Freiwilliger Selbstkostenanteil?

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Neubrandenburger
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Freiwilliger Selbstkostenanteil?

Ungelesener Beitrag von Neubrandenburger »

Manchmal bekommt man Werbung, ähhh, Kataloge zugeschickt.

Passierte mir kürzlich auch. Schön drin zu blättern, plötzlich bleibt mein Daumen auf einer Seite hängen und ich stoße auf eine Überweisungsvorlage mit dem Hinweis: netter Weise doch bitte 6€ zu überweisen (freiwillig)!

Mein Gewissen plagt mich jetzt. Überweise ich diesen Betrag? Vielleicht werde ich ja dann in zukünftigen Gewinnspielen eher berücksichtigt?

Die "Sage One" habe ich jedenfalls nicht gewonnen (für die Newsletter Anmeldung) gibts da jemanden der einen kennt der vielleicht einen kennt der die gewonnen hat?

Versandkosten sind ja eh schon nervig und seitens Onlineshops eigentlich eh überflüssig, aber hat es ein Fachhändler nötig die Bestellung von Vornherein unattraktiv zu machen durch diese "Bitte" ?

ICH, bitte um Hilfe! Ich würde überweisen, für eine schlüssige Erklärung!
Liebe Grüße,
Ben
Winston Lover
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Re: Freiwilliger Selbstkostenanteil?

Ungelesener Beitrag von Winston Lover »

Ich muss sagen, das mich auch interessieren würde, ob die jemand jemals gewonnen hat. Mich wundert auch das das nicht öffentlich zu lesen war/ist. Ein schönes Bild vom Gewinner + Rute, kann ja nur positiv sein.

Es gib sowas ja schön länger und auch bei anderen Händlern.

Interessantes Thema!

Gruß,
Vincent
Olaf Kurth
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Re: Freiwilliger Selbstkostenanteil?

Ungelesener Beitrag von Olaf Kurth »

Moin zusammen,

die Diskussion mag für einige interessant sein, doch sollten wir nicht vergessen, dass Michael als Webmaster enorme juristische Schwierigkeiten bekommen kann, wenn hier reale Firmen genannt werden und unbewiesene, vermeintliche Tatsachen oder rufschädigende Unterstellungen die Runde machen. Denkt bitte daran.

Liebe Grüße,

Olaf
Und Gott sprach zu den Steinen im Fluss: "Wollt ihr Mitglieder der UNERSCHROCKENEN werden?" Und die Steine antworteten: "Nein Herr, dafür sind wir nicht hart genug."
FlyMike

Re: Freiwilliger Selbstkostenanteil?

Ungelesener Beitrag von FlyMike »

Das ist wirklich ein Interesantes Thema..... und sollte mal generell, ohne Namen zu nennen angesprochen werden.

Ich sehe das Ganze etwas skeptisch, denn auf gut Deutsch wird hier für die angebotenen Artikel geworben und dafür beim Kunden um eine Spende gebeten???
So nach dem Moto "Mal sehen wieviel rumkommt". Denn selbst wenn nur die Hälfte aller Empfänger den Betrag überweist ist das glaube ich ein schönes Sümmchen.
Müssen wir uns jetzt auch noch darauf einstellen, dass in Zukunft bei jeder Zeitungsbeilage ein Überweisungträger enthalten ist !?!?!?

Hier stellt sich mir die Frage, will man damit nur grundsätzlich seine Unkosten für die Katalogherstellung wieder reinholen?
Dann halte ich den ausgewiesen Betrag als Selbstkostenanteil für zu hoch! Ich glaube, dass Werbekataloge bestimmt nicht in einer Kleinstauflage produziert werden.
Oder man möchte an einem Katalog (Werbemittel!!!) auch noch was verdienen?

Für mich ist ein Katalog ein Werbemittel, mit dem Zweck mein Angebot (welches auch immer) möglichst vielen potentielen Käufern anzubieten, und keine Fachzeitschrift.
Deshalb wäre es contaproduktiv wenn man für einen Katalog generell einen Unkostenbeitrag verlangen "quasi verkaufen" würde. Man könnte diesen dann nicht mehr einfach so (ohne Auftrag) an die Kunden versenden. D. h. ich ereiche nicht mehr so viele Kunden.
Ich glaube nicht, dass wenn man einen Katalog bei einem Händler XY bestellen müsste, dann die entsprechende Auflagengröße noch erreicht werden kann. Die Folge wäre: Entweder wird der Katalog dann, bei einer kleineren Auflage in der Anschaffung pro Stück teuer, oder ich habe im nächsten bzw. übernächsten Jahr Altpapier im Lager sitzen.
Und da erreicht er nun wirklich keine potentielen Käufer. :wink:

Delhalb probiert man es hier mit der Spendenmasche........
Nachdenkliche Grüße

Michael
Hardy

Re: Freiwilliger Selbstkostenanteil?

