Ruten Klasse 0

Alles rund um Stärken & Schwächen, Marken, Klassen, Aktionen u.s.w. der für unser Hobby unverzichtbaren "Gerten" und "Schnuraufwickler". Du hast allgemeine oder spezielle Fragen, gute oder schlechte Erfahrungen zu bestimmten Gerätschaften mitzuteilen? Hier ist Platz dafür und Du bekommst die Antworten, die Du suchst...

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mario.s
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Ruten Klasse 0

Ungelesener Beitrag von mario.s »

Hallo,

irgendwo hier im Forum las ich mal eine Diskussion über Ruten der Klasse 0 bis 00. Dabei habe ich mich gefragt, wozu braucht man denn eine derart leichte Rute? Meine leichteste Rute ist eine 8,6ft in Klasse 5. Diese ist bereits äußerst sensibel und verneigt sich schon ehrfürchtig vor einer halbpfündigen Forelle. Vor einiger Zeit hatte ich mir noch überlegt, mir eine 6füßige leichte Bachrute der Klasse 2 zu holen. Aber mehr der Länge wegen, für kleine Bäche eben. Das wäre dann aber auch schon das äußerste an Feinfühligkeit für mich. Rutenlängen und die dazugehörigen Schnurklassen orientieren sich doch im allgemeinen danach, wie sieht mein Gewässerprofil aus und welche Fischart bzw. Größe möchte ich befischen oder erwarte ich an den Haken zu bekommen. Ich lasse hier mal die speziellen Fälle wie Zweihandfischerei und schwere Sinkschnüre außer acht. Nun drängt sich mir die Frage auf, welche Zielfische sind denn für Ruten der Klassen 0-000 !!! gedacht? :roll: Da fallen mir doch spontan nur Lauben, handlange Rotaugen oder untermaßige Äschen ein. Mit den Lauben und Rotaugen könnte ich mich schon arangieren aber dann hört es m.e. schon auf. Der Trend zu leichterem Geschirr ist schon zu merken, da es einfach mehr Spaß macht wenn sich die Gerte schön biegt. :lol: Doch wird dadurch die Drillzeit nicht unnötig verlängert? Der Fisch mehr an seine Leistungsgrenze gebracht? Ich denke schon. Wo sollte die Grenze für eine vernunftbetonte Bachfischerei liegen? Wer braucht diese Ruten wirklich? Wer fischt damit und was sind eure Erfahrungen? Würde mich mal interessieren.
TL, Mario
Magallan

Ungelesener Beitrag von Magallan »

Hallo Mario

Du hast dir die Frage beinahe schon selbst beantwortet: wesentlich mehr "Action" Aber dieses feature mal beiseite, die leichten Ruten haben wesentlich mehr Rückrat als manch einer vermuten würde und verlängern einen Drill nicht Notwendigerweise.

Wenn es auch ein wenig Erfahrung bedarf sich an die etwas ungewohnte Aktion dieser Ruten zu gewöhnen.Natürlich drillst du damit keinen Fisch in der Kiloklasse in einem Gewässer mit entsprechendem Stömungsdruck.

Ich selbst fische eine 9 ft. # 4 auch für stärkere Fische. Aber letztendlich wie du schon schriebst, es ist der " Fun Factor" der einen zur Rutenklassen unter # 5
greifen lasst.

Gruss Heiko
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Fear No Fish
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Ungelesener Beitrag von Fear No Fish »

Moin Mario,
du beziehst dich jetzt nur auf die Schnurklassen 0-00 bzw. auf alle Ruten unter der Schnurklasse 5.
Persönlich habe ich auch mit einer 5 er Rute angefangen zu fischen und konnte mir auch nicht vorstellen mit etwas leichterem an den Bach zu laufen.

Allerdings bedarf es bei bestimmten Angeltechniken auch etwas leichteres Geschirr.

