Großhuchen aus dem Inn

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henkiboy
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Großhuchen aus dem Inn

Beitrag von henkiboy »

Hallo Leuts!
Heute ist mir bald die Spucke weggeblieben! Da habe ich doch glatt erfahren das ein "spinnender" Angelkollege (Wortspiel und keine Beleidigung) den Fang eines Huchens von 135 Zentimeter Länge und 54 Pfund Gewicht gemeldet hat (näheres dazu unter "Aktuelles" auf meiner bescheidenen Homepage)! Da in der veröffentlichten Fangmeldung auch der Mageninhalt des Tieres aufgeführt worden ist, liegt die Vermutung nahe das man das Tier abgeschlagen und einer (hoffentlich) sinnvollen Verwertung zugeführt hat. Also mir persönlich rollen sich da die Zehennägel auf! Ein so großes und altes Tier zwecks Gaumenschmaus oder Präparation zu opfern halte ich nicht gerade für sinnvoll! Der Fisch war als Stamm-/Laichfisch für sein Heimatgewässer sicher von unvorstellbarem Wert!
Wie denkt ihr darüber? Oder stehe ich mit meiner Meinung alleine da?
Wünsche noch einen schönen (hoffentlich) Brückentag!

Allezeit Petri Heil und tight lines
Detlef
Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat sich selbst zu beherrschen !
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Axel
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Beitrag von Axel »

Hallo Detlef,

habe auch von dem kapitalen Huchen gelesen, dieser ist sicherlich beim
Präparator gelandet...mag man darüber denken was man will (mein
Ding wärs auch nicht).
Aber wie der Margeninhalt des Huchens zeigt saugt ein solcher Fisch
Mengen v. Forellen, Äschen usw. auf, die sicher auch gerne mal
abgelaicht hätten... . In vielen Gewässern werden ja auch die
grossen "Raubforellen" kurzgehalten, um dem Nachwuchs ne Chance
zu lassen.
Also ich bin mir sicher, der Inn + Nebengewässern halten noch einige
weitere schöne Huchen bereit, die nicht in der Pfanne oder an der Wand
landen werden.

Grüsse Axel
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Heinz
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Beitrag von Heinz »

Hallo,

so leid einem der schöne Fisch auch tun mag, biologisch gesehen, gehört er sicher entnommen. Er hat seinen Zenit schon weit überschritten und hätte wahrscheinlich nicht mehr lange zu leben gehabt. Was mir viel weniger gefällt, ist wenn wildlebende Huchen im besten Alter entnommen
werden und auf Dauer in einen Teich umgesetzt werden, um dort zur Laichgewinnung für Jahre zu dienen. Noch dazu geht das meist nicht gut, weil die Fische oft eingehen. Übrigens-auch das Zurücksetzen von Äschen
mit mehr als ca. 55 cm ist unsinnig, diese Fische werden höchstens ca. 7 bis 8 Jahre und haben mit dieser Länge auch nicht mehr lange zu leben.

Grüsse von
Heinz, der ein starker Anhänger von selective harvest ist.
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Mario Mende / Sachsen
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Beitrag von Mario Mende / Sachsen »

Hallo Helge,
wie alt wird der Kollege wohl gewesen sein?
Der Drill war ganz sicher lang und vielleicht war hucho hucho danach auch etwas "säuerlich".

Ich bin als Angler der Meinung: Ein Erntefisch!

Hier hätte ich gern mal Leo`s Meinung gehört!
Vergräme den Kormoran, nicht den Fisch!

Mario
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henkiboy
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Beitrag von henkiboy »

Hallo!
Hmmmmm.......ich vermag nicht zu sagen ob dem angesprochenen Huchen noch ein langes Leben gegönnt gewesen wäre.......allerdings meine ich zu wissen das der Ertrag eines Salmoniden (Eizahl) vom Körpergewicht abhängig ist. Und bei dieser enormen Größe gehe ich von einem Rogner aus. Wie der Bericht zeigt scheint sich das Tier an Forellen gelabt zu haben........soll er doch! Ich glaube die Forellenpopulation im Inn konnte das eher verkraften wie die Äschenpopulation den Kormoran!
Natürlich akzeptier ich eure Meinungen.........auch wenn ich bisher anscheinend mit meiner alleine da stehe :cry: !Bin mal gespannt wie sich das Thema weiterentwickelt!

