"Natürliche" Fischbestände
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Royal Coachman
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Re: "Natürliche" Fischbestände
Hallo Christian!
Interessamte Bilder möchte aber bemerken, daß das Foto der Oberen Isar bei Schneeschmelze aufgenommen wurde und die Isar bei Normalwasserstand kristallklar aus dem Karwendel herauskommt.
tihgt lines
RC
Interessamte Bilder möchte aber bemerken, daß das Foto der Oberen Isar bei Schneeschmelze aufgenommen wurde und die Isar bei Normalwasserstand kristallklar aus dem Karwendel herauskommt.
tihgt lines
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Der immer auf Seiten der Fische steht!
- HansAnona
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Re: "Natürliche" Fischbestände
Hallo Christian,
vielen Dank für deinen schönen und ausführlichen Bericht!
Eines will ich aber anmerken:
Zitat: "dass in Karstquellen wie dem "kleinen Blautopf" (Essing) Regenbogenforellen leben"
Das Wasser aus dem Blautopf ist im Wesentlichen Oberflächenwasser welches in den Dolinen von Maierhofen einfällt und nach kurzer Reise bei Essing wieder ans Licht kommt. Das (für Touristen) interessante Forellenwasser an der Brücke vor dem Torturm zu Essing ist das frühere Flussbett der Altmühl, welches durch den Bau des Main-Donau-Kanals zum Regenbogen-Forellenteich verkommen ist und von einer kleinen Quelle unter dem Wasserspiegel gespeist wird.
http://www.die-natur-gewinnt-immer.de/u ... OLINEN.PDF
Früher, vor dem Bau des Kanals war die Altmühl ein wunderbares, durch die Reste des Ludwig-Kanals schön strukturiertes Fischwasser. Es gab Fließstrecken mit Forellen und Äsche, ruhige Abschnitte mit Hechten bis 1,5 Metern und Weißfischen in Massen. Wir haben als Kinder im Fluss gebadet.
Liebe Grüße,
Alf
vielen Dank für deinen schönen und ausführlichen Bericht!
Eines will ich aber anmerken:
Zitat: "dass in Karstquellen wie dem "kleinen Blautopf" (Essing) Regenbogenforellen leben"
Das Wasser aus dem Blautopf ist im Wesentlichen Oberflächenwasser welches in den Dolinen von Maierhofen einfällt und nach kurzer Reise bei Essing wieder ans Licht kommt. Das (für Touristen) interessante Forellenwasser an der Brücke vor dem Torturm zu Essing ist das frühere Flussbett der Altmühl, welches durch den Bau des Main-Donau-Kanals zum Regenbogen-Forellenteich verkommen ist und von einer kleinen Quelle unter dem Wasserspiegel gespeist wird.
http://www.die-natur-gewinnt-immer.de/u ... OLINEN.PDF
Früher, vor dem Bau des Kanals war die Altmühl ein wunderbares, durch die Reste des Ludwig-Kanals schön strukturiertes Fischwasser. Es gab Fließstrecken mit Forellen und Äsche, ruhige Abschnitte mit Hechten bis 1,5 Metern und Weißfischen in Massen. Wir haben als Kinder im Fluss gebadet.
Liebe Grüße,
Alf
Don't mind your make-up, you'd better make your mind up --- Frank Zappa, Philosoph und Komponist
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CPE
Re: "Natürliche" Fischbestände
Hallo Christian,
Danke für Deine Beschreibung aus der Oberpfalz. Hierzu ein Link. Vielleicht geht es ja langsam aufwärts...
http://www.idowa.de/abo/artikel/2013/02 ... ersee.html
Gruß, Norbert
Danke für Deine Beschreibung aus der Oberpfalz. Hierzu ein Link. Vielleicht geht es ja langsam aufwärts...
http://www.idowa.de/abo/artikel/2013/02 ... ersee.html
Gruß, Norbert
- Gammarus roeseli
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Re: "Natürliche" Fischbestände
@ Norbert
Interessanter Link, Danke! Es gibt also jetzt einen Bestand an Bachsaiblingen im Kleinen Arbersee.
@Gebhard und Alf
Danke! Ich glaube, ich weiß jetzt endlich warum alles so ist wie es ist mit dem Kalk!
Dazu später ….
LG Christian
Interessanter Link, Danke! Es gibt also jetzt einen Bestand an Bachsaiblingen im Kleinen Arbersee.
@Gebhard und Alf
Danke! Ich glaube, ich weiß jetzt endlich warum alles so ist wie es ist mit dem Kalk!
Dazu später ….
LG Christian
- Gammarus roeseli
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Re: "Natürliche" Fischbestände
Hallo Freunde,
ich habe die ganze Zeit so Bilder von Kalktuffstein vor den Augen ….
z.B. die Sinterterrassen bzw. Kalktuffkaskaden vom Holnsteiner Quellbach im Tal der Weißen Laaber (Kreis Neumarkt i.d. Opf.) http://www.kulturwanderungen.de/bistum/ ... nterte.jpg
oder der nach vorne wachsende Tufffelsen bei Usterling an der Isar.
http://www.lfu.bayern.de/geologie/geoto ... /index.htm
Ich kann mich erinnern, in den kalkreichen Seen in dem ich als Kind zum Fischen war, waren die Blätter der Wasserpflanzen oft mit Kalk überkrustet. Die Wasserpflanzen waren mit Kalk überkrustet, weil bei starker Photosynthese der Pflanzen dem Wasser das CO2 entzogen wird, dadurch das Carbonat (Kalziumkarbonat) ausfällt und sich auf dem Blättern der Wasserpflanzen ablagert.
Der nach vorne wachsende Tufffelsen bei Usterling an der Isar, ist mit Moose und Algen bewachsen, die dem Wasser das CO2 entziehen und nun das Carbonat ausfällt. Die Algen und Moose werden vom ausgefällten Kalziumkarbonat eingeschlossen und neuer Tufffelsen entsteht.
Also entzieht das Quellmoos im Foto
dem Wasser das CO2 und das Carbonat (Kalziumkarbonat) fällt aus und versteinert so das Quellmoos….
