Fuer das Fischen in diesen Marschgebieten ist das Kayak ideal. Das Wasser ist zu flach fuer "richtige" Boote, bei Ebbe (die beste Zeit, auf Sicht zu fischen), kann man selbst mit dem Kayak steckenbleiben. Der Boden is tiefer Schlick, waten ist also unmoeglich.
Der Marsch im Sueden von Louisiana ist ein riesiges Gebiet mit direkter Verbindung zum Golf von Mexico, das durch die Gezeiten geflutet wird. Es besteht aus Millionen von Teichen und Kanaelen. Hier ist ein Youtube Video (nicht meins), bei dem man das Gebiet von der Luft aus sehen kann, man kann sich das dann besser Vorstellen.
http://www.youtube.com/watch?v=ndzKUIyFRoU
Im Marsch selber sieht es dann so aus:
Seht ihr die leichten Bugwellen auf dem Wasser, dort wo sich der Kanal leicht verjuengt? Ein sicheres Zeichen, dass Redfish dabei sind, den Boden nach Muscheln und Krabben abzusuchen. Das Wasser ist hier vielleicht 20cm tief.

Nun gilt es, sich absolut lautlos anzuschleichen. Wenn man hier auch nur die Angel im Kayak absetzt, hoeren die Fische das sofort und nichts geht mehr.
Wenn man's richtig macht, kann man dies sehen, eine Gruppe von Redfish beim aktiven Fressen. Das Wasser ist so flach, dass die Ruechen der Fische sichtbar sind. Danach muss man an manchen Tagen lange suchen:

Das ist das Schoene an dieser Art zu Angeln, es ist eine sehr aktive Vorgehensweise, man sucht die Fische, pirscht sich an, wie beim Jagen. Und es geht eigentlich nur mit der Fliegenrute. Ein Blinker oder Gummifisch in diese Gruppe geworfen wuerde die Fische sofort verscheuchen. Selbst mit der Fliegenrute muss man vorsichtig praesentieren. Am besten funktioniet es, die Fliege einen halben Meter oder so direkt vor einen Fisch zu setzen. Viele "Fliegen", die Koederfische oder Garnelen imitieren funktionieren sehr gut. Es gibt auch sehr aufwendige Krabbenfliegen oder aehnliches, aber meiner Erfahrung nach sind die Fische nicht so waehlerisch, die Praesentation und das lautlose anpirschen sind entscheidend. Ich benutze Clouser Minnows, Crazy Charlies, goldene Spoon Flies und Popper mit Marabouschwanz. Redfish lieben die Farbe Chartreuse (neongruen), obwohl nichts in ihrem natuerlichen Lebensraum diese Farbe hat. Ich koennte eigentlich in 99% aller Situationen mit einer Fliege auskommen, einer Clouser Minnow Groesse 2/0 mit weissem Bauch und chartreuse Ruecken.
Wenn alles klappt, gibt's dies zur Belohnung:

Dieser Fisch ist besonders schoen und etwas selten, normal ist nur ein Punkt auf der Schwanzflosse, Fische mit mehreren Punkten nennt man "Leopard Reds".
Man kann mit ein bisschen Erfahrung allein an Stoerungen der Wasseroberflaeche erkennen, welche Fischspezies gerade am Jagen ist.
Flundern schleichen sich an Koederfischschwaerme an und gehen dann sehr aggressive rein. Als Folge sieht man die Koederfische panisch aus dem Wasser springen, es sieht so aus, als on das Wasser sprudelt, waehrend vom Raubfisch selbst nichts zu sehen ist. Leider habe ich kein Bild gemacht. Man muss sehr schnell reagieren und hat keine Zeit, eine andere Fliege anzubinden. Ich hatte einen selbstgebastelten Popper dran, und siehe da, die Flunder verschmaeht im Jagdfieber auch einen Oberflaechenkoeder nicht:

War wieder ein schoener Ausflug in diese sich staendig veraendernde Welt, in der es von Leben nur so wimmelt.
Und morgen ist Grillabend mit diesen beiden, reicht locker fuer ein paar Nachbarn und Freunde:

Gruss, Hogy






