Drilltechnik

Hier gehts rund um den Fisch. Besonderheiten, spezielle Techniken und Köderwahl auf unterschiedliche Fischarten, u.s.w.

Moderatoren: Maggov, Forstie, Michael., Olaf Kurth

Royal Coachman
Beiträge: 2885
Registriert: 28.09.2006, 20:06
Wohnort: Oberhausen in Obb.
Hat sich bedankt: 268 Mal
Danksagung erhalten: 479 Mal

Drilltechnik

Ungelesener Beitrag von Royal Coachman »

Hallo Freunde !

Mich würde interessieren, was Ihr versucht, um einen Drill zu verkürzen oder zumindest nicht ausufern zu lassen ?



tight lines
Royal Coachman

PS. die verschiedenen Fischarten bitte berücksichtigen !
Der immer auf Seiten der Fische steht!
Benutzeravatar
sedge111
Beiträge: 590
Registriert: 29.09.2006, 08:13
Wohnort: im Weltkulturerbe
Hat sich bedankt: 9 Mal
Danksagung erhalten: 12 Mal

Ungelesener Beitrag von sedge111 »

Hallo RC,

superspezielle Techniken kann ich leider nicht anbieten, aber ich denke auf die Anforderungen richtig dimensioniertes Gerät ist eine Grundvoraussetzung einen Drill möglichst kurz und fischschonened zu gestalten. Es ist mir als Gastangler schon etliche male passiert, dass mir vermeintlich alte Hasen am Gewässer den "Tipp" gaben: "Über 0,12 mm Vorafch brauchste gar nicht anfangen....". Ich finde, dass bei einem Gewässer mit einem respektablen 40+ Bestand einfach nur unverantwortlich!

Desweiteren Habe ich, falls ich relativ tief wate immer einen Schonkescher dabei. Jeder von uns weiss, dass eine Handlandung mitten im Fluss stehend den Drill sehr häufig unnötig verlängert!

Grüße!


sedge111
Benutzeravatar
Thomas aus Hamm
Beiträge: 1260
Registriert: 28.09.2006, 11:03
Wohnort: Hamm/NRW
Hat sich bedankt: 66 Mal
Danksagung erhalten: 17 Mal

Ungelesener Beitrag von Thomas aus Hamm »

Moin Gebhard, so kurz wie nötig, so schonend wie möglich;)

@sedge, ich versuche wenn es irgendwie geht, keinen Kescher zu benutzen. Ich finde die Handlandung (im Fluss stehend) ist die schonenste Art einen Fisch vom Haken zu befreien. Auschlaggebend für diese Entscheidung waren
die Videos von Roman Moser.

Allen ein schönes WE,

Grüße aus Hamm
Thomas
I love Babs
Benutzeravatar
Friedemann
Beiträge: 662
Registriert: 28.09.2006, 18:14
Wohnort: Hessen
Hat sich bedankt: 58 Mal
Danksagung erhalten: 42 Mal

Ungelesener Beitrag von Friedemann »

Hi Gebhard,
1. vernünftige Vorfachstärken verwenden ( im Zweifelsfall immer eine Nr. stärker )
2. dem Wasserdruck entsprechend angepasstes Gerät verwenden ( mit
einer Rute der Klasse 3/4 kann ich in stark strömenden Wasser micht
genügend Druck auf den Fisch ausüben )
3. Nach der ersten Flucht verändere ich ständig den Anstellwinkel und die
Zugrichtung um den Fisch aus der Balance zu bringen.
4. Den größtmöglichen Druck ausüben ( keine Spielereien ) um den
Fisch so schnell wie möglich landen zu können.
5. Immer einen Kescher dabeihaben ( ich muss ihn ja nicht immer einsetzen )
Gruß aus Hessen
Friedemann
Royal Coachman
Beiträge: 2885
Registriert: 28.09.2006, 20:06
Wohnort: Oberhausen in Obb.
Hat sich bedankt: 268 Mal
Danksagung erhalten: 479 Mal

Ungelesener Beitrag von Royal Coachman »

Hallo sedge , hallo Thomas !