Gruß
Detlef
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Huchenhunter
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Beitrag von Huchenhunter »

Hallo Detlef,
ich muß dir da leider eine wenig widersprechen und Heinz Recht geben. Ein Fisch von solcher Größe und wahrscheinlich auch hohem Alter ist für die Laichproduktion nicht mehr so wertvoll, wie z.B. ein 110 cm Huchen es wäre. es ist wie bei den menschen: ein Jüngling von 18 lenzen steht noch "voll im saft" (Redensart in Österreich). Die Qualität der Laichprodukt ist bei alten Fischen nicht mit der von jüngeren Exemplaren vergleichbar. Bei alten Fischen kommt es auch zu keiner Gewichts- oder Längenzunahme. Der Fisch verliert ab einem gewissen Alter an Gewicht, obwohl er noch viel frisst.

Obwohl ich alle meine Huchen wieder zurücksetze, kann ich dem Fänger objetiv betrachtet keinen Vorwurf machen. Der fisch hat seine beste Zeit hinter sich. Würde vom Abschlagen eines 1 m oder 1,20 m Huchens die Rede sein wäre ich sicherlich dagegen!! aber wie groß und alt sollte dieser Huchen denn noch werden!?

Also für mich geht diese Entnahme absolut in Ordnung. Viellecht kann sich zu diesem thema ja auch noch ein studierter Fachmann äußern!?

Petri Niko

PS: rattensack, ich warte auf contra;)
Immer hart am Fisch!
Hartmut
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Beitrag von Hartmut »

@Huchenhunter, ich möchte rattensack nicht vorgreifen :lol:

Besonders interessant ist Seite 15, "die unterschätzte Bedeutung, großer/alter mehrfachlaichender Individuen"

Auf der HP von "adaptfish" findest Du noch mehr informative Untersuchungsergebnisse!

Nachtrag: Der Link führt nur auf die Startseite. Wähle "Präsentations" und die PDF - Seite "Wissenschaftliche Analyse zum Fangen und Zurücksetzen in der Angelfischerei"

Grüße

Hartmut
robert h
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Beitrag von robert h »

Hallo,

ich kenne jetzt die konkrete Situation am Fangplatz nicht. Allgemein ist aber anzumerken, dass der Inn in Deutschland durchgegehend mit Stauwerken zerstückelt ist. In den meisten Teilabschnitten finden die Salmoniden keine geeigneten Laichplätze mehr (fehlendes Geschiebe, Verfestigung des Kiesgrundes). Sowohl Forellen als auch Huchen stammen dort meist aus Besatz (ausser es gibt geeignete Zuflüsse).

Es ist völlig klar, dass sich der Huchen im Inn sehr stark von Salmoniden ernährt (Nasen und Barben sind selten weil Kieslaicher). Das ist den bewirtschaftenden Vereinen klar. Dieser Tribut wird dem König des Inns gerne gewährt.

Viele Grüße
Robert
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Mario Mende / Sachsen
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Beitrag von Mario Mende / Sachsen »

@ Niko

Setzt ihr Euren Huchenbeständen Brütlinge zu, oder reproduziert er sich gänzlich von selbst?

Ich habe vor einigen Jahren am Kochelseeauslauf gefischt (Loisach). Wurde als Gewässertipp in der letzten Flifi vorgestellt.

Dort ist die Loisach eigentlich über weite Strecken begradigt und etwa 100m unterhalb des Kochelsee befindet sich eine Straßenbrücke (unweit der Gemeinde Kochel am See).

Ich habe oberhalb im Pool erstaunlich viele Seeforellen (kleine 30 cm) gefangen und auch ein paar gute Rainbows. Nach ein paar Tagen kam ich mit ein paar Einheimischen ins Gespräch.

Die Angelzeiten waren blöd: Man durfte die goldenen Stunden nicht fischen.
Ein Einheimischer zeigte mir in der einsetzenden Dämmerung, wie Huchen jagen. Ich sah 2 Stück, die Seeforellen und auch andere Fische (vermute es waren Döbel) kamen wie "fliegende Fische" aus dem Wasser gespritzt.

Fisch war reichlich da und die Fischerei war gemessen an den billigen Kartenpreisen hervorragend. (auch ein Minihuchen von etwa 35 cm) Vielleicht hat man die Angelzeiten etwas freundlicher gestaltet.

Ich werde in Polen am San oder Dunajec im nächsten oder übernächsten Jahr angreifen. Ein guter Huchen fehlt noch im Fotoalbum. 8)
Vergräme den Kormoran, nicht den Fisch!

Mario
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Huchenhunter
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Beitrag von Huchenhunter »

hey Leute!

