Klartext zu Ökopopulismus

Hier geht es um wichtige Belange wie Naturschutz, sinnvolle Gewässer-Bewirtschaftung, schonender Umgang mit Umwelt und Kreatur, Ärgernisse (Schlagthemen) wie Klein-Wasserkraft & Kormoran und Rechtliches.

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Mr. Wet Fly
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Klartext zu Ökopopulismus

Ungelesener Beitrag von Mr. Wet Fly »

Hier mal ein sehenswertes Video von unseren Umweltminister.

http://www.welt.de/wirtschaft/energie/a ... aenge.html

Gruß Bernd
Mountain Angler
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Re: Klartext zu Ökopopulismus

Ungelesener Beitrag von Mountain Angler »

Das nenne ich mal souveränes abkanzeln.... =D>
Johannes
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Re: Klartext zu Ökopopulismus

Ungelesener Beitrag von Johannes »

Hallo zusammen,

wie Gabriel selbst sagt: Sein Vorteil ist, dass er allein das Mikro hat...

Es gibt sehr gute Gründe, aus der Kohlekraft auszusteigen. Dabei geht es nicht nur um den Klimaschutz, sondern auch um die Versorgungssicherheit zukünftiger Generationen. Politik ist immer ein schwieriger Prozess zwischen kurz-, mittel- und langfristigen Entscheidungen und Zielen, manche gelten ganz simpel dem eigenen Machterhalt, manche haben tatsächlich altruistische, zukunftsorientierte Züge, einige sind Mischformen.

Bezogen auf das konkrete Thema: An der Kohlekraft hängen aktuell u.a. in der Lausitz, die sonst relativ strukturschwach ist, relativ viele Arbeitsplätze. Diese Arbeiterklientel ist - nicht nur dort - für die SPD ein wichtiges Wählerreservoir, um das man zudem mit der Linken konkurriert. Daher tut man sich mit zukunftsweisenden Entscheidungen, die aktuell bestehende Arbeitsplätze gefährden, eben sehr schwer. Das ist aus parteistrategischer Sicht sogar sehr gut nachzuvollziehen, dient aber nicht der langfristigen Entwicklung. Hier kommen übrigens die Umweltverbände ins Spiel: Sie sind nicht an Legislaturperioden gebunden und bilden den Gegenpol zur aktuellen Regierungspolitik. Es ist ihre - auch rechtlich abgebildete - Rolle, der Politik auf die Finger zu schauen und langfristige Ziele anzumahnen, statt primär Parteiinteressen zu verfolgen. So manche der NGO-Einzelkampagnen kann man natürlich finden, wie man will, aber: Umweltverbände erfüllen eine wichtige Rolle in unserer Demokratie, sie zeigen der Gesellschaft alternative Wege zum aktuellen politischen Verhalten auf. Sie sind wichtiges Sprachrohr und Gegenpol, um demokratischen Pluralismus zu unterstützen. Ich weiß daher nicht, ob "Ökopopulismus" so ein passender Begriff ist (der übrigens gern im rechtsreaktionären Umfeld verwendet wird), denn für die populistischen Botschaften ist ja nicht selten zunächst die Berufspolitik zuständig, bevor Verbände anschließend in ihren Kampagnen darauf reagieren... :wink:

Abgesehen davon finde ich, dass z.B. eine Wasserkraftdebatte thematisch hier viel besser ins Forum passt, als ein Filmchen über Gabriels Position zum Kohleausstieg...

TL!

Johannes

EDIT/Nachtrag: Umweltminister ist Sigmar Gabriel übrigens schon länger nicht mehr...
läuft.
maggs
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Re: Klartext zu Ökopopulismus

Ungelesener Beitrag von maggs »

Hallo,

das Thema passt schon: Greenpeace steckte auch in der Wasserkraft:
„Die beiden Unternehmen TANDEM GmbH (Bremen), eine Investitions- und Beteiligungsgesellschaft für ökologische Projekte und Planet energy GmbH (Hamburg), eine 100%ige Tochter von Greenpeace energy e.G. werden neben dem Weserwehr in Bremen-Hemelingen ein neues Wasserkraftwerk bauen.“
Sie verkaufen mit der „Tochterfirma“ Greenpeace Energie Wasserkraft und machen Werbung für Wasserkraft.

Und auch die Tagebaue passen zum Thema: Sie hinterlassen Restseen und erfahrungsgemäß ist dann eine der Naturschutzorganisationen bereit dort ein Vogelschutzgebiet zu betreiben und Kormorane zu „halten“.
In Sachsen Anhalt haben wir 500 bis 700 Brutpaare (habe die aktuellen Zahlen nicht im Kopf) allein an drei Tagebauseen und Sachsen hat seinen gesamten Bestand (über 200BP) an solchen Tagebaurestseen. (Angaben aus anderen Bundesländern würde ich gerne hören...)


Ich habe das Grundstück meiner Großeltern besenrein(!) geräumt um es der Grube zu übergeben aktuell ist wieder ein neuer Tagebau im Gespräch der in meiner Gemeinde mehrere Orte kosten könnte.
Ich bin wirklich kein Freund der Kohle wundere mich aber auch was Greenpeace und Co dazu sagen. Windräder schredern Vögel - der NABU klagt (...und kassiert).
Stromtrasse in Thüringen der BUND klagt …

Wasserkraftwerk die Angler klagen werden abgewiesen und ernten Hohn und Spott und der BUND erklärt stolz „unsere Turbinen haben nur 10% Mortalität“ ...


Ökopopulismus trifft es sehr gut – und ich werde mir den Mund nicht mit Seife auswaschen weil das Wort „*nicht erlaubtes Wort*“ sei.

Warum standen dort eigentlich keine Angler mit Bildern kleingehäckselter Aale?

M.
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