Ungelesener Beitrag von Hardy »

moin,

ich möchte das etwas differenziert betrachten.

Kataloge kosten eine Stange Geld. Es ist ja nicht nur das reine Druckwerk, die ganzen Vorarbeiten sind wohl auch nicht billig und müssen bezahlt werden. Obschon (Dank an Jochen Malmsheimer für dieses schöne Wort!) diese Kosten irgendwo in der Preiskalkultaion der Händler enthalten sind, belasten sie die Bilanz doch nicht unerheblich.

Aber rechte Hand auf's linke Herz: Wie oft kommt es vor, dass man irgendeinen Katalog anfordert, ohne etwas zu kaufen?
In diesem Fall wäre ich bereit, mindestens die Versandkosten zu tragen. Ich habe den Katalog ja explizit für mich bestellt und möchte darin herumblättern, nicht nur auf Seiten im Internet klicken.
Fordere ich einen Katalog an, um dann tatsächlich etwas zu bestellen, würde ich keinen Kostenbeitrag zahlen.

Wer mir allerdings für einen unverlangt übersandten Katalog einen Obulus aus den Rippen leiern will, beißt auf Granit.
Dort würde ich sehr wahrscheinlich auch nichts mehr bestellen.


Groetjes
Näck Errmann
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Frank.
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Re: Freiwilliger Selbstkostenanteil?

Ungelesener Beitrag von Frank. »

Danke herzlich, lieber Hartmut! Da lege ich gerne noch einen - oder zwei - drauf:

Auch hier bei uns im Forum werden immer wieder Händler besonders gefeiert, die einen guten Service liefern, bei denen man vernünftig beraten wird, die den Kunden einen kostenlosen Versand und bei Nicht-Gefallen sogar die kostenlose Rücksendung garantieren. Unser Fachhandel - ich nenne jetzt mal keine Namen, obwohl mir auf Anhieb fünf, sechs hervorragende Beispiele einfallen - glänzt durch außergewöhnlich gute Qualität. Und in diesen Geschäften gibt es qualifiziertes Personal, das auch noch ordentlich bezahlt wird. Das alles finde ich sehr, sehr gut.

Auf der anderen Seite stehen Versandhändler, bei denen es keinerlei Service, keinerlei Fachkenntnis, keinerlei ordentlich bezahltes Personal und selbstverständlich keinerlei gedruckte Kataloge gibt, die aber (natürlich!) erheblich günstigere Preise anbieten.
Das ist jetzt kein Witz: ich kenne genug Fälle, in denen die Kunden die Beratung, den Service, die Kataloge der Fachhändler nutzen - um die Produkte, über die sie sich im Katalog, durch Anrufe und Mails kundig gemacht haben, dann im Internet beim Kellerhändler X zu bestellen, weil sie da 7,80 € sparen.

So ein vielfarbig gedruckter Katalog auf gutem Papier, der kostenfrei versendet wird, kostet einen verdammten Haufen Geld. Kataloge, wie wir sie in diesen Tagen ins Haus bekommen, werden nicht für halb lau in irgendwelchen Online-Druckereien hergestellt. Darin steckt verdammt viel Arbeit. Wenn die Fachhändler, die diesen Service bieten, um eine freiwillige (!) Kostenbeteiligung bitten, und das auch noch in einer Höhe, die die Herstellungskosten unter Garantie nicht deckt, dann finde ich das vollkommen in Ordnung.

Wisst ihr eigentlich, wohin die Geiz-ist-geil-Mentalität führen wird? Was sie schon jetzt anrichtet?

Sie führt zwangsläufig in die Service-Wüste. Kein Händler kann qualifiziertes Personal beschäftigen, ohne es auch zu bezahlen.
Was wollt ihr denn?? Eine erstklassige Beratung von einem ausgewiesenen Fachmann, der auf 400 €-Basis arbeitet und nach Feierabend zum Sozialamt geht?

