Kraftwerk im Wildfluss geplant; Oberallgäu, Bad Hindelang

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Seeadler
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Kraftwerk im Wildfluss geplant; Oberallgäu, Bad Hindelang

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Hallo,

in einem der letzten unverbauten Wildflüsse im Naturschutzgebiet (!) Allgäuer Hochalpen, bei Bad Hindelang, ist ein Kraftwerksbau geplant. Das Ostrachtal, einschließlich einer wunderschönen Wildwasser-Klamm (Naturdenkmal "Eisenbreche") soll diesem Klein-Kraftwerksbau zum Opfer fallen. :evil:

"Geplant ist eine 5m hohe Staumauer, eine ca. 1,25km lange, verrohrte Ausleitung und ein Kraftwerkshaus. Betroffen von der Ausleitung sind sowohl die Umlagerungsstrecken im Bereich des Erzberghofs als auch die spektakuläre Wildwasserklamm, die „Eisenbreche“ an sich. "Durch den Aufstau der Ostrach vor dem Staudamm und die Ausleitung von oftmals mehr als 50 % des Wassers aus der Ostrach werden geschützte Arten und Biotope stark beeinträchtigt. Dabei stehen natürliche und naturnahe Fließgewässer in den Alpen und dem Alpenvorland ganz oben auf der Roten Liste der gefährdeten Lebensräume", so Julia Wehnert, Geschäftsführerin der BN-Kreisgruppe Kempten-Oberallgäu.

Zusätzlich ist aber auch eine massive landschaftsästhetische Beeinträchtigung einer der letzten Abschnitte intakter Landschaft zu erwarten. Technische Bauwerke wie Staudamm und Kraftwerkshaus tun hier einerseits ihre Wirkung. Vor allem aber wird der Ostrach und der Eisenbreche das Wasser entzogen. Ein alpiner Wildbach lebt aber von seinem tosenden Wasser. Verschwindet dieses zu großen Teilen in unterirdischen Rohren, ist auch der Natureindruck eines Wildbaches dahin. "Der erwünschte gute Zweck zerstört in diesem Fall wertvollste Allgäuer Naturlandschaft", kommentiert Karl Stiefenhofer, Vorsitzender des Heimatbundes Allgäu die Planungen.

Die Erhaltung und Wiederherstellung der Gebirgsbäche in den Allgäuer Hochalpen als alpine Flüsse sind ein wesentliches Element im Verbund alpiner Schutzgebiete. Dies beinhaltet den Erhalt an klaren, unverbauten Fließgewässern mit reich strukturiertem Gewässerbett und einer natürlichen Dynamik ohne künstliche Abstürze.

"Unsere Flüsse haben schon genug gelitten. Die wenigen verbliebenen frei fließenden Gewässerstrecken sind wichtige Biotopverbundsysteme und ein bedeutendes bayerisches Naturerbe, das zu schützen ist. Es kann nicht hingenommen werden, dass die letzten verbliebenen unberührten Bereiche, wie die im Fall des geplanten Wasserkraftwerkes Eisenbreche zur Energiegewinnung geopfert werden. Wir brauchen Tabuzonen, in denen der Naturschutz Vorrang vor allen anderen Interessen hat. Eine derartige Erschließung in einem Naturschutzgebiet wird vom LBV strikt abgelehnt", so Brigitte Kraft, Leiterin der LBV Bezirksgeschäftsstelle und Mitglied im Naturschutzbeirat der Regierung von Schwaben und des Landkreises Oberallgäu.

Der Bund Naturschutz kämpft seit Jahrzehnten für eine Energiewende mit ökologischen Leitplanken. Die großen Potenziale liegen bei der Energieeinsparung und dem Ausbau von Solar- und Windenergie. Die bayerischen Flüsse und Bäche haben aber Ihre Schuldigkeit zur Erzeugung erneuerbarer Energien bereits getan. Ca. 90% des bayerischen Wasserkraftpotenzials sind bereits genutzt. Der von der bayerischen Staatsregierung angedachte Ausbau der Wasserkraft von 15 auf 17% des bayerischen Stromverbrauchs könnte nur dann realisiert werden, wenn die letzten freifließenden Flüsse auch noch der Wasserkraft geopfert werden. Die Ostrach im Bereich der Eisenbreche gehört zu diesen letzten natürlichen Wildbachabschnitten."

(aus: http://www.allgaeuhit.de/Oberallgaeu-Ba ... 04067.html)

Eine detaillierte (auch rechtsbezogene) Stellungnahme zu diesem wirklich wahnwitzigen Projekt seitens des BUND Naturschutz findet sich hier:
http://www.eisenbreche.de/?Stellungnahme_des_BN

Fotografische Impressionen des Wildflusses finden sich unter http://www.eisenbreche.de/?Ansichten


Grüße an Alle,
Daniel
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