Maxcatch Nano +

Alles rund um Stärken & Schwächen, Marken, Klassen, Aktionen u.s.w. der für unser Hobby unverzichtbaren "Gerten" und "Schnuraufwickler". Du hast allgemeine oder spezielle Fragen, gute oder schlechte Erfahrungen zu bestimmten Gerätschaften mitzuteilen? Hier ist Platz dafür und Du bekommst die Antworten, die Du suchst...

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ThymaB
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Re: Maxcatch Nano +

Ungelesener Beitrag von ThymaB »

Hallo Reinhard,

lieben Dank für Deine Infos.
Du hast da offenbar bautechnische Kenntnisse, mit denen ich nicht konkurrieren kann.
Aber vorsorglich klarstellend folgendes:
"Tief flexen" und "oberhalb des Griffs", das ist nach meinem Verständnishorizont eine Sache primär der Rutenaktion, also der Frage, wie spitzenbetont oder eben weiter nach unten flexend eine Rute ist.
Und dort unten vorm Griff ist mein Wunsch durchaus nicht eine leichte Biegbarkeit; eher im Gegenteil, von mir aus gern 15/3,75-Quotient von mehr als 5... Und Maxcatch bewirbt ja auch eine angeblich schnelle Aktion.
Nein, aber vorne/oben, wo es ums optimale Schnurgewicht geht, dort soll es "flexen", dort ergibt sich der 3,75°-Wert.

Dies nur, um einem evtl. Missverständnis vorzubeugen.

@superfredi: Nee, China muss zukünftig ausscheiden, denn dann kann man nicht wegen falscher Rutenklassifizierung zurückgeben (so wie ich es bei deutschen Verkäufern u.a. mit einer Greys Kite 6' tun konnte). Dass auf die Herstellerangabe kein Verlass ist, hat sich auch hier bei Maxcatch wieder bestätigt... Selbst wenn man vorher den Hersteller (Maxcatch) ausdrücklich mit der Frage nach dem optimalen Wurfgewicht (in Gramm) angemailt hat mit dem Verweis auf die verbreitete Unsitte von Herstellern, ihre Ruten unterzuklassifizieren; und wenn dieser Hersteller dann einem vollauf zugestimmt hat, dass es eine Unsitte sei, und dass er aber dieser nicht folge, sondern AFFTA-gemäß agiere. Nur deshalb habe ich dort bestellt trotz der nicht gegebenen Rückgabemöglichkeit!
Aber diese Unart ist völlig unabhängig vom Rutenpreis, ja Firmen wie Sage geben sogar ganz ungeniert-offen zu, dass sie vorsätzlich ihre Ruten unterklassifizieren; die mir gegenüber dafür geäußerte Begründung lasse ich jetzt mal außen vor, um die Sache hier kurz zu halten. Diese Begründung ist unsäglich arrogant und kundenbevormundend sowie auch rein angelfachlich in zweifacher Weise bestürzend dumm!

LG,
Tobias
ThymaB
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Re: Maxcatch Nano +

Ungelesener Beitrag von ThymaB »

Hallo Reinhard,

kurzer Nachtrag, rein informatorisch für Dich: Der Blank der V-Feather #1 ist oberhalb des Griffs 5,5mm, hab's gerade neugierigerweise gemessen.
Vielleicht macht ihr das die Rutenaktion zu langsam?

LG,
Tobias
Trockenfliege
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Re: Maxcatch Nano +

Ungelesener Beitrag von Trockenfliege »

5,5mm ist echt dünn!
Wenn du die Rute mal nach meiner -der CCS angelehnten - Methode messen könntest, kann ich sie mit meinen Ruten Vergleichen.
Die Rute waagerecht auflegen ( waagerecht direkt vor dem Griff, die Spitze kann tiefer hängen), wie du es schon gemacht hast.
Der vordere Auflagepunkt aber nicht vor dem Griff sondern ungefähr 2 cm vor dem oberen Griffende.
Vermiss die Höhe der Spitze vom Boden, hänge dann 80gr. dran und meß die Auslenkung.
Dann bräuchte ich noch die Länge vom vorderen Auflagepunkt bis zur Spitze.