Dass zweckdienliches Gerät benützt wird, setze ich in diesem Forum eigentlich voraus, nach den vielen Fragen über Ruten, Rollen, Schnüren und Vorfächern, aber die eigentliche Frage bezieht sich auf den Zeitraum :
Anhieb bis zur Landung (wenn der Fisch kippt !).

freundlichst

Gebhard
Der immer auf Seiten der Fische steht!
Benutzeravatar
dreampike
Beiträge: 798
Registriert: 30.09.2006, 21:50
Wohnort: Ismaning bei München
Hat sich bedankt: 40 Mal
Danksagung erhalten: 177 Mal

Ungelesener Beitrag von dreampike »

Hallo Gebhard,

die Verwendung eines /Schon-) Keschers verkürzt den Drill gerade bei größeren Fischen und in stärkerer Strömung erheblich. Ich habe es oft erlebt dass die Leute einen Fisch dranhaben und ihn eigentlich schon keschern könnten, aber zur Handlandung war er noch nicht "reif" oder die Strömung war zu stark und er machte immer wieder erneute Fluchten (der Fisch!). Und da die Fische ja nicht lammfromm in der Hand ruhen, wird dann gequetscht und gedrückt und... Ich verstehe nicht, wie man Handlandung -von kleinen Fischen unter 35cm mal abgesehen- ernsthaft als schonender darstellen kann, worin liegt denn die Begründung? Ich verstehe, dass es manchmal unbequem ist einen Kescher mitzunehmen, der muss dann auch wieder ausgewaschen werden usw...
Wolfgang
Royal Coachman
Beiträge: 2885
Registriert: 28.09.2006, 20:06
Wohnort: Oberhausen in Obb.
Hat sich bedankt: 268 Mal
Danksagung erhalten: 479 Mal

man kann über alles diskutieren

Ungelesener Beitrag von Royal Coachman »

Hallo Friedemann !

ZU:
1. hier hast Du völlig Recht, besonders im Zeitalter des Fluorcarbons muß man nicht mit Bindfäden fischen

2. hier möchte ich anmerken, daß auch mit einer Rute Schnurklasse 6 es nicht möglich ist ein Kilogewicht vom Boden aufzuheben. Ruten in diesen Klassen können also höchsten durch größere Längen mehr Führung erzeugen,
der höhere Druck bewegt sich im Pondbereich.

3. hier wird es interessant, vielleicht könntest Du diesen Punkt etwas genauer ausführen!
Vorgabe : Du hängst an einer 50iger Äsche an einem langezogenen Gumpen und es geht nicht recht was weiter :D!

4. das mit dem größtmöglichen Druck ist auch umstritten, ich habe neulich mich an Ritz erinnert, der in seinem Buch den wohlgesetzten Anhieb beschrieben hat. Wenn es gelingt, den Anhieb so zu setzen,daß der Fisch den Haken spürt aber nicht den Zug, also vom Anhieb umgerissen wird,
so kämpft er gegen den Haken und nicht gegen den Zug und selbst große Fische geben verblüffenderweise in kürzester Zeit auf. Dies gelingt natürlich nicht immer und beim beschwerten Nymphenfischen schon gar nicht. An meinem gestrigen Fischtag hatte ich jedoch Gelegenheit, dies zu versuchen und es ist in zwei Fällen geglückt, eine gute Bachforelle mit ca 37/38 cm folgte unter starken Kopfschütteln dem leichten Zug quer über die Strömung an mein Ufer und war dann so verwirrt, daß ich ohne sie zu berühren, den in der Spalte sitzenden Haken mit der Hand lösen konnte.

5. daß der Kescher immer dabei sein sollte ist ganz klar.

freundlichst

Gebhard
Der immer auf Seiten der Fische steht!
Maggov
Moderator
Beiträge: 5549
Registriert: 28.09.2006, 14:21
Wohnort: München
Hat sich bedankt: 308 Mal
Danksagung erhalten: 401 Mal

Ungelesener Beitrag von Maggov »

Hallo Gebhard,

ich habe festgestellt, dass das Wagrechtstellen der Rute deutlich effizienter im Drill ist. Beispiel: ich habe eine Forelle die in starker Strömung unterhalb von mir steht. In dieser Situation muss der Fisch einfach nur die Strömung für sich arbeiten lassen und wird so gut wie nie müde... wenn man nun die Rute wagrecht führt und den Fisch zwingt seitlich zu schwimmen ist er i.d.R. gezwungen quer zur Strömung zu schwimmen. Sobald er eine seitliche Bewegung macht wechsle ich die Seite (ich lege die Rute auf die andere Seite wagrecht). Dies wiederhole ich relativ schnell und so kommt der Fisch aus dem "konzept" und wird wirklich schnell müde...

Nachteil: die Chance dass der Haken rausnackelt ist sicherlich höher - auch wenn ich das noch nicht selbst erfahren habe...