Doch wird dadurch die Drillzeit nicht unnötig verlängert?
Abhängig vom Strömungsdruck und selbst dann hängt es meiner Meinung nach eher mit deiner Vorfachspitze zusammen wie lange du drillen musst.

Ich nenne Dir mal als Beispiel das Czech Nymphing, dort fische ich ausschliesslich mit einer 2 er Rute bzw. 3 er Rute, die Art so zu fischen erfordert eine sehr feine Fischerei.

Mittlerweile fische ich ausschliesslich nur noch mit einer 2 er Rute 8,6 ft und einer 3 er Rute 10 ft. Ausser natürlich ich komme an ein grösseres Gewässer.

Zur Klasse 0-00, diese seh ich vorallem in sehr klaren und ruhig fliessenden Gewässern oder vielleicht auch an kleinen Seen, aber ingesamt eher unnütz.
Käme aber doch mal auf einen Versuch an. 8)
tight lines
Gruss Volker
laverda
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Ungelesener Beitrag von laverda »

Man vergesse nicht das Verhältnis Aktion/Länge der Rute.
Eine 5er in 2m am kleinen Bach wäre mir definitiv zu schwer.
Ergo 2-3
Ruten werfen Masse.........nicht Klasse
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Thomas E.
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Ungelesener Beitrag von Thomas E. »

Das Hauptproblem bei diesen sehr leichten Schnüren ist die geringe Schwimmfähigkeit, auffällig besonders im schnellerem turbulenten Wasser !

Persönlich finde ich viele Ruten in diesen Klassen für effektives Werfen zu weich geraten, oft haben sie eine zu durchgehende Aktion, die zielgenaues Anwerfen erschwert.
Außerdem wird so eine leichte Schnur dann bei leichtestem Wind abgelenkt.

Ich fische am Bach/Fluß auf Forelle/Äsche meist die Klasse 5, aber auch mal die 4.
Weiter runter bin ich nie gegangen, wenn auch das Werfen mit so leichten Gerät immer mal interessant ist und Spaß macht, wenn sich die Möglichkeit ergibt.

Sicherlich gibt es selten auch mal Situationen und Gewässer, wo ultraleichtes Gerät einen Vorteil bietet.
Gruß
Thomas Ellerbrock
Magallan

Ungelesener Beitrag von Magallan »

Hallo Volker

Selbstverständlich sind Vorfachstärken dem zu erwartenden Fisch anzupassen! Mit dieser Kombination schliesse zumindest ich einen zu langen Drill respektive Vorfachstärke aus.

Gruss Heiko
Maggov
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Ungelesener Beitrag von Maggov »

Hallo Volker,

ich schliesse mich Heiko an - wenn Du ein ausreichend starkes Vorfach benutzt dann dauert der Drill mit einer leichten Schnurklasse nicht länger als mit einer hohen Schnurklasse.

Die leichten Schnurklassen haben im Handteil genügend "Rückrat" um soviel Zug auszuüben dass Dein Arm zittert.

Mir ist letzten Herbst eine wirklich grosse Regenbogenforelle an die 3-er Gespliesste mit einer Rolle mit Klickerbremse gegangen als ich auf Äschen gefischt habe (das Vorfach fische ich prinziell etwas "kräftiger").
Ich war überrascht wie problemlos sich eigentlich der Fisch ausdrillen ließ.

LG

Markus
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Ungelesener Beitrag von Maggov »

Thomas E. hat geschrieben:Das Hauptproblem bei diesen sehr leichten Schnüren ist die geringe Schwimmfähigkeit, auffällig besonders im schnellerem turbulenten Wasser !

Persönlich finde ich viele Ruten in diesen Klassen für effektives Werfen zu weich geraten, oft haben sie eine zu durchgehende Aktion, die zielgenaues Anwerfen erschwert.
Außerdem wird so eine leichte Schnur dann bei leichtestem Wind abgelenkt.

