Frust abbauen...

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orkdaling

Re: Frust abbauen...

Beitrag von orkdaling »

@ matthias z.
Ich hatte erwæhnt das nicht alles auf die Lachsfluesse uebertragbar ist, die Studien beweisen aber eindeutig das sich die Schonung der grossen Rogner und Milchner positiv auf das jeweilige Gewæsser auswirken.
@ alle
Der Biber der vor 50 Jahren hier nicht heimisch war sorgt durch seine Verbauungen zur Verschlammung der kleinen Nebenbæche und zerstørt somit die Laichplætze der Meerforellen. Ebenfalls das Freilassen von Minks durch die Pelztierschuetzer hat fuer erhebliche Probleme gesorgt, so dass in einigen Bæchen kein einziger Smolt bei Kontrollen gefunden wurde. Erste Erfolge zeigen sich nun nach Bejagung. Tatsachen die fuer sich sprechen !

Gruss
Hendrik
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Gammarus roeseli
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Re: Frust abbauen...

Beitrag von Gammarus roeseli »

@ Olaf entschuldige! Ich habe Dich nicht vergessen .... Komme aber nicht wirklich zum Schreiben.

Nur ganz kurz @ Gebhard.
Dieses Verhaltensmuster
Royal Coachman hat geschrieben: Vielleicht könnte jemand den an unseren Gewässern hausenden Ottern diese Studie vorlesen!

Da liegen schon mal 20-25 kapitale Bachforellen am Ufer, nur hinten etwas angefressen!
passt eher zum Mink. (Wir habe die gleichen Erfahrung am Fischwasser gemacht wie Du und Minke gesehen!) Der Mink tötet Fische ohne Hunger zu haben ...

LG Ch.
orkdaling

Re: Frust abbauen...

Beitrag von orkdaling »

@ RC - aha die selben Beobachtungen, Otter sind auch hier geschuetzt aber der Mink nicht. Hab keine Ahnung ob die bei euch unter Schutz stehen, wenn nicht dann versucht es mit `ner Marderfalle. Mir hat so ein kleiner schwarzer Ræuber einen guten Fisch angefressen den ich unter einer Erle aufgehængt hatte und ich war nur wenige Meter entfernt.
Viel Glueck
Hendrik
Royal Coachman
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Re: Frust abbauen...

Beitrag von Royal Coachman »

Hallo Freunde!

Anscheinend haben wir hier Otterfreunde, ich darf Euch versichern, daß wir keinen Mink an unseren Gewässern haben.

Der Otter räumt z.B. auch einen Karfenteich aus, selbst gesehen 35 Stück Karpfen zwischen 1 und 3kg liegen da am morgen verendet heraußen.


Die Otter wurden vom WWF ausgesetzt, die sind auch noch stolz darauf.
Jeder kann derzeit in ein östliches EU-Land reisen und sich für 100 Euro ein Otterpärchen kaufen und aussetzen.

tight lines
RC

PS: übrigens sind es nicht mal europäische, ein überfahrenes Exemplar hatte 12,5 kg!
Der immer auf Seiten der Fische steht!
orkdaling

Re: Frust abbauen...

Beitrag von orkdaling »

Ohje!
Leider betreiben hier Bauern im Nebenerwerb Pelztierfarmen, meist Fuchsfarmen.
Im Sommer haben diese "Tierschuetzer" in einer Nacht-und Nebelaktion ca. 500 frei gelassen. Nur dumm fuer die Bodenbrueter.
Ja und nun sind es die Jæger die zu viel Vøgel schiessen.
Das nur mal nebenbei zum Thema Naturschutz.
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Gammarus roeseli
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Re: Frust abbauen...

Beitrag von Gammarus roeseli »

gespliesste hat geschrieben: das man als Maßnahme gegen Kolmation mit Baggern die Sohle umlagert, habe ich noch nicht gehört. ….Wie tief und weit kann/soll man da umlagern?….. …. Habt ihr da Erfahrungen, in wie weit solche Umlagerungen sinnvoll sind. Hält das entsprechend vor?
Hallo Olaf,

den Film mit dem Bagger der in dem Thema mittlerweile schon zweimal existiert (einmal auf Seite 5 und einmal auf Seite 10) hast Du nun sicher schon gesehen. Oder? Deine Fragen sollten größtenteils beantwortet sein …
gespliesste hat geschrieben: Wir hatten schon Überlegungen die Sohle in Arbeitseinsätzen manuell mit Hacken aufzubrechen, aber das bringt nur kurzfristig einen Besserung.
Diese Maßnahmen gab es bei uns auch schon und es konnte der Nachweis erbracht werden, dass sich entsprechende Maßnahmen positiv auf die Reproduktion der Interstitiallaicher auswirken. Wenn diese Maßnahmen nur kurzfristig Besserung bringen, sollte man halt diese Malnahmen gezielt auf und in den Laichplätze wiederholen… (Von uns bereits durchgeführte Maßnahmen wurden immer erst durch Genehmigung vom Wasserwirtschaftsamt abgesegnet und von uns kartiert.)

