Hebelwirkung Rutenlänge - Schnurgewicht

Fliegenwerfen - wie geht das eigentlich? Wie kann ich meine Leine effektiver ausbringen und Fehler ausmerzen? Was hat es mit den AFTMA-Klassen auf sich? Was sind Spezial- und Trickwürfe? Fragen über Fragen! Hier könnt Ihr Euch gegenseitig helfen.

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Hans.
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Hebelwirkung Rutenlänge - Schnurgewicht

Beitrag von Hans. »

Hallo allerseits,

falls von Interesse: Von Chat GPT habe ich mir die Hebelwirkung verschiedener Rutenlängen in Bezug auf verschiedene Schnurgewichte berechnen lassen mit dem Auftrag, dazu eine Vergleichszahl zu bekommen. Bei schwächelndem Handgelenk und dem Wissen um das, was mir möglich ist, kann ich jetzt einschätzen, welche Kombinationen von Rutenlänge/Schnurgewicht künftig noch gehen, oder nicht mehr gehen. So landen Rutenträume auf realistischem Boden :wink:

Hier ist das Ergebnis:

Rutenlängeänge/Schnurgewicht relativ zu 8′ # 8 g = 1,00

8′ / 8 g......1,00
8′ / 10 g.....1,25
8′ / 12 g.....1,50
9′ / 8 g......1,12
9′ / 10 g.....1,41
9′ / 12 g.....1,69
10′ / 8 g.....1,25
10′ / 10 g....1,56
10′ / 12 g....1,88
11′ / 8 g.....1,38
11′ / 10 g....1,72
11′ / 12 g....2,07

Gruß
Hans
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Lars_L
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Re: Hebelwirkung Rutenlänge - Schnurgewicht

Beitrag von Lars_L »

Hallo Hans,

also im Prinzip sagt ChatGPT, jeweils eine Steigerung voraus, die innerhalb einer Rutenlänge gleich bleibt. Also von 8g auf 10g ein Zuwachs von 25%, von 10g auf 12g sind es nochmals 20%. Das scheint mir auf den ersten Blick zunächst mal sinnvoll zu sein, da ja die Biegung bei mehr Masse stärker auch den unteren Rutenteil biegt und der Hebelarm entsprechend verkürzt wird.

Nette Idee ;-)

Allerdings müsste der ChatBot mit einbeziehen, daß eine längere Rute auch einen längeren Arbeitsweg ermöglicht und dies den Kraftaufwand verringert. ChatGPT scheint hier allerdings die Rutenlänge einfach prozentual einfließen zu lassen (von 10ft auf 11ft ein Zuwachs von 10%) Worauf ich hinaus möchte, man müsste die Rechnung sehen, nicht nur die Ergebnisse.

Gruß
Lars
Gruß
Lars Linden
Trockenfliege
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Re: Hebelwirkung Rutenlänge - Schnurgewicht

Beitrag von Trockenfliege »

Interessante Überlegung.
Mich würde mal der Vergleich gleichen Schnurgewichts von zB. 22gr. Schwimmmkeule bei verschiedenen Rutenlängen -8´ - 8,5´ - 9´ interessieren.
Aber wie weit hängt das von den gewünschten Entfernungen ab?
Ich merke beim Hechtfischen, daß mich vor allem das max. weite Werfen anstrengt.
Das gleiche Gerät, aber immer nur 20m anpeilen ist deutlich entspannender. Und der Weitenunterschied sind nur 3-5m.

LG
Reinhard
Hans.
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Re: Hebelwirkung Rutenlänge - Schnurgewicht

Beitrag von Hans. »

Hallo in die Runde,
das war mein Arbeitsauftrag an ChatGPT:
Die Hebelwirkung von Fliegenruten ist so zu berechnen, dass ich eine Vergleichszahl habe. Rutenlängen 8' und 9' und 10' und 11' mit einem Schnurgewicht von jeweils 8, 10, und 12 Gramm.

Es wurden zwei Berechnungsmethoden vorgeschlagen, die aber das gleiche Ergebnis brachten.
Einem 3. Vorschlag bin ich nicht nachgegangen. Es kann ja jeder ChatGPT für sich arbeiten lassen. Ich führe ihn aber unten auf, vielleicht hat ja jemand Lust drauf.

Gruß
Hans

ChatGPT:

1. Vorschlag:
Um die Hebelwirkung von Fliegenruten vergleichbar zu machen, brauchen wir eine einfache, einheitliche Kennzahl. Physikalisch sinnvoll ist ein Ansatz über das Drehmoment (Hebelgesetz): Hebelwirkung ~ Rutenlänge × Schnurgewicht.

