Headi hat geschrieben:
Die Bewirtschaftung könnte verstaatlicht werden. Immerhin handelt es sich bei Gewässern um ein Naturgut, nicht um eine Ware mit Preis.
Hallo Florian,
rechtlich stimmt Dein zweiter Satz nicht und verhindert die zentrale Bewirtschaftung. Das Fischrecht unterliegt im deutschen Recht dem Eigentumsrecht. Die Rechte die dem Land gehören werden ja über die Verbände verpachtet und über die Auflagen bzw. das dafür notwendige Hegekonzept "gemanaged" - aber in den alten Bundesländern sind viele Fischrechte in privater Hand.
Wenn man die Bewirtschaftung verstaatlichen würde müsste man also Privatpersonen ein Eigentum enteignen.
In den neuen Bundesländern ist aufgrund der Vorgeschichte die Situation etwas anders. Dort gibt es diese Möglichkeiten schon heute und werden von DAV und Co. verwaltet.
Der Vergleich mit den USA wo das Fischrecht größtenteils ein Gemeingut ist hinkt an einer Stelle: Das Ufer gehört da nicht dazu und wenn Du ans Wasser willst musst Du oft den Ranchbesitzer durch dessen Land der Fluß fließt um Erlaubnis fragen. Da kann es Dir auch passieren dass Du nochmals Geld abdrücken musst.
So findest Du auch dort sog. "private Water" an die Du nur kommst wenn Du Dir auch ein Zimmer auf der Ranch nimmst und ggfs. noch einen Guide dazu.
So weitläufig das Land aussehen mag - wenn Du z.B. in Montana fischen willst dann wirst Du sehr häufig mit der Situation konfrontiert dass es dort riesige Grundstücke in Privatbesitz gibt. Wenn Du dann niemanden erreichst oder fragen willst bleibt Dir ein float trip oder Du musst von der Grundstücksgrenze oder einer Brücke (einer öffentlichen Straße aus) einwaten.
Auch beim Thema Besatz bin ich mir nicht sicher ob in den USA alles Gold ist was glänzt. Ich habe zumindest schon ein paar mal gelesen dass auch dort durchaus fangfähiger Besatz eingebracht wird.
Immerhin findet zunehmend eine Vernetzung unter den Gewässerwarten der Vereine statt - in Oberbayern gibt es da ein paar schöne Beispiele wie die Tiroler Achen die von zwei Vereinen in vier nicht zusammenhängenden Teilabschnitten gepachtet ist aber die 25 km gemeinschaftlich bewirtschaftet werden. Ich denke dort wird es ähnliche Diskussionen geben beim Besatz wie in anderen großen Vereinen aber zumindest findet schon eine Abstimmung statt.
Was mich erstaunt ist dass bei den Diskussionen im Verein der Zusammenhang zwischen dem Lizenzpreisen und dem Besatz vollkommen irrelevant erscheint. Wenn der Fleischfischer Lizenzpreise in Entnahmemengen umrechnet dann müsste ich ihm doch auch klar machen können dass er deutlich günstiger Fischen könnte wenn er nicht noch den Besatz mitfinanzieren müsste. Ich habe schon Hauptversammlungen erlebt da waren die Kosten für den Besatz genauso hoch wie die Pacht. In der Milchmädchenrechnung könnte ich somit den Tageskartenpreis halbieren wenn ich nicht besetze...
LG
Markus