Hallo,
Da verschiedenste erdbewohnende Würmer, die wahrscheinlich vor allem durch die Höhlenbauten der Nagetiere am Ufer ins Wasser eingebracht werden, einen Teil der Nahrung der, von uns geliebten Fische darstellen, bin ich trotz des "schlechten Ansehens" der Wurmfliege auf diese gekommen um sie mal zu binden und auszuprobieren.
Die meisten Anleitungen die ich im Netz gefunden habe, waren entweder Zuckmückenlarven (ganz kleine rote Würmer) oder ganz einfache Chenille-Würmer:
Diese waren mir zum einen optisch zu wenig ansprechend, zu dünn und auch das "Spiel" des Chenille-Stranges erschien mir zu steif (das liegt vll. auch an dem mir zur Verfügung stehenden Material).
So bin ich, wie die meisten Fliegenbinder auch, daran gewesen die einfachen Anleitungen zu verbessern, und die Fliege so zu binden, dass sie meinen Vorstellungen eines durchschnittlichen Regenwurms/Rotwurms/Mistwurms besser entspricht.
Das Ergebnis war:
Ausführliche Bindeanleitung:
1.) 3 Chenillstränge an einer Seite mit Bindeseite zusammenbinden (dabei Versuchen einen Spitz zu formen)
2.) die 3 Stränge bis zur gewünschten Länge flechten (wie fest bestimmt die spätere Beweglichkeit)
3.) Die geflochtenen Stränge nochmals mit Bindegarn abbinden (wieder auf Spitz/Verwünnung am Ende achten) und dahinter abschneiden
4.) auf einen passenden Haken am Schenkel Kupferdraht mit farblich passender Bindeseide festbinden.
5.) den geflochtetnen Wurm mit ein paar Windungen der Seide überhalb des Hakenbogens fixieren.
6.) mit dem Kupferdraht an der fixierten Stelle den Wurmgürtel (bin mir nicht sicher ob sich die Verdickung wirklich so nennt) formen
7.) das Kupferdrahtende am Hakenschenkel mit Bindeseide sichern und abschneiden (die Bindeseide dabei bis kurz vor das Hakenöhr winden)
8.) die Chenillestränge nochmals kurz vor dem Hakenöhr anwinden (nur einige sparsame Windungen übereinander, um keine Verdünnung an der Stelle hineinzubekommen
9.) den Hakenschenkel vor dem Öhr etwas dicker anwinden, um den Wurm leicht zu knicken (biegen)
10.) Kopfknoten hinter dem Öhr machen und Seide abschneiden
11.) mit schwarzem Permanentmarker ein paar mal auf den Wurm drücken, um ihn eine unregelmäßigere Färbung zu geben.
Mein Resumée:
Gefangen haben beide - nicht besser oder schlechter als andere Nymphen.
Gut funktioniert hat vor allem folgende Technik: auswerfen - auf Grund sinken lassen - langsam an einem Fisch vorbeizupfen (Grundnah).
Aber was mir positiv aufgefallen ist: die Fliege lässt sich durch einfaches Festhalen des hinteren Ende des Wurms sehr einfach und schnell aus dem Fischmaul lösen (das hintere Ende des Wurms ist schnell mit zwei Fingern zu Erwischen ohne Angst haben zu müssen, dass man bei der nächsten Bewegung Fisches mitgehakt wird) - natürlich nur bei angedrücktem Widerhaken bzw. bei Verwendung von Schonhaken.
mfg NöFischer