"Marktforschung"

Forum für Fragen und Erfahrungen zu Gerät - Zubehör - Bekleidung - etc. Gibt es besonders empfehlenswertes Tackle? Was benötigt der Fliegenfischer wirklich? Du hast allgemeine oder spezielle Fragen, oder gute oder schlechte Erfahrungen mitzuteilen? Hier ist Platz dafür und Du bekommst die Antworten, die Du suchst...

Moderatoren: Forstie, Maggov, Olaf Kurth, Michael.

Werner

"Marktforschung"

Ungelesener Beitrag von Werner »

Hallo alle,
ich versuche mir gerade einen Überblick darüber zu verschaffen, welche

a) Fachliteratur

b) Unterhaltungslit.

ankommt bzw. fehlt. Anders gefragt, wie ist die Bedürfnisslage innerhalb der Gilde ?

Gibt es Themenbereiche/ Bücher, die euren Vorstellungen entgegenkommen ? ( welche).

Würdet ihr gerne über den einen oder anderen Themenbereich mehr erfahren ?

An euren Meinungen bin ich brennend interessiert, vor allem daran, ob sich da Gemeinsamkeiten hinsichtlich vorhandener und vor allem fehlender Literatur herauskristalisieren.

Gruß Werner
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Dirk Janßen
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Ungelesener Beitrag von Dirk Janßen »

Moin Werner,

ich verstehe Deine Frage nicht ganz. Möchtest Du das Bedürfnis bez. Literaturerwerb ermitteln oder willst Du selbst was schreiben ?

TL
Dirk
Fliegenfischen ist der Weg und das Ziel.
Noellgen, H

Ungelesener Beitrag von Noellgen, H »

Hallo Werner,
Ich denke, für neue Fachliteratur gibt es keinen Bedarf, es gibt
zu allen Themenbereichen reichlich hochwertige Fachbücher.

Hinsichtlich Unterhaltungsliteratur ist m.e. lange nichts gescheites auf
den Markt gekommen, ist auch schwierig, da der Sprachgebrauch
sich gewandelt hat.
Der ältere Fliegenfischer ist einer etwas romantischen, blumigen Sprache
verbunden, die jungen finden es total geil, eine Trutte mit der Fliege
aus dem Bach zu zerren.
Hir etwas zu bieten, das vielen gefällt, dürfte kaum möglich sein.
Tight llines,
Heiner
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todde
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Ungelesener Beitrag von todde »

Hehe, ich meine mich zu erinnern, dass es aus grauer Vorzeit dieses Forums in anderem Gewand schon einmal diese Frage gab. Auch wenn deine Recherche möglicherweise hier einem nicht uneigennützigen Bedürfnis entstammt, möchte ich mein Interesse gerne kundtun.
Fachliteratur gibt es im deutschsprachen Sortiment wohl reichlich. Aber für diejenigen, die Fernsehen nicht als allein glücklichmachende Unterhaltung bezeichnen und auch einmal mehr als Spaltensatz zu sich nehmen, wünschte ich mir gerade für die dunkle Jahreszeit mehr interessante und inspirierende Unterhaltungsliteratur für Fliegenfischer. Möglicherweise aus dem englischsprachen Raum ins Deutsche übersetztes. Zwar bin ich dem Anglophilen nicht abgeneigt, aber der Genuss stellt sich beim Lesen doch erst so richtig im Muttersprachlichen ein. Finde ich...

Gruß
todde
Zuletzt geändert von todde am 29.11.2004, 20:51, insgesamt 1-mal geändert.
Kole Feut un Nordenwind, givt een krusen Büddel un een lütten Pint.
Royal Coachman
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Ungelesener Beitrag von Royal Coachman »

Hallo Werner !

Wo soll denn bitte heutzutage Unterhaltungsliteratur herkommen ?
Wie läuft denn die Fischerei heutzutage ab ?

Stundenweise wird zum Fischen gegangen, das Auto als fahrbereiter Unterschlupf steht bereit, alles sehr komfortabel, möglichst bis ans Wasser fahren, ran ans Wasser, Fliege rein, Forelle raus, fertig, in zwei Stunden wieder zu Hause ! Wo soll denn da ein Erlebnisbericht herkommen, wenn nichts davon vorhanden ist.

Wer den tollen Vortrag von Mario in Hamm über seinen Trip mit Zelt durch Montana erlebt hat, weiß wovon ich rede, wenn ich Erlebins meine .