@mario
In unserem Gewässerabschnitt bestehen leider keine guten Laichbedingungen. Deshalb wird bei uns der Huchen stark besetzt. Es werden bei uns Huchen mit ca. 50 cm besetzt, da diese laut Vereinsleitung die größte Chance haben durchzukommen. der Meinung kann ich mich nicht anschließen, es wäre sicherlich sinnvoller Brütlinge oder max. einsömmrige Fische zu besetzen, da diese Fische, wenn sie es bis zum Laichen schaffen, optimal ans Gewässer angepasst sind und somit das beste Genmaterial weitergegeben wird.

Es wurden allerdings auch Junghuchen nachgewiesen, was für eine eingeschränkte Laichmöglichkeit steht. Sehr erfreulich, dass die Tiere doch noch den einen oder anderen Schotterfleck finden!

@Hartmut
Sicherlich würde sich eine selektive Entnahme von nur hochkapitalen Fsichen in einem kleineren Gewässer auswirken. Bei einem Großwasser wie dem Inn kann ich mir das allerdings nicht vorstellen! Außerdem hat sich dieser Fisch schon mehrmals fortgepflanzt, sein Genmaterial ist also sicherlich nicht verloren gegangen.

Für mich ist eine Fotoserie an der Wand immer noch viel schöner und ansprechnder als ein ausgestopfter Fisch! Deshalb werde ich auch weiterhin meine Huchen zurücksetzen. Allerdings müssen wir unser Hobby schon auch mit einer vernünftigen Begründung betreiben! Würde ich einen hochkapitalen Huchen fangen, dem man das Alter stark ansieht und das Kopf/Körper Verhältnis nicht mehr passt würde ich ihn vielleicht auch entnehmen.

Petri Niko
Immer hart am Fisch!
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Rattensack
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Beitrag von Rattensack »

Hallo Hartmut,

Danke für den interessanten Link! Was meinst du mit "Seite 15" ich kann das nicht finden - das Thema wär für mich aber hoch interessant!


Generell find ich's total OK, einen derart hoch kapitalen Fisch zu entnehmen. Das gegenständliche Exemplar sieht zwar noch nicht wie ein wirklich alter Fisch aus, aber - wie Niko so treffend formuliert hat - wie alt soll denn der noch werden?

Abgesehen davon denke ich nicht, dass in der Inn-Staukette bei Marktl eine nennenswerte natürliche Reproduktion stattfindet - es sei denn, im konkreten Stau gibts geeignete Zubringer? Wie schaut die Alz im Unterlauf aus?

Aus fischökologischen bzw. populationsdynamischen/-genetischen Überlegungen gibt's aus meiner Sicht nichts dagegen einzuwenden.

Aus Sicht der "fischereilichen Fairness": Die Wahrscheinlichkeit, dass der Huchen in den wahrscheinlich 2-3 Jahren, die ihm noch bleiben, ein zweites mal gefangen wird, schätz ich sehr gering ein.

In diesem Sinn Mahlzeit!

P.S. Wie Heinz bereits angedeutet hat: Die Entnahme von Wildfischen "im besten Alter (so um die 1-1,10 m) als Laichfische sehe ich sehr kritisch .. zumal der Markt für Besatzhuchen stark übersättigt ist und ein Gutteil in der Gastronomie landet.

P.S. 2: Ohne die Situation konkret zu kennen - in stromab in Ö. anschließenden Innstauen gibt's wohl noch ein paar Nasen, Barben, Brachsen etc. als Futterfische für Huchen. Deto in der unteren Salzach.
Hartmut
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Beitrag von Hartmut »

Hallo Niko,

Du schreibst
Außerdem hat sich dieser Fisch schon mehrmals fortgepflanzt, sein Genmaterial ist also sicherlich nicht verloren gegangen.
Siehe Fisch & Fang
Großfische haben bessere Laichqualität
Die klassische Fischereibiologie ging noch davon aus, dass der Laicherfolg neben dem immensen Einfluss zufälliger Umweltfaktoren (Temperatur, etc.) vor allem vom Gesamtgewicht („Biomasse“) des Fischbestandes abhängen würde, nicht aber vom jeweiligen Alter der Elterntiere. Wie man heute allerdings weiß, nimmt die Fruchtbarkeit der Fische mit dem Alter und der Größe exponentiell zu. Schon aufgrund ihres Volumens produzieren alte Laichfische weit mehr Eier als jüngere. Für viele Angelfische, zum Beispiel Hecht, Zander, Forelle, Barsch, wurde zudem nachgewiesen, dass auch die Qualität des Rogens mit der Größe des weiblichen Tieres zunimmt. Aus größeren Eiern schlüpfen größere Larven, die in der Regel bessere Überlebenschancen und manchmal auch größere Wachstumsraten besitzen.
Ich glaube, dass wir in unserer Bewirtschaftungspraxis einiges verändern müssen und die alten Zöpfe, wie sie von Stammtisch zu Stammtisch übernommen wurden, dringend abschneiden müssen!