Ich fische am Bach/Fluß auf Forelle/Äsche meist die Klasse 5, aber auch mal die 4.
Weiter runter bin ich nie gegangen, wenn auch das Werfen mit so leichten Gerät immer mal interessant ist und Spaß macht, wenn sich die Möglichkeit ergibt.

Sicherlich gibt es selten auch mal Situationen und Gewässer, wo ultraleichtes Gerät einen Vorteil bietet.
Hallo Thomas,

bzgl. Schwimmfähigkeit habe ich keine negativen Erfahrungen bei leichteren Klassen bemerkt (das geht aber "nur" bis Klasse 2 runter bei mir).

Was die "Zielgenauigkeit" betrifft war ich auch Deiner Meinung habe mich aber von ein paar Wahnsinnigen hier im Forum eines Besseren belehren lassen...

LG

Markus
Berner
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Ungelesener Beitrag von Berner »

ich bekenne mich auch zu den ul- (ultralight)-flifis. ruten von klasse 0 bis 3 sind alle vorhanden, und von 4 bis 7 fuss
eingesetzt werden sie von mir im oder mit bachsaiblingen als bestand, oder auch mal auf weissfische am kleinen teich (rotaugen, rotfedern).
da die dortigen fische kaum grösser als 30 cm werden, ist der drill kein problem und auch nicht lang. im gegenteil, an der feinen, nicht steiffen und nicht schnellen rute gibt es sogar weniger ausschlitzer im drill, als an harten (schnellen) ruten im selben einsatzbereich/gebiet.
genaugkeit beim werfen ist nicht unmöglich, allerdings werfe ich mit einer solchen rute nicht 10 meter, sondern angle meist im nahbereich, vom pool zu pool. die feine aktion arbeitet sofort und nicht erst nachdem 5 meter schnur ausgebracht werden müssen. ja, der drill einer 22`er saiblings (und in vielen hochgebirgsgewässern sind selten grössere wenn sie aus natürlichem, respektive nicht massbesetzen, aufkommen stammen) macht spass an der feinen rute, am harten knüppel merke ich nicht mal dass einer dran hängt.

die ultrafeinen ruten kommen bekanntlich (wie fast jeder flifi- trend) aus den usa, und sind auch dort nicht für die fischerei auf monsteräschen und rainbows gedacht/erfunden worden, sondern für die feine creek-fischerei in den rockies auf bachsaiblinge und trouts, dieselbigen eben in grössen von 22cm und zugleich dort eher regel, denn ausnahme sind.


wer solche ruten anders einsetzt als für was sie gedacht sind, verhält sich nicht anders als einer der mit kal.22 einen hirsch erlegen will - fehl. logo gibt es immer und überall (wenig seriöse) ausnahmen.

gruss

berner
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hdidi
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Ungelesener Beitrag von hdidi »

laverda hat geschrieben:Man vergesse nicht das Verhältnis Aktion/Länge der Rute.
Eine 5er in 2m am kleinen Bach wäre mir definitiv zu schwer.
Ergo 2-3
Vertsehe ich nicht.... :roll:
In den Teilstücken an meinem Bach, die reissende Strömung haben und Bafos mit gut 40cm zu erwarten sind, da komm ich mit meiner 2m #5 bestens zurecht.
Fische auch oft wesentlich leichter mit meiner Loomis Whisper, aber da wird der Drill zur Geduldssache gegen die volle Strömung.
Alleine schon das saubere Setzen des Hakens der Streamer ist mit der leichten reine Glücksache.
Grüsse aus Roding
Dieter
ludaiko
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Ungelesener Beitrag von ludaiko »

hallo zusammen!
ich verfolge schon seit längerem die ultralight diskussionen.
das 5metervorfach aus dem anderen thema werd ich auch schnellstmöglich ausprobieren. meine frage ist aber: welche zusammenstellungen fischt ihr? bin nämlich auf der suche nach einer 2er rute mit der ich punktgenau trockenfliegen servieren kann.
grüße, niko
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mario.s
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Ungelesener Beitrag von mario.s »

