Wassertemperatur

Hier gehts rund um den Fisch. Besonderheiten, spezielle Techniken und Köderwahl auf unterschiedliche Fischarten, u.s.w.

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el-forello
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Wassertemperatur

Beitrag von el-forello »

Hallo Freunde,
ich lese mit Begeisterung, wie ihr mit welcher Fliege und aus welchem Grund am liebsten fischt. Die Auswahl der Fliegen wird aber meistens nach Grundsätzen wie " die Lieblingsfliege" oder das Standartmuster für die Jahreszeit getroffen.
Meine Frau, sucht immer nach dem Schema aus, was schön ist fängt und fängt damit unglaublich, manchmal schon unangenehm gut.
Meine Frage zielt darauf ab, wer von euch die Wassertemperatur beobachtet und sie in der Auswahl seiner Fliegen berücksichtigt.
Was habt ihr zum Beispiel bei Temperaturen von < 5° für Erfahrungen und wie sieht es aus bei Temp. von 10° - 14°. Noch weiter gefragt > 14° im Sommer und dann sinkend im Herbst auf <5°.

Laßt mal hören wie weit ihr das berücksichtigt !

Peter
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Äschenjäger
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Beitrag von Äschenjäger »

Hallo Peter,

ich beurteile weniger nach der Wassertemperatur, was nicht heißt das ich
z. B im Winter mit Maifliegen fische ;)

Zu erst schau ich mal ob was rum fliegt, wenn nicht angle ich mit dem was rumfliegen "könnte" Eine Sedge ist sehr universell, und fängt gut. Oder man angelt gleich mir´ner Nymphe ;)

Der Friedmann hat mir mal folgendes gesagt: eine Fliege muss zu erst dir gefallen, denn eine Fliege die dir nicht gefällt, mit der macht es keinen Spaß zu fischen.

Nach diesem "Motto" hab ich schon vom Anfang an gefischt.


Gruß,
Marius
Maggov
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Beitrag von Maggov »

Hallo Peter,

ich bin mal sehr gespannt was die Leute hierzu schreiben. Ich habe mir schon oft überlegt ein Thermometer zuzulegen und das mal ein wenig mit zu verfolgen. War mir dann allerdings immer etwas zu übertrieben. Ich weiß, dass Lachsangler sehr viel mit der Temperatur arbeiten, aber ich habe noch nie einen Forellenfischer Temperatur messen gesehen.

Ich denke die uralte Floskel "je kälter umso kleiner" kennst Du auch. Ich habe mich mehr oder weniger daran gehalten. Weiterhin ist es naheliegend, dass bestimmte Muster (z.B. Hopper oder Ameisen im Spätherbst) zu bestimmten Jahreszeiten sicher etwas ungewöhnich sind.

Ich habe weiterhin das Gefühl, dass je kälter das Wasser ist desto weniger sind Fische bereit grosse "Umwege" für einen Happen zu machen. Die Präsentation scheint somit bei kaltem Wasser wichtiger zu sein als das Muster. Weiterhin müsste man m.M. nach auch zwischen schnellem und langsamen Wasser unterscheiden, da in schnellen Gebirgsflüssen Muster und Grösse eher relativ sind (Fisch hat weniger Zeit abzuwägen).

Wie gesagt, bin gespannt was noch so kommt!

Viele Grüsse und T.L.

Markus
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pehers
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Beitrag von pehers »

Servus Peter!

Als Pragmatiker halte ich es wie Markus, habe allerdings noch eine zweite Regel: Je kälter desto tiefer. Bei sehr tiefen Temperaturen rechne ich nicht mit einem Schlupf oder steigenden Fischen! Da lege ich meine erst eher junge und inkonsequente Abneigung gegen Nymphen ab.

Zu Marius oder Deiner Frau noch eines: Ich glaube das liegt daran, dass eine Fliege nur am Wasser fängt, plagen einen Selbstzweifel, beginnt man ohne Konzept zu wechseln, dann geht das nicht gut, man fischt einfach nicht! Gefällt einem die Fliege, hat man Vertrauen - aus welchem Grund auch immer - dann wird man auch Erfolg haben!

Beste Grüße,
Hans
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Jens2001
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Beitrag von Jens2001 »

das Fliegenmuster ist schon wichtig, wird aber oft vollkommen überschätzt!!!!
Wichtig ist, das die Größe stimmt und die Lage im Oberflächenfilm (bei selektiven Fischen) ansonsten ist die anbiete Tiefe und das Verhalten der vermeintlichen Beute von großer Bedeutung.......