Dann musste ich an den wunderschönen Nationalpark Plitvicer Seen denken. http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalpa ... vicer_Seen
Da steht unter "Grundvoraussetzungen für die Sedimentbildung"
Zitat aus Wikipedia :

sondern schon viel eher und bei entsprechend höheren Wassertemperaturen von über 14°C ausgefällt ist und mit dem Oberflächenwasser in die Karstquelle transportiert wurde. Da kommen jetzt die Dolinen aus dem Link http://www.die-natur-gewinnt-immer.de/u ... OLINEN.PDF vom Alf ins Spiel. (Abbildung auf Seite 9 ("Grafik: Oberflächenwasser - und Grundwasser hängen im Karst eng zusammen.")
Die Dolinen usw. http://www.jachenhausenergruppe.de/blog ... doline.jpg und die Erkenntnis, das Oberflächenwasser - und Grundwasser im Karst eng miteinander zusammenhängen, erklären auch die schnelle Bildung von Algen in der Karstquelle vom Bachmühlbach
wenn die Bauern den Odel (Gülle) auf der Hochebene ausgebracht haben und scheinbar auch, warum es zu den plötzlichen Massenvermehrungen und somit (Rätselhaften) Algenplagen in der Lauterach (Schmidmühlen) kommt ->
http://www.mittelbayerische.de/index.cf ... &pk=591846
Wodurch der Betrieb der betroffenen Kleinwasserkraftwerke extrem behindert wurde ...
Ist die Obere Isar unterhalb vom Sylvensteinstausee. Es war Sommer, seit Tagen sehr trocken und heiß, ich glaube nicht wirklich an eine Eintrübung der Isar durch Schmelzwasser zu diesem Zeitpunkt. Ich erinnere mich, das Wasser der Isar war in den frühen Morgenstunden noch sehr klar, aber mit steigenden Temperaturen wurde das Wasser immer mehr so milchig- trüb.

Das selbe habe ich oft in der Schwarzen Laber im Oberpfälzer Jura beobachten können. In den kühlen, frühen Morgenstunden ist das Wasser der S. Laber noch recht klar und wird mit Steigenden Temperaturen dann immer milchig- trüber. Genau so, wie ich es in der Isar auch beobachten konnte. Das bedeutet doch dann soviel, das die Isar und auch S. Laber im laufe des Tages sich auf Wassertemperaturen über 14°C erwärmen und so der Kalk im Wasser beginnt auszufällen, wodurch diese Flüsse sich beginnen einzutrüben …
Die stark kalkhaltigen Flüsse, Isar, S. Laber. Wiesent usw. erreichen auf Grund der mittlerweile eher geringen bis fehlenden Beschattung durch Bäume, Wassertemperaturen von über 14°C, so dass der im Wasser gelöste Kalk ausfallen kann und deshalb die Kieslückensysteme in den Flüssen mit Kalkschlamm verschlammen und nun die Kieslaichplätze unbrauchbar werden oder schon (ganz unbemerkt von uns allen) unbrauchbar geworden sind mittlerweile für Forelle und Äsche…. Richtig?
Die dadurch entstandenen starken pH- Wertschwankungen, könnten vielleicht sogar die eigentliche Ursache sein für das mysteriöse Bachforellensterben (schwarze Bachforellen) in z.B. der Isar. PH- Werte über 9 können bei Fischen zu Laugenschäden führen. Die Laugenkrankheit erkennt man an ausfasern der Flossen, Verätzung der Kiemen, Hauttrübung.
LG
Christian
PS: Vielleicht sollten wir besser mal damit anfangen, schattenspendende Ufergehölze an den Bach- Flussufern zu pflanzen, anstatt immer nur Forellen vom Fischzüchter ins Wasser zu kippen!?
ich habe die ganze Zeit so Bilder von Kalktuffstein vor den Augen ….
z.B. die Sinterterrassen bzw. Kalktuffkaskaden vom Holnsteiner Quellbach im Tal der Weißen Laaber (Kreis Neumarkt i.d. Opf.) http://www.kulturwanderungen.de/bistum/ ... nterte.jpg
oder der nach vorne wachsende Tufffelsen bei Usterling an der Isar.
http://www.lfu.bayern.de/geologie/geoto ... /index.htm
Ich kann mich erinnern, in den kalkreichen Seen in dem ich als Kind zum Fischen war, waren die Blätter der Wasserpflanzen oft mit Kalk überkrustet. Die Wasserpflanzen waren mit Kalk überkrustet, weil bei starker Photosynthese der Pflanzen dem Wasser das CO2 entzogen wird, dadurch das Carbonat (Kalziumkarbonat) ausfällt und sich auf dem Blättern der Wasserpflanzen ablagert.
Der nach vorne wachsende Tufffelsen bei Usterling an der Isar, ist mit Moose und Algen bewachsen, die dem Wasser das CO2 entziehen und nun das Carbonat ausfällt. Die Algen und Moose werden vom ausgefällten Kalziumkarbonat eingeschlossen und neuer Tufffelsen entsteht.
Also entzieht das Quellmoos im Foto
dem Wasser das CO2 und das Carbonat (Kalziumkarbonat) fällt aus und versteinert so das Quellmoos….
Dann musste ich an den wunderschönen Nationalpark Plitvicer Seen denken. http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalpa ... vicer_Seen
Da steht unter "Grundvoraussetzungen für die Sedimentbildung"
Zitat aus Wikipedia :
Und weiter heißt es …..Zur Ausfällung der Kalkanteile des Wassers kommt es nur unter bestimmten Temperaturbedingungen (erst ab 14 °C), durch Wassererwärmung und Verdunstung oder durch einen anderweitigen Kohlendioxid-Verlust, zum Beispiel unter Mitwirkung von Wasserpflanzen oder Moosen. Da der Sedimentierungsprozess nur bei warmem, feuchtem Klima stattfinden kann, treten derartige Phänomene erst seit Ende der Eiszeit auf. Seitdem bildete sich auf dem bestehenden Untergrund eine Schicht aus verhärtetem Kalktuff, auch Travertin genannt.
