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Re: Widerhakenlos Fischen - wie viele Fische verliert Ihr so

Verfasst: 15.08.2012, 21:37
von webwood
Pauschal ist dieses Thema wieder nicht abzuhandeln, da sollte man schon auf den jeweiligen Zielfisch eingehen.
Servus Heiko,

so ganz bin ich nicht deiner Meinung. Im Detail hast du sicher Recht, aber z.B. die Diskussion ob Tungstenköpfe das Abschütteln erleichtern, bzw, was dagegen zu tun ist oder die Schenkellänge /Hebelwirkung finde ich sehr interessant und das hat doch nichts mit speziellen Zielfischen zu tun.

TL

Thomas

Re: Widerhakenlos Fischen - wie viele Fische verliert Ihr so

Verfasst: 15.08.2012, 21:45
von strikemike
Fische auch nur ohne Widerhaken. Mir gehen die Fische oft kurz vor dem Kescher aus. Denke das liegt an meiner Unaufmerksamkeit. Stört mich aber auch nicht wirklich.

Ansonsten Fische ich auch quasi nur mit der Trockenfliege. Die Fische springen oft richtig drauf und die Haken sind eigentlich immer gut gehakt.

Re: Widerhakenlos Fischen - wie viele Fische verliert Ihr so

Verfasst: 15.08.2012, 21:54
von Magallan
Hallo Thomas
Servus Heiko,

so ganz bin ich nicht deiner Meinung. Im Detail hast du sicher Recht, aber z.B. die Diskussion ob Tungstenköpfe das Abschütteln erleichtern, bzw, was dagegen zu tun ist oder die Schenkellänge /Hebelwirkung finde ich sehr interessant und das hat doch nichts mit speziellen Zielfischen zu tun.
Mit den speziellen Zielfischen meine ich das es ein Unterschied ist eine Forelle, Salzwaserespecie oder in meinem Fall Dorado zu befischen. Die möglichkeiten des Hakensetzten bei diesen drei Fischarten können mit Sicherheit nicht unterschiedlicher sein.Da wollte ich die Diskussion Wderhakenlos und Fisch verlieren ansetzen.

Gruss Heiko

Re: Widerhakenlos Fischen - wie viele Fische verliert Ihr so

Verfasst: 15.08.2012, 22:30
von webwood
Mit den speziellen Zielfischen meine ich das es ein Unterschied ist eine Forelle, Salzwaserespecie oder in meinem Fall Dorado zu befischen. Die mögli
chkeiten des Hakensetzten bei diesen drei Fischarten können mit Sicherheit nicht unterschiedlicher sein
Servus Heiko,

da hast du bestimmt absolut recht und ich kann da eh nicht mitreden. Meine einzige Salzwassererfahrung mit Fliege habe ich mit Meeräschen und die konnte ich nicht mal zum Biss animieren. Ich denke doch, selbst alleine auf Süßwasserfische bezogen, bietet dieser Treat genug Potential um einen regen Erfahrungsaustausch zu ermöglichen und wer lernt nicht gerne dazu. Auserdem ist doch manches Problem des Abkommens eines Fisches rein physikalischer Natur und das wird bei Salzwasserfischen wohl auch nicht anders sein, behaupte ich mal als Laie. Vieleicht kann man deine Salzwasser Erfahrung ja auch teilweise auf Trutten und Co. umsetzten.

Tl

Thomas

Re: Widerhakenlos Fischen - wie viele Fische verliert Ihr so

Verfasst: 15.08.2012, 22:52
von Royal Coachman
Hallo !

Es sind drei Kriterien die meiner Meinung nach für einen erfolgreichen Drill ausschlaggebend sind.

1. das Hakensetzen: bei vielen ist das immer noch ein Anhieb! Der Erfolg, die Forelle oder Äsche stürmt entweder wild davon, oder springt unmittelbar davon, beides ist nicht wünschenswert. Charles Ritz beschreibt in seinem Buch genau, wie ein Haken gesetzt werden sollte und zwar so, daß die Forelle gegen den Haken kämpft und nicht gegen den Zug der Leine. Ein Straffung der Leine genügt absolut. Kleiner Tip: eine kleine Schlaufe in der Hand beim stromabfischen ist sehr hilfreich.

2. es wird der Fisch zu stark und zu früh forciert, ich habe sehr oft gesehen, daß Fliegenfischer es großartig finden, wenn die Forelle oder Äsche springt. Die Rute mit beiden Händen hoch über dem Kopf, so wird der Fisch zur Oberfläche "gezwungen", Showdrill kann man sowas nur nennen, wird aber leider in den Videos von den "Gurus" so gezeigt.
Wenn es zweimal gelingt den Fisch um zu werfen, so gibt er meistens schon auf.

3. die schnellen harten Ruten sind leider ein entscheidendes Krterium bei stromab Bissen. Diese Ruten schlagen dagegen, wenn die Forelle z.B. "rüttelt", d.h. sich mittels intensiven Drehbewegungen vom Haken befreien will.
Gespließten Fischer kennen z.B. dieses Problem überhaut nicht.

tight lines
RC

Re: Widerhakenlos Fischen - wie viele Fische verliert Ihr so

Verfasst: 15.08.2012, 23:01
von Siegfried.
Hallo Z´sammn,
was bei dieser Diskussion und vielen anderen in ähnlichem Kontext immer zu kurz kommt und was Bernd ich an anderer Stelle nur mal kurz angerissen haben, ist der Hakenschleifstein und der schleifbare Haken. M.E. ist der Schleifstein das verkannteste Utensil unserer Ausrüstung!!
Wenn bei mir 2 Anhiebe (schönes Wort) nacheinander nicht sitzen oder ein Fisch aussteigt, schleife ich kurz über die Spitze und schon ist das Problem bis zum nächsten (anscheinend) leichten Boden-, Ast-, Gras usw.-kontakt beendet, nach welchem ich (zumindest theoretisch) auch immer schleife. Diese Erfahrung passt natürlich genau in das mehrfach angesprochene "richtige" Hakensetzen. Eine auch nur leicht angestumpfte oder angebogene Spitze fasst schlicht nicht vernünftig und fällt entsprechend leichter wieder raus.

Also Fazit wie bei vielen Vorpostern, ducrh den weggedrückten Widerhaken verliere ich real keine Fische, obwohl ich keinen wirklichen "Vergleich" habe, da ich schon seit wenige Wochen nach meinen ersten erfolgreichen Würfen vor fast 40 Jahren komplett ohne fische. Durch andere Faktoren allerdings schon, so ist in den derzeit wuchernden Hahnenfußfahnen die Quote deutlich eher 2:1 für die Fische. 8) Auch ins Vorfach greifende Äste, dumm herumstehende Watstiefel, die von Hand gedrille im Wasser herumliegende Leine (Schmach über mich, der ich die technischen Mesiterwerke der Rollenbaukunst seit jeher ignoriere), sonstige Umkurvungsmöglichkeiten oder auch der hilfreiche Freund sind jedenfalls weitaus effektivere Aussteigehilfen als ein nicht vorhandener (denn fehlender wäre falsch) Widerhaken.

Light lines
Siegfried

P.S. Alles Gesagte gilt allerdings nicht für Schaffellpads, aus denen schleichen sich meine Fliegen mit konstanter Bosheit ohne jedes Zutun selbsttätig heraus, während aus den vorgenannten Ausstiegs- und Abrissmöglichkeiten aufgesammelte mit WH sich selbst mit sanfter Gewalt zu Hause kaum wieder rauspulen lassen :-X

Re: Widerhakenlos Fischen - wie viele Fische verliert Ihr so

Verfasst: 15.08.2012, 23:25
von webwood
ie Rute mit beiden Händen hoch über dem Kopf, so wird der Fisch zur Oberfläche "gezwungen", Showdrill kann man sowas nur nennen, wird aber leider in den Videos von den "Gurus" so gezeigt.
Servus Gebhard,

ich glaube da reden mir annand vorbei. Ich meinte bei einem Biss querab, so viel Schnur aus dem Wasser wie möglich nehmen und ich denke Frank meinte das auch. Stromab ist die Wirkung der Strömung doch egal weil es keinen Schnurbogen gibt. Beim einem Drill stromab neige ich so ab 10 Meter Schnur im Wasser die Rutenspitze gerne mal von links nach rechts und wieder zurück um so den Fisch müde zu machen, produziere also absichtlich einen leichten Schnurbogen und bugsiere den Fisch somit ins Flachwasser.

TL

Thomas
(PS : ich rufe dich morgen an)

Re: Widerhakenlos Fischen - wie viele Fische verliert Ihr so

Verfasst: 16.08.2012, 00:33
von MuddlerMinow
Ich denke auch, es ist relativ zur Erfahrung und hat wenig mt Wiederhaken zu tun, ob man Fisch verliert. Ich erinner mich, als Jungspund drei von Fünf Fischen verloren zu haben, ja viele Bisse gar nicht erst habe umsetzen können.

Heute ist meine Quote wesentlich höher, und das ohne Wiederhaken gegenüber der Fischerei mit Wiederhaken in meiner Jugend.

Am Sonntag hatte ich sieben (erkannte) Bisse auf Nymphe, davon hingen fünf und diese habe ich alle problemlos und Widerhakenlos gelandet. Darunter war eine 37er, die sprang und am Ende auf mich zu schwamm, es sogar fast durch meine Beine geschafft hätte.

Was ich aber gemerkt habe ist folgendes: wenn man unsicher ist und Angst hat, verliert man mehr Fisch. Erklären kann ich das nicht, aber die zaghaften und unentschlossenen Bewegungen des Anfängers sind eine Steilvorlage für jeden ausgebufften Fisch.

Re: Widerhakenlos Fischen - wie viele Fische verliert Ihr so

Verfasst: 16.08.2012, 06:01
von Bernd Ziesche
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Re: Widerhakenlos Fischen - wie viele Fische verliert Ihr so

Verfasst: 16.08.2012, 08:04
von Obi
Moinsen!

Erst mal vielen lieben Dank für Eure Antworten. Hätte nicht gedacht dass mein Thread so eine Diskussion auslösen würde. Sehr schön! :wink:

Zum Haken - an der Sache mit dem "Doppelpatzer" war in beiden Fällen ein jweeils brandneuer MARUTO D04 Trockenfliegenhaken beteiligt. Das ist so ziemlich das "schärfste Zeugs" das ich kenne ........ :mrgreen:

@Minnow Muddler: Aufgeregt (im positiven Sinn) - Ja. Mangende Erfahrung, was das Führen eines gehakten Fisches anbelangt - Vielleicht. Angst - Nein! Ist doch bloss ein Fisch :roll:

Was ich wahrscheinlich noch nicht so gut drauf habe: Nach dem Take übe ich wahrscheinlich zu viel Druck auf den Fisch aus. Hab ich mir so angewöhnt. Das dürfte daher kommen, dass hier in Brandenburg die Wiesenbäche ziemlich stark bewachsen sind. Man hat stets damit zu tun, den Fisch aus dem Kraut 'rauszuhalten. Da hat sich ein kurzer, forscher Drill sehr gut bewährt.

Aber mal eine andere Frage: Wie kann ich denn beeinflussen, wie der Fisch die Fliege nimmt? Ich denke mal, richtige Fliege auswählen, sanfte Präsentation am halbwegs richtigen Vorfach (Länge / Durchmesser), den Richtigen Fleck treffen, drag-freie Drift ....... and that's about it :idea: Richtig viel mehr kann man doch eigentlich nicht tun :?:


Beste Grüße,

der Obi

Re: Widerhakenlos Fischen - wie viele Fische verliert Ihr so

Verfasst: 16.08.2012, 09:04
von Kurt Zumbrunn
Hallo

Die Faktoren wurden von unterschiedlichen Postern aus meiner Sicht bereits erwähnt:

1. Nicht überforcierter Drill bei springenden Fischen und keine lose Leine oder Unkonzentriertheit
2. Verwendetes Hakenmaterial (bei Trockenfliegen empfehle ich den TMC 103 BL)
3. Verwendetes Drillgerät - hier sind die modernen Kohlefasergerten einfach schlecht. Bei Gespliessten und Glasfaserruten bleibt der Fisch "kleben".

Meine Aussagen beziehen sich auf Forellen und Aeschen.

Beste Grüsse
Kurt

Re: Widerhakenlos Fischen - wie viele Fische verliert Ihr so

Verfasst: 16.08.2012, 09:06
von Bernd Ziesche
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Re: Widerhakenlos Fischen - wie viele Fische verliert Ihr so

Verfasst: 16.08.2012, 10:30
von Ralph Hertling
Moin!!
Kurt Zumbrunn hat geschrieben:Hallo...
...
3. Verwendetes Drillgerät - hier sind die modernen Kohlefasergerten einfach schlecht. Bei Gespliessten und Glasfaserruten bleibt der Fisch "kleben".
...
Kurt
Hier würde ich gerne mal nachHAKEN!! :wink:
Davon abgesehen, dass ich es, inzwischen aus eigener Erfahrung ("Glas"), glaube ... warum ist das (pysikalisch) eigentlich so? :!: :?: :!:

TL
Ralph

Re: Widerhakenlos Fischen - wie viele Fische verliert Ihr so

Verfasst: 16.08.2012, 11:30
von Kurt Zumbrunn
Moin Ralph

Ich denke das ist dem höher, schneller, weiter - Wahn geschuldet. Die heutigen Materialien sind einfach zu schnell in der Rückstellung. Langsames Material bleibt am Fisch.
Zu Beginn der Seeforellen-Trockenfliegenzeit in unseren Alpenseen, verwendeten wir auch Kohlefaserruten. Dies deshalb, weil wir glaubten, dass die Wurfweite die Fangaussichten erhöhen würde. Wir haben einige schöne Fische gehakt und sämtliche verloren. Stellten dann um auf Bambus und siehe da, plötzlich konnte man die Fische nicht nur haken, sondern auch sauber ausdrillen.

Beste Grüsse
Kurt

Re: Widerhakenlos Fischen - wie viele Fische verliert Ihr so

Verfasst: 16.08.2012, 12:05
von Bernd Ziesche
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