LG Jens
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rikus
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Beitrag von rikus »

Hallo,
in meinem Hausgewässer habe ich eine Zeit die Temperatur gemessen und mußte feststellen, dass diese während der Saison erstaunlich konstant war, 10 - 12 C.
Ich benutzte so ein Autothermometer mit Außenfühler, diesen an der Rutenspitze befestigt, so konnte ich in verschiedenen Tiefen messen.
Die Fliegen wählte ich also nicht gemäß der Wassertemperatur, sondern dannach was "flog" und schlüpfte.
TL, Rikus
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Beitrag von Maggov »

Servus Hans,

interessaner Aspekt den Du da einbringst mit der hübschen Fliege... man könnte noch hinzufügen, dass man bei "Lieblingsfliegen" mehr darauf achtet, dass diese Fische und nicht Bäume oder andere Dinge fangen ;).

@Rikus: Ebenfalls interessant. Ich habe im Dezember bei einem Eibesatz auch nicht schlecht gestaunt, als das Wasser in einem Gebirgsfluss bei Schneetreiben und Eiseskälte noch 9-10 Grad hatte. Ich bin mir jedoch sicher, dass z.B. Schneeschmelze die Temperatur deutlich senken könnte - da fischt man aber meistens nicht ;)


Viele Grüsse

Markus
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Beitrag von el-forello »

Hallo Freunde,
ich habe dieses Thema gewählt, weil ich eher zufällig, Beobachtungen im Bezug zur Temp. gemacht habe. Nun würde mich interessieren, ob noch einer oder besser mehrere, ähnliche Erfahrungen haben. Ich messe seit 5 Jahren die Wassertemperatur jede Woche an der gleichen Stelle. Ist mal entstanden, weil ich das Laichverhalten der Forellen genauer beobachten wollte.
Aber fangen wir im Frühjahr und bei Temp. < 6° an. Ist momentan ja auch angesagt. Das Motto ist ganz einfach. " Am Grund geht`s rund !!! " Die besten Ergebnisse, hat ein schwerer Wholly Bugger auf 8er Haken, buschig gebunden und langsam mit kleinen Ruckern geführt gebracht.
Denke das es daran liegt, daß die Fische bei den kleinen Happen zuviel Energie im Verhältniss zum Kaloriengewinn verbrauchen. Oder ganz simpel -die Bilanz kommt durcheinander. Also wird der Fisch immer den Köder bevorzugen, der viel Kaloriengewinn bei geringem Energieverlust verspricht .
Ich gebe ja Hans auch recht - nicht gerade die feine Art - aber fängig !

Jetzt seid ihr wieder dran - Gruß
Peter
Zuletzt geändert von el-forello am 09.03.2006, 00:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von el-forello »

Wenn keiner will - dann doch selber !

ich möchte die Temperaturspanne von 8° - 14° auslassen, da hier eigentlich alles möglich ist.
Interessant wird`s ab 14° und mehr. Heir zeigen die Fisch plötzlich ein Verhalten, daß schon als Unlust bezeichnet werden kann. Zu fangen eigentlich nur in den späten Abendstunden und nur trocken. Das die Kameraden wegen der hohen Temp. an sauerstoffreiche Stellen stehen usw. ist klar. Aber weshalb reißt das Freßverhalten plötzlich ab. Nicht das sie nicht fressen - es wird nur seeeeehr vorsichtig .
Vielleicht kann Hans was dazu schreiben, da in einem anderen Thread berichtet wird, daß der Auslauf des Attersees bis zu 20° warm wird.

Gruß
Peter
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pehers
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Beitrag von pehers »

Servus Peter!

Meine Erfahrung ist nicht, dass die Fische nur sehr vorsichtig werden, sondern gar nichts mehr fressen! In den Sommermonaten an der Ager sind meist nur die späten Abendstunden und ganz frühen Morgenstunden erfolgversprechend - ansonsten kann man an den Attersee baden fahren!

Ausnahmen sind höchstens Rauschen und Stellen, wo kühles Grundwasser aufkommt. Denn siehe Seeforellenthread - da haben wir dann eine negative Energiebilanz, die Fische werden inaktiv, liegen in dunklen Winkeln des Gewässers und kommen nur in den kühleren Abenstunden, ja oft sogar erst bei vollkommener Dunkelheit ins freie Wasser, um zu jagen!

Beste Grüße,
Hans
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Beitrag von el-forello »

Hallo Hans,
jetzt wird`s mal wieder richtig interessant. Denn wie im Seerforellenthread wunderschön, nach Elliot dargestellt, liegen die optimalen Temp.-Zonen in etwa da, wie ich`s für mich selbst festgestellt habe.
Die Temperatur, spielt also eine erheblich größere Rolle, als vielleicht von manchem gedacht. So auch die Wahl der Fliegen in den schwierigen Bereichen nach unten und oben. Bei Temperaturen um die 16°, die bei uns nur sehr kurzeitig erreicht werden, stelle ich übrigens die Fischerei ein.
Derzeit übrigens 2,2° Wassertemperatur und Schneehöhe am Ufer ca 110 - 120cm.