Hallo,

die Vorteile ultrafeiner Ruten liegen unter bestimmten Situationen natürlich klar auf der Hand. Wenn ich einen kleinen, flachen Bach von vielleicht nur 5m Breite und dichtem Baumbestand befischen möchte und zudem noch weiß, dass die zu erwartenden Fische eine überschaubare Größe aufweisen, so kommen natürlich diese leichten und kurzen Ruten zum Einsatz. Man will ja nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen. Aus diesem Grund hatte ich mir im letzten Jahr zum Barschspinnen auch eine ultraleichte Spinnrute gekauft. Mit einer Länge von 6ft und einem Wurfgewicht von 3-10gr., Minirolle und 0,15er Schnur eine tolle Sache. Ich denke mal das würde so etwa mit einen dieser 0er Fliegenruten gleichkommen. Wenn ich mir das jetzt so überlege, dann bin ich ja auch so ein "Ultraleichtfischer" :roll: Aber was mich noch etwas wundert, einige schreiben von leichten Ruten aber kräftigem Vorfach? Irgendwie widerspricht das meiner "Weltanschauung" von der Ultraleichtfischerei. Nun hat ja jeder eine andere Vorstellung von einer stärkeren Vorfachspitze. Meine normalen Vorfächer enden bei 14-16er Spitzen. Als stärker empfinde ich schon eine 20er Spitze. Diese kommt bei mir nur recht selten ans Band. Und nun möchte ich mich dann auch Niko´s Frage anschließen : Wie sehen eure Gerätezusammenstellungen eigentlich aus?
Schönen Gruß, Mario
Magallan

Ungelesener Beitrag von Magallan »

Hallo Mario

Kommt darauf an wie du die ultraleichte fischerei defenierst, für mich ist es meine # 4 9 ft. mit 2.50 - 3m Vorfach und niemals unter 0,20 er Spitze allerdings nur an Stillgewässern, aber auch mit der gleichen Rute 2m Vorfach und 0.40er Spitze plus Stahlvorfach :roll: und ebenfalls nur an Stillgewässern. Unter leichter Fischerei verstehe ich ein Equipment das mich technich vordert und Priorität numero uno, den Fisch noch vor dem Exitus!!! releasen zu können.

Cheerio Heiko
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hdidi
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Ungelesener Beitrag von hdidi »

magallan hat geschrieben:Hallo Mario


Unter leichter Fischerei verstehe ich ein Equipment das mich technich vordert und Priorität numero uno, den Fisch noch vor dem Exitus!!! releasen zu können.

Cheerio Heiko
Genau so ist es !
Und an einem steinigen mit Büschen verwachsenen Wildbach geh ich nicht unter 0,20 er Vorfach.
Dieses scheuert in einer Tour über die kantigen Steine, ist oft nach zwei Fischen nicht mehr zu gebrauchen.
Grüsse aus Roding
Dieter
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mario.s
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Ungelesener Beitrag von mario.s »

Hallo Heiko,

ist für dich eine 4er Rute mit 0,40er Vorfach und Stahlvorfach eine leichte Kombi? Sollte man überhaupt mit einer 4er Rute auf Hecht angeln? Da wurde glaub ich an anderer Stelle schon einiges drüber geschrieben.
Ein 0,20er Vorfach an eine 16-18er Fliege zu knüpfen stellt mich schon vor Probleme. Da ist oftmals das Öhr ja schon so klein das ich kaum was dickeres durchbekomme. Und wie sieht es dann noch mit dem Spiel einer kleinen Fliege am "dicken" Vorfach aus? Einige Leute fischen doch auch mit Winzlingen der Größe 20 aufwärts. Da gehen doch wirklich nur ultrafeine Vorfächer (10-12er). Allerdings dann mit speziellen Gummidämpfern am Vorfach. Das ist für mich Ultrafein. Ob das allerdings für den Drill des Fisches von Vorteil ist ???
Ich denke da muss man schon einen goldenen Mittelweg finden.
TL, Mario
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