LG
Reinhard
Trockenfliege
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Re: Maxcatch Nano +

Ungelesener Beitrag von Trockenfliege »

Was das tiefere flexen angeht: Das max. Schnurgewicht wird mit der unteren Rutenhäfte geworfen. Je weniger die flext, desto höher ist das max. mögliche Schnurgewicht. Da ist es eher weniger wichtig, wie weich oder hart die Spitze ist.
Weniger Gewicht geht ja immer, das werfen wir ja dauernd.
Du kannst die 1er Schnur auch mit einer 4er Rute werfen, die dabei dann halt weniger geflext wird.
Wenn ich von einer #2er Rute rede, dann soll die auch nur ein entsprechendes max. Schnurgewicht werfen können- ca. 14-15 m einer DT 2 - also ca. 1,7 mal die AFFTA Klasse 2.

LG
Reinhard
ThymaB
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Re: Maxcatch Nano +

Ungelesener Beitrag von ThymaB »

Hallo Reinhard,

Deine Ausführungen erstaunen mich.
Max. Schnurgewicht, das hat mich nie interessiert. Sondern in meinem Verständnis (von dem kann ich hier nur sprechen) soll eine Rute gut bzw. optimal arbeiten, d.h. sie muss ausreichend geladen werden, sonst ist sie unterladen und arbeitet unzureichend, d.h. mit schlechter Wurfleistung. Genau so kann man z.B. auch HRH sich in einem Wurfdemo-Video aus Fürstenfeldbruck äußern hören, das ich letztens mal zufällig auf YT ansah (glaube, das ist von 2018 oder so).
Denn natürlich kann eine #4-Rute eine #1-Schnur werfen, keine Frage, aber das Ergebnis ist eine suboptimale Wurfleistung, weil die Rute nicht gut geladen ist (wofür sie mehr Gewicht benötigt, weil sie eine #4 ist). Denn die die Rute biegende Ladungsenergie ist doch das, was die Rute braucht, um diese Energie dann im Wege der Ruten-Entspannung in den Wurf zu transferieren.
Wäre es anders, müssten wir ja keinerlei Augenmerk auf geeignete Paarungen Rute/Schnur mehr richten, sondern könnten mit jeder "knochenharten" Rute ganz hoher Klasse wunderbar mit optimaler Wurfleistung auch ganz leichte Schnüre werfen, wichtig wäre einzig und allein, dass die obere Belastungsgrenze der Rute (max. Schnurgewicht) nicht überschritten wird, dass man also eine genügend hochklassifizierte Rute wählt, gemessen an den Gewichten, die man werfen möchte.
Konsequenz wäre im Ergebnis, dass man am besten mit einem Besenstiel wirft, der ist für alle Köder, auch die schwersten, ausreichend gerüstet, und nach unten hin gibt es ja sowieso keine Probleme, denn auch eine #1-Schnur kann der Besenstiel natürlich werfen...

Also, kann ja offensichtlich nicht richtig sein. Sondern es geht doch um optimale Ladung der Rute, damit sie bestmögliche Wurfperformance abliefert. Um die Feststellung dieses optimalen Gewichtes geht es u.a. beim 3,75°-Gewicht. Dass man dann auch noch viel mehr an Gewicht dranhängen kann, bevor die Rute bricht, das ist klar. Aber das ist doch nicht der Punkt, sondern es geht um die UNTERE Grenze, d.h. welches MINIMALE Gewicht benötigt wird, damit die Rute optimal geladen wird!

Und deshalb verstehe ich die Klassifizierung einer Rute nicht als maximales Schnurgewicht, sondern als Angabe, mit welchem AFFTA-definierten Gewicht die Rute optimal geladen wird.
--> Wenn eine Rute sagt, sie sei eine #2, heißt das demgemäß für mich schlicht, dass sie behauptet, mit einem Gewicht gemaß AFFTA-Klasse #2 gut geladen zu sein für eine prima Wurfperformance. D.h. sie muss mit dem AFFTA-Gewicht für #2 diesen Ladungszustand erreichen, und d.h. gemäß AFFTA-Tabelle: Sie muss mit Gewichten von höchstens ca. 6g gut geladen sein (oberste Grenze der #2)!
Dass man dann mit ihr auch noch viel mehr an Gewicht schleudern kann, das ist ja logisch und unbenommen. Da kann man dann z.B. 80g dran hängen (Reinhard) oder ein Gewicht, das sie in einem Winkel von 15° auslenkt (Reim/Matschewsky) oder sie auslenkt zu 1/3 ihrer Rutenlänge (CCS), usw. usw. Und vielleicht kann man auch gefahrlos noch ein Wasserglas dranhängen und werfen... ;-)
Aber diese höheren Gewichte bezeichnen nicht ihr optimales Wurfgewicht, und das ist das Interessante, d.h. entscheidend ist, was unten die Grenze ist, d.h. bis wohin die Rute unterladen ist und was sie für eine optimale Ladung braucht.