Gruß
Peter
Zuletzt geändert von el-forello am 13.03.2006, 21:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von pehers »

Servus Peter!

Bezugnehmend auf zwei Deiner Postings (dieses und das letzte aus dem Seeforellen Thread):

Einerseits ist zu sagen, dass es wohl konsequent wäre, so wie Du vorzugehen, nur ich schaffe das halt einfach nicht, denn die Tage, an denen ich zum fischen komme, sind ohnehin schon rar, wenn ich dann noch auf optmale Bedingungen warte, dann bin ich zwei Tage pro Jahr fischen:

Im Frühjahr passen die Wassertemperaturen, im Sommer der Wasserstand und wie heuer liegt ab November Schnee, da bliebe eigentlich nur mehr der Herbst! Das hielte ich bei aller Liebe nicht aus!!!

Zum Drill: Ich bin sowieso der Meinung, dass man den Drill so schnell wie möglich führen sollte, das Vorfach und das ganze Equipment so groß wie gerade noch möglich dimensionieren sollte, dann kann man die Drillzeit minimieren. Dann auch beim nicht ganz ausgedrillten Fisch einfach den Haken lösen, ohne ihn aus dem Wasser zu heben - und ab geht's!

Vor allem sollte man sich zurückhalten, wenn es um Äschen geht: Ich versuche im Sommer zB klassische Äschenstellen zu meiden oder fische gezogene Fliegen, dann geht eine Äsche sowieso nicht drauf - denn Äschen verenden tatsächlich meistens nach einem längeren Drill bei hohen Wassertemperaturen.

Beste Grüße,
Hans

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salmosalar
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Beitrag von salmosalar »

... fische gezogene Fliegen, dann geht eine Äsche sowieso nicht drauf ...


Ähhh Hans, bist Du Dir da ganz sicher?

Fragt Salmi (der sehr viel Äschen aber genau so fängt)
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Frank.
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Beitrag von Frank. »

Original geschrieben von salmosalar


Ähhh Hans, bist Du Dir da ganz sicher?

Fragt Salmi (der sehr viel Äschen aber genau so fängt)
Geht mir auch so! Und von meinen Besuchen an der Möhne weiß ich, dass ich da nicht der einzige bin. Aber bei Äschen habe ich ohnehin den Eindruck, dass ihr Verhalten in verschiedenen Gewässern sehr stark variiert - was hier funktioniert, geht dort gar nicht. Und umgekehrt.

Zu den Tagen mit sehr hoher Wasser- und Lufttemperatur: Dabei spielen sicher auch Wind und Luftdruck eine Rolle. An windigen Tagen kann man mancherorts sogar dann gut fangen, wenn der Fluß Badewannentemperatur hat, jedenfalls in den überschatteten Bereichen in Ufernähe. Außerdem kann es sich auch dann lohnen, sehr tief zu fischen, in den Bereichen mit mehr als ca. 1,50 m Wassertiefe, wo sich die Schwankungen der Tagestemperatur relativ wenig auswirken.

Je kälter, desto tiefer: Das scheint überall zu gelten. Aber meine Erfahrungen sind auch an sehr kalten Tagen so, dass fette Happen besser als kleine Fliegen genommen werden; in der Tat zwingt die Energiebilanz ja die Fische dazu, sich ökonomisch zu bewegen. Eine sehr kleine Beute wird nur dann angenommen, wenn sie ganz exakt präsentiert wird; für eine kapitale Nymphe lohnen sich auch ein paar Flossenschläge.

Eines scheint mir doch aber für sehr viele von uns zu gelten: Vom Wetter lasse ich mich auf gar keinen Fall von einem Tag am Wasser abhalten; dazu sind die paar freien Tage wirklich zu kostbar. Ein Tag am Wasser mit der Rute kann bei mir auch dann ein babyhaft glückliches Lächeln auslösen, wenn aber auch gar nichts beißt. Dann schau ich mir halt die Landschaft an und übe mich im Werfen.

Euer Frank (und wenn für den 1. April eine Tsunami angekündigt wird - da gehe ich trotzdem ans Wasser ....)
Das sind Deine Beobachtungen, mein Lieber, andere haben andere Beobachtungen gemacht.
Franz Kafka
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pehers
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Beitrag von pehers »

Servus Frank und Salmi!

Das überrascht mich jetzt sehr! Ich habe noch nie in meinem ganzen Leben eine Äsche auf eine gezogene Trockenfliege (ich sehe gerade, trocken habe ich im obreren Posting vergessen) gefangen, wirklich nie!

In diesem Sinne muß ich fragen: Bezog sich Euer Statement auch auf Nymphen und Nassfliegen, weil ich insofern unpräzise war, oder steigen bei Euch daheim Äschen tatsächlich auf Skating Caddis???

Besten Dank für die Aufklärung,
Hans
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