Aber es geht auch in europäischen Gefilden , wenn man eine vernünftige und vor allem " open end " Planung macht, dann kann man über einen außerordentlichen Fischtag ( das muß nicht unbedingt ein Fangtag sein ! )
auch einen interessanten Bericht schreiben .

Fachliteratur ?
Da muß ich leider feststellen, daß hier seit mehreren Jahrhunderten die Autoren voneinander abschreiben und oft in einer Zeitung etwas Bahnbrechendes vorgestellt wird, das ich meistens nach kurzem Suchen in meiner Bibliothek wiederfinde. Die Autoren machen sich oft nicht einmal die Mühe eine eigene Bilddarstellung zu produzieren .

Die Fachzeitschriften aus den 20/30iger Jahren zu lesen ist dagegen ein großes Vergnügen, aufwendig gemacht, mit Humor, Kunst und z.B Fangberichte über Chile und die Flats in Florida gab es damals schon.

Die hohen Preise für Fachzeitschriften aus dieser Zeit ( in Ebay und ZVAB ) bestätigen, daß hier doch großes Interesse besteht .

Ein Wort noch zu den Büchern heutzutage sei mir zum Abschluß erlaubt :
sehr oft habe ich den Eindruck, daß für die Ausstattung kein Geld mehr übrig ist. Da wird oft bester Inhalt billigst verpackt, schade, denn auch ältere Bücher haben durchaus ihren Wert, siehe Ritz ( der wurde noch in Leinen gebunden ! ). Es gibt aber einige Verlage, die Bücher aufwendig herausbringen, die kosten aber dann ordentlich Geld.

Weniger aber hochwertige Bücher wünscht sich

royal coachman
Der immer auf Seiten der Fische steht!
Werner

Ungelesener Beitrag von Werner »

Hallo,
@Dirk
ich verstehe Deine Frage nicht ganz. Möchtest Du das Bedürfnis bez. Literaturerwerb ermitteln oder willst Du selbst was schreiben ?


Beides Dirk. Ich möchte gern wissen, was vorwiegend gelesen wird und was fehlt, weil an den "Schaltstellen" der Verlage/ bzw. des Verlages, mit dem ich zusammenarbeite, Menschen sitzen, die für den gesamten Angelbereich verantwortlich sind und deshalb nicht unbedingt den speziellen Einblick in das Fliegenfischermetier haben. Konkreter : Wenn ich einen fundierten Vorschlag machen kann, profitieren alle davon : der Autor, der Verlag und die Fliegenfischer, weil die bekommen, was sie lesen wollen.

@royal coachman
Wo soll denn bitte heutzutage Unterhaltungsliteratur herkommen ?

Man muss nur bei Amazon oder anderswo nachschauen.
Sie ist da, nur nicht speziell für Fliegenfischer, sondern zum Fischen allgemein, weil das Marktsegment Fliegenfischer allein zu klein ist.

Die Klage der Verlage lautet : Vorhandene Literatur wird nicht wahrgenommen ( z.B. "Angebissen" von Bailey - zugegeben ein bescheuerter Titel ) und gekauft, ergo die Angler/Fliegenfischer wollen keine Unterhaltungsliteratur, also wird keine produziert und anschließend beklagt sich die Szene, dass keine da sei.
Mit hochwertig ausgestatteten Büchern produzieren die Verlage leider Bauchlandungen, siehe "Lachs und Forelle" von Atkinson, sodass sie diese Bücher zum halben Preis verkaufen müssen, um das Lager leer zu bekommen.
Aber darüber könnte ich jetzt noch zwei Seiten "Insiderinformationen" schreiben. Das gehört aber nicht unbedingt hier hin.

Was ich wissen möchte ist eigentlich, was konkret möchtet ihr. Wenn ich dazu mehr weiß, kann ich eine sinnvolle Aussage machen etwa in der Richtung a) ist wahrscheinlich möglich und ich kann diesbezüglich anfragen , b) ist aus diesen oder jenen Gründen wahrscheinlich nicht möglich usw.

