doch mal spaßeshalber im "Anglerboard" vor, dann werdet ihr "Volkes Stimme" vernehmen. Und dem Gesetzgeber und den Verbänden geht das sicherlich auch am Allerwertesten vorbei.

Besser finde ich es, diese Art zu fischen anderen vorzuleben - und nicht nur in der Theorie (!!!). Nur wenn wir durch unser Handeln zeigen, dass es auch anders geht und wir keine zeigefingerhebenden "Oberlehrerfischer" sind, können wir etwas erreichen.


... Und wenn wir uns inzwischen um die wirklich wichtigen anglerischen Themen kümmern, wie Michl das schon angeregt hat, bewegt sich vielleicht tatsächlich irgendwann etwas...


Viele Grüße!


Achim
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Kanne
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Re: Catch & Release: Lasst uns etwas ändern!

Ungelesener Beitrag von Kanne »

Hallo Michl, @all
sehr schöner Beitrag von Dir
Michl hat geschrieben:
„Lösen wir mit Anträgen zur naturnahen und fischverträglichen Regelung der Wasserkraft, der Regelung der Kormoranbestände, der Wasserverschmutzung und dem Rückbau begradigter Gewässer, um mal einige Beispiele zu nennen, wirklich gravierende Probleme die uns betreffen, anschließend verhindern wir Fischereiverbandschefs die sich öffentlich zu genveränderten Pflanzen und Tieren bekennen, dann sehen wir wie wir der Überfischung der Meere Herr werden.“
Genau hier werden wir mit Kompromissen auf globaler, europäischer, staats- sowie länder- und regionalspezifischer Ebene leben müssen. Wo aber ist die Stimme der Anglerlobby in Brüssel oder Berlin?

Andere Umwelt- und Naturschutzverbände sind hier gut vertreten (Greenpeace hat in Brüssel ein Verbindungsbüro mit 14 Mitarbeitern und ein entscheidendes Mitspracherecht z. B. beim Thema Überfischung der Meere).

An welchen Ausschuss soll eine Petition zum Widerhakenlosen Angeln gerichtet werden?

Bei uns in Südsachsen stellen wir uns künftig folgenden Kompromiss vor:
In Salmonidengewässern des AVS Angeln mit Spinner und Fliege mit einem einschenklischen Schonhaken.
Der anvisierte Kompromiss:
Der Spinnangler verzichtet auf seinen Drilling.
Der Flugangler verzichtet auf seine exclusive Flugangelstrecke.
Anvisiertes Ergebnis: Konfliktlösung zwischen Spinn- und Fliegenfischer.
Das Thema wird demnächst an unsere Vereine zur Basisdiskussion heran getragen, bei positivem Entscheid an den Landesverband.

Zur Gentechnik, welche die gesamte Weltbevölkerung betrifft vs. Anglerinteressen in Deutschland sollte man vielleicht noch einmal nachdenken?

Meine Meinung
Gruß Lutz
(der auch gern bereit wäre drei Euro fuffzig oder auch Vier auszugeben für eine vernünftige Vertretung der Angler auf allen politischen Ebenen)
Butenbremer
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Re: Catch & Release: Lasst uns etwas ändern!

Ungelesener Beitrag von Butenbremer »

Vielleicht könnten wir mal von dieser Schwarz-Weiss-Diskussion weg kommen und akzeptieren, dass es auch grau gibt. Zwischen "widerhakenlos" und "drei-Drilling-Hardliner" gibt es bestimmt auch eine Menge Leute, die die Widerhakenproblematik noch nicht ernsthaft reflektiert haben, sich aber überzeugen lassen, darauf zu verzichten. Um die geht es hier.
Dass es im Fliegenfischeruniversum jede Menge wichtigerer Probleme gibt, ist genauso unbestritten wie der Umstand, dass es relativ unwahrscheinlich ist, dass wir sie aus diesem Forum heraus lösen können. Das soll niemanden davon abhalten, es zu versuchen, aber hier sollte es doch darum gehen, mit einer überschaubaren und realistisch umsetzbaren Initiative ein Zeichen zu setzen.
Wie könnte das gehen?
Also Butter bei die (fangfähig entnommenen) Fische:
Vielleicht hat schon jemand mal etwas von Crowd-Funding gehört. Da wird für eine Sache, die ansonsten nicht finanzierbar wäre, von einer Gruppe Wohlgesinnter Geld eingesammelt, meistens mit Hilfe des Internets. Eine Möglichkeit dazu bietet z.B. die Seite http://www.kickstarter.com/
So oder ähnlich könnte man diese Initiative aufziehen. Ich spinne einfach mal los - sobald ein Logo und ein griffiger Spruch gefunden ist, werden Entwürfe für a) einen Aufkleber b) einen Aufnäher und c) ein T-Shirt gemacht. Alles das kann man für kleines Geld herstellen lassen. Diese Goodies werden an Spender verteilt, die z.B. a) 7,50, b) 15 und c) 25 Euro spenden, inkl. Porto und Verpackung. Für 50 Euronen oder mehr bekommt man alle drei.
Am Ende wird das übrige Geld für den Druck von Infobroschüren/Flugblättern (zum Verteilen an die Landesverbände) oder für das Schalten von Anzeigen in einschlägigen Fischereizeitungen verwendet. Das alles natürlich nur, wenn sich hier im Forum eine kritische Masse an Unterstützern findet, die eine Umsetzung ermöglicht.
Nur mal so als Idee in die Diskussion geworfen 8)

Beste Grüße

Bernd
Was ist schlimmer, Unwissen oder Gleichgültigkeit? Keine Ahnung, ist mir auch egal!
FlySlave

Re: Catch & Release: Lasst uns etwas ändern!

Ungelesener Beitrag von FlySlave »

Vielleicht sollten wir den ganzen Kram mal
in Catch & Select umbenennen.

Das ist das, was WIR am Wasser tun und auch wollen.
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mihe
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Re: Catch & Release: Lasst uns etwas ändern!

Ungelesener Beitrag von mihe »

Tut mir leid, ich bin`s nochmal, ich sag schon mal vorab sorry aber jetzt kommt mir bald die Galle hoch ...

DER EINZIGE VERNÜNFTIGE GRUND PRO WIDERHAKEN IST "GELD"(die Moosgummieinlagen in Fliegenboxen mal dahingestellt)!!! ...da kann man schon mal hinnehmen, dass beim Abhaken dem ein oder anderen Fischi hin und wieder mal das Vomer aus dem Schlund gerissen wird!!! Was soll`s ...shit happens! ...solange der Fluß nicht renaturiert wurde oder der Kormoran machen kann was er will oder oder oder ... nee, da muß man doch wegen dieses kleinen Widerhäkchens kein schlechtes Gewissen haben! ](*,)

... nur weil es viele andere Dinge zu regeln gäbe, kann ich mich diesem Problem doch nicht einfach verschliessen. Was soll das verkomplizieren dieses eigentlich so einfachen Themas?
Was soll diese Heuchlerei?

Wären Widerhaken gesetzlich verboten, würden auch sicher mehr als 5 % ohne Widerhaken an der Ostseeküste fischen. Als Händler hätte ich doch auch die Freiheit, Wiederhaken aus dem Sortiment zu streichen. ...aber neee, das liebe Geld?! :smt103 ...man stelle sich den Aufruhr vor, könnte man keine Widerhaken mehr in deutschen Angelläden erwerben ...
Einfach nur erbärmlich, diese ganze Schlaumeierei und diese stümperhaften Versuche, das ganze ins Nichts laufen zu lassen!
Ich für meinen Teil kann jedenfalls von mir behaupten, widerhakenlos vorzuleben und dabei immer wieder mal den ein oder anderen ebenfalls davon zu überzeugen (und zwar ganz und gar ohne oberlehrerhaftes Getue). Also ...her mit dem Aufnäher, keiner wird dazu gezwungen, sich das Ding auf den A... zu nähen. Ich jedenfalls würde es tun und wer sich daran stört, soll weiter darauf hoffen, dass sich dieses kleine Problemchen irgendwie von selber löst!

...zuviele Köche, zuviele Interessen ...armes Deutschland! ...arme Fischis!

Mihe
Johann Lafer: ...ich sag nur einen Satz: "wüüürzen"!
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Re: Catch & Release: Lasst uns etwas ändern!

Ungelesener Beitrag von mario.s »

Hallo,
die Leute der Pro-Widerhaken-Fraktion jagen m.e. einem Aberglauben hinterher, welcher besagt:" Der Widerhaken schützt vor Fischverlust". Bzw. man verliert im Drill sofort seinen Fisch ohne Widerhaken. Ich habe auch einige Angelkumpels die dieser Meinung sind. Mit Anbeginn der Angelfischerei wurden auch die ersten Haken, ob aus Knochen oder Metall mit Widerhaken versehen. Genau wie bei der Harpunen oder Speerjagt. Und dieses must have hat sich bis heute stur gehalten. Man kann es, wie Mihe schon schrieb:"Ich für meinen Teil kann jedenfalls von mir behaupten, widerhakenlos vorzuleben und dabei immer wieder mal den ein oder anderen ebenfalls davon zu überzeugen (und zwar ganz und gar ohne oberlehrerhaftes Getue)." den Anderen näher bringen. Möglicherweise werden dann die Vorteile erkannt. Ähnliche Erfahrungen konnte ich mit einem Freund erleben, der vom Köderfischangler zum Kunstköderangler wurde. Auch schon ein Erfolg! Mein langjähriger Nachbar und Freund ist leider ebenfalls noch ein Ansitzangler mit der Köderfischrute. Er fischt öfter an einen schönen, flache See mit reichlich Wasserpflanzen. "Im Sommer kann man dort nicht mehr angeln, weil die Wasserpflanzen bis ca. 0,5m unter die Wasseroberfläche reichen." sagte er mir letztens. Wow, das schreit nach Streamer und Popper! Ich glaube mein Nachbar wird mein nächstes Missionierungsobjekt. Vom Köderfischangler > Kunstköder > Fliegenfischer > Schonhaken > Release !!!
Wer natürlich nicht releasen möchte sieht in der widerhakenlosen Fischerei auch keine Notwendigkeit. Ausgenommen untermaßige Fische, doch die sind ja nicht das Ziel.
Carsten schrieb:"der Gesetzgeber himself hat das C&R definiert. Und nur genau dieses C&R ist verboten:
Mit der Absicht zum Angeln gehen, alle Fische zurückzusetzen."

Doch gibt es in Deutschland nicht auch ausschließliche C&R-Gewässer? Ich bin mir da jetzt nicht sicher, denke nur das mal gelesen zu haben. Das wäre dann doch eigentlich verboten oder?
Gerade C&R-Gewässer oder eben solche bei denen dies nur gern gesehen wird haben nicht umsonst einen guten bis hervorragenden Fischbestand. Hier in Berlin sind wir mit reichlich Wasserfläche gesegnet, jedoch auch mit vielen Anglern und Binnenfischern. Dementsprechend hoch bzw. unverhältnismäßig ist auch der Befischungsdruck. Das wirkt sich dann natürlich auf die Sensibilität der Fische aus. Die Folge ist das weniger Gefangen wird. Und wer weniger fängt nimmt mit was irgendwie in die Pfanne passt. Bei Kochtopfanglern ist das leider so. Ich für meinen Teil setze gerne zurück um die Bestände nicht unnötig zu schwächen und vielleicht auch hin und wieder mal einen Großen fangen zu dürfen.

Schönen Abend, Mario
Der liebe Gott schenkt dir die Nüsse, aber er knackt sie nicht.
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Re: Catch & Release: Lasst uns etwas ändern!

Ungelesener Beitrag von Headi »

Hallo!

Ohne Alles gelesen zu haben, eventuell war der Gedanke schon da:
HansAnona hat geschrieben: Die da die Widerhaken dem Tier unnötige Schäden zufügen, meine ich dass es sowieso schon durch das Tierschutzgesetzt ausgeschlossen sein müsste solche Haken zu verwenden.
:? sicher? Folgende Situation: Ein Hecht steht am Bachforellenlaichplatz und haut sich den Magen voll. Aus Hegegründen will ich ihn fangen. Leider geht es mit der Fliege nicht, weil es minus 30 Grad hat. Der Hecht ist ein alter Hase, nur den neuen Castaic kennt er nicht. Ich darf keinen Widerhaken verwenden, der Hecht schüttelt sich nach wenigen Sekunden frei. Ich muss mehrmals versuchen, ihn zu fangen. Ich störe die laichenden Fische über Gebühr und füge dem Hecht Schmerzen zu, die vermeidbar waren.

So weit eine Konstruktion. Eigentlich ist gegen den Widerhaken nichts einzuwenden, wenn ich gezielt einen Fisch zur Entnahme fange. Es ist sogar besser, dann den Bart zu verwenden.

Allgemein ist mMn nicht die aktuelle Regelung das Problem, sondern:
  • Fischer die nach Erreichen des Limits weiterfischen
  • Fischer die etwa Äschen anwerfen, wohl wissend, dass sie zurückgesetzt wird
  • Alle, die den Hals nicht vollbekommen
Alles Andere regelt der Hegeauftrag.


Gruß
Florian
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Re: Catch & Release: Lasst uns etwas ändern!

Ungelesener Beitrag von webwood »

Folgende Situation: Ein Hecht steht am Bachforellenlaichplatz und haut sich den Magen voll. Aus Hegegründen will ich ihn fangen. Leider geht es mit der Fliege nicht, weil es minus 30 Grad hat. Der Hecht ist ein alter Hase, nur den neuen Castaic kennt er nicht. Ich darf keinen Widerhaken verwenden, der Hecht schüttelt sich nach wenigen Sekunden frei. Ich muss mehrmals versuchen, ihn zu fangen. Ich störe die laichenden Fische über Gebühr und füge dem Hecht Schmerzen zu, die vermeidbar waren.
Mann kann ja auch Situationen auf Deubel komm raus konstruieren.
Bei Minus 30 Grad ist zumindest bei den mir bekannten Gewässern eher eine Eisschicht ein anglerisches Problem.
Auserdem bezweifle ich hier einfach, daß der Hecht sich mit Widerhaken nicht auch freigeschüttelt hätte. Das Loch im Maul wäre indess definitiv größer. Fügst du dann nicht erst recht vermeidbare Schmerzen zu? Daß Fische keinen Neokortex haben und demzufolge zwar Stress, aber keinen Schmerz fühlen etc. führt hier jetzt zu weit.
Deiner Argumentation nach wäre, überspitzt gesagt, in diesem Falle doch das Bogenfischen das Mittel der Wahl.
Auserdem dreht sich imho die Welt weiter, wenn ein Hecht bei den Trutten steht. Klar würde ich auch versuchen in zu fangen, aber wenn er zu klever ist, dann ist das für mich persönlich auch OK, nötigt mir sogar Respekt vor dem Fisch ab. Auserdem bei minus 30 Grad wird er wohl nicht jeden Tag 10 Forellen fressen, denke ich.
TL
Thomas
Angler sterben nie, die riechen nur so.
Gesperrt