Gruss

Maggov
Reflection is a broad deep and quiet pool into which the stream of an angler's thought opens out from time to time.
A. A. Lucas in Fishing and Thinking, 1959
Benutzeravatar
Friedemann
Beiträge: 662
Registriert: 28.09.2006, 18:14
Wohnort: Hessen
Hat sich bedankt: 58 Mal
Danksagung erhalten: 42 Mal

Ungelesener Beitrag von Friedemann »

Hallo Gebhard,
da ist mir der Maggov um ein paar Minuten zuvorgekommen.
Diese Drilltechnik wird auch in einer älteren Ausgebe vom "Fliegenfscher"
sehr gut beschrieben.
Aber ich komme jetzt mal auf den "Anhieb" zu sprechen.
Anhieb kommt von hauen oder anhauen. Das will ich doch gar nicht.
Ich will den Haken gar nicht in den Fisch h a u e n sondern nur den
Haken s e t z e n . Dazu reicht meistens ein durchstrecken der Leine.
Äschen haken sich doch fast von selbst wenn sie abtauchen.
Ich versuche es so zu machen indem ich mit der Schnurhand ziehe und
die Rute hochnehme. Diese Bewegungen reichen aus um die Schnur
durchzustrecken und den Haken zu setzen. Es darf allerdings nicht
zuviel Leerschnur auf dem Wasser sein.
Gruß aus Hessen
Friedemann
Benutzeravatar
sedge111
Beiträge: 590
Registriert: 29.09.2006, 08:13
Wohnort: im Weltkulturerbe
Hat sich bedankt: 9 Mal
Danksagung erhalten: 12 Mal

Ungelesener Beitrag von sedge111 »

Original geschrieben von dreampike
Hallo Gebhard,

die Verwendung eines /Schon-) Keschers verkürzt den Drill gerade bei größeren Fischen und in stärkerer Strömung erheblich. Ich habe es oft erlebt dass die Leute einen Fisch dranhaben und ihn eigentlich schon keschern könnten, aber zur Handlandung war er noch nicht "reif" oder die Strömung war zu stark und er machte immer wieder erneute Fluchten (der Fisch!). Und da die Fische ja nicht lammfromm in der Hand ruhen, wird dann gequetscht und gedrückt und... Ich verstehe nicht, wie man Handlandung -von kleinen Fischen unter 35cm mal abgesehen- ernsthaft als schonender darstellen kann, worin liegt denn die Begründung? Ich verstehe, dass es manchmal unbequem ist einen Kescher mitzunehmen, der muss dann auch wieder ausgewaschen werden usw...
Wolfgang
Hallo Wolfgang,

das ist ist die exakte Beschreibung, warum ich immer einen Schonkescher dabei habe!!! :daumen:

Grüße!

sedge111
Benutzeravatar
markus
Beiträge: 539
Registriert: 28.09.2006, 11:33

Ungelesener Beitrag von markus »

Hallo,
und wann kommt bei Euch der Priest zum Einsatz?
VOR oder NACH dem Fotografieren?
TL Markus
Peter S., Köln

Ungelesener Beitrag von Peter S., Köln »

Hallo Gebhard,
da ich gewässerbedingt (relativ starke Strömung) fast nur mit Nymphen auf Salmoniden fische und nur wenige Fische davon > 40 cm sind, bevorzuge ich folgende Drillmethode:
Ich sehe zu, dass ich möglichst mit knapp gestreckter Schnur fische. Die Schnur halte ich dabei zwischen rechtem Daumen und Zeigefinger, um Lose nachfüttern zu können Bei einem gespürten Biss, hebe ich die bis dahin waagerecht gehaltene Rute sanft in die Senkrechte. In 80% der Fälle hängt der Fisch dran und meist sitzt der Haken fest in der Unterlippe.
Ich lasse die Rute senkrecht stehen und ziehe den Fisch schnellstmöglich –fast immer von Hand- zu mir ran.
Die Elastizität der Rute in dieser Stellung und das Gefühl in meinen Fingern (besser wie das beste Bremssystem) erlauben mir den zügigsten und sichersten Drill, der nach meiner Ansicht möglich ist.
Geht der Fisch in die volle Strömung, versuche ich ihn –wie auch Maggov beschreibt- mit seitlich waagerechter Rutenhaltung zum Verlassen derselben zu zwingen. Wenn das gelungen ist, Rute wieder hoch und weiter wie oben beschrieben.
Ist der Fisch noch 3-4 Meter vor mir senke ich die Rute bei ausgestrecktem Arm nach vorne und halte die Schnur fest. Wenn ich dann die Rute zügig über die Senkrechte hinaus nach hinten führe, kommt der Fisch über die Oberfläche und schlittert fast von selbst in den bereitgehaltenen Kescher. (Den trage mittels Magnethalter und Gummizug auf dem Rücken und werfe ihn irgendwann während des Drills neben mich ins Wasser. Da bleibt er, wie der Hund an der Leine, bis dass er gebraucht wird.
Ich würde sagen, dass auf diese Art selten mal ein Fisch aussteigt. Gut 90% der Fische, die ich hake, lande ich auch.
Das sind natürlich nur die Grundzüge der von mir bevorzugten Art zu drillen. Manchmal muss man der Situation entsprechend intuitiv anders reagieren.
Wenn ich oben schrieb, dass ich hauptsächlich Portionssalmoniden fange, so wende ich diese Taktik auch an, wenn es mal was anders, was größeres ist. Beispielsweise Anfang Juni in Norwegen bei einem 85 cm langem Hecht, den ich auf diese Weise in ganz kurzer Zeit im Kescher hatte. Aber wie erwähnt, mit den ganz Großen habe ich wenig Erfahrung.
Peter S., Köln