Gruß Werner
Noellgen, H

Ungelesener Beitrag von Noellgen, H »

Hallo Werner,
was wir möchten, wäre deutsche Fliegenfischerliteratur,
keine durchaus gut ausgestatteten englischen Bücher,
welche nur als Bilderbuch taugen, da die unfachmännische
Übersetzung des Textes Ärgernis bereitet.
Solche "Zweitverwurstungen" für relativ viel Geld bringen nichts,
dann liest man lieber das englische Original. in dem man dann
auch sprachliche Feinheiten geniessen kann.
Tight lines,
Heiner
Matthias

Ungelesener Beitrag von Matthias »

Hallo Werner,
Original geschrieben von todde
... Fachliteratur gibt es im deutschsprachen Sortiment wohl reichlich ...
leider muß ich Todde widersprechen, ein einfacher Test belegt das:

amazon.de
fliegenfischen finden Sie in diesen Kategorien:
...
Bücher: (61)
...

amazon.com
Find fly fishing in these categories:
...
Books (1,843)
...

Ich finde es schade, daß nur ein Bruchteil der englischsprachigen Literatur bei uns angeboten wird und man so kaum Möglichkeiten hat, auch mal in einem Buch zu blättern, bevor man es kauft. Und Übersetzt werden nur wirklich populäre Werke wie "Aus der Mitte entspringt ein Fluss", "Die Forelle und die Fliege" oder "Die Quintessenz des Fliegenwerfens". Unterhaltende Literatur vom Schlage des alten Ritz sucht man heute leider vergeblich und die Fachbücher zum Thema Fliegenfischen sind oft sehr allgemein gehalten, veraltet (ohne dadurch an Gültigkeit zu verlieren) oder beziehen sich relativ eng auf die örtlichen Gewässer des Autors. Mir fehlt junge Literatur mit Erfahrungen zu aktuellen Themen und Entwicklungen, z.B. über's Fliegenfischen auf Nichtsalmoniden ... wo kann man das nachlesen? Nur in englischsprachiger Literatur, wie z.B. "Pike on the Fly" von Barry Reynolds und John Berryman.

Viele Grüße, Matthias
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Harald aus LEV
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Ungelesener Beitrag von Harald aus LEV »

QMatthias,
...wobei ich finde, daß gerade "Pike on the Fly" von Reynolds/Berryman zwar sehr gut ist, aber doch sehr auf nordamerikanische/kanadische Verhältnisse zugeschnitten ist und nicht so ohne weiteres für europäische Maßstäbe adaptiert werden kann. Aber Du hast Recht, hier fehlt etwas Vergleichbares.
Gruß Harald
Fliegenfischen - Der natürliche Weg
Benny

Ungelesener Beitrag von Benny »

Hallo Werner,
es gibt 3 Bücher die dem Markt Fehlen.
Das sind die drei dicken Bände von Smookler, Rare and unusual Flytying Materials Vol I u. II und Forgotten Flys.
Da sie mit nur geringer Auflage produziert wurden liegt der Preis bei ca. 1000$ + X. Nach Coch Y Bondu Books (anfrage auf dem letzten Danish Fly Festival) ist das bei denen auch das meist angefragte Buch.
Gruß Benny
Matthias

Ungelesener Beitrag von Matthias »

Hallo Harald,
Original geschrieben von Harald aus LEV
QMatthias,
...wobei ich finde, daß gerade "Pike on the Fly" von Reynolds/Berryman zwar sehr gut ist, aber doch sehr auf nordamerikanische/kanadische Verhältnisse zugeschnitten ist und nicht so ohne weiteres für europäische Maßstäbe adaptiert werden kann. Aber Du hast Recht, hier fehlt etwas Vergleichbares.
Gruß Harald
da stimme ich Dir zu, wobei die Standplätze im See je nach Wassertemperatur bei uns ähnlich sein werden, nur eben zu einer anderen Zeit. Aber dazu kann ich nicht allzu viel sagen, da ich fast ausschließlich in fließenden Gewässern fische ... sehr schön fand ich ja den Vergleich bez. der Standplätze im Fluß: "Where do Gorillas sleep? Anywhere they want to." :D

Viele Grüße, Matthias
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rikus
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Ungelesener Beitrag von rikus »

Was mir fehlt, sind schöne menschliche Geschichten mit dem Hintergrund Fliegenfischen. Beim Ritz gefallen mir am besten seine Schilderungen gemeinsamen Fischens. Ich kann diesen Technik-Kram nicht mehr sehen.
"Eine kurze Geschichte vom Fliegenfischen"von Paulus Hochgatterer, Deuticke, Wien; habe ich gern gelesen, es plätschert ein Fliegenfischer-Ausflug so dahin.
Super finde ich die "lyrischen Berichte" hier im Forum u.a. von Olli (wo steckst Du eigentlich?), und unserem Sepplhut-Träger.
TL, Rikus
Zuletzt geändert von rikus am 30.11.2004, 09:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Lutz/H
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Ungelesener Beitrag von Lutz/H »