Einen aufwendig gemachten Katalog, dessen Kosten der Geschäftsinhaber mal eben auf die eigene Schulter nimmt, weil der den Verkauf von Fliegenfischerartikeln als Sozialdienst empfindet und selbst nicht an seinem Geschäft verdienen will?

Einen Fachhändler, der euch alljährlich zu Messen einlädt, dort kostenlos und bestens bewirtet, weil er euch einfach nett findet und weiß, das ihr zuhause nicht so leckere Wildlachshäppchen bekommt?
Der euch zwölf Wathosen zur Ansicht schickt, um die Kosten für die Rücksendung zu übernehmen, damit ihr das Produkt für ein paar € weniger bei Ebay kaufen könnt?

Wer von denjenigen, die solch eine Geschäftspolitik einfordern, wäre denn bereit, selbst zu solchen Konditionen zu arbeiten? Stellt euch mal folgende Anzeige vor:

Suche ausgewiesenen Fachmann im Fliegenfischen mit internationaler Erfahrung, möglichst mit Beherrschung der englischen Sprache in Wort und Schrift. Langjährige Kenntnisse im Fliegenbinden sind Grundvoraussetzung. Wir erwarten Bewerbungen von Kandidaten, die allzeit freundlich, verbindlich und rasch auf auch vollkommen absurde Anfragen reagieren. Wir bieten eine Sieben-Tage-Woche ohne Urlaub und Freizeit. Sozialleistungen wie Renten- oder Arbeitslosenversicherung können wir ihnen leider aus betriebsinternen Gründen nicht bieten - allerdings sind wir (bei der Zahlung von einer Aufwandsentschädigung in Höhe von 400 €) dazu bereit, Ihnen bei der Beantragung von Sozialhilfe und Wohngeld zur Hand zu gehen.

Da bewerbt ihr euch nicht. Das wollt ihr nicht.

Soll das so laufen? Oder wünscht ihr euch Unternehmer, die als Geschäftsmodell "Ich liefere alles unter Selbstkostenpreis, die Verluste begleiche ich aus meinem Privatvermögen - ich freue mich, euch finanziell unterstützen zu dürfen!" anbieten?
Bekommt ihr nicht.

Wenn das so weitergeht, grabt ihr dem Fachhandel innerhalb weniger Jahre endgültig das Wasser ab. Wenn das so weitergeht, wird niemand mehr den Service einiger Geschäfte loben können.

Weil es dann nämlich keine Fachhändler mehr gibt.
Weil es dann nämlich kein Fachpersonal mehr gibt.
Weil es dann nämlich keinen Service mehr gibt.

Geiz ist geil?
Das wird auf Dauer sehr, sehr teuer.

Von diesem ewigen Gejammer über mangelnden Service und das gleichzeitige, ständige Einfordern von Dumpingpreisen habe ich die Nase gestrichen voll.

Ich habe viel, viel Verständnis für alle diejenigen, die auf den Cent gucken müssen und gezwungen sind, so günstig wie möglich zu kaufen. Aber auch von allen denjenigen, auf die das zutrifft, fordere ich zumindest Fairness gegenüber dem Fachhandel ein. Der Fachhandel hat auch eine soziale Verantwortung gegenüber seinen Mitarbeitern.

Alle meckern lautstark über die katastrophalen Arbeitsbedingungen bei Amazon und Co., wo die Mitarbeiter auf das Schlimmste ausgebeutet werden. Und sorgen gleichzeitig durch ihr Konsumverhalten unmittelbar dafür, dass nur noch solche Unternehmen überlebensfähig bleiben. Und wenn jetzt jemand glaubt, das eine habe mit dem anderen nichts zu tun, dann glaubt er auch, dass ein Zitronenfalter Zitronen faltet.

Euer Frank

PS: Und wisst ihr, was fast das Schönste dabei ist? Genug Kunden stellen dann später die ihnen kostenlos zugegangenen Kataloge bei Ebay zum Verkauf als Sammlerstücke ein.
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Achim Stahl
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Re: Freiwilliger Selbstkostenanteil?

Ungelesener Beitrag von Achim Stahl »

Danke, Frank!


Du hast mir wirklich aus der Seele gesprochen, bzw. geschrieben.

