Backing: Geflochtene Schnur

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Backing: Geflochtene Schnur

Ungelesener Beitrag von Shortcaster »

Hi Leute,
findet Ihr irgend etwas, was in der Klasse bis 6 gegen die Verwendung einer geflochtenen Schnur wie dieser (0.35) als Backing spricht? Kostet einen Bruchteil. (diese hier zumindest). Ich find jetzt so auf die schnelle keinen Grund es nicht zu verwenden, oder?

Tx!
Peter
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Achim Stahl
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Re: Backing: Geflochtene Schnur

Ungelesener Beitrag von Achim Stahl »

Moin,

ja, finde ich ganz schnell:

Backing wird meistens dann gebraucht, wenn der Fisch des Lebens angebissen hat...

Auf mein Backing will ich mich absolut verlassen können. Da muss auch sichergestellt sein, dass es sich auf der Spule nicht einschneidet, sich ordentlich verlegt und sich auf gar keinen Fall miteinander verhakt. Dass es nicht reißen darf, ist selbstverständlich.

Ich kenne Leute, die geflochtene Schnur statt Gelspun Backing verwenden, bei denen es auch funktioniert. Aber sie verwenden sehr hochwertige Schnüre, die dann ungefähr genau so viel kosten wie das entsprechende Backing.


Viele Grüße!


Achim
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Re: Backing: Geflochtene Schnur

Ungelesener Beitrag von Shortcaster »

Hallo Achim,
ja, eh . . . die hier taugt zB zum Welsfischen und liegt sehr schön auf der Rolle, hält auch so viel wie ein typische Gel Spun Backing (40 lbs). Ich denk, der Test für den Fisch des Lebens an einer 5/6er Rute wird das Vorfach sein, oder das Können des Fischers - ich glaub das Backing wird nur dann seinen (negativen) Beitrag leisten, wenn der Knopf zur Fliegenschnur nicht hält :mrgreen:

Ich denk das alles ist nicht wirklich relevant bei einer Forellen/Äschenausrüstung?

Dank und Gruß
Peter
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Achim Stahl
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Re: Backing: Geflochtene Schnur

Ungelesener Beitrag von Achim Stahl »

Moin Peter,

natürlich reißt im Zweifelsfall das Vorfach.

Allerdings auch, wenn sich das Backing auf der Spule einschneidet und der Fisch dadurch keine Schnur nehmen kann... :doubt:

Darum geht es eigentlich.

Viele Grüße!


Achim
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Johannes Krämer
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Re: Backing: Geflochtene Schnur

Ungelesener Beitrag von Johannes Krämer »

Hi Peter,

was heißt denn "kostet nur ein Bruchteil"? Für das Backing gibt man doch keine Unsummen aus bzw. muss es so häufig nachkaufen, dass sich das im Laufe der Zeit spürbar macht.
Bei einem Ruten/Rollen-Kombi, die wahrscheinlich >200€ liegt, macht das doch keinen merklichen Unterschied?

Grüße

Johannes
Philzlaus
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Re: Backing: Geflochtene Schnur

Ungelesener Beitrag von Philzlaus »

Ich hab zwei Gedanken bei dem bisher geschriebenden

1) Wie soll bitte das Backing einschneiden bei den typischen Rollen die fürs Forellenfischen gemacht sind??? Bei einer Bremskraft von maximal 1lbs schneidet da gar nix ein. Schon gar nicht wenn man das Backing straff ausspult.

2) Wer sagt das Backing günstig ist. Gutes Backing ist verdammt teuer. 100m Hatch Backing kostet glaub ich 30 Euro. Das finde ich nicht billig. Darum finde ich es nur legitim wenn man sich nach günstigeren Alternativen umsieht.

Grüsse
gruss
Philipp
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Achim Stahl
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Re: Backing: Geflochtene Schnur

Ungelesener Beitrag von Achim Stahl »

Moin Philzlaus,

Zum Einschneiden: ich hab schon erlebt, dass das bereits beim Aufspulen passiert ist.
Philzlaus hat geschrieben:100m Hatch Backing kostet glaub ich 30 Euro. Das finde ich nicht billig. Darum finde ich es nur legitim wenn man sich nach günstigeren Alternativen umsieht.
Ich bin da ja quasi vom Fach, und 30,- für 100 m Backing fände ich auch sauteuer ... :doubt:

100 m SA Dacron Backing kosten 11,-. 100 m 30 lbs Gel Spun Backing von SA, direkt von der Großspule auf die Rolle gespult, kosten 15,-.