Das Bedeutet, dass die Kalkausfällung und somit der Kalkschlamm nicht in der ca. 8-9 °C kalten Karstquelle vom Bachmühlbach ausgefällt ist,Zur Kalkausfällung kommt es jedoch nicht unmittelbar an den Quellen der Zuflüsse der Plitvicer Seen. Damit das Wasser kohlensauren Kalk (Calciumcarbonat) ausfällt, muss das Wasser einen gewissen Sättigungsgrad an Mineralien erreichen. An den Quellen beträgt der Sättigungsgrad etwa 1. Zur Ausfällung von Calciumcarbonat muss der Sättigungsgrad 3 übersteigen. Zugleich muss der pH-Wert des Wassers über 8,0 liegen (leicht basisch)

sondern schon viel eher und bei entsprechend höheren Wassertemperaturen von über 14°C ausgefällt ist und mit dem Oberflächenwasser in die Karstquelle transportiert wurde. Da kommen jetzt die Dolinen aus dem Link http://www.die-natur-gewinnt-immer.de/u ... OLINEN.PDF vom Alf ins Spiel. (Abbildung auf Seite 9 ("Grafik: Oberflächenwasser - und Grundwasser hängen im Karst eng zusammen.")
Die Dolinen usw. http://www.jachenhausenergruppe.de/blog ... doline.jpg und die Erkenntnis, das Oberflächenwasser - und Grundwasser im Karst eng miteinander zusammenhängen, erklären auch die schnelle Bildung von Algen in der Karstquelle vom Bachmühlbach

wenn die Bauern den Odel (Gülle) auf der Hochebene ausgebracht haben und scheinbar auch, warum es zu den plötzlichen Massenvermehrungen und somit (Rätselhaften) Algenplagen in der Lauterach (Schmidmühlen) kommt ->
http://www.mittelbayerische.de/index.cf ... &pk=591846
Wodurch der Betrieb der betroffenen Kleinwasserkraftwerke extrem behindert wurde ...
Royal Coachman hat geschrieben: ….. möchte aber bemerken, daß das Foto der Oberen Isar bei Schneeschmelze aufgenommen wurde und die Isar bei Normalwasserstand kristallklar aus dem Karwendel herauskommt.
Ist die Obere Isar unterhalb vom Sylvensteinstausee. Es war Sommer, seit Tagen sehr trocken und heiß, ich glaube nicht wirklich an eine Eintrübung der Isar durch Schmelzwasser zu diesem Zeitpunkt. Ich erinnere mich, das Wasser der Isar war in den frühen Morgenstunden noch sehr klar, aber mit steigenden Temperaturen wurde das Wasser immer mehr so milchig- trüb.

Das selbe habe ich oft in der Schwarzen Laber im Oberpfälzer Jura beobachten können. In den kühlen, frühen Morgenstunden ist das Wasser der S. Laber noch recht klar und wird mit Steigenden Temperaturen dann immer milchig- trüber. Genau so, wie ich es in der Isar auch beobachten konnte. Das bedeutet doch dann soviel, das die Isar und auch S. Laber im laufe des Tages sich auf Wassertemperaturen über 14°C erwärmen und so der Kalk im Wasser beginnt auszufällen, wodurch diese Flüsse sich beginnen einzutrüben …
Die stark kalkhaltigen Flüsse, Isar, S. Laber. Wiesent usw. erreichen auf Grund der mittlerweile eher geringen bis fehlenden Beschattung durch Bäume, Wassertemperaturen von über 14°C, so dass der im Wasser gelöste Kalk ausfallen kann und deshalb die Kieslückensysteme in den Flüssen mit Kalkschlamm verschlammen und nun die Kieslaichplätze unbrauchbar werden oder schon (ganz unbemerkt von uns allen) unbrauchbar geworden sind mittlerweile für Forelle und Äsche…. Richtig?
Die dadurch entstandenen starken pH- Wertschwankungen, könnten vielleicht sogar die eigentliche Ursache sein für das mysteriöse Bachforellensterben (schwarze Bachforellen) in z.B. der Isar. PH- Werte über 9 können bei Fischen zu Laugenschäden führen. Die Laugenkrankheit erkennt man an ausfasern der Flossen, Verätzung der Kiemen, Hauttrübung.
LG
Christian
PS: Vielleicht sollten wir besser mal damit anfangen, schattenspendende Ufergehölze an den Bach- Flussufern zu pflanzen, anstatt immer nur Forellen vom Fischzüchter ins Wasser zu kippen!?
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Royal Coachman
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Re: "Natürliche" Fischbestände
Hallo Christian!
Wenn das Kraftwerk anspringt, trübt sich das Wasser automatisch, ich habe heuer bei großer Hitze im August genau dort gefischt, glasklar, bis Mittags das Kraftwerk anspringt, dadurch werden die Sedimente des Sees in den Flußlauf gespült, entschuldige, aber das hat nun mal mit Kalk nichts zu tun.
Außerdem ist der Kalk unbedingt nötig, in Südtirol z.B. auf Urgestein wo ich letzte Woche gefischt habe(Gneis und Granit) da ist Nahrungsarmut angesagt, wo hingegen Kalkstöcke ausreichend liefern, da findet man unter jedem Stein Nymphen aller Arten.
tight lines
Gebhard
Wenn das Kraftwerk anspringt, trübt sich das Wasser automatisch, ich habe heuer bei großer Hitze im August genau dort gefischt, glasklar, bis Mittags das Kraftwerk anspringt, dadurch werden die Sedimente des Sees in den Flußlauf gespült, entschuldige, aber das hat nun mal mit Kalk nichts zu tun.
Außerdem ist der Kalk unbedingt nötig, in Südtirol z.B. auf Urgestein wo ich letzte Woche gefischt habe(Gneis und Granit) da ist Nahrungsarmut angesagt, wo hingegen Kalkstöcke ausreichend liefern, da findet man unter jedem Stein Nymphen aller Arten.
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Gebhard
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Re: "Natürliche" Fischbestände
Hallo Gebhard, dass ist aber so nicht ganz richtig!Royal Coachman hat geschrieben:Außerdem ist der Kalk unbedingt nötig, in Südtirol z.B. auf Urgestein wo ich letzte Woche gefischt habe(Gneis und Granit) da ist Nahrungsarmut angesagt, wo hingegen Kalkstöcke ausreichend liefern, da findet man unter jedem Stein Nymphen aller Arten.
