O.K. eine hab ich noch. Ein Streamer mit dicken Bleiaugen. Wollte ich, wenn ich mich recht erinnere, zum Meeresangeln auf Dorsch benutzen.
Hat auch nie einen Fisch gesehen.
Meine ersten Erfahrungen mit dem Fliegenfischen waren ähnlich wie jene beim Fliegenbinden. Nur eben einige Jahre zuvor. Als kleiner Jungangler las ich in einem alten Angelbuch darüber, dass es neben Spinner, Blinker und Wobbler auch Fliegen als Kunstköder gibt. Wie alle anderen Bilder in diesem Buch waren auch die Abbildungen der wenigen Fliegen Zeichnungen in schwarz/weiß. Man hatte also keine Ahnung wie diese Teile wirklich aussahen. In meinem Verein hatte ebenfalls keiner Ahnung vom Fliegenfischen. Bei uns wurde auf Karpfen, Aal, Hecht und Plötze geangelt. Fertig. Also, unwissend wie wir waren, bastelten wir uns aus Federn, Wolle und Garn so eine Fliege zusammen. Nun lag sie bereit in meinem Gerätekasten. Was nun? Am See angekommen packte ich meine Stippangel aus und machte mein Gerät zum "Fliegenfischen" fertig. Der aufmerksame Leser wird sich schon denken können was jetzt kommt. Genau. Die übliche Montage: Pose, Blei und am Vorfach meine neue Fliege! Hat natürlich nichts drauf gebissen. Egal. War trotzdem spannend. Später, als ich schon gut mit der Fliegenrute werfen konnte, dank 5-Kampf im Turnierangelsport (Casting), hatte ich zwar schon ein Paar gekaufte Fliegen, wusste aber immer noch nicht viel über sie. Ich kaufte sie einfach nach "Schönheit". So gab ich mir dann redlich Mühe meine Nassfliegen und Nymphen über Wasser zu behalten. Denn Fliegen müssen unbedingt schwimmen! Komischerweise fing ich auch einige Forellen mit dieser Methode.
Und das alles nur aus Unwissenheit. Heutzutage bekommt man genug Infos in Form von Büchern, Videos oder im Netz. das erleichtert den Einstieg ins Fischen und Binden schon enorm. Doch an meine holprigen Anfänge denke ich gern mit schmunzeln zurück.
Schönen Abend, Mario
Der liebe Gott schenkt dir die Nüsse, aber er knackt sie nicht.
Goethe