Es ist meiner Auffassung nach das 1. Gebot der Tourismusbranche: Der Gast muss sich wilkommen fühlen. Sei es nun weil er so nett, so unterhaltsam, so weltmmännisch ist
Nun ist aber einfach die Grundsatzfrage, die sich die Menschen im Oktober in München, im Juli und August in Konstanz und Meersburg, das ganze Jahr in Rotenburg ob der Tauber, im Winter in Neuseeland und im kurzen Sommer in Island stellen: Will ich eigentlich so viele Touris? Will ich die eigentlich willkommen heissen? Vielleicht bin ich ja froh, wenn die alle daheim bleiben?! Weil die Dreck machen, die Strassen verstopfen oder gleich auf der falschen Seite fahren, ständig besoffen sind, auf heilige Stätten pinkeln etcpp. Und wenn eine Region das nicht mehr will, zieht sie an verschiedenen Stellen die Daumenschrauben an und sieht wie lange das gut geht. Solange in BC keiner die Touris vermisst (und aufgrund der schwachen Währung wird da so schnell nicht passieren) gibt es keinen Anlass die Randgruppe Fischer explizit willkommen zu heissen. Und solange es genug Vermögende gibt, die trotzdem 10.000 CAD pro Woche an eine der Lodges zahlen, sind das für die Locals die besten Touris: Bringen Geld (für Guides, Köche, Lodgepersonal, Lodgebesitzer, Piloten etc) stören aber nicht weil sie's auch noch geil finden am Arsch der Welt in einer Holzhüte zu hocken. Sozioökonomisch betrachtet der perfekt Touri! Und der ist willkommen.
Ich finde es wichtig, dass wir hier im Forum solche Themen ansprechen und jeden das noch nicht dort war darüber informieren, was auf ihn zukommt. Dann kann er selbst entscheiden, ob und wie er sich damit arrangiert. Aber ich finde man sollte sich nicht nur über die Auswirkungen aufregen. Es hilft ungemein bei der Entscheidungsfindung zu überlegen, welche Mechanismen dahinter sind und warum die Regularien so aussehen. Und dann kann ich mir überlegen, wie ich mich in diesem System positioniere. Ob ich das Spiel mitspielen will. Oder ob man in dem System seine Nische findet. Oder einfach seufzend nach Hause geht und bedauert, dass mal wieder eine Ecke unseres Hobbies näher an die Personengruppe rückt, die sich auch das Hobby Pferdepolo und Ferrarisammlung leisten kann.
Gruss
Christian






