Midgefrust

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Graylinglover

Midgefrust

Ungelesener Beitrag von Graylinglover »

Hallo!

Ich habe diese Jahr an meinem Lieblingsfluss im schönen Yorkshire eine echte Lehrstunde in Selektivität von Bachforellen nehmen müssen. :( Die Fische waren Anfang September ganz extrem auf kleinste Zuckmücken fixiert. Diese trieben massenhaft den Fluss hinunter und hatten gerademal eine Körperlänge von 3 mm. Ich hatte sogar ein kleinen schwarzes Etwas dabei, aber ich konnte die vielen Bisse trotz kürzen der Hackles nur in wenigen Fällen umsetzen. Nicht von den zwei schönen Fischen zu sprechen, die mir kurz vorm Keschen abgekommen sind ...
Jetzt meine Frage: Wie sind Eure Erfahrungen? Ich habe mit 14er Vorfach gefischt. War dies immer noch zu dick? Ich vermute, dass die Fische bei diesen Winzlingen nur einen minimalen Sog ausüben und der Widerstand der Schnur zu groß ist. Weder sofort anschlagen, noch warten brachten den erhofften Erfolg.
Für Ratschläge bzw. Erfahrungen wäre ich sehr dankbar :hampel:

Robert
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Salty
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Ungelesener Beitrag von Salty »

Moinsinger

'Hatte letztes Wochenende ein ähnliches Problem. Unter einem Baum stand eine Äsche, die immer wieder von der Oberfläche nahm. Da ich eine Goldkopf drauf hatte, um eine ca. 15 m weiter stehende Bafo anzuwerfen, habe ich erstmal die Nymphe an der Äsche vorbeigestrippt. Das klappt eigentlich immer, diesmal nicht. Also auf trocken umgestiegen, 18er Vorfach. 18er normalerweise viel zu feist, aber dieses konisch gezogene eines italienischen Herstellers wirkt auf mich dünner, gefühltes '15er'. Na jedenfalls wars unterm Baum schwierig zu werfen, habs aber irgendwie doch hinbekommen. Die Äsche hat die kleine Trockene 7-8 mal genommen, aber trotz sofortigem oder verzögertem Anhieb hatte ich sie keinmal auf dem Haken. Dann habe ich das Vorfach gekappt, Pitzi und 12er Fluorcarbon-Spitze drauf und im Folgewurf bei ganz normalen Anhieb hatte ich sie dran. Schöne 30er, die jetzt wieder an der gleichen stellen steht und nimmt.

Nur mal so ...


PS.: Zum Thema 'was der Fisch sieht': Ich stand mit der Äsche auf gleicher Höhe, von hinten gings nicht, weil Geäst und Fluß zu tief. Abstand zum Fisch ca. 5 m.
Zuletzt geändert von Salty am 30.09.2005, 15:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Jens2001
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Ungelesener Beitrag von Jens2001 »

@Robert @Salty.......

kann das Erlebnis von Salty nur bestätigen......

ich habe hier teilweise auch sehr sehr vorsichtige Äschen.....
wenn ich so eine Situation habe und normal unterwegs bin, die steigen am laufende nach der kleinen Fliege am 0,14-0,12 er aber sie hängen eben nicht!!!!
Habe das mal ausgetestet....... mit meiner SPL#0 und so ein zartes Rütchen brauchts dann auch......
also runter auf 0,10 Flurocarb. -> etwas besser
weiter runter auf 0,08 Flurocar. -> wesentlich besser
0,08 Flurocarb. regelmäßig alle par würfe mit einem Sinkmittel behandelt -> perfekt, man kann diese Biester dann regelrecht auf Ansage fangen......
Der Abstand zum Fisch und die Position (bei Äschen) spielt dabei eigentlich keine Rolle......

LG Jens
also Vorfachspitze Florocarbon
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sedge111
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Ungelesener Beitrag von sedge111 »

Hallo Jens,

ich will Dir wirklich nicht zunahetreten, aber 0-er Rute, 0,08-er Vorfach....

Kann man da noch einen Drill einer zB. 40er Äsche waidgerecht kurz halten?

Oder täusche ich mich da, ich fische selbst keine so leichten Ruten.

Grüße!