Ungelesener Beitrag von Peter S., Köln »

Hallo Markus,
weder noch, sondern zu Hause kurz vor der Kühltruhe, so halten sie sich am längsten frisch.:D :D :D
Benutzeravatar
Karl
Beiträge: 976
Registriert: 28.09.2006, 12:23
Wohnort: Franken
Danksagung erhalten: 4 Mal

Ungelesener Beitrag von Karl »

Hallo,
und wann kommt bei Euch der Priest zum Einsatz?
VOR oder NACH dem Fotografieren?
TL Markus

weder noch, ich verspeis die sofort an Ort und Stelle, der neue Trend aus Japan: SUSHI LVE :lecker:
Gruß Karl

@Gebhard: Nicht zu fein fischen und häufiger die Richtung wechseln. Zum Kescher, hab ich zwar aber wenn du nen Fisch kescherst mußt du ihn auch aus dem Wasser nehmen, um ihm den Haken zu entfernen. Ich weiß nicht, ob das fischschonend ist. Ich versuch den Fisch garnicht zu berühren, sondern den Haken im Wasser zu lösen, will ich einen entnehmen dann ist keschern angesagt. Gruß Karl
Maggov
Moderator
Beiträge: 5549
Registriert: 28.09.2006, 14:21
Wohnort: München
Hat sich bedankt: 308 Mal
Danksagung erhalten: 401 Mal

Ungelesener Beitrag von Maggov »

Original geschrieben von dreampike
Hallo Gebhard,

die Verwendung eines /Schon-) Keschers verkürzt den Drill gerade bei größeren Fischen und in stärkerer Strömung erheblich. Ich habe es oft erlebt dass die Leute einen Fisch dranhaben und ihn eigentlich schon keschern könnten, aber zur Handlandung war er noch nicht "reif" oder die Strömung war zu stark und er machte immer wieder erneute Fluchten (der Fisch!). Und da die Fische ja nicht lammfromm in der Hand ruhen, wird dann gequetscht und gedrückt und... Ich verstehe nicht, wie man Handlandung -von kleinen Fischen unter 35cm mal abgesehen- ernsthaft als schonender darstellen kann, worin liegt denn die Begründung? Ich verstehe, dass es manchmal unbequem ist einen Kescher mitzunehmen, der muss dann auch wieder ausgewaschen werden usw...
Wolfgang
Hallo Wolfgang,

wenn ein Fisch noch nicht reif ist für die Handlandung sind, dann kann man sie auch ruhig vor dem Körper "austanzen" lassen. Wenn man dabei die Rute etwas höher hält kann der Fisch hinschwimmen wohin er will - also auch im Kreis um einen rum - bis er "kippt". Wenn man die Handlandung richtig ausübt, so zumindest meine Erfahrung, nämlich ohne Zug auf der Schnur und ohne Druck, dann zappelt auch nix.

Ich kescher nur Fische die ich anschließend töte. I.d.R hake ich Fische im Wasser ab ohne sie anzufassen (Körperhaltung analog zur Handlandung, mit der Hand am Vorfach entlang gehen (aber vorsichtig und ohne Zug), dann den Haken greifen und abhaken). Ich bin davon überzeugt, dass Strömungsdruck und der Kontakt mit dem Netz mehr Belastung für den Fisch darstellt als eine Handlandung im zweiten oder dritten Anlauf... vorrausgesetzt die Hand ist davor im wasser gewesen...

Die handlandung kommt bei mir dann zum Einsatz, wenn der Haken relativ tief sitzt (ich aslo nicht im Wasser Abhaken kann) oder ein Foto gemacht werden soll. Bei Fotos gebe ich einem Kollegen die Kamera, "lande" den Fisch, hebe ihn hoch - *klick*, *klick* - und zurück ins Wasser. Der Fisch ist dann ca. 10-30 sec. aus dem Wasser... Fische die ich mitnehme, werden zuerst getötet (also Priest + Kehlschnitt) und anschließend fotografiert... kann sein, dass dann etwas Blut zu sehen ist aber so weiß ich, dass der Fisch meinen Voyeurismus nicht mitbekommt ;) ...

Gruss

Maggov
Antworten