Es geht mir als Händler so auf den Geist, immer wieder unterstellt zu bekommen, ich täte etwas Verwerfliches, weil ich mit meiner Arbeit Geld verdienen will.

Wer bitte sehr kann denn leben, ohne dass er selbst oder irgendjemand sonst von anderen Menschen Geld nimmt, um sein Leben zu finanzieren?

Ist das Handeln mit Dingen, die wir gerne für unsere Freizeitbetätigungen haben wollen, verwerflicher als das Banken- oder Versicherungsgeschäft, als Handwerk, Dienstleistungen im IT-Bereich das Beamtentum oder oder oder?

Kennt jemand einen richtig reichen Angelhöker? :smt102


Viele Grüße!


Achim
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Re: Freiwilliger Selbstkostenanteil?

Ungelesener Beitrag von ois isi »

Hallo Frank,

ich bin selbstständig im Handel tätig.
Zwar nicht im Angelgerätesektor, aber die geschilderte Situationen kann ich 1 zu 1 übertragen.
Und für dieses Post kann ich nur DANKE sagen!
Respekt - exakt auf den Punkt!

Liebe Grüße
Sepp
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piscator
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Re: Freiwilliger Selbstkostenanteil?

Ungelesener Beitrag von piscator »

Moin,
das sehe ich ein wenig anders. Solche Kataloge sind in erster Linie Werbung für das Unternehmen (ich zahl ja auch nicht, weil die Litfassäule gegenüber mit Werbung vollgekleistert ist). Dann hörte ich mal aus wohlinformierten Kreisen, dass sich diese Hochglanzkataloge sehr rechnen, da ein Großteil des Jahresumsatzes nach dem Erscheinen des Kataloges generiert wird. Interessant ist auch, dass die Kataloge alle immer gleichzeitig erscheinen (das ist wie bei der Werbung im Fernsehen). Es gibt aber auch andere Beispiele, wo es Kataloge auf Umweltpapier und in Schwarz/weiss mit nur einigen Farbtafeln gibt -- reicht völlig --.
Selbst im Job bei mir ist da international umgedacht -- da gibts Veröffentlichungen auf Papier in SW und in bunt im Internet (ein Bruchteil der Kosten).
Petri, J.
ride the snake (JM)
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webwood
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Re: Freiwilliger Selbstkostenanteil?

Ungelesener Beitrag von webwood »

Hallo J.

die Kataloge sind nicht in erster Linie Werbung, die sind zu 100% Werbung, oder glaubst Du, die Kataloge werden aus einem literarischen Schaffensdrang heraus erstellt?
So und nun mal ganz Konkret, da Du dich ja drucktechnisch auskennst.
Große Auflagen werden doch nicht über kleine Offset Maschinen genudelt, also läuft ohnehin die 4/5 Farben Maschine.
Dein Beispiel mit SW Druck und nur einigen Farbtafel ist erstaunlich, oder werden die handkoloriert? Also läuft auch bei Deinem Beispiel ebenfalls eine 4 Farb Offset Maschine. Haben die "Veröffentlichungen" Deiner Firma eigentlich die gleiche Auflage wie ein Katalog oder vergleichst du Äpfel mit Birnen.
Vergleich SW/ 4C-Druck:
Papier (Umwelt oder nicht, wobei ich dir da sehr zustimme) kostet das gleiche, Buchbinderei, Verpackung, Versand und Porto auch, nur die Repro und Druckkosten sind etwas teurer. Der Erfolg eines 4 farbigen Kataloges ist jedoch ungleich höher, als der eines einfarbigen Kataloges. Stell dir doch alleine mal Fliegenmuster in SW vor.
Wenn du nun Händler wärst und davon leben musst, würdest Du dich dann dennoch für einen einfarbigen Katalog entscheiden?

Es gibt übrigend eine sogenannte "Robinson-Liste"- Wenn Du keine Werbung per Post möchtest, lass Dich doch dort eintragen.

TL

Thomas
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Re: Freiwilliger Selbstkostenanteil?

Ungelesener Beitrag von Federkiel »

Hallo,

ich bin einer von denen, die den Überweisungsvordruck der Fa. Heger (beispielsweise) Ernst nehmen, und die 6 EUR regelmäßig (1x jährlich) bezahlen, da ich kaum noch etwas brauche, also eher wenig und dann sehr gezielt dort bestelle, aber trotzdem gerne den Katalog bekommen möchte. Die Katalogkosten sind hoch und einen online-Katalog kann ich z.B. nicht in meiner Arbeitspause lesen (und möchte dies auch aus arbeitsrechtlichen Gründen nicht). Auch auf dem Ort der Stille lese ich ihn gerne.