Im Vergleich dazu hab ich mal in einen eigentlich recht günstigen Angelkatalog, nicht für Fliegenfischer, geschaut: da kosten 500 m Dacronschnur 30 lbs auch 44,95 € und 250 m Dynema Schnur 49,95.

Viele Grüße!


Achim
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Re: Backing: Geflochtene Schnur

Ungelesener Beitrag von Shortcaster »

Hi Johannes,
Johannes Krämer hat geschrieben: Für das Backing gibt man doch keine Unsummen aus bzw. muss es so häufig nachkaufen, dass sich das im Laufe der Zeit spürbar macht.
Bei einem Ruten/Rollen-Kombi, die wahrscheinlich >200€ liegt,
uups . . . erwischt iss ne Waterworks Force :oops:
Nee Johannes, da hast wohl recht . . . aber darum gehts echt nicht - nur die Schnur liegt halt herum, und Backing ist grad aus . . .
TL Peter
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Re: Backing: Geflochtene Schnur

Ungelesener Beitrag von Shortcaster »

Hi Achim,
danke,
Achim Stahl hat geschrieben: 100 m SA Dacron Backing kosten 11,-. 100 m 30 lbs Gel Spun Backing von SA, direkt von der Großspule auf die Rolle gespult, kosten 15,-.
Achim
. . . und das ist es auch wirklich wert!! (verwend ich immer, ausser wenns grad aus gegangen ist, oder das von Greys - da gibts ein super cooles pink 8) und ich hab mir angewöhnt, für jede Schnuklasse eine andere Backingfarbe zu verwenden, damit ich nicht die Übersicht verliere)
TL Peter
orkdaling

Re: Backing: Geflochtene Schnur

Ungelesener Beitrag von orkdaling »

@ Peter
Das war ja ein richtig guter Rat mit den verschiedenen Farben. Und ich alter Sack beschrifte immer noch die Reservespulen.
Und zum einschneiden der Schnur eine Episode. Hab mir mal in Schweden (Messe) eine Rute/ Rolle gekauft, Schnur war drauf.
Beim ersten grossen vermutlich Seelachs gabs einen Knall, er verschwandt mit 30mWF8. Die hatten da wohl eine Art Maurerschnur drunter.
So und nun geh ich mal die Nachschnur auf der lachsrute testen -skitt fiske !
Gruss
Hendrik
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Re: Backing: Geflochtene Schnur

Ungelesener Beitrag von Shortcaster »

orkdaling hat geschrieben:@ Peter
Das war ja ein richtig guter Rat mit den verschiedenen Farben.
Hendrik
Hallo Hendrik,
ja das hab ich mir angewöhnt wie ich eine Rolle mit 5 E-Spulen mit verschiedenen Schnüren verwendet hab . . . ich hab die gleichen Schnüre in mehreren Klassen, wie etwa die Rio Gold in 4 bis 6, und sonst wirds echt unübersichtlich . . .
Das mit der Mauererschnur kenn ich - dieses "Backing" hat ein englisches Versandhaus mir mal gratis zu einer Bestellung dazugegeben, habs wirklich als Maurerlot verwendet ;-) Das Einschneiden der Schnur, sodaß sie stecken bleibt kenn ich auch von Fischen, aber von der Stationärrolle. Das waren bei mir die ersten geflochtenen HD-PE Schnüre (so mittelgrün gefärbt waren die damals). Die waren echt skitt
TL Peter
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Peter Ross
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Re: Backing: Geflochtene Schnur

Ungelesener Beitrag von Peter Ross »

Moinsen Kollegen,

um diese eigentlich interessante Frage nochmal aufzumachen: was ist eigentlich der technische Unterschied zwischen Backing und einer Geflechtschnur zum Spinnfischen? Ich verwende zum Spinnfischen Daiwa J-Braid, achtfach geflochten, rund und absolut glatt. Das könnte ich mir auch ganz gut als Backing vorstellen (zB im warmen Salzwasser), zumal ich dann in der 0,28 Stärke den klaren Vorteil habe, dass das Backing (55 lbs!) mit Sicherheit das stärkste Teil des Setups ist und bleibt.