@rattensack,

der von mir eingestellte Link weist leider nicht auf die PDF - Datei hin, sondern nur auf die Startseite. In meinem 1. Beitrag habe ich schon beschrieben, wie Du auf die angesprochene PDF - Datei kommst, dort Seite 15....

Eine weiter Seite über Zuchtforellen - die Evolution verändert sie sehr schnell

Mir stellt sich auch die Frage, können wir als Mensch in unserer Tierwelt gut und böse/schlecht differenzieren und Gut- und Schadfische auswählen?
Oder ist es naturgegeben, dass große Fische auch ihre eigene Brut für ihren Lebenserhalt fressen müssen?
Ein schwieriges Thema, besonder da wir als technisch orientierte Menschen immer in Investition und Ertrag denken.......

Grüße

Hartmut
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Heinz
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Beitrag von Heinz »

Hallo,

es stellt sich die grundsätzliche Frage, ob Fische, die sich in einem Gewässer nicht selbst reproduzieren können, in dieses eingesetzt werden sollen oder nicht. Es kann durchaus sein, dass sie sich darin halten und wachsen können, aber eben nicht reproduzieren. Da kann man geteilter Meinung darüber sein. Falls aber in solchen Gewässern derartige Fische trotzdem eingesetzt werden (nämlich sowieso Zuchtfische), spricht überhaupt nichts dagegen, sie nach entsprechenden Abwachsen zu entnehmen. Das eventuell stolze "da sind kapitale Huchen drin" (die nie eine Chance zur Fortpflanzung haben), das besonders gerne von Funktionären vorgebracht wird, hat nämlich dann keine Berechtigung.
Ist man aber gegen einen Besatz mit Fischen in Gewässern ohne Reproduktionsmöglichkeit für diese, dann wird die Fischerei sich nur mehr auf relativ wenige Gewässer beschränken können und das mit
verschiedensten Folgen.

Grüsse
Heinz
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dreampike
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Beitrag von dreampike »

Hallo Henkiboy,

ich kann Deinen Beitrag nicht ganz nachvollziehen und finde deine Entrüstung ziemlich anmaßend, es sei denn, du fängst regelmäßig Großhuchen in Vereinsgewässern. Zum einen ist es doch der Traum der meisten Fischer, einen solchen Wahnsinnsfisch zu erlegen. Bei allem Verständnis und Wohlwollen für C&R, wer den Fisch seines Lebens fängt, sollte ihn auch ungerügt erbeuten und sich daran erfreuen dürfen. Und Hand aufs Herz, wie hättest Du gehandelt, wenn du in der kalten Jahreszeit tage-, wochen- oder monatelang mit schwerem Gerät ohne einen Biß, aber mit vielen Hängern und Materialverlust fischst, vielleicht sogar den einen oder anderen Huchen releast, und dann hast du so einen Brummer dran??? Ich selber konnte erst einen Huchen wieder freilassen, der war mit 1,04m auch bei weitem nicht so groß. Aber ich respektiere die Entscheidung von jedem Huchenfischer, der einen solchen Fisch einer sinnvollen Verwertung zuführt.
Wolfgang
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Rattensack
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Beitrag von Rattensack »

Hallo Heinz,

stimme dir grundsätzlich zu, möchte aber ergänzen, dass die Sache leider oft komplizierter ist: Arten reproduzieren zwar eingeschränkt (bzw. werden bei Laichaktivitäten beobachtet), die natürliche Fortpflanzung reicht aber nicht mehr, um einen Bestand zu erhalten - genau dies ist an vielen Huchenstrecken der Fall. Der Übergang zwischen nicht selbsterhaltend und selbsterhaltend ist natürlich fließend .. wie so oft in der Natur ...

@Hartmut: sorry, hab schlecht gelesen

@Wolfgang: Was man tun darf, sollte aber doch damit zusammenhängen, was das Gewässer verträgt, und nicht wie sehr ein Fischer das Gefühl hat, er hätte die Entnahme verdient. Aber wir sind eh einer Meinung: Raus mit dem kapitalen Huchen - der Effekt für den Bestand ist sicher um ein vieles geringer, als würde man einen knapp maßigen töten!

Also: Entrüstung ja, aber an der richtigen Stelle!

Clemens
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