Wie eben schon von anderen angemerkt, Qualität wollen alle haben und die gibt es nicht umsonst.

Gruß
Michael

NACHTRAG: Früher war im Katalog der Fa. Heger sinngemäß der Hinweis abgedruckt, dass dieser freiwillige Beitrag für diejenigen Fliegenfischer gedacht ist, die eben nur gelegentlich bestellen möchten, aber trotzdem regelmäßig einen Katalog wünschen. Das ist doch ganz ehrlich.
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Neubrandenburger
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Re: Freiwilliger Selbstkostenanteil?

Ungelesener Beitrag von Neubrandenburger »

puuuh hier ist was los.

MIR ging es darum das ich den Sinn hinter dieser Bitte einfach nicht erkannt habe!

Betrachtet man das ganze betriebswirtschaftlich so sollten die kompletten Kosten der gesamten Druckauflage dieses Kataloges bereits im Vorfeld auf alle Produkte die diese Firma anbietet auf dessen Preis kalkuliert sein! Und das wird auch so sein! Alles andere wäre unwirtschaftlich, logischerweise.

Wer nicht wirbt der stirbt, vollkommen richtig, aber die Kosten sind immer Kalkuliert und zerren selten am Gewinn da bin ich mir fast sicher.

Nehmen wir das Beispiel des Elektronikmarktes dessen Kunden nicht "blöd" sein sollten ... eine 0,0% Finanzierung kann es nicht geben, keiner spielt mit Geld! Die Zinsen stecken logischerweise im Preis des Produkts! Alle Zahlen für die, die auf Raten kaufen .... also vielleicht doch "blöd"? :wink:

Am besten wäre es, wenn der Partner des Forums!, hierzu selber Stellung nehmen würde dann würden wir wissen, warum gerade diese freiwilligen 6€ ... sollte das ganze wirklich schlüssig sein würden wahrscheinlich sogar viel mehr überweisen! (wäre ja wieder eine clevere kostenfreie Werbung) alleine der Thread hier ist ja schon fast unter Public Relations zu verzeichnen.

Argumente wie: Jeder will im Brot stehen, sind ja auch vollkommen richtig ... aber diese Leute sagen auch "Wenn ich Chef wäre würde ich das anders machen" sollten sie Chef werden, würden sie gar nix anders machen, spätestens beim Blick auf die Zahlen wird ihnen schlecht und sie werden vielleicht unbewusst böse .... das betrifft aber das ganze Leben und jede Branche!

Beim Fliegenfischen sieht das aber etwas anders aus! Wir haben hier unverschämt hohe Preise! Warum? Weil der Markt genau dazu passt! Die Spinnfischer kloppen sich mittlerweile die Spinnruten für 50€ um die Ohren die in unserem Segment des Fischens wahrscheinlich 300-500€ kosten würden das liegt einfach daran das dieser Markt weniger Kunden hat, die aber auf die relativ wenigen Anbieter angewiesen sind, logisch lässt das die Preise hoch halten ... es gibt keinen anderen Grund! Sämtliche, betriebswirtschaftlichen Rechnungen wie unter anderem die Materialkosten können heut zu Tage niemals die Preise erklären die wir Zahlen! Angeln ist groß, Fliegenfischen ist global gesehen klein.
Weiter gehts beim Fliegenbinden, eine klitzekleines Stück Rehhaar kostet locker mal knapp 4€, was für ein Gewinn .... ich präpariere mir mittlerweile die Rehfelle selber und merke welche Gewinnspanne da drin steckt ein ganzes Rehfell reicht für bestimmt fünfzig bis hundert solcher Stücke das wären 400€ für ein einziges Rehfell ... der "Großabnehmer" zahlt solch einen Preis nicht einmal im Ansatz, der Gewinn ist enorm hoch!

Wenn ich über all das nach denke. frage ich mich wofür die 6€ ..... kann da mal jemand auf den Punkt kommen?!