Es gibt auch interessante , unterhaltsame,zeitgenössische Literatur in englischer Sprache wie z.B. "Fishing Bamboo" von J.Gierach, für das ich eine deutschsprachige Übersetzung gerne lesen würde.
Es gibt auch interessante Fachliteratur aus dem skandinvische Raum, wird immer in der "Flugfiske i Norden" beworben, z.B. ein wunderschönes Buch über den Eman. Titel übersetzt soviel wie "Fischen im vornehmsten Meerforellenfluß der Welt".Leider kann ich kein schwedisch lesen.
Lutz
Gib jedem Tag die Chance, die schönste deines Lebens zu sen ; Mark Twain
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Harald aus LEV
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Ungelesener Beitrag von Harald aus LEV »

Hallo Werner,
warum soll es strikt getrennt sein, entweder Sachbuch oder Geschichten, warum nicht das eine mit dem anderen kombinieren.
Ein Buch, was mir immer schon gut gefallen hat, aber wahrscheinlich längst nicht mehr erhältlich ist, ist das 1967 erschienene Buch von Bruno Wigam mit dem Titel: Vom großen Strom zum kleinen Bach; Untertitel: Feinheiten der anglerischen Praxis; erschienen bei Paul Parey. Der Autor berichtet von seinen Streifzügen an den Gewässer, beschreibt Fischstandplätze und seine Gedankengänge wie und warum er gerade diese Stelle auf diese Weise befischt und nicht anders. Nebenbei erfährt der Leser einiges über die biologischen Zusammenhänge. Es geht nicht um hypertechnisch Raffinessen und ausgebuffte Techniken, die wäre mittlerweile längst veraltet. Es geht um ruhige Überlegungen, und darum sich mit der Natur auseinanderzusetzen und mit ihr und in ihr zu leben, statt sie nur kurzfristig zu nutzen. Dies alles zu einer Zeit als Grün nicht mehr als eine Farbe war und Jäger und Angler nicht als potenzielle Mörder (Peta) und Ausbeuter der Natur gesehen wurden, sondern eher als eigenbrötlerische Menschen belächelt wurden.
Gruß Harald
PS Schau mal in Deine PN
Fliegenfischen - Der natürliche Weg
RolandT

Ungelesener Beitrag von RolandT »

Hallo Werner, deine Marktforschung in Ehren, aber ich denke das diese rein gar nix bringen wird. Sagen wir mal, wenn sich hier 20 Fliegenfischer finden, die sich zum Beispiel für eine Unterhaltungsliteratur auf dem gebiete der Fliegenfischerei finden, wird es mit großer Wahrscheinlichkeit keinen Verlag geben, der selbige dann in sein Verlagsprogramm aufnimmt. Welcher Verlag geht denn her, eine Auflage von 1000 Büchern herauszubringen, von denen dann letztendlich vielleicht nur 50 Verkauft werden. Ich denke, das das Interesse an Angelliteratur, speziell an Unterhaltung nicht mehr so groß ist, wie man es sich wünscht. Wenn man nur mal anschaut, wenn ein Verlag historische Nachdrucke von klasse Fliegenfischerliteratur herausbringt, zig Jahre darauf sitzen bleibt, weil die Leute a: kein Interesse haben und b: Ihnen die Bücher viel zu teuer sind. So ist das nun einmal in unserer Zeit. Wenn ich allerdings meine Angelliteratursammlung mal so durchsehe, gibt es auf dem Markt nicht wenig Unterhaltsames für den Angelfischer und Naturfreund. Wer heute wirklich Interesse an solcher Literatur hat, wird aus den 50er-70er Jahren mit Sicherheit einiges an guter Unterhaltungsliteratur finden. Wer interessiert sich denn heutzutage noch für Anspruchsvolle Literatur, das werden nach meiner Meinung immer weniger. Und bei deiner Umfrage, werden sich bestimmt auch nur sehr wenige zu Wort melden. Selbst wenn heute ein großes Angelmagazin, welches viel gelesen wird, eine Umfrage dieser Art stellen würde, bliebe die Resonanz sicherlich verschwindend gering. Das ist meine ganz persönliche Meinung zu obigen Thema.
Petri Heil und Gut Wasserwaid wünscht Dir RolandT
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