wir kennen ja alle die stark fluoreszierenden Dubbings. Hierzu gibt es ja ganz unterschiedliche Auffassungen: einige schreiben diesen eine starke Anziehungskraft auf den Fisch zu, die ihr Einsatz in den damit gebundenen Fliegen haben soll (z.B. Herr Feuerstein in seinem Nymphenbuch), andere wiederum sagen solchen Materialien eine stärkere Scheuchwirkung nach.
Zu dem Thema passt auch die Entwicklung eines neuartigen von der amerikanischen Bindematerialfirma SPIRIT RIVER zum Patent angemeldeten Imprägnierungsverfahren von Federn, Fellen und eines neuartigen entsprechend behandelten Dubbings. Es handelt sich um das sog. UV2 Verfahren. Die Produkte sind ebenso mit "UV2" benannt.
Die Grundidee ist folgende: Fischereibiologen haben nachgewiesen, das Fische besonders gut das am Köder im Oberflächenwasser reflektierte UV-Licht wahrnehmen können.
Die technischen Details findet man z.B. hier: http://www.taimen.com/pub/products/0/0/ ... 2012-B.pdf und dort http://www.taimen.com/pub/products/0/0/ ... 7-1-12.pdf, wo es auch bereits erhältlich ist (nicht zu verwechseln mit taimen.de
http://midcurrent.com/2013/01/15/podcas ... materials/
http://midcurrent.com/2013/01/21/spirit ... -vision-2/
Ich habe mir etwas von dem Nymphdubbing und den so behandelten Fasanenschwanzfedern bestellt und werde im Sommer mal berichten, ob es wirklich fängiger ist. Das Dubbing selbst ist etwas langfaserig und sieht auf den ersten Blick eher langweilig aus. Ich werde es daher nur als Beimischung in den von mir bevorzugten Dubbingmischungen einsetzen.
Gruß
Michael
NACHTRAG: Das neuartige an diesem UV2 oder ULTRAVISION 2 genannten Imprägnationsverfahren ist, dass hier das Licht, welches auf das so behandelte Material trifft, keine Fluoreszenzantwort auslöst (dies ist bei den bisher im Handel befindlichen Materialien der Fall), sondern genau wie dies bei den Orchideenblüten passiert, eine starke Reflektion des sehr kurzwelligen UV-Lichtanteils etwa im Spektralbereich um 245 nm verursacht. Die bestäubenden Insekten können dieses reflektierte sehr kurzwellige UV-Licht besonders gut wahrnehmen. Das neue ist bei diesen Materialien also die Reflektion sehr kurzwelligen UV-Lichtes und nicht die Fluoreszenz von längerwelligen Lichtanteilen (im Pink- oder Blaubereich). Das sehr kurzwellige UV-Licht, das man sich hier zunutze macht, dringt noch sehr tief in das Wasser unserer Gewässer ein.
Fluoreszenz= Stoff wird mit Licht der Frequenz X ("Lichtfarbe, Wellenlänge", z.B. UV-Licht der Wellenlänge von 390 nm) bestrahlt und sendet i.d.R. als Antwort Licht geringerer Energie mit der Frequenz Y (z.B. der Blaulicht der Wellenlänge 420 nm) aus. Sobald die Bestrahlung mit dem Anregungslicht aufhört, erlischt auch die Fluoreszenzantwort (Gegensatz zur Phosphoreszenz). Fluoreszenz und Phosphoreszenz werden unter dem Oberbegriff Lumineszenz zusammengefasst.