Stramme Leine

Pete
Trockenfliege
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Re: Backing: Geflochtene Schnur

Ungelesener Beitrag von Trockenfliege »

Genau auf dieses Backing bin ich schon vor Jahren umgestiegen, vor allem wegen der glatten Oberfläche. Ich hatte schon "offizielle" Fliegenschnur backings in der Hand, die rauher sind. Ich kann mir gut vorstellen, daß die Gel-spun aus dem Nicht-Fliegenangel-Bereich kommen und nicht extra zum Fliegenfischen hergestellt wurden.
Ich verwende für die unteren Klassen das J-Braid in 0,16er und für die höheren Klassen max. 0,24.
Regelmäßiger zum Vorschein kam bisher nur das 0,20er beim Bonefischangeln und einmal paar Meter, als ein Wels auf den Hechtstreamer gebissen hat.
Da ich den Vorteil des geringeren Durchmessers in vielen Fällen nutzen möchte, um mehr Platz für die Fliegenschnur zu haben, nehme ich nichts stärkeres als 0,24.
Die Daiwa ist auch nur minimal dicker als angegeben, daß muss man bei den Geflochtenen immer beachten. Ältere Geflochtene konnten auch mal doppelt so dick sein wie angegeben - die 0,15er war eine 0,30er.
Das weiter oben genannte Einschneiden habe ich nie erlebt.

LG
Reinhard
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pitt
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Re: Backing: Geflochtene Schnur

Ungelesener Beitrag von pitt »

Salut

Ich habe mich, seiner Zeit, mit dem Thema Geflochtene Schnüre viel beschäftigt und einiges dazu verfasst. Hier ein Ausschnitt aus einem Artikel, das die grundlegenden Zusammenhänge in Bezug auf das Material erklärt:

SPECTRA is POLYETHYLENE, and DYNEEMA is HM-POLYETHYLENE (UHMWPE); there is also a third material with the same properties, but for marketing and patent reasons, it is sold as CERTRAN … putting all this together, we have the following on the market: DYNEEMA (DSM from the Netherlands), CERTRAN (Hoechst from Germany), and SPECTRA (Honeywell from the U.S.) … all of these products are a type of prepreg material for PE lines.

PE wurde frecher Weise in die FF-Welt als Gelspun aufgenommen und dankbar mit entsprechendem Preisschild versehen :wink:

Es gibt massive Qualitätsunterschiede die durch verschiedene Preisebenen abgebildet werden. Alleine schon das halten der versprochenen Tragkraft und des Umfangs der Schnur (lasst euch niemals einreden, dass geflochtene Agelschüre einen Durchmesser haben) erfordert reichlich technologisches Know-how. Die Rauheit der Schnur wird über Anzahl der verflochtenen Stränge definiert. Je höher die Zahl, desto glatter die Schnur. Für gewöhnlich werden 4, 6, 8, 12 oder 16 Stränge miteinander verflochten. Je mehr Stränge, desto empfindlicher ist das Geflecht gegen mechanischen Abrieb.

In der pre-PE Ära wurde Dacron für geflochtene Schüre verwendet, sowohl zum Spinn- und Schleppangeln, wie auch als Backing zum Fliegenfischen.

Ich hoffe, das erklärt einiges mehr, als reines Marketinggequatsche der Kataloge.
Zuletzt geändert von pitt am 13.07.2026, 05:40, insgesamt 1-mal geändert.
"Don't look through the keyhole of fly fishing"
Gruss
pitt
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Peter Ross
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Re: Backing: Geflochtene Schnur

Ungelesener Beitrag von Peter Ross »

Danke, Reinhard!

Das Thema Einschneiden hat mE ausschließlich mit dem Durchmesser der Leine zu tun. Je dünner die Schnur, desto höher das Risiko des Einschneidens. Ansonsten ist das Einschneiden kein spezielles Problem beim Fliegenfischen, es kann genauso auf Baitcastern oder Stationärrollen vorkommen - und hat dann die gleichen negativen Folgen. Bei Baitcastern/Multis wird die Schnur sogar genauso verlegt wie bei Fliegenrollen. Außerdem ist noch zu bedenken ist, dass die Fische beim konventionellen Angeln im Durchschnitt deutlich größer sind als beim Fliegenfischen. Wenn das "Unterschneiden" also ein generelles Problem wäre, hätten sich Geflochtene dort mE nicht durchgesetzt.

Aber meine eigentlich Frage steht weiter: Sind Gelspun für Fliegenfischer und Geflechtschnur für Spinnfischer möglicherweise dasselbe Material?

LG

P.
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