Der Link über "die Restaurierung von Kieslaichplätzen" könnte Dir vom nutzen sein …
http://wuemme-meerforelle.de/resources/ ... 5B1$5D.pdf

Bei uns im Verein gibt es schon länger Gespräche und Bemühungen um mit Hilfe von einem Bagger den Kies in den Laichplätzen umzulagern. Ist aber nicht überall so einfach möglich und durchführbar, daher diskutieren wir auch darüber ob es vielleicht nicht auch möglich und kostengünstiger ist, das von Kolmation betroffene Interstitial in den Laichplätzen mit Hilfe von hohen Wasserdruck (Hochdruckreiniger oder einer leistungsstarken Schmutzwasserpumpe und Spülrohr) zu spülen…

Das die großen und starken Bachforellenrogner durchaus selbst in der Lage sind
größere Kiesflächen aufzuschlagen und umzulagern hatte ich Euch mit dem Foto schon versucht zu zeigen….
Bild

Wir könnten uns viele kostenintensive Bemühungen (Bagger usw.), ersparen, wenn wir einen ausreichenden Bestand an großen und starken Laichrognern aus Hegegründen schonen und erhalten ….
gespliesste hat geschrieben: Wie übersteht das Makrozoobenthos (Kleinlebewesen am Gewässergrund) diese Maßnahmen?
Im versandeten oder verschlammten Interstitial ist der Lebensraum für Makrozoobenthos sicherlich deutlich eingeschränkt. Aber ich meine es empfiehlt sich immer ein Behutsames vorgehen, es könnten beispielsweise in Ufernähe FFH-Arten wie Unio crassus vorkommen die immer mehr zunehmen an Bedeutung für uns um den Lebensraum der Interstitiallaicher zu erhalten oder besser zu schützen (Verschlechterungsverbot usw.). Viel mehr will ich hier nicht über FFH-Arten und Naturschutz unter der Wasseroberfläche sagen… Wenn man sich als Fliegenfischer um den Naturschutz bemüht (unter der Wasseroberfläche) und davon berichtet, wird man in diesem Forum immer öfter angepiselt …. (Dieses Forum verarmt einfach immer mehr meine ich!!)
Maggov hat geschrieben: Das Argument mit den Laichgruben finde ich interessant! Vielen Dank. Allerdings ist es für mich eine Frage der Zeit bis die Versandung auch nicht mehr von grossen Fischen bewerkstelligt wird wenn ich die strukturellen Ursachen nicht irgendwie beheben oder umgehen kann.


Servus Markus,

es gibt Möglichkeiten und Renaturierungsmaßnahmen die sich auf die Fließgeschwindigkeit auswirken und die Versandung im Interstitial deutlich (durch Erhöhung der Fließgeschwindigkeit) reduzieren können.

Gehen wir mal ganz kurz etwas tiefer in die Materie:
Hinter den (größeren) Kieseln und Steinen entsteht eine langsame Wasserwalze und auch Totwasserbereiche (ähnlich einem Windschatten) wodurch sich Feinmaterial ablagert und der Zwischenraum zwischen den Steine und Kiesel (in den Laichplätzen) beginnt sich aufzufüllen. Die Teilchengröße der Ablagerungen im Interstitial wird von der Strömungsgeschwindigkeit im Wasser stark beeinflusst. Schlamm und Feinsandablagerungen senken die Schlupfrate der Forellen sicherlich extrem, aber genau diese Ablagerungen werden beim schlagen der Laichgrube von vor allem den großen und starken Bachforellenrognern gut und großflächig aus dem Interstitial entfernt und anschließend von der Wasserströmung abtransportiert. Übrig bleibt ein Gemisch aus Steinen, Kieseln und Grobsand.
Grobsand findet man sehr oft in den Kieslaichplätzen der Forellen (Sandsteinregionen, Urgesteinsregionen, … usw.) und trotzdem gibt es eine natürliche Reproduzieren der Forellen. Ob und wie stark der Grobsand die Schlupfrate der Forellen negativ beeinflusst, ist aber sicherlich noch völlig unerforscht!?

LG
Christian
orkdaling

Re: Frust abbauen...

Beitrag von orkdaling »

@ gammarus roeseli - danke fuer den super link.
Die baulichen Verænderungen (Fliesgeschwindigkeit, Umlagerung und Zugabe von Kies) sind das eine, ich hoffe das sich bei møglichst vielen Fischern die Einsicht durchsetzt das nur die starken Laichner in der Lage sind bei schwierigen Bedingungen Laichplætze zu schaffen.
Es liegt also an uns selbst!
Gruss und frohes Fest
Hendrik
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