Tom
Jens2001
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Ungelesener Beitrag von Jens2001 »

@ sedge111

ja!!!! man kann!!!
dazu muß ich aber noch ergänzen, daß ich mit dem ultraleichtem Gerät nicht in der Saale fische sondern in einem kleineren Nebenfluß mit teilweise niedrigem Wasserstang und einer normalen zu erwartenden maximalgröße Äsche 33-34 cm Forelle 37-38 cm natürlich sind vereinzelt auch größere Fische möglich aber eher die Ausnahme......

bevor ich mit dem ultra light angefangen habe, war ich selber skeptisch.....
so leicht das Rütchen auch ist, es hat noch ordentlich Rückrad......
aber es federt eben auch die Schläge ab, die sonst zum Bruch der Schnur führen würde......

LG Jens
Zuletzt geändert von Jens2001 am 30.09.2005, 18:43, insgesamt 1-mal geändert.
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Matthias M.
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Ungelesener Beitrag von Matthias M. »

Hallo Robert,

bei der feinen Äschenfischerei mit kleinen Midges verwende ich auch sehr feine Vorfächer (wie Jens), in Ausnahmefällen bis 0,08 mm. Was ich jedoch wichtig finde, dass man nicht zu steifes Vorfachmaterial verwendet. In meinen Augen hat sich hier das alte Vorfachmaterial "Stroft Super" sehr gut bewährt (leider ist es nur noch selten im Fachhandel anzutreffen).

Des Weiteren erhöht sich die Hakchance bei sehr kleinen Midges, wenn man den Anhieb einen Bruchteil einer Sekunde verzögert (meist hängt dann die Midge perfekt in der Oberlippe der Äsche).

Gruß Matthias
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Ungelesener Beitrag von Jens2001 »

Hallo Mathias,

wenn ich super fein auf Äsche fische.......
stelle ich recht oft fest, dass die Äschen die Midges richtig weit im Mundraum sitzen hat.... bei stärkerem Vorfach sitzen die Haken hingegen oft sehr spitz und schlitzen im Drill häufig aus.......
mein Material ist übrigens ein Flurocarbon aus den Staaten und es ist nicht so steif wie Riverge........

LG Jens
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Matthias M.
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Ungelesener Beitrag von Matthias M. »

Hallo Jens,

Wie heißt denn das Material? Gibt es Bezugsquellen in Deutschland?

Das Stroft Super habe ich vor einiger Zeit als Restposten, sehr günstig erworben.
Die Materialien wie Stroft ABR und Riverge Flurocabon finde ich auch zusteif und sind in meinen Augen für die Midge-Fischerei nur bedingt geeignet.

Gruß Matthias
Jens2001
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Ungelesener Beitrag von Jens2001 »

Hallo Mathias,

also das Zeug heißt Fluorocarbon "Deceiver Tippet" -> "Betrüger Vorfach" in der Stärke 7x-.004in und 8x-.00315in made in Japan...... hat in 8x eine angegebene Tragkraft von 2LB
habe ich aus den USA und hier noch nirgens gefunden auch leider nicht bei den US-Versendern....... Aber das Zeug ist einfach super!!!!!

LG Jens

P.S. habe gerade noch mal geschaut inzwischen hat Cabelas das Zeug allerdings nur bis 7x 0,10mm
hier mal der Link Cabelas
Zuletzt geändert von Jens2001 am 01.10.2005, 12:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Matthias M.
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Ungelesener Beitrag von Matthias M. »

Hallo Jens,

vielen Dank für die Antwort.

Gruß Matthias
Äschenjäger
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Ungelesener Beitrag von Äschenjäger »

Ich hätte da eine Idee, den ich glaube das die Fische nie richtig "dran" waren weil der kleine Haken einfach nicht fasst. Nim einen Trockenfliegenhaken#14 - #16 ( der muss aber wirklich dünnträtik sein! ) und binde darauf deine kleinen Larven. Baue sie geziehlt sehr klein aufden Haken, so das viel vom Haken frei steht.

Am Gerät würde ich nichts ändern.

gruß und viel Spaß beim Binden, Fischen und Fangen,
Marius
Graylinglover

Ungelesener Beitrag von Graylinglover »

Vielen Dank für Eure Antworten!

Ich werde trotzdem nicht unter 0,12 Vorfach fischen (aus Prinzip, wenn ich nicht genau weiss, dass alle Fische kleiner 25 cm sind. Und wann hofft man das schon ;) ), aber diese Entscheidung möchte ich wirklich jedem selbst überlassen.
Dafür werde ich am Bindestock doch noch so einige Minis produzieren. Ein Forumsmitglied war so nett mir ein paar Vorlagen per Snailmail zukommen zu lassen. Weitere Vorlagen findet man z.B. in einem Artikel von Günter Fröhlich im Fliegenfischer Heft 156.

Euch allen tight lines und dicke Fische

Robert
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