2. Vorschlag:
Verbesserte Formel (praxisnaher Hebelindex)
Wir nehmen:
Drehpunkt ≈ 10 cm vor Rutengriff
Effektiver Hebelarm ≈ 85 % der Rutenlänge
Schnur wirkt nicht am Ende → Faktor 0,7
Dynamikfaktor (Beschleunigung beim Wurf) → 1,2
👉 Finale Formel:
Hebelindex = Rutenlänge (m) × 0,85 × Schnurgewicht (g) × 0,7 × 1,2
👉 Vereinfacht:
Hebelindex ≈ Länge × Gewicht × 0,714

3. Vorschlag:
Man könnte zusätzlich einbauen:
Schnurlänge außerhalb der Spitze (z. B. 10 m vs. 15 m)
Keulengewicht statt Gesamtgewicht
Winkelgeschwindigkeit (Wurfstil!)

👉 Dann wird es:
Biomechanik + Fluiddynamik
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Hydra
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Re: Hebelwirkung Rutenlänge - Schnurgewicht

Beitrag von Hydra »

Hallo,

mich würde dabei interessieren, ob das in der Praxis irgendeine Bedeutung hat. Also das was ChatGPT vorschlägt in der Praxis nach dem Wert für uns in der Praxis zu prüfen. Dabei ist dann auch der individuelle Faktor berücksichtigt.
Meine Erfahrungen mit AI sind insgesamt eher enttäuschend. Ich hatte auch einen Austausch dazu mit Hans, einen Teil davon könnt Ihr im entsprechenden Thread nachlesen. Auch da und auch in meinem beruflichen Umfeld (in der Wissenschaft der Wirkstoffsuche) stellt sich langsam die Ernüchterung ein. Wenn man den Durchschnitt der Information mal kurz checken möchte (den MAinstream), ist AI ein gutes Tool. DAs als Wahrheit anzunehmen ist aber ein Riesenfehler. Die AI, insbesondere, wenn man die Quellen nicht genau definiert, kann nicht zwischen Sinn und Unsinn unterscheiden, sondern wertet nach der Häufigkeit einer Aussage und danach, welche Quellen bevorzugt genutzt werden. Das sind dann überwiegend Presseberichte. Leider ist die Qualität dieser Berichte in den letzten Jahrzehnten stark eingebrochen, was sich dann eben auch bei der AI bemerkbar macht. So kommt bei AI suchen oft haarsträubender Mist heraus, der sich leicht widerlegen lässt. Im Pharma Umfeld ist das Ganze in der normalen Anwendung dadurch im Grunde wertlos (sicher auch der Grund warum die Aktienkurse der AI Unternehmen einbrechen). Interessant wird es dann wieder, wenn man die Quellen der verwendeten Information selber bestimmt, die AI also z.B. auf internen und geprüften Daten laufen lässt, statt einfach das Internet als Quelle zu benutzen.
Ein Klops von mehreren fragwürdigen Aussagen, den ich noch im Kopf habe von meinem Austausch mit Hans ist die Behauptung, das der Bestand an Wölfen in Deutschland die Existenz von Schaafzüchtern bedrohen würde. Überall in Europe werden die Schäden durch Wölfe aber vom Staat ausgeglichen. Es entsteht also, wenn nachgewiesen werden kann, das wirklich Wölfe für den Schaden verantwortlich sind, kein wirtschaftlicher Schaden. Einen emotionalen Schaden abzuleiten, bei einem Schaafhalter, der 50% der Lämmer (die männlichen) schlachten muss, überzeugt mich nicht. Hier wird offensichtlich, dass ChatGPT einfach die "Meinungen" der Regionalpresse übernommen hat.
Vielleicht können wir anhand Hans' AI Recherche das mal praktisch nachprüfen. Hat jemand Vorschläge (Reinhard???), wie man das aussagekräftig machen könnte?

Grüße

Arne
Hans.
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Re: Hebelwirkung Rutenlänge - Schnurgewicht

Beitrag von Hans. »

Hydra hat geschrieben: 24.03.2026, 08:24 Hallo,

mich würde dabei interessieren, ob das in der Praxis irgendeine Bedeutung hat. .../....

Grüße

Arne
Hallo Arne,

für mich persönlich schon. Am Wasser hatte ich mal eine 5er in 9´mit konformer Schnur geworfen und schon meldete mein Handgelenk Alarm. Ich bin sonst immer mit einer 4er in 8´ unterwegs und aus der Praxis weis ich, das die Rute locken 10g Schnurgewicht meistert und ich damit auch lange fischen kann. Von den Hebelgesetzt her war mir nicht (mehr) klar, dass es umgekehrt die gleiche Belastung ergibt, also eine Rute in 10´ mit 8g die gleiche Belastung ergibt wie 8´ mit 10g. Jetzt weiß ich es (wieder) und kann das für künftige Anschaffungen berücksichtigen.