Das ist in meinem Verständnis die Aussage der Rutenklasse. Und so versteht es auch das 3,75°-System und Al Kyte, und CCS. Nur dass diese jeweils eigene Messverfahren dafür haben, aber die Grundaussage ist überall dieselbe, nämlich: Was muss der Angler an Gewicht an die Rute bringen, um eine gute/optimale Wurfperformance zu erhalten? Und dieses Gewicht steigt mit der Steifigkeit und gibt den steiferen Ruten höhere Klassen.

Ok, also ich melde mich wieder, die 80g-Geschichte will ich gerne mal durchexerzieren, hoffentlich ist der Schreibtisch hoch genug für die bei 80g ja ziemlich extreme Auslenkung. Ich bezweifle es, aber notfalls gibt es auch noch einen die Rute höher legenden Schrank...
Auflagepunkt wäre dann also bei (von der Spitze her gesehen) 1,553m.

LG, und bis demnächst
Tobias
ThymaB
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Re: Maxcatch Nano +

Ungelesener Beitrag von ThymaB »

... übrigens folgt auch z.B. Maxcatch diesem meinem hier erläuterten Verständnis der Rutenklassifizierung als Gewichts-MINIMALanforderung, nicht als Maximalgewicht.
Dass es immer um die ausreichende Ladungsenergie als Basis der Wurfleistung geht (also um die untere Grenze des optimal notwendigen Energie-Inputs, nicht eine obere Grenze), bestätigt sich in Maxcatchs Aussage vom 01.07. in E-Mail an mich auf meine hier schon vorher von mir erwähnte damalige Anfrage betr. optimales Wurfgewicht ihrer Rute.
Da es mir damals noch um eine #2-Rute ging
(ich bin dann hinterher erst vorsichtigerweise auf eine #1 gegangen, aber selbst das hat, wie man sieht, nicht gereicht...),
ist bei Maxcatch von #2 die Rede, ich zitiere:
"...this specific small-stream rod does not require you to "line up" to feel the blank flex. A standard weight-forward (WF2F) or double-taper (DT2F) line conforming strictly to AFFTA standards will load it perfectly..."

"...require... to feel the blank flex", "load it perfectly"; genau, es geht darum, was notwendig ist (nicht: was nach oben hin möglich ist), um der Rute ordentliche Ladungsenergie zu geben.

Dass diese Aussage Maxcatchs dann nach meinen vorher geschilderten Messungen unzutreffend ist (jedenfalls für die V-Feather #1), ist eine andere Sache. Aber das genannte Prinzip wird bestätigt: Gute Rutenarbeit durch ausreichenden Energie-Input. Ausreichend, nicht maximal möglich.
Damit nicht, wie beim Besenstiel, fast nur die Schnurhand die ganze Arbeit tun muss, mit Zug und Doppelzug...

LG.
Tobias
ThymaB
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Re: Maxcatch Nano +

Ungelesener Beitrag von ThymaB »

Hallo Reinhard,

Messung ist erledigt.
Wie gesagt, die für Dich maßgebliche freie Rutenlänge ist also 1,553m.
Und 80g Gewicht ergeben eine Auslenkung von 0,684m.

Lieben Dank u. schönes Wochenende,
Tobias
Trockenfliege
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Re: Maxcatch Nano +

Ungelesener Beitrag von Trockenfliege »

Die von dir gemessene Auslenkung entspricht ziemlich genau meiner Agility Ris #3: Freie länge 1,57 und 63 cm Auslenkung. Damit ist die Rise sogar minimal kräftiger als deine Rute, das macht aber vielleicht 1/4 Klasse aus.
Die Rise fische ich auf kurze und mittlere Entfernungen mit einer DT 3 oder auch mal mit der etwas schwereren #3 Rio Gold, aber auch mit einer DT 2 kommt sie gut zurecht.
Aber die Gold ist schon deutlich zu schwer, wenn die gesamte Keule draußen ist.
Damit würde ich deine Rute für mich als #2 oder #2/3 einordnen.

Was deine anderen Ausführungen angeht: Es gibt im Bereich des Fliegenwerfens 2 "Schulen": Die Anhänger des Hebels - "Lever" und die Anhänger der Rutenladung/Feder - "Spring".
Dabei geht es um die Anteile, welche der Hebel und welche die Rutenladung beim Wurf haben ( sollen).
Ich bin Hebelanhänger - du bist Feder/Ladungsanhänger.
Diese Diskussion möchte ich hier nicht führen. Dazu kannst du zB. auf Sexyloops ganz viel lesen. Suche nach Lever versus Spring.
Falls dir der italienische Wurfstil TLT nicht bekannt sein sollte: Dort wird zB. eine DT2 mit einer schnellen #4 Rute geworfen, um sehr schnell und kontrolliert präsentieren zu können.

LG
Reinhard
Trockenfliege
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Re: Maxcatch Nano +

Ungelesener Beitrag von Trockenfliege »

ThymaB hat geschrieben: 16.07.2026, 05:42 Hallo in die Runde,

Jetzt zum Wichtigen.
Ich hatte, da hier von vorzugsweise 1 Klasse höherer Schnurbestückung einiger Maxcatch-Ruten gesprochen wird, vorsichtshalber #1 geordert, um dort zu landen, wo ich hin wollte: mittlere oder obere #2.
Das ist leider nicht geglückt, wobei ich hier messtechnisch berichte, was aber erfahrungsgemäß sehr gut zutreffende Information für die (optimale) Schnurwahl gibt; abweichende Ergebnisse des praktischen Ruteneinsatzes erwarte ich daher aus Erfahrung nicht.
Detailausführungen zu den Messmethoden erspare ich mir, um den Post nicht aufzublähen. Wer sich auskennt, braucht es sowieso nicht, und ansonsten finden sich Infos im Internet.

1. 3,75°-Messung (Reim/Matschewsky) ergibt rund 6,5g. Also eine mittlere AFFTA-Klasse #3.

TL, Tobias
Übrigens entspricht dein gemessener Wert nach 3,75° sehr genau der Schnurklasse 1:
Der gemessene Wert nach Ludwig Reim soll für 15m Fliegenschnur gelten und nicht für 9,14m.
Und 15m Schnurklasse 1 sind ziemlich genau 6,5 gr.

LG
Reinhard
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Re: Maxcatch Nano +

Ungelesener Beitrag von ThymaB »

Hallo Reinhard,

danke für die Infos.
Also ich wollte Dich auch nicht irgendwie zu geänderter Betrachtung bekehren o.ä., Du hast mich nur höchst erstaunt mit Deiner Maximalgewichts-These und bist tatsächlich der Erste, der mir begegnet, der demgemäß AFFTA-Ruteneinstufungen als maximales Schnurgewicht interpretiert.
Mir ist bisher überall immer nur das begegnet (wie es z.B. Maxcatch in meinem Zitat ausspricht oder auch Reim/Matschewsky mit der 3,75°-Messung praktizieren), dass es um das optimal zur Rutenladung notwendige Gewicht geht.
Also, um im System von Ludwig Reim zu sprechen, um eine ideale Art "Leerlauf"-Vorspannung zwecks Erreichung der in einem guten Wurfvorgang dann üblichen um die 15° Rutenflexion (die er empirisch mit Fotos/Videos erhoben hatte).

Der Angler will halt in der Praxis wissen, welches Gewicht er MINIMAL für diesen guten Ladungszustand aufwenden muss, dafür ist die Rutenklassifizierung da.
Die Maximalgewichtsfrage ist für die Praxis in der Regel zweitrangig, aber die Feststellung eines optimalen Wurfgewichtes gibt selbstverständlich auch dafür genügend mittelbare Hinweise: Dass man nicht mit einer #2-Rute mit optimalem Wurfgewicht von 5-6g Skagit-Angelei mit 600grains und schweren Streamern machen sollte, um es pointiert auszudrücken, dafür braucht der Angler die Rutenklassifizierung nicht...

Was die von Dir zitierte, unsinnige Gewichtsklasseneinteilung Ludwig Reims angeht:
Darüber habe ich mit Theo Matschewsky eine lange Korrespondenz geführt, nachdem ich eine Sensifast-Solitip-Rute mit ca. 6,5' von ihm kaufte, die er als obere #2 angab und die ein 3,75°-Gewicht von 9,8g hatte (von ihm auch bestätigt); also eine AFFTA-#5 !
Die Rute habe ich dann zurückgegeben, denn ich wollte eine Rute, die leichter ist als u.a. meine als #3 klassifizierte Greys GR50 7' mit ihren 6,9g (die also auch tatsächlich eine obere #3 ist). Deshalb hatte ich #2 gewählt.

Die Rutenrückgabe war kein Thema, aber abseits dessen musste ich Herrn Matschewsky leider erst intensiv argumentierend vor Augen führen, dass hier zwei Dinge strikt auseinander zu halten sind (die Du jetzt im Ergebnis auch durcheinander wirfst, dem Reim'schen Unsinn folgend):
1. Einerseits die Qualität und praktische Aussagekraft der 3,75°-Messung und
2. Andererseits die Umrechnung des sich bei dieser Messung ergebende Gewichts in Gramm in eine andere Einheit; nämlich hier in AFFTA-Klasse.

Beides hat miteinander nichts zu tun, und ich hatte zuletzt, als sich Theo Matschewsky sogar bei mir bedankte, den Eindruck, dass er zu begreifen begann, dass eine falsche Umrechnung auf der zweiten vorgenannten Stufe (durch Herrn Reim u. offenbar zumindest bis zur Korrespondenz mit mir auch immer noch durch Herrn Matschewsky) und die berechtigte Käufer-Kritik hieran rein gar nichts mit der erstgenannten Stufe zu tun hat und dass die besagte Kritik keinerlei Infragestellung der Reim'schen Messung beinhaltet.
Sondern nur die Kritik an der käufer-irreführenden Einheitenumrechnung von Gramm in AFFTA-Klasse, die unzulässig falsch erfolgt.

Wer empirisch und wissenschaftlich hergeleitet 3,75° als praxistauglichen Flexionswinkel zur Ermittlung einer optimalen Ausgangs-Ladung für die Rute (im Sinne der o.g. idealen "Vorspannung" von 1/4 für den wurf-typischen 15°-Winkel) herausfindet und also eine praxistaugliche Wurfgewichts-Messmethode erfindet, die direkt (ohne Umrechnungstabelle wie bei Kyte oder CCS) 1:1 das optimale Wurfgewicht in Gramm auswirft, der hat dafür viel Lob verdient.
Aber derselbe Lob-Empfänger Ludwig Reim verdient harsche Kritik, wenn er die von ihm also ermittelte Gramm-Zahl des optimalen Wurfgewichts dann in eine Rutenklasse umrechnet und diese Klasse als "AFTMA-Klasse" bezeichnet und wenn dann aber die Klassen den Gewichten nicht nach der Normierung der AFTMA (heute AFFTA) zugeordnet werden, sondern nach eigenen, frei erfundenen Regeln!!

So geht es nicht, so musste ich Herrn Matschewsky leider sagen:
Ein Autohersteller kann auch nicht kritik- und folgenlos eine korrekt in kW ermittelte Motorleistung einem Käufer gegenüber falsch umgerechnet in PS bezeichnen, und wenn sich dies dann herausstellt, zur Entschuldigung vorbringen, bei ihm seien eben kW nicht wie allgemein-normgemäß 1,35 PS, sondern 1,8 oder 2 oder was auch immer.
kW/PS wird nicht von diesem Autohersteller nach seinem Gusto definiert, sondern nach allgemein gültiger einschlägiger Normierung.
Und die Umrechnung von Gramm in AFFTA-Klassen wird ebenso auch nicht von den Herren Reim oder Matschewsky festgelegt nach deren Gusto, sondern nach den Regeln der AFFTA!
Und die Grammgewichte der AFFTA finden sich in deren Tabelle, und dort sind 6,5g #3 und die Matschewsky-Rute mit 9,8g ist eine obere #5.

Wenn Herr Reim eine eigene Klasseneinstufung wollte, war das unbenommen, aber dann durfte er sie nicht als "AFTMA-Klasse" bezeichnen. Was AFTMA-Klassen (heute AFFTA) gewichtsmäßig bedeuten, das legt die AFFTA fest und niemand sonst. Danach haben sich andere zu richten. Eine "Reim-Klasse" muss als solche bezeichnet werden, nicht als "AFTMA-Klasse".
15m DT-Fliegenschnur à la Reim kennt die AFFTA nicht in ihrer Normierung. Die kann Reim als Maßstab nehmen, muss es dann aber als "Reim-Klasse" bezeichnen. AFFTA normiert Gewichte mit 30' (egal welcher Schnur).
Und wenn eine Rute also behauptet, sie sei eine AFFTA-#x, dann sagt sie nichts über ihre optimale Ladung bei 15m DT-Schnur oder was sonst auch immer, sondern über die optimale Ladung gemäß der AFFTA-Normierung: also über optimales Geladensein mit 30' AFFTA-konformer Schnur.
Und 30' AFFTA-konformer Schnur der Klasse #x haben ein Gewicht gemäß der AFFTA-Tabelle von soundsoviel Gramm, das man unter der Rubrik #x nachsehen kann.
Boom: Die Rute behauptet also, einfacher ausgedrückt, dass sie optimal mit einem Gewicht gemäß Rubrik #x der AFFTA-Tabelle geladen wird.
Einfacher geht es nicht.

Das sich nach Reim bei der 3,75°-Flexion ergebende optimale Wurfgewicht in Gramm (auch Reim/Matschewsky messen in Gramm und nicht in irgendwas sonst) kann also in Gramm ausgedrückt werden. Drückt man es aber stattdessen --übrigens völlig unnötigerweise-- in AFFTA-Klassen aus, muss man die den Grammgewichten zugeordneten AFFTA-Klassen in der dortigen Tabelle ablesen, was schon einem Grundschüler fehlerfrei möglich ist!

Herr Matschewsky möchte auch nicht ein Auto kaufen mit frei erfundener Hersteller-Umrechnung von kW in PS und dann eine ganz andere tatsächliche PS-Motorleistung feststellen müssen als gemäß allgemeiner Normierung...

Ich habe ihm dies erläutert, wie gesagt könnte es möglicherweise gefruchtet haben. Und alles andere, so sagte ich ihm, macht doch auch nur die Verdienste Ludwig Reims u.a. in puncto der Wurfgewichtsermittlung unnötig fälschlich angreifbar, indem Leute unsinnige Ergebnisse kritisieren können und sie der Messmethode vorwerfen, obwohl die gar nicht die Ursache dafür ist und praxistauglich funktioniert. Die unsinnigen Ergebnisse bei den ermittelten Schnurklassen liegen in Wirklichkeit nicht auf der ersten Stufe, der Messmethode, sondern auf der zweiten, nämlich in der unsinnig-unerfindlichen Falschumrechnung der ermittelten Grammzahl in die zugehörige AFFTA-Klasse. Aber man macht sich dann unnötig auf der ersten Stufe angreifbar, wenn Leute nur das falsche Ergebnis sehen und nicht zwischen den beiden Stufen unterscheiden...

Also: Die V-Feather #1 ist eine AFFTA-#3 und meinetwegen eine Reim-#1.
Aber von Ludwig Reim weiß Maxcatch nichts, und bei Maxcatch misst man die Auslenkung auch nicht mit 0,0653 der freien Rutenlänge (Sinus 3,75° mit der als Kreissehne der gebogenen freien Rutenlänge interpretierten Hypotenuse), sondern mit 1/30 der gesamten Rutenlänge.

Lassen wir's dabei, man muss als Fazit eben Ruten entweder zurückgeben (können) oder sicherheitshalber immer 2 Klassen drunter kaufen...
Oder es muss einem egal sein, wenn sie dann letztlich schnurmäßig doch deutlich schwerer angesteuert werden müssen als geplant. Das war's mir hier zwar nicht, ist aber kein Beinbruch, allemal nicht beim gegebenen Rutenpreis der Maxcatch.

Ganz lieben Dank für Dein Engagement und unser Gespräch,
Tobias
ThymaB
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Re: Maxcatch Nano +

Ungelesener Beitrag von ThymaB »

Hallo Reinhard,

noch kurz ergänzt:
Ich sprach ja in einem vorherigen Post davon, dass ich's unten am Griff (dort, wo u.a. die Rutenaktion gemacht wird, im Verhältnis zur Spitze) gern weniger weich habe. Also gern schnelle Aktion.
Genau dies bringt auch wieder Theo Matschewsky ins Spiel, denn diese Richtung bedient er ja letztlich mit der weicheren Solitip und knackigerem Ruten-Butt. Seine mir zugesandte Rute hatte z.B. eine superschnelle Aktion von rund 5,4.
Das ist ja nach meinem Verständnis ein wenig wie die Quadratur des Kreises gewesen, diese seine Konstruktionsidee des systemischen Aufsplittens des Blanks in einen soliden Spitzenteil und den üblichen hohlen Karbon-Teil weiter unten.

Seine Ruten sind qualitätsmäßig auch weithin mehr als anerkannt, und meine Rückgabe halt einzig und allein dem Missverständnis der von ihm anders durchgeführten Klasseneinstufung geschuldet (die mir eine deutlich steifere Rute bescherte als ich es intendierte).
Abgesehen davon ist Matschewsky ausgesprochen nett und zuvorkommend, ja generös, und Korrespondenz mit ihm generell eine Freude!
Man muss halt --falls er nach wie vor die Klassen nach Reim berechnen sollte-- um diese Klassifizierungs-Besonderheit wissen und ihr vorsorglich Rechnung tragen (oder entsprechend nachfragen); dann beugt man Missverständnissen vor und bekommt das, was man möchte.
Und das dann sicher erstklassig.

Dies nur als Ergänzung meiner in einem gestrigen Post erfolgten Klarstellung, dass es für mich gern unten knackig sein darf, auch wenn oben weich. Technisch ist das ohne den Solitip-Kunstgriff vermutlich deutlich schwerer, zumal bei kurzen Ruten.

LG,
Tobias
TorstenHtr
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Re: Maxcatch Nano +

Ungelesener Beitrag von TorstenHtr »

Hi Tobias,

Reinhard hat es schon angedeutet, man kann nur bedingt Energie als Ladung speichern; wissenschaftliche Arbeiten gehen von ca. 20% ggü. der Schnurenergie aus. Viele Fliegenfischer verstehen die Funktion falsch.

Für mich klingen die Aussagen von MC komisch, meinst du da hat ein Mensch oder nicht eher eine AI geantwortet? - 1/30 Rutenbiegung klingt nicht sehr plausibel.-

Wenn du solch konkrete Vorstellungen hast, warum gibst du dann nicht diese Werte Theo vor und lässt dir eine Rute aufbauen.

Wie sind die chinesischen Ruten aufgebaut, könnt ihr mal Fotos vom Griff und den Ringen machen?

Viele Grüße,
Torsten

PS: das maximale Schnurgewicht sehe ich so auch nicht, aber das hatten wir schon mal.

(Sorry muss noch mal das 15° Gewicht prüfen, ich schau mal ob ich die org. Tabelle finde)
TorstenHtr
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Re: Maxcatch Nano +

Ungelesener Beitrag von TorstenHtr »

Reinhard liegt denke ich richtig, die es ist die 2. Tabelle in diesem Artikel: https://www.netzwerk-angeln.de/angeln/a ... essen.html
Trockenfliege
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Re: Maxcatch Nano +

Ungelesener Beitrag von Trockenfliege »

Zuletzt geändert von Trockenfliege am 18.07.2026, 14:44, insgesamt 1-mal geändert.
ThymaB
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Re: Maxcatch Nano +

Ungelesener Beitrag von ThymaB »

Hallo Torsten,

nun ja, mit Abgrenzung AI/Mensch, das vermag ich verlässlich nicht zu beurteilen.
Mir erschien 1/30 auch sehr wenig (allerdings von der gesamten Rutenlänge, nicht nur von der freien Länge, aber trotzdem).
Und ich habe dann deswegen in einer weiteren Mail Maxcatch

--die sich in der ersten Mail auf meine Frage nach deren Messmethode hin neben der Angabe von 1/30 auf eine modifizierte CCS beriefen (mit noch gewissen Zusatzkorrekturen in Abhängigkeit von der Länge der Rute und der schnelleren Rückstellung bei kürzeren Ruten)--

darauf aufmerksam gemacht, dass mich dies im Vergleich mit CCS überrasche, da CCS 1/3 der Gesamtrutenlänge veranschlage. Was allerdings, so meine zusätzliche Aussage, auch fragwürdig erscheine, da man damit bereits sehr weit in den Butt-Bereich und damit in die Rutenaktion hinein gerate, die mit dem optimalen Wurfgewicht nur bedingt zusammenhänge.
Dafür sowie allgemein für meine Kenntnisse wurde ich dann in weiterer Mail gelobt und von dortiger Seite eine eigenständige Umrechnungstabelle nach Maxcatch-Vorgaben in Anspruch genommen.
Könnte alles auch AI sein, ja, aber immerhin war es eine Antwort erstens überhaupt (im Gegensatz zu Nicht-Antwort u.a. von Snowbee und JMC bei meinen Mails mit Frage nach optimalem Wurfgewicht für dortige 6'-Ruten) und zweitens auch mit detaillierten Angaben.

Wie auch immer, im Ergebnis hat man eine Falschklassifizierung, wie es heutzutage weit verbreiteter Befund ist.

Warum keine Auftragsanfertigung durch Theo Matschewsky? Nun, der mir dafür mitgeteilte Preis war mir für meine persönlich gesetzten Limits zu hoch, was ich aber für solche Handwerksarbeit auch nicht anders erwartet hatte.
Der Erstkontakt mit Theo Matschewsky war auch meinerseits nur bzgl. der Ruten-Datenbank erfolgt --ich erzählte dann auch vom Elend der Unterklassifizierung und von der vorher erfolgten Rückgabe der Greys Kite-- und nicht zwecks Rutenanfertigung, aber dann ergab sich eine Quasi-Nachfrage seinerseits, welche Vorstellungen ich denn von einer Rute hätte.
Nun ja, als ich dann die Überschreitung meines Limits mitteilte, fiel ihm noch eine bei ihm vorhandene 6,5'-Rute ein, die passend sei. Ich fragte nochmal sicherheitshalber nach, ob es wirklich eine #2 sei und machte dabei den mir eigentlich ja als zu vermeiden bewussten Fehler, nicht nach dem Wurfgewicht in Gramm zu fragen, sondern dies in Form der Klasseneinstufung zu tun.
Aber nach unserer Vor-Korrespondenz, in der er mir über die Unart der Unterklassifizierung vollauf zustimmte, verließ ich mich darauf, dass er AFFTA-zutreffende Klassifizierung verwende, und fragte daher nicht nach Gramm, sondern nach #2. Fehler!
Dass es jene seltsame Reim-Tabelle der AFTMA-Einstufung gab und vor allem dass Matschewsky diese offenbar immer noch anwandte (mir dann auch in Gestalt jenes Artikels über 15/3,75 zukommen ließ), war mir zu dem Zeitpunkt nicht bekannt...
Nach dieser Tabelle ist übrigens, jedenfalls soweit ich jenen Artikel als Basis dafür nehme, 9,8g tatsächlich an der oberen Grenze der #2.
Nur das ist halt nicht AFTMA-#, sondern es ist Reim-# und sollte also auch nicht als AFTMA bezeichnet werden!

Hätte ich nach Gramm gefragt und 9,8 als Antwort bekommen, wäre die Rute sofort in der Matschewsky-Werkstatt verblieben. Aber so wanderte sie also unnötigerweise nach NRW und dann quasi postwendend nach meiner Messung wieder zurück nach Mittelfranken...

Soweit etwas detaillierter zum Hintergrund.

Danke und LG,
Tobias

Ach so, ja, Fotos kann ich mal anfertigen. Die MC-Rute ist dreiteilig, so wie übrigens auch die Matschewsky-Rute es war.
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