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Verfasst: 03.05.2008, 15:42
von MarkusZ
Hi,

ich hab ja gesagt, nicht die Preise an sich stören mich, sondern die extreme Ungleichbehandlung ohne sinnvolle Begründung. Das mit den Steuern lass ich als Argument nicht gelten, die sind ja eh nicht zweckgebunden. Die Hauptfinanzierung der Fischerei läuft über die Gebühren. Und die commercials partizipieren sicher überproportional davon.

Damals hieß es als Begründung für die Classification, man wolle den Druck von bestimmten Strecken nehmen. Heißt für mich im Klartext, ungeführte Touristen stören da. Könnten ja früher am Wasser sein als die Guides. Schau mal den Copper an. Wenn meine Infos stimmen, ist der Tag und Nacht von Locals belagert und laufend kommen Guidingboote runtergeraftet. Bis ein Touri dort oben ankommt, sind die besten pools eh schon alle belegt und/oder durchgefischt. Aber angeblich machen die Touristen den Druck. Man könnte ja z.B. bestimmte Strecken am WE für Touristen sperrren, das könnte ich z.B. verstehen. Aber es geht doch scheinbar wieder mal nur ums Geld, nicht um den Schutz.
Wo wirklich wenig Angeldruck herrscht, sind die Flüsse wo Guiding und Boot verboten sind. Aber da gibt es halt nur ganz wenige.

Das mit den Jahreskarten in Slowenien stimmt, aber Vereinsgewässer sind Privatbesitz, dass da andere Regeln gelten ist ja wohl kein Wunder. Ist bei uns nicht anders. Versuch mal ne Karte für die Isar in München zu kriegen. Aber im öffentlich-rechtlichen Raum solch eklatanten Unterschiede wie Ausländertageskarte für 1 Fluss = 40 CAD, Resident-Jahreskarte für alle 42 classified waters 15 CAD wirst du woanders wohl nirgends finden.

Wenn die Behörden in MVP Touristen für den Küstenschein plötzlich 60,- pro Tag abnähmen, statt 20 pro Jahr, würde wohl gleich die EU-Kommission tätig. Bayern könnte auch nicht einfach für Ausländer 40,- täglich pro Autobahn verlangen, seinen Bürgern aber ne Streckennetzvignette für 15,-/Jahr anbieten.
In Finnmark (Norwegen) dürfen Ausländer in nicht weiter weg von einer Bundesstrasse als 5 km fischen, nur mit Guide oder wenn man die Reise durch einen Norwegischen Veranstalter gebucht hat darf man dort fischen.
Wusste ich nicht, weißt du auch, wie das begründet wird?
Dort wo ich in Skandinavien gefischt habe, gab es keine solchen Einschränkungen.
In Kanada darf ich auf jedem Fall fischen
Stimmt z.B. für den Dean River nicht. Dort sind die Karten für ungeführte Ausländer streng kontingentiert und werden zu Saisonbeginn verlost. Ich hatte mal das Glück dort vorher noch fischen zu können.

B.C. ist sicher eine Reise wert, aber dass diese Praxis so einfach akzeptiert wird, wundert mich schon. Bei der Tourismusbehörde haben sie auch nur gesagt, das entscheidet die Umweltbehörde, sie könnten da nichts machen. So richtig begründen konnten sie es auch nicht.

Gruß

Markus

Verfasst: 03.05.2008, 19:32
von Isoperla
MarkusZ hat geschrieben:Hi,
In Finnmark (Norwegen) dürfen Ausländer in nicht weiter weg von einer Bundesstrasse als 5 km fischen, nur mit Guide oder wenn man die Reise durch einen Norwegischen Veranstalter gebucht hat darf man dort fischen.

Wusste ich nicht, weißt du auch, wie das begründet wird?
Dort wo ich in Skandinavien gefischt habe, gab es keine solchen Einschränkungen.

Man möchte die Fischbestände schützen, die behauptung ist (nicht offiziell) dass die Finnen die Gewässer sonst leerfischen würden. Man kann nicht eine Sonderregelung für die Finnen einführen und dann macht man es gleich für alle Ausländer. Ob es überhaupt stimmt mit den Finnen weiss ich nicht nicht, jemand anderer ist immer schuld und vielleicht wollte man nur einen Sündenbock finden. Vielleicht wäre es sinnvoller gewesen die Winterfischerei mit Snowmobiles und/oder das Flugverkehr ganz für alle Fischer im Sommer zu verbieten (Ist Teilweise schon beschränkt) . Wenn man 30-50 Km wandern muss mit 25 Kg auf dem Rücken kann man nicht so viel Fisch nach Hause schleppen.
Ich bin aus Schweden und die Norweger dürfen, wie andere Ausländer auch, bei uns Fischen, Jagen und Beeren oderPilzen sammeln. Viele Norweger machen es auch aber wir haben nicht die gleiche rechte wenn wir auf der anderen Seite der Grenze fischen wollen. Ich glaube allerdings dass andere Bundesländer (Fylken) in Norwegen nicht diese Regel haben.
Es hätte mich allerdings nicht gestört mehr zu Zahlen als die Norweger aber dass ich überhaupt nicht Fischen darf ohne Guide stört mich schon und die besten Gewässer Norwegens sind wohl auf der Finnmarksvidda.

Ich war übrigens Mal an den Copper in B.C. und so schlimm wie Du es beschreibst fand ich es nicht. Guidingboote haben wir keine gesehen , ein paar Locals die gefischt haben schon.
Der Elk river ist seit ein paar Jahren classified und angeblich hat man es gemacht weil man gemeint hat dass der Fluss übergelaufen ist. Guides von Alberta und sogar von Montana haben ihre Kunden nach Fernie mitgenommen udn das hat natürlich die Locals gestört. Ich habe dort in 2000 und 2001 (pre classified) gefischt und damals war es noch nicht so schlimm obwohl einige Rafts unterwegs waren aber es ist wohl schlimmer geworden.

In Schweden hat man es anders gemacht , dort gibt's eine Lose für "Empfindliche" gewässer. Wenn man glück hat kriegt darf man drei
Tage fischen aber es ist vielleicht nicht immer so toll für die Einheimische wenn die überhaupt nicht Fischen dürfen und wenn die nur 3 Tage Fischen dürfen. Allerdings gibt's ja genug andere Gewässer.

Grüße,
Isoperla

Verfasst: 04.05.2008, 16:30
von MarkusZ
Hi,

wenn Angler in größerer Zahl über Gewässer herfallen um sie zu plündern muss man wohl reagieren. Dass Locals auch bevorzugt werden, sei es nun bei Kartenvergabe oder den Preisen finde ich auch o.k., solange es im Rahmen bleibt. Wie gesagt, ganz am Anfang war die Regelung deutlich transparenter. Der Angeltourismus ist in B.C. ein erheblicher Wirtschaftsfaktor, aber die Touris werden jetzt immer mehr geschröpft. Die wirkliche Gefahr für die Fischbestände geht von den Netzfischern und der Holzindustrie aus. Wenn die Netze draußen sind, werden sofort 5-6 mal mehr Steelheads gezählt, obwohl mykiss gar nicht kommerziell befischt werden darf. Aber bei den Anglern kann man natürlich leichter ansetzten und den schwarzen Peter zuschieben.

Gibt natürlich auch bei Touristen schwarze Schafe, die nur auf Fleisch aus sind. In B.C. wird aber gut so gut es geht überwacht und kontrolliert, sogar bei der Ausreise am Airport können die Lachsseiten nachgezählt werden. Allerdings müsste man die Flüsse auch vor manchen Locals schützen. Ist mir auch schleierhaft wie zur Steelheadlaichzeit bestimmte Flusstrecken offen sein können oder weshalb in manchen Laichflüssen mit Lachseiern gefischt werden darf.

Das mit dem Copper hab ich mehrfach von Leuten gehört, die im September dort waren. Ist aber sicher nicht jeden Tag gleich viel los.

Wie es bei euch in Schweden geregelt ist, halte ich auf den ersten Blick zwar grundsätzlich fair, aber aus sicht der Einheimischen nicht 100% gelungen. Weiß natürlich nicht, wie viel % der Angler jetzt Locals oder Touristen sind.

Aber sei es jetzt Skandinavien oder Kanada, im Vergleich zu Deutschland herrschen dort teilweise paradisische Verhältnisse. Hoffen wir, dass uns die noch einige Zeit erhalten bleiben.

Gruß

Markus

Verfasst: 12.05.2008, 20:49
von troutfisherman
So mal zurück zum Thema:
Hi Marko,
und wie verhält es sich bei dir mit der Spannung? Freust dich schon?
Hast du noch irgendwelche Fragen oder bist soweit glücklich mit deinem Kenntnissstand?

Verfasst: 13.05.2008, 21:41
von Isoperla
Ein bischen "Off topic" aber ich habe heute erfahren durch einer
schwedischen FliFi Magazin dass die Norweger die Bestimmungen
in Finnmark geändert haben. Jetzt dürfen auch Ausländer weiter
entfernt als 5 km von den Strassen Fischen, so was ich vor ein paar
Wochen geschrieben habe in diesem "thread" stimmt nicht mehr.
Auf jedem Fall was positives.

Verfasst: 14.05.2008, 09:58
von MarkoF
Hallo Uwe,

Spannung und Freude ist logisch. Aber ich aergere mich auch ein bissl. Viel zu wenig Zeit. Werden fast die erste ganze Woche in der Umgebung von Vancouver bleiben muessen. Skagit River bei Hope scheint vielversprechend und ist so einigermassen in Reichweite. Ich denke aber ich suche vor Ort einfach mal die Fly Shops auf und frag nach.
Dann haben wir ca. einen Tag Zeit um nach Calgary zu fahren. 1000 km !!! Dort ist etwas mehr Zeit, aber wir muessen ja auch wieder zurueck. Stress pur.
Ich bin auf jeden Fall dankbar fuer die Tips. Man irrt nicht komplett ziellos durch die Gegend.

Ob ich noch Fragen habe? Unendlich viele! Gluecklich mit meinem Kenntnisstand? Niemals!

Es wird halt kein Urlaubsaufenthalt. Deshalb muessen wir einfach mal abwarten was zeitlich geht.

Das naechste Mal, noch dieses Jahr!! Drei Wochen URLAUB dort. Mindestens! Und dann wird alles wieder gut :)

Zu meiner Frage der Rutenwahl werde ich dann auf Eure Erfahrungen vertrauen und meine geliebte 5er Sage zu Hause lassen. Eine Exori Prince (zu der kam ich wie die Jungfrau zum Kind) hat mir schon bei USA Aufenthalten schon gute Dienste geleistet. Ist 6 teilig und daher sowiso sehr praktisch.

Nochmals vielen Dank

... und viele Gruesse

Marko

Verfasst: 14.05.2008, 21:53
von Isoperla
MarkoF hat geschrieben:Hallo Uwe,

Spannung und Freude ist logisch. Aber ich aergere mich auch ein bissl. Viel zu wenig Zeit. Werden fast die erste ganze Woche in der Umgebung von Vancouver bleiben muessen. Skagit River bei Hope scheint vielversprechend und ist so einigermassen in Reichweite. Ich denke aber ich suche vor Ort einfach mal die Fly Shops auf und frag nach.
Dann haben wir ca. einen Tag Zeit um nach Calgary zu fahren. 1000 km !!! Dort ist etwas mehr Zeit, aber wir muessen ja auch wieder zurueck. Stress pur.
Ich bin auf jeden Fall dankbar fuer die Tips. Man irrt nicht komplett ziellos durch die Gegend.

Ob ich noch Fragen habe? Unendlich viele! Gluecklich mit meinem Kenntnisstand? Niemals!

Es wird halt kein Urlaubsaufenthalt. Deshalb muessen wir einfach mal abwarten was zeitlich geht.

Das naechste Mal, noch dieses Jahr!! Drei Wochen URLAUB dort. Mindestens! Und dann wird alles wieder gut :)

Zu meiner Frage der Rutenwahl werde ich dann auf Eure Erfahrungen vertrauen und meine geliebte 5er Sage zu Hause lassen. Eine Exori Prince (zu der kam ich wie die Jungfrau zum Kind) hat mir schon bei USA Aufenthalten schon gute Dienste geleistet. Ist 6 teilig und daher sowiso sehr praktisch.

Nochmals vielen Dank

... und viele Gruesse

Marko
Skagit River bei Hope ist ein Tolles Gewässer, wo ich auch gefischt habe, da reicht es ausnahmerweise auch mit einer leichteren Rute. Ich bin nicht sicher aber ich glaube dass die Skagit gesperrt ist bis 1/7 oder änliches aber dass kannst Du nachschauen in dem Synopsis. In der nähe von Vancouver ist sonst Pitt River sehr bekannt. Cowichan river auf Vancouver Island sollte in Mai sehr gut sein. Sonst die Seen in der nähe von Kamloops.

Verfasst: 23.05.2008, 18:02
von MarkoF
So Leute, .... bin dann mal weg. :smt039

Nochmals Danke fuer die Tipps

Viele Gruesse
Marko

Verfasst: 23.05.2008, 19:57
von troutfisherman
MarkoF hat geschrieben:So Leute, .... bin dann mal weg. :smt039

Nochmals Danke fuer die Tipps

Viele Gruesse
Marko
VIEL SPASS!!!
und Petri Heil