Und wer die "Sage One" gewonnen hat ist immer noch nicht klar, es muss doch jemanden geben der die bekommen hat? Das kann man doch nun wirklich sagen! Es ist ja nicht so das hier ein Millionen Lotto Gewinn erreicht wurde ...... auch wenn das in unserem Hobby fast damit vergleichbar wäre ... war das etwa auch "nur" Werbung? ...........

Oder wurde nur ein Foto der Rute verlost?
Liebe Grüße,
Ben
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Hawk
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Re: Freiwilliger Selbstkostenanteil?

Ungelesener Beitrag von Hawk »

Für einen Katalog den ich nichtmal bestellt habe und der nach maximal einmal durchblättern in den Müll wandert was zu zahlen sehe ich auch nicht wirklich ein.
Wenn der Herr heger wirklich so gigantische Unkosten durch den Katalog hat dann sollte er vielleicht mal Anfangen nicht jedem online Kunden ungefragt so einen katalog zu schicken.
(Ein kleines Häkchen unter der bestellung ob man einen Katalog wünscht oder nicht würde die Auflage sicher schon deutlich senken.

Neubrandenburger hat geschrieben: Beim Fliegenfischen sieht das aber etwas anders aus! Wir haben hier unverschämt hohe Preise! Warum? Weil der Markt genau dazu passt! Die Spinnfischer kloppen sich mittlerweile die Spinnruten für 50€ um die Ohren die in unserem Segment des Fischens wahrscheinlich 300-500€ kosten würden das liegt einfach daran das dieser Markt weniger Kunden hat, die aber auf die relativ wenigen Anbieter angewiesen sind, logisch lässt das die Preise hoch halten ... es gibt keinen anderen Grund!
Das siehst was das Spinnfischen angeht falsch, das kann durchaus auch wesentlich teurer werden als das Fliegenfischen. Ne gute Baitcast Rute+ Rolle kostet auch gerne mal nen 4 stelligen Betrag und dazu kommen noch n paar Boxen voll Kunstköder, da latzt man bei Qualitätsware auch schnell mal 15€ pro Stück.
Sicherlich ist Spinnfischen und auch Baitcasten auch für weniger Geld möglich, genauso Muss man sich aber auch nicht unbedingt das Komplette Sage + Simms Outfit zum Fliegenfischen kaufen :wink:
Gruß
Sven
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Re: Freiwilliger Selbstkostenanteil?

Ungelesener Beitrag von Federkiel »

Hallo,

der freiwillige Katalogbeitrag und der (nicht veröffentlichte) Gewinner des Heger-Preisausschreibens sind zwei verschiedene Dinge.

Ich muss aber auch zugeben, dass ich mich bereits selbst schon gefragt habe, wer denn da wohl gewonnen haben mag. Ruf doch einfach mal an und frage danach. Wenn Du willst, kannst Du ja die Antwort dann mitteilen.

Was ich immer als ärgerlich und mich störend empfand, waren die bei Heger bereits sowohl im Shop als auch im Katalog als "vorbestellt" angekreuzten Artikel (z.B. 1 Spule Vorfachmaterial die ich nicht wollte und irgend etwas anderes). Das empfand ich subjektiv als unseriös/ übergriffig. Mir ist es auch dann passiert, das meine Bestellung rausging und ich vergessen hatte, die ungewollt mitbestellten Artikel zu streichen.

Das hatte ich der Fa. Heger aber auch einmal ganz klar geschrieben. Die haben sich dann bei mir entschuldigt und haben das dann auch geändert.

Das ist dann doch auch ganz in Ordnung.

Gruß

Michael
Zuletzt geändert von Federkiel am 21.02.2013, 23:56, insgesamt 3-mal geändert.
Maggov
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Re: Freiwilliger Selbstkostenanteil?

Ungelesener Beitrag von Maggov »

Hallo Neubrandenburger,

Ich verstehe Dein Eingangsposting ehrlich gesagt nicht ganz - geht es Dir darum dass Du keine Sage One gewonnen hast oder dass sich ein Katalogversender erdreistet ein Überweisungsformular bei zu legen für den Fall dass Du bereit bist etwas für den Katalog zu bezahlen.

Unabhängig von den bereist recht konstruktivem Vorschlag den Katalog ab zu bestellen (die Produkte kannst Du online ja auch alle sehen) gäbe es noch eine ganz triviale Idee: nimm das Formular und schmeiß es einfach weg.

Ich habe bei Deinem Eröffnungsposting auch an Amazon denken müssