Bach- und Regenbogenforellen

Hier gehts rund um den Fisch. Besonderheiten, spezielle Techniken und Köderwahl auf unterschiedliche Fischarten, u.s.w.

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Bäschwatz
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Re: Bach- und Regenbogenforellen

Beitrag von Bäschwatz »

Hi Daniel
Gegenseitig verdrängen kann sein, muß aber nicht.
Meine Beobachtungen sind dahingehend das die großen Regenbogenforellen eher das langsame tiefere Wasser suchen, die Bachforellen eher im schnellem Wasser zu finden sind.
Auch bei uns ist der Besatz mit den Exoten untersagt. Ich hoffe das es dabei bleibt. Stehende Gewässer mal ausgenommen.
Lieber nur ein paar Bachforellen pro Jahr, als die Kühltruhe voll mit den Futterkalkmutanten.
Gruß Thilo
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gespliesste
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Re: Bach- und Regenbogenforellen

Beitrag von gespliesste »

Hallo,

tendenziell bin ich auch eher gegen den Besatz mit dem "Sportfisch" Regenbogenforelle und für die heimische Bachforelle und halte die Vorgaben hier in Baden-Würtemberg für durchaus sinnvoll. Wie Jürgen schon gesagt hat, halten sich da aber nicht alle dran, ich kenne da selbst Beispiele.
Regenbogenforellen kommen aus den USA und das natürliche Vorkommen belief sich selbst dort nur westlich des Mississippi. Sind aber heute weltweit verbreitet.
Regenbodenforellen lieben das Licht, Bachforellen brauchen vor allem im fortgeschrittenen Alter Unterstände. Nach meiner Erfahrung ist ein gemeinsames Vorkommen kein Problem. In Slowenien werden ja zum Erhalt der Marmorata seit vielen Jahren nur noch Regenbogenforellen besetzt und trotzdem gibt es immer noch Bachforellenbestände. In den USA findet man mittlerweile an den meisten Gewässern beiden Arten, die haben sich die "german brown trout" eingeschleppt, da sie bei den Anglern hoch im Kurs steht.

Bei der derzeitigen Kormoransituation macht es den meisten Gewässern in Mitteleuropa nach meiner Meinung zur Zeit wohl kaum einen Unterschied. Wir haben die letzten Tage an den von uns befischten Gewässern mal wieder die traurige Kormoranbilanz des Winters realisiert. Die 2 Wochen Kälteperiode an denen die meisten Seen zugefroren waren haben gereicht.
Wenn die Salmonidenbestände Jahr für Jahr nahezu ausgelöscht sind und praktisch der gesamte Bestand nachbesetzt wird, wird sich auch keine natürliche Reproduktion einstellen und dann bringen auch eine freiwillige Selbstbeschränkungen der Angler nichts. Wenn bis zu 50 Vögel in 5m breite Bäche einfallen, ist nicht viel zu retten. Selbst die Anwohner sprechen einen ja schon am Fluss an was den da los wäre und das sie so ein Schauspiel noch nie gesehen hätten.

Bei der jetzigen Situation haben wir in den meisten Jahren (je nach Winter) praktisch einen jährlichen Komplettaustausch des Salmonidenbestandes. Wenn das so bleibt könnten wir auch ruhigen Gewissens die Schonzeiten abschaffen ...

Solange in der Praxis fangfähige Fische nachbesetzt werden und sie so oder so den Winter nicht überleben, macht es für mich eigentlich keinen Unterschied ob es Regenbogen- oder Bachforellen sind.

Das geht natürlich nicht ewig gut, wenn der Besatz ständig aus Nachzuchten kommt und im Fluss selber keine Reproduktion mehr stattfindet. Auf Dauer bedeutet das einen massiven Verlust der genetischen Vielfalt. Bachforellenstämme waren in Deutschland vor dem Kormoran durchaus unterschiedlich, das scheint mir immer mehr zu verwässern.
Bäschwatz hat geschrieben:Lieber nur ein paar Bachforellen pro Jahr, als die Kühltruhe voll mit den Futterkalkmutanten.
Solange aus Nachzucht fangfähig bestetzt wird, sind es wohl beides Futterkalkmutanten (auch wenn die Bachforellen schöner aussehen :wink:)

LG,

Olaf
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Gammarus roeseli
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Re: Bach- und Regenbogenforellen

Beitrag von Gammarus roeseli »

Dani hat geschrieben: Die Pächter haben beschlossen jetzt anstatt Bachforellen Regenbogenforellen einzusetzen.
gespliesste hat geschrieben: ... Bachforellen brauchen vor allem im fortgeschrittenen Alter Unterstände.
Man könnte auch ganz einfach sagen, um so Strukturreicher ein Salmonidengewässer ist, um so größer ist der Bestand an Bachforelle pro ha Wasserfläche in kg.

Das Problem, Strukturen (Biber) und Unterstände für Bachforellen müssen zur Gewässerunterhaltung regelmäßig vom Wasserwirtschaftsamt entfernt werden ….
:-k
Eigentlich (!!!) bleibt uns als Ersatz für die Bachforelle in unseren durch die Gewässerunterhaltung oft strukturarmen Salmonidengewässern nur noch die Regenbogenforelle oder Äsche, da diese bei weiten nicht so stark an Strukturen gebunden sind wie Bachf. Aber, verboten weil nicht heimisch oder die Vögel …. :roll:

LG
Christian

PS:
Bäschwatz hat geschrieben: Meine Beobachtungen sind dahingehend das die großen Regenbogenforellen eher das langsame tiefere Wasser suchen, die Bachforellen eher im schnellem Wasser zu finden sind.
Man könnte auch ganz einfach sagen, die Regenbogenforelle ist neben der Äsche der richtige Fisch für Rückstaubereiche durch Wehre.
Rückstaubereiche werden von der Bachforelle auf Grund geringer Fließgeschwindigkeit eher gemieden. (So ein Rückstaubereich kann schnell mal 1km und mehr betragen, zumindest außerhalb des Alpenraums.)
Magallan

Re: Bach- und Regenbogenforellen

Beitrag von Magallan »

Hallo Olav

Olav schrieb:
Regenbogenforellen kommen aus den USA und das natürliche Vorkommen belief sich selbst dort nur westlich des Mississippi. Sind aber heute weltweit verbreitet.

Da ich mich selbst in bescheidenen Rahmen mit dem Thema Oncorhynchus mykiss beschäftige, erlaube ich mir Deine Ausage betreffend des Verbreitungsgebietes der Regenbogenforelle zu ergänzen: Im Rio“Santa Domigo“ / Baja Califonia sind Oncorhynchus mykiss autochthon.

In Mexicos Sierra Madre Occidental finden sich alleine 10 Unterarten von O. mykiss.
Es sind allesamt nicht anadrome Arten, die allerdings in Sportfischereilicher Hinsicht( geringe Wachstumsgrösse und kurze Lebensdauer) keine Rolle spielen, allerdings tolle, farbenprächtige Fische.

Aber auch in den U.S.A wurden Oncorhynchus mykiss ausserhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes massiv Besetzt !

Siehe hier: http://www.issg.org/database/species/ec ... r=1&si=103


Gruß Heiko
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Dani
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Re: Bach- und Regenbogenforellen

Beitrag von Dani »

Hallo Leute,
Wenn bis zu 50 Vögel in 5m breite Bäche einfallen, ist nicht viel zu retten.
@ Olaf : Gott sei dank das es bei uns nicht all so viele sind. ;-)

@ Christian: bei uns gibts keine Biber ( noch nicht! )

Noch ne kurze Frage zwischendurch:
Wieso sieht man um diese Jahreszeit noch nicht mal ein Döbel?
Gruß

Daniel
Kami
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Re: Bach- und Regenbogenforellen

Beitrag von Kami »

Dani hat geschrieben:Und kann mir vlt jemand sagen wieso man um diese Jahreszeit keinen einzigen Fisch sieht?
Ich war heute an der Bühler zum fischen aber ich hab noch nicht mal ein Döbel zu Gesicht bekommen.
Ich habe dieses Jahr bisher auch kaum Fische gesehen, aber sie sind da. Ist auch noch sehr früh im Jahr.. Habe heute die erste Forelle auf eine Nymphe gefangen. Ich denke mal die verstecken sich noch, weil die Vegetation noch so rückständig ist und damit viele Rückzugsmöglichkeiten fehlen, um auch mal kurz rauszuschauen. Weiterhin fehlen natürlich noch die Insekten, die man von oder kurz unter der Oberfläche naschen könnte. ;)
Und vielerorts ist das Wasser auch noch relativ angetrübt.

Grüße,
Amadeus
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Dani
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Re: Bach- und Regenbogenforellen

Beitrag von Dani »

Hallo Leute,

danke für die Antworten.

Leider konnt ich nichts damit erreichen. :(
Jetzt sind doch Regenbogenforellen eingesetzt worden.
Und meine Meinung steht fest.....
Bafos machen mehr spaß als Regenbogenforellen! :wink:
Gruß

Daniel
koppenkitzler
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Re: Bach- und Regenbogenforellen

Beitrag von koppenkitzler »

Wir haben in Österreich in sehr vielen kalten Voralpenflüssen und-Bächen selbstreproduzierende Regenbogenforellenpopulationen.

In der Mur zum Beispiel,dem Fluß mit der größten selbstreproduzierenden Huchenpopulation in Europa,gibt es wunderbare und starke Regenbogenpopulationen(neben den Äschen).
Aber auch in einigen kleineren Flüssen und Bächen gibt es hervorragende selbstreproduzierende Populationen.

Ich selbst hatte einen Bach gepachtet,der reich strukturiert und unreguliert ist.
Er beinhaltete etwa zu 50% Bachforellen,40% Regenbogen und 10%Äschen(Letztere stiegen von unten auf.)
Ohne Besatz mit nur geringer Entnahmequote....

Wir sind froh,daß wir Regenbogenforellen haben,vorausgesetzt sie sind keine infertilen Hybriden!!!

Sie sind wild,beständig,erreichen anständige Größen(über 70 cm) und sind kampfstark.

Meistens sind sie Frühjahrslaicher.

Daß die Bachforellenbestände hier zurückgegeangen sind ist nicht in der Regenbogenforellendominanz begründet,sondern vielmehr durch das stete Schwinden der Bachforellenstrukturen und die Staustufen bedingt.
Zuletzt geändert von koppenkitzler am 21.12.2012, 16:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bach- und Regenbogenforellen

Beitrag von henkiboy »

Hallo Koppenkitzler,
Daß die Bachforellenbestände hier zurückgegeangen sind ist nicht in der Regenbogenforellendominanz begründet,sondern vielmehr durch das stete Schwinden der Bachforellenstrukturen und die Staustufen.
Kurze und knappe Frage: Wie begründest Du das? Traust Du dir eine verlässliche Einschätzung zu oder mutmasst Du einfach? Ich denke das auch "Regenbogenforellen" Staustufen nicht begrüßen!!!

Gruss
Detlef
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Re: Bach- und Regenbogenforellen

Beitrag von Olaf Kurth »

koppenkitzler hat geschrieben:Wir haben in Österreich in sehr vielen kalten Voralpenflüssen und-Bächen selbstreproduzierende Regenbogenforellenpopulationen.
Das habe ich schon gehört und kann vergleichbares aus unserer Region berichten, lieber Koppenfreund (Vorname!!!!).

In Farbe und Körperstruktur hat sich z.B. ein reproduzierender Regenbogenstamm dem Gewässer angepasst, d.h. die Fische sind besonders farbig und besitzen eine sehr gedrungene, hochrückige Form. Haben sich die RB bei Euch ebenfalls angepasst/verändert?

koppenkitzler hat geschrieben:Daß die Bachforellenbestände hier zurückgegeangen sind ist nicht in der Regenbogenforellendominanz begründet,sondern vielmehr durch das stete Schwinden der Bachforellenstrukturen und die Staustufen.
Das verstehe ich sehr gut, da ein anhaltendes Schwinden dieser Strukturen andere Faktoren (Verminderung der Fließgeschwindigkeit, Erhöhung der Wassertemperatur, Verchlammung vorhandener Laichhabitate, etc.) bedingt und die Lebensbedingungen der Bf. im Verhältnis zu denen der Rainis negativ verändert.

Zumindest haben wir demnächst sehr eindrucksvolle "Dubbing-Lieferanten" in freier Natur:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natu ... 74168.html


Liebe Grüße,

Olaf
Und Gott sprach zu den Steinen im Fluss: "Wollt ihr Mitglieder der UNERSCHROCKENEN werden?" Und die Steine antworteten: "Nein Herr, dafür sind wir nicht hart genug."
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Re: Bach- und Regenbogenforellen

Beitrag von Zweihandwedler »

Dani hat geschrieben:Hallo Leute,

ich hab da was über Besatz von Salmoniden gefunden wo ich ziemlich interessant fand.

http://www.amsaaleknick.de/Besatzregeln ... egeln.html

Solltet ihr euch mal anschauen. :wink:

Und könnte mir vlt jemand eine Antwort auf meine frage geben würde mich echt Interessieren
Die Besatzregeln sind sehr Fehlerhaft,klingt eher nach Ablehnung/Befürwortung eigener Fischinteressen.
MFG
Jürgen
koppenkitzler
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Re: Bach- und Regenbogenforellen

Beitrag von koppenkitzler »

Detlef:

Staustufen sind natürlich für alle Salmonidenarten ungünstig zu sein,tödlich sind vor allem die Stauraumspülungen.In der Mur sind nach den schweren Spülungen streckenweise 90% der Fische tot,am ärgsten hat es die Äschen erwischt......

Doch scheinen die Regenbogenforellen überhaupt besser mit Staustufen,höheren Wassertemperaturen(das ist sowieso bekannt) und weniger Wasserstrukturen zurechtzukommen.

In einem Seitenbach der Mur(Forellenregion Güteklasse I) war in einem großen Abschnitt die letzten 30 Jahre nichts besetzt worden.
Das heißt nur zu-und abwandernde Fische waren zugegen.
Auf etwa hundert Regenbogen kamen zwei-drei Bachforelllen und etwa die gleiche Menge Äschen.


Wenn ich Zeit habe stell ich euch gerne ein paar Bilder von unseren Wildregenbogen rein(oder ich eröffne besser einen neuen Beitrag)

Liebe Grüße aus der Huchenzone im Süden(ohne Huchenfang meinerseits bisher)

Bernhard
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