KI hat Grenzen, ganz klar! Aber ich denke, dieser Faden hier ist nicht unbedingt der Ort für grundsätzliche Betrachtugen darüber. Und mit dem Wolf fange ich auch nicht wieder an. Obwohl mich eine Sache doch juckt: Einem Tierhalter die emotionale Bindung an seine Tiere abzusprechen, nur weil er Lämmer oder Kälber zum Schlachten verkauft, ist unredlich. Nur wie DU dir das nicht vorstellen kannst, ergibt sich daraus nicht die Tatsache, das DU richtig liegst. Na gut, ich wollte zu dem Thema nichts schreiben, aber DU hast wieder angefangen :wink:

Gruß
Hans
Zuletzt geändert von Hans. am 24.03.2026, 12:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hebelwirkung Rutenlänge - Schnurgewicht

Beitrag von Hydra »

Hallo Hans,

ich habe ebenfalls sehr schwache Hangelenke und kenne das Problem. Für mich ist mit ner 8er Rute nach einer Stunde Schluss. Die Frage bezieht sich mehr auf das Berechnungsverfahren, ob das auch abbildet, was für uns so wichtig ist, die Kraft, die auf das Handgelenkt wirkt und die Kraft, die die Hand aufbringen muss um die Rute zu bewegen.
Beim anderen Thema geht es mir nur darum, überhöhte Erwartungen in AI zu vermeiden. Super Werkzeug für viele Sachen aber leider bleibt die Qualität technologiebedingt immer im oder unter dem Durchschnitt solange die Daten eben nur die Qualität des Internets haben. Richtig nützlich wird AI wenn man sie mit garantiert guten Daten verwendet.

Grüße

Arne
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Re: Hebelwirkung Rutenlänge - Schnurgewicht

Beitrag von Arvin24 »

Guten Tag Zusammen

Arne darf ich mal fragen, wie schwer deine Rolle auf der 8er Rute ist??

Gruss
Hydra
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Re: Hebelwirkung Rutenlänge - Schnurgewicht

Beitrag von Hydra »

Hallo,

die Rolle, eine Vosseler Tryst 7/8 wiegt 149g.

Grüße

Arne
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Re: Hebelwirkung Rutenlänge - Schnurgewicht

Beitrag von Arvin24 »

Ok, das Problem liegt da klaube ich beim Gewicht, du bekommst mit der 8er Schnur Zuviel Zugkraft von deneim streamer und der Schnur aufs Handgelenk.
Wenn deine Rolle 30-50g schwerer ist solltest du länger durchhalten. Ich Fische seid geraumer Zeit an der Küste auf meiner 7er eine 250g Rolle. Was vom Gewicht her etwas übertrieben ist aber Funktioniert und wenn man sich daran gewöhnt hat…..❤️
(Handgriffposition etwas nach hinten geht auch)

Du kannst das ja erstmal probieren indem du zusätzlich Gewicht an deine Rolle-Rute Z.b. Blei oder so befestigst und dann mal schauen ob es ausgewogener Pendelt ohne das du Ziehen oder drücken musst und Horch in dein Handgelenk🤪

Meine Konfiguration ist Rute +Rolle in der Hand und Ruten Spitze möchte gern in die senkrechte 🫨
Wenn die Schnurr beim Wurf mit streamer in der Luft ist, hat sie die Balance ohne das mein Gelenk anfängt zu knicken…..🎣

Gruss
Hydra
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Re: Hebelwirkung Rutenlänge - Schnurgewicht

Beitrag von Hydra »

Hallo,

das ergibt Sinn, ich werde das beim nächsten Mal ausprobieren. Es wird wohl eine Weile dauer, bis ich dazu kommen dieses Set-up wieder zu fischen. Im Sommer gehts nach Schweden, da spätestens komme ich dazu.

Grüße

Arne
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Re: Hebelwirkung Rutenlänge - Schnurgewicht

Beitrag von Trockenfliege »

Da gehen die Meinungen/ Erfahrungswerte weit auseinander!

Ich habe Ruten der Klasse 5, 7 und 10 mit verschiedenen Rollengewichten und auch ohne Rolle geworfen.
Für mich haben sich immer die etwas leichteren Varianten als am Angenehmsten herausgestellt.
Bei den Hechtstreamerruten in 9´ ( Klasse 8/9) empfinde ich Rollen über 200gr schon weniger angenehm und fische da auch gerne "leichte" Rollen von 160 - 180gr.
Auf der 7er noch etwas leichter.
Auf einer 9´# 5er kommen bei mir ca. 120 - 140gr. an die Rute, gerne auch leichter.
Bei kürzeren Ruten in den leichteren Klassen wird es noch leichter, je nach Rutenlänge bis zur leichtesten Rolle - der Wychwood mit 54gr.
Ohne Rolle war es deutlich anstrengender von der Hebelwirkung der Rute her.
Aus einem Konvolut habe ich mal 2 Everglades erstanden, die von der Größe her gut auf eine 8er Rute passen, mit 250gr. mir aber viel zu schwer sind.
Ich setze sie ganz selten mal auf einer 9/10er Rute ein.

LG
Reinhard
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