Wenn in den Bächen und Flüssen im Urgestein (z.B. Gneis und Granit) Nahrungsarmut angesagt ist, dann ist das Wasser auch ganz sicher nicht in einem guten ökologischen Zustand….
Ich kenne da z.B. im Urgestein (Gneis und auch Granit) einige naturnahe Bäche mit Wassergüte Saprobie I-II und Wassergüte Tropie I die nicht oder nur schwach sauer sind. Im Kieslückensystem und in den Genisten aus kleinen Ästen (Totholz) und Blattansammlungen gibt es in den Bächen größere Mengen an Fischnährtieren wie Bachflohkrebsen (Gammarus fossarum) Insektenlarven, usw. Von Nahrungsarmut kann da einfach keine Rede sein.
Royal Coachman hat geschrieben:Wenn das Kraftwerk anspringt, trübt sich das Wasser automatisch, ich habe heuer bei großer Hitze im August genau dort gefischt, glasklar, bis Mittags das Kraftwerk anspringt, dadurch werden die Sedimente des Sees in den Flußlauf gespült, entschuldige, aber das hat nun mal mit Kalk nichts zu tun.
Das abgelagerte Sediment im Sylvensteinstausee ist aber (überwiegend) auch nichts anderes als Kalk!! Durch z.B. den Entzug von Kohlensäure aus dem Stauseewasser bei der Photosynthese von Algen (Kieselalgen?) fällt der Kalk aus und lagert sich als Kalkschlamm am Seegrund ab.
Wenn dann das Kraftwerk anspringt wie Du sagst und das Sediment aus Kalkschlamm die Isar anschließend stark eintrübt, was glaubst Du macht dann der pH-Wert im Wasser??
Was glaubst Du passiert bei Hochwasserereignissen, Schneeschmelze oder bei Wartungsarbeiten an der Turbine mit dem über Jahrzehnte abgelagerten Kalksedimenten aus dem Speichersee, wenn die Grundablassleitung vom See geöffnet wird und was glaubst Du macht der pH-Wert dann in der Isar?
Was lieber Gebhard glaubst du Passiert mit dem pH-Wert (und Kieslückensystem unterhalb der Wehre) im Fluss, wenn die Wehrtore der Flusskraftwerke bei Hochwasserereignissen im Alpenraum weit geöffnet werden müssen
(Juni 2013 Pfaffensteiner Wehr bei Donauhochwasser)

um den Pegel im Rückstau wegen Überschwemmungsgefahr zu senken und die über Jahrzehnte an und abgelagerten Sedimente aus Kalkschlamm aufgewirbelt und weggeschwemmt werden??
Ich meine, der PH-Wert steigt stark an, weil der Kalk sich anfängt im Wasser zu lösen und die Kohlensäure weniger wird. Richtig??
Das gleiche passiert doch, wenn bei einem eutrophen Gewässer an warmen Tagen, die Wasserpflanzen und Algen (die sich durch z.B. Stoßbelastungen bei Gülleeintrag massenhaft vermehren) dem Wasser die Kohlensäure durch starke Photosynthese entziehen. Der PH-Wert steigt stark an. Richtig?
Fällt der Kalk dann aus dem Wasser aus, sinkt der pH-Wert langsam, da wieder mehr Kohlensäure vorliegt.
LG
Christian
PS: Kleiner Denkfehler von mir, in der Karstquelle vom Bachmühlbach müsste der Kalk auch ausfallen. Richtig? Ist ja ein Gemisch aus Oberflächenwasser und kohlensäurereichen Grundwasser.
Und der Überzug aus Tuffstein bei den Schalen der Bachmuscheln

im Fluss entsteht, durch Algenbewuchs und anschließendem aufbrauchen der Kohlensäure im Wasser durch die Algen.
Die Kieseln in den Kieslaichplätzen haben auch starken Algenbewuchs ….. Ich glaube, die Kieslaichplätze in der Schwarzen Laber sind mittlerweile alle vollständig zementiert durch Tuffsteinbildung im Fluss. Die Wasserqualität hat sich im Fluss durch Stoßbelastungen aus der Landwirtschaft verschlechtert. Von I-II auf II.
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Re: "Natürliche" Fischbestände
Hi Christian,
das Sediment im Sylvie enthält sicherlich nicht nur Löss sondern auch Fäulnisschlamm denn es handelt sich ja um ein stehendes Gewässer. Die Grösse des Gewässers sowie die Strömungsgeschwindigkeit der Isar machen mich nachdenklich wie schnell sich der Kalk wirklich auslöst und somit den PH-Wert beeinflusst.
Als ich Dein Beispiel von der Isar gelesen habe lag meine Vermutung genau wie bei Gebhard am Wehr - ich denke die Ursache für die Trübung (und darum ging es doch am Anfang) liegt in Schwebstoffen und nicht in in einer Erwärmung. Nebenbei: ein Problem beim Sylviestau ist dass das kalte und trotzdem sauerstoffarme Wasser vom Seegrund ausgeleitet wird.
LG
markus
das Sediment im Sylvie enthält sicherlich nicht nur Löss sondern auch Fäulnisschlamm denn es handelt sich ja um ein stehendes Gewässer. Die Grösse des Gewässers sowie die Strömungsgeschwindigkeit der Isar machen mich nachdenklich wie schnell sich der Kalk wirklich auslöst und somit den PH-Wert beeinflusst.
Als ich Dein Beispiel von der Isar gelesen habe lag meine Vermutung genau wie bei Gebhard am Wehr - ich denke die Ursache für die Trübung (und darum ging es doch am Anfang) liegt in Schwebstoffen und nicht in in einer Erwärmung. Nebenbei: ein Problem beim Sylviestau ist dass das kalte und trotzdem sauerstoffarme Wasser vom Seegrund ausgeleitet wird.
LG
markus
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A. A. Lucas in Fishing and Thinking, 1959
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Re: "Natürliche" Fischbestände
Hallo Markus,
Deine Frage kann ich nicht wirklich beantworten.
Man müsste halt einfach mal ne Wasserprobe aus der Isar nehmen und pH-Wert messen bevor das Kraftwerk anspringt und dann mal ne Wasserprobe nehmen und pH-Wert messen wenn das Kraftwerk im Betrieb ist (Wassertrübung) und die Proben vergleichen.
Oder wenn das Kraftwerk mal keine Lust hat, ne Wasserprobe von der Isar nehmen, pH messen und in einer anderen Probe vom Isarwasser mal etwas von den Ablagerungen auf den Steinen (unterhalb vom Kraftwerk) geben, kräftig (beide Proben) schütteln um ein Hochwasser zu simulieren und anschließend den pH-Wert messen. Wasserproben miteinander vergleichen...
Ich kann Dir nur sagen, wenn die Sedimente in der S. Laber aufgewirbelt werden bei Hochwasser, steigt der pH-Wert.
LG
Christian
Deine Frage kann ich nicht wirklich beantworten.
Man müsste halt einfach mal ne Wasserprobe aus der Isar nehmen und pH-Wert messen bevor das Kraftwerk anspringt und dann mal ne Wasserprobe nehmen und pH-Wert messen wenn das Kraftwerk im Betrieb ist (Wassertrübung) und die Proben vergleichen.
Oder wenn das Kraftwerk mal keine Lust hat, ne Wasserprobe von der Isar nehmen, pH messen und in einer anderen Probe vom Isarwasser mal etwas von den Ablagerungen auf den Steinen (unterhalb vom Kraftwerk) geben, kräftig (beide Proben) schütteln um ein Hochwasser zu simulieren und anschließend den pH-Wert messen. Wasserproben miteinander vergleichen...
Ich kann Dir nur sagen, wenn die Sedimente in der S. Laber aufgewirbelt werden bei Hochwasser, steigt der pH-Wert.
LG
Christian
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Re: "Natürliche" Fischbestände
Hallo Markus, hallo Gebhard,
das Wasser der Isar ist ja eigentlich von türkis- blauer Farbe durch das Steinmehl. Nehmen wir mal an, die Ablagerungen auf den Steinen entsteht überwiegend aus Steinmehl, dann bekommt doch die Isar immer wenn das Kraftwerk anspringt eine Stoßbelastung (Trübung vom Wasser) durch das Abgelagerte Steinmehl (Gletschermilch) vom See. Richtig? Wirkt sich diese Stoßbelastung aus dem Kraftwerk dann nicht auch aus auf den PH- Wert, die Fischnährtiere und Fische? Die Isar hat Güte I- II unterhalb vom Stausee. Insektenlarven sucht man dort unter den Steinen, so wie Stecknadeln im Heuhaufen .... Das ist in anderen Bächen und Flüssen mit Wassergüte I-II ganz anders ....
Die Regenbogenforellen mit den verkrüppelten Brustflossen die wir gefangen haben, hatten nur Fliegen und ein paar kleine Schnecken im Magen .....
LG Christian
PS: Einigermaßen gut gefangen haben wir in der Isar nur, im Rückstau vom Wehr (wo sich die abgetriebene Anflugnahrung konzentriert hat), in beruhigten Flussbereichen, hinter den Totholz- Ansammlungen (Genisten) und an den hartverbauten Abschnitten im Fluss (Steinpackungen) wo sich kein Steinmehl ablagern konnte....
das Wasser der Isar ist ja eigentlich von türkis- blauer Farbe durch das Steinmehl. Nehmen wir mal an, die Ablagerungen auf den Steinen entsteht überwiegend aus Steinmehl, dann bekommt doch die Isar immer wenn das Kraftwerk anspringt eine Stoßbelastung (Trübung vom Wasser) durch das Abgelagerte Steinmehl (Gletschermilch) vom See. Richtig? Wirkt sich diese Stoßbelastung aus dem Kraftwerk dann nicht auch aus auf den PH- Wert, die Fischnährtiere und Fische? Die Isar hat Güte I- II unterhalb vom Stausee. Insektenlarven sucht man dort unter den Steinen, so wie Stecknadeln im Heuhaufen .... Das ist in anderen Bächen und Flüssen mit Wassergüte I-II ganz anders ....
Die Regenbogenforellen mit den verkrüppelten Brustflossen die wir gefangen haben, hatten nur Fliegen und ein paar kleine Schnecken im Magen .....
LG Christian
PS: Einigermaßen gut gefangen haben wir in der Isar nur, im Rückstau vom Wehr (wo sich die abgetriebene Anflugnahrung konzentriert hat), in beruhigten Flussbereichen, hinter den Totholz- Ansammlungen (Genisten) und an den hartverbauten Abschnitten im Fluss (Steinpackungen) wo sich kein Steinmehl ablagern konnte....
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Re: "Natürliche" Fischbestände
Hallo Christian,
wie bereits geschrieben weiß ich nicht ob das Wasser nicht zu schnell und zu groß ist um einen signifikanten Einfluß beim PH Wert zu finden. Von der Farbe her bin ich bei Dir - da ist sicherlich viel Steinabrieb dabei. Dieser hat sicherlich zur Folge dass die Fische etwas schlechter beissen, sei es weil sie die Nahrungsaufnahme reduzieren oder die Fliege einfach schlechter sehen. Das Sediment lagert sich nach meiner Erfahrung in den ruhigen Bereich ab - also eigentlich genau an den Stellen die Du im P.S. als fängig beschrieben hast. Diese sind auch oft länger klar(er) und vielleicht ist es einfach nur ein "Sichtproblem"?
Das mit den Insektenlarven ist m.M. nach auch sehr schwierig, denn die Isar hat in diesem Abschnitt noch recht viel Kies (in dem Kies leben auch viele Larven die man aber nicht ohne ein Netz gut findet) und zudem auch ziemlich Geschiebe. Die Abschnitte und Gewässer die ein sehr starkes Geschiebe haben weisen an den üblichen Stellen (z.B. unter grösseren Steinen) gerne mal sehr wenig bis gar keine Larven auf und haben oft trotzdem gut genährte Fische vorzuweisen und man sieht viel Insektenaktivität über und auf dem Wasser. Meine Vermutung war dass aufgrund der Geschiebemengen an Kies die Insekten woanders zu finden sind. Rückstaubereiche und ganz langsame Wasserabschnitte sind hier sicherlich die "hot spots". Viellelicht hast Du auch an den "falschen" (=bei Deinen Gewässern üblichen) Stellen geschaut?
Wenn eine Satzforelle keine grossen Insektenmengen im Magen hat ist dies für mich kein sehr sicheres Rückschlußkritierium auf das Insektenvorkommen. Wer weiß ob die das Nahrungsangebot bereits voll erschlossen hat.
Was ich schlußendlich zu Bedenken geben will: Die S.Laber und die Isar haben für mich grundunterschiedlichen Charakter und ich wäre vorsichtig von einem Wasser auf das Andere zu schliessen wenn sich die Gewässer so grundlegend unterscheiden.
LG
Markus
wie bereits geschrieben weiß ich nicht ob das Wasser nicht zu schnell und zu groß ist um einen signifikanten Einfluß beim PH Wert zu finden. Von der Farbe her bin ich bei Dir - da ist sicherlich viel Steinabrieb dabei. Dieser hat sicherlich zur Folge dass die Fische etwas schlechter beissen, sei es weil sie die Nahrungsaufnahme reduzieren oder die Fliege einfach schlechter sehen. Das Sediment lagert sich nach meiner Erfahrung in den ruhigen Bereich ab - also eigentlich genau an den Stellen die Du im P.S. als fängig beschrieben hast. Diese sind auch oft länger klar(er) und vielleicht ist es einfach nur ein "Sichtproblem"?
Das mit den Insektenlarven ist m.M. nach auch sehr schwierig, denn die Isar hat in diesem Abschnitt noch recht viel Kies (in dem Kies leben auch viele Larven die man aber nicht ohne ein Netz gut findet) und zudem auch ziemlich Geschiebe. Die Abschnitte und Gewässer die ein sehr starkes Geschiebe haben weisen an den üblichen Stellen (z.B. unter grösseren Steinen) gerne mal sehr wenig bis gar keine Larven auf und haben oft trotzdem gut genährte Fische vorzuweisen und man sieht viel Insektenaktivität über und auf dem Wasser. Meine Vermutung war dass aufgrund der Geschiebemengen an Kies die Insekten woanders zu finden sind. Rückstaubereiche und ganz langsame Wasserabschnitte sind hier sicherlich die "hot spots". Viellelicht hast Du auch an den "falschen" (=bei Deinen Gewässern üblichen) Stellen geschaut?
Wenn eine Satzforelle keine grossen Insektenmengen im Magen hat ist dies für mich kein sehr sicheres Rückschlußkritierium auf das Insektenvorkommen. Wer weiß ob die das Nahrungsangebot bereits voll erschlossen hat.
Was ich schlußendlich zu Bedenken geben will: Die S.Laber und die Isar haben für mich grundunterschiedlichen Charakter und ich wäre vorsichtig von einem Wasser auf das Andere zu schliessen wenn sich die Gewässer so grundlegend unterscheiden.
LG
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A. A. Lucas in Fishing and Thinking, 1959
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Re: "Natürliche" Fischbestände
Hallo !
Da ich im August dort gefischt habe, kann ich nur sagen, entweder Du behauptest einfach etwas um Recht zu behalten oder Du hast falsch gefischt. Wir waren zu viert, haben toll gefangen, Bachforellen bis zu 1 kg, RB bis zu 2,5 kg auch zwei große Äschen.
Ich habe selbst auf einem Kiesgerinne nach Nymphen gesucht, jeder Stein bewohnt und Koppen gab es ebenfalls zu entdecken.
Abschließend nur noch einen Satz, dann melde ich mich nicht mehr:
Kalk ist Leben, Urgesteinsbäche sind grundsätzlich nahrungsarm, es gibt Seen in Tirol wo man die Saiblinge incl Skelett und Flossen verspeisen kann, da das Skelett nur aus Knorpelmasse besteht!
Google doch mal unter Gletscherschluff, vielleicht bringt Dich das weiter!
RC
PS: verkrüppelte Brustflossen kommen auschließlich bei Besatzforellen vor!
Da ich im August dort gefischt habe, kann ich nur sagen, entweder Du behauptest einfach etwas um Recht zu behalten oder Du hast falsch gefischt. Wir waren zu viert, haben toll gefangen, Bachforellen bis zu 1 kg, RB bis zu 2,5 kg auch zwei große Äschen.
Ich habe selbst auf einem Kiesgerinne nach Nymphen gesucht, jeder Stein bewohnt und Koppen gab es ebenfalls zu entdecken.
Abschließend nur noch einen Satz, dann melde ich mich nicht mehr:
Kalk ist Leben, Urgesteinsbäche sind grundsätzlich nahrungsarm, es gibt Seen in Tirol wo man die Saiblinge incl Skelett und Flossen verspeisen kann, da das Skelett nur aus Knorpelmasse besteht!
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Der immer auf Seiten der Fische steht!
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Re: "Natürliche" Fischbestände
Hallo Gebhard,Royal Coachman hat geschrieben: Da ich im August dort gefischt habe, kann ich nur sagen, entweder Du behauptest einfach etwas um Recht zu behalten oder Du hast falsch gefischt. Wir waren zu viert, haben toll gefangen, Bachforellen bis zu 1 kg, RB bis zu 2,5 kg auch zwei große Äschen.
ich weiß es gibt in der Isar große Fische, wir haben ja nicht nur Krüppelflossen gefangen, sondern auch zwei große Bachforelle, sehr große Regengogenforellen (im Rückstau vom Wehr) beim steigen beobachten können, einen Flussbarsch gefangen und von einer sehr großen Äsche gehört die am gleichen Tag gefangen wurde. Aber irgendwie kommt mir(!) das Fischaufkommen halt (vor allem Jungfischaufkommen) an sich etwas zu gering vor in dem Wasser, für diesen Flussbereich und meine Verständnisse. Dann plagt mich halt die Neugier und ich möchte gern wissen, warum alles so ist wie es ist.... Sei mir nicht böse, ich weiß ja selbst das ich anstrengend sein kann, wenn mich die Neugier plagt, das ist aber nun mal mein Naturell und Recht zu haben, Recht zu behalten ist auch nicht unbedingt das, was man sich eigentlich wünscht ....
Entschuldige, aber Deine Behauptung ist grundsätzlich so nicht Richtig!Royal Coachman hat geschrieben: Kalk ist Leben, Urgesteinsbäche sind grundsätzlich nahrungsarm, ....
LG Christian
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Royal Coachman
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Re: "Natürliche" Fischbestände
Hallo Christian!
Noch ein Erklärungsversuch, ich verstehe Deine Neugier, aber sie führt leicht zu falschen Schlüssen.
Ein Gletscher zermahlt durch sein ungeheures Gewicht das darunter liegende Gestein. Nun gibt es ja im Urgestein nicht nur Gneis sondern auch sehr viel Schiefer. Der Schiefer wird zu mikroskopisch kleinen Plättchen zermahlen, diese Plättchen sind sehr scharfkantig und beeinträchtigen die Forellen im Bereich der Kiemen. Deswegen geht z.B. in Tirol niemand fischen, wenn der Inn oder die Ötztaler Ache diese glänzend, weißgraue Farbe hat. Da beißt nämlich überhaupt nichts. Schiefergestein kommt in den Alpen sehr häufig vor besonders in Verbindnung mit Gneis und wird natürlich auch ins Alpenvorland ausgeschwemmt.
Bei uns heißt das Gletscherschluff und typisch dafür ist dieser leicht schimmernde Glanz der durch den Schiefer entsteht (Lichtbrechung).
Sonderform: Glimmerschiefer!
Das hat mit Kalk überhaupt nichts zu tun.
tight lines
RC
Noch ein Erklärungsversuch, ich verstehe Deine Neugier, aber sie führt leicht zu falschen Schlüssen.
Ein Gletscher zermahlt durch sein ungeheures Gewicht das darunter liegende Gestein. Nun gibt es ja im Urgestein nicht nur Gneis sondern auch sehr viel Schiefer. Der Schiefer wird zu mikroskopisch kleinen Plättchen zermahlen, diese Plättchen sind sehr scharfkantig und beeinträchtigen die Forellen im Bereich der Kiemen. Deswegen geht z.B. in Tirol niemand fischen, wenn der Inn oder die Ötztaler Ache diese glänzend, weißgraue Farbe hat. Da beißt nämlich überhaupt nichts. Schiefergestein kommt in den Alpen sehr häufig vor besonders in Verbindnung mit Gneis und wird natürlich auch ins Alpenvorland ausgeschwemmt.
Bei uns heißt das Gletscherschluff und typisch dafür ist dieser leicht schimmernde Glanz der durch den Schiefer entsteht (Lichtbrechung).
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Das hat mit Kalk überhaupt nichts zu tun.
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Re: "Natürliche" Fischbestände
Hallo,
die Auswirkungen der Geologie auf Bäche und Flüsse sind doch immer wieder aufs Neue interessant und spannend!
Den richtigen Glimmerschiefer kenne ich von der Zschopau (Erzgebirge/ Sachsen), in anderen Urgesteinsregionen Gneis- Granit (Oberpfälzer- Bayerischer Wald usw.) spielt der Glimmer oft nur eine eher untergeordnete Rolle im Gestein.

und in die sehr klaren Seitengerinne die entstehen, wenn das Wasser der Isar in den Kiesbänken versickert und an anderer Stelle und gut gefiltert in den Kiesbänken der Isar wieder austritt.
Ist Kiemenreizung durch Steinmehl nicht auch der Grund dafür, dass es in Gletscherbächen wenn überhaupt dann nur wenige Fische gibt!?
Ich weiß, auf Kiemenreizung (durch Steinmehl, Fließsand, Erosionsmaterial usw.) reagieren Fische sehr empfindlich und ich weiß, dass vor allem Fischbrut und Jungfische sogar extrem empfindlich reagieren auf Kiemenreizung durch Einträge von Erosionsmaterial (Sand und Schlammeinträge aus der Forst- und Landwirtschaft) bei Starkregen in die Bäche und Flüsse.
Wo die Fische, vor allem die Fischbrut und Jungfische in den Bächen und Flüssen nicht mehr die Möglichkeit haben in saubere Seitenbäche, Gräben, Altwässer, Auwälder usw. auszuweichen um einer Reizung der Kiemen durch Einträge aus Feinsand, Schmutzwasser und Schlamm zu entgehen, kann es schnell zu todbringenden Kiemenerkrankungen kommen. Man sieht oft, dass im schlammigen Flusswasser bei und nach Starkregen die kleinen Fische im schlammigen Wasser unter Atemnot leiden, einige der Fische sogar kippen oder am kippen sind.
Das ist natürlich Stress für die empfindliche Fischbrut/Jungfische wodurch sie schnell anfällig für Krankheiten werden können. Es kommt dann oft zu Hautkrankheiten (Weißpünktchenkrankheit, …) bei der Fischbrut und Jungfischen, oder Erkrankungen durch bakterielle Flossenfäule (Trübung der Flossenränder/Flossen, ausgefranste oder eingerissene Flossenränder und Flossen), oder Reizungen der Kiemen, die geschädigten Kiemen bieten ein gutes Substrat für verschiedene Bakterien (Vor allem dann, wenn es im schlammigen Wasser noch zusätzlich zu Stoßbelastungen mit Gülle und Bakterien über Drainagerohre der Wiesenentwässerung kommt.) wodurch ein natürliches Eigenaufkommen beim Nachwuchs der Fische stark blockiert werden kann …
Ein mir bekannter Fischzüchter hatte mal viele Tausend kleine Äschen durch aufgewirbeltes Schmutzwasser verloren. Es kam zu Kiemenreizungen bei den jungen Äschen mit Kiemenerkrankungen…
Ein Teil der wenigen hundert überlebenden Äschen hatte abstehende Kiemendeckel, abgefressene/ abgefaulte Kiemendeckel wie man im Foto sehr schön sehen kann ….
(Durch aufgewirbeltes Schmutzwasser geschädigte 1- sömmerige Jungäschen mit zum Teil abgefressenen/ abgefaulten Kiemendeckeln bei Kiemenerkrankung.)
Nun hat sich aber auch viel gebessert in den Bächen und Flüssen. Die Wasserqualität ist besser geworden, die Nitratbelastungen wurden reduziert, Nadelgehölze wurden an den Bächen entfernt und durch Weiden und Erlen ersetzt, es gibt Renaturierungen, einige von uns machen Kiesschüttungen, lockern durch umgraben oder spülen das Interstitial in den Kieslaichplätzen….
Und nun wird es wieder Spannend zu sehen, was passiert und die Zukunft bringt in den Bächen und Flüssen. Auch wenn einige der Alten immer noch felsenfest behaupten, die Zeit der Äschen ist längst vorbei, müssen sie deshalb noch lange nicht Recht behalten und naturnahe Fischbestände in den Bächen sind in der heutigen Zeit immer noch oder wieder möglich.
LG
Christian
PS: Der starke Rückgang von Bioindikatoren wie z.B. der Bachmuschel/ kleine Flussmuschel (Unio crassus) die ähnlich hohe Ansprüche an das Substrat stellt wie die Interstitiallaicher, zeigt uns an, in welchem Zustand die Kieslaichplätze für Interstitiallaicher wie Salmoniden sind. In Deutschland sind die Bachmuschelpopulationen um über 90% geschrumpft.
die Auswirkungen der Geologie auf Bäche und Flüsse sind doch immer wieder aufs Neue interessant und spannend!
Den richtigen Glimmerschiefer kenne ich von der Zschopau (Erzgebirge/ Sachsen), in anderen Urgesteinsregionen Gneis- Granit (Oberpfälzer- Bayerischer Wald usw.) spielt der Glimmer oft nur eine eher untergeordnete Rolle im Gestein.
Das interessante in der Isar ist: Um der Kiemenreizung bei Stossbelastung im Wasser mit Steinmehl zu entgehen, gehen die Jungfische in der oberen Isar scheinbar in solche sehr klare Stillwasserbuchten (konnte ich zumindest bei jungen Regenbogenforellen so beobachten)Royal Coachman hat geschrieben: Der Schiefer wird zu mikroskopisch kleinen Plättchen zermahlen, diese Plättchen sind sehr scharfkantig und beeinträchtigen die Forellen im Bereich der Kiemen.

und in die sehr klaren Seitengerinne die entstehen, wenn das Wasser der Isar in den Kiesbänken versickert und an anderer Stelle und gut gefiltert in den Kiesbänken der Isar wieder austritt.
Ist Kiemenreizung durch Steinmehl nicht auch der Grund dafür, dass es in Gletscherbächen wenn überhaupt dann nur wenige Fische gibt!?
Ich weiß, auf Kiemenreizung (durch Steinmehl, Fließsand, Erosionsmaterial usw.) reagieren Fische sehr empfindlich und ich weiß, dass vor allem Fischbrut und Jungfische sogar extrem empfindlich reagieren auf Kiemenreizung durch Einträge von Erosionsmaterial (Sand und Schlammeinträge aus der Forst- und Landwirtschaft) bei Starkregen in die Bäche und Flüsse.
Wo die Fische, vor allem die Fischbrut und Jungfische in den Bächen und Flüssen nicht mehr die Möglichkeit haben in saubere Seitenbäche, Gräben, Altwässer, Auwälder usw. auszuweichen um einer Reizung der Kiemen durch Einträge aus Feinsand, Schmutzwasser und Schlamm zu entgehen, kann es schnell zu todbringenden Kiemenerkrankungen kommen. Man sieht oft, dass im schlammigen Flusswasser bei und nach Starkregen die kleinen Fische im schlammigen Wasser unter Atemnot leiden, einige der Fische sogar kippen oder am kippen sind.
Das ist natürlich Stress für die empfindliche Fischbrut/Jungfische wodurch sie schnell anfällig für Krankheiten werden können. Es kommt dann oft zu Hautkrankheiten (Weißpünktchenkrankheit, …) bei der Fischbrut und Jungfischen, oder Erkrankungen durch bakterielle Flossenfäule (Trübung der Flossenränder/Flossen, ausgefranste oder eingerissene Flossenränder und Flossen), oder Reizungen der Kiemen, die geschädigten Kiemen bieten ein gutes Substrat für verschiedene Bakterien (Vor allem dann, wenn es im schlammigen Wasser noch zusätzlich zu Stoßbelastungen mit Gülle und Bakterien über Drainagerohre der Wiesenentwässerung kommt.) wodurch ein natürliches Eigenaufkommen beim Nachwuchs der Fische stark blockiert werden kann …
Ein mir bekannter Fischzüchter hatte mal viele Tausend kleine Äschen durch aufgewirbeltes Schmutzwasser verloren. Es kam zu Kiemenreizungen bei den jungen Äschen mit Kiemenerkrankungen…
Ein Teil der wenigen hundert überlebenden Äschen hatte abstehende Kiemendeckel, abgefressene/ abgefaulte Kiemendeckel wie man im Foto sehr schön sehen kann ….
(Durch aufgewirbeltes Schmutzwasser geschädigte 1- sömmerige Jungäschen mit zum Teil abgefressenen/ abgefaulten Kiemendeckeln bei Kiemenerkrankung.)
Nun hat sich aber auch viel gebessert in den Bächen und Flüssen. Die Wasserqualität ist besser geworden, die Nitratbelastungen wurden reduziert, Nadelgehölze wurden an den Bächen entfernt und durch Weiden und Erlen ersetzt, es gibt Renaturierungen, einige von uns machen Kiesschüttungen, lockern durch umgraben oder spülen das Interstitial in den Kieslaichplätzen….
Und nun wird es wieder Spannend zu sehen, was passiert und die Zukunft bringt in den Bächen und Flüssen. Auch wenn einige der Alten immer noch felsenfest behaupten, die Zeit der Äschen ist längst vorbei, müssen sie deshalb noch lange nicht Recht behalten und naturnahe Fischbestände in den Bächen sind in der heutigen Zeit immer noch oder wieder möglich.
LG
Christian
PS: Der starke Rückgang von Bioindikatoren wie z.B. der Bachmuschel/ kleine Flussmuschel (Unio crassus) die ähnlich hohe Ansprüche an das Substrat stellt wie die Interstitiallaicher, zeigt uns an, in welchem Zustand die Kieslaichplätze für Interstitiallaicher wie Salmoniden sind. In Deutschland sind die Bachmuschelpopulationen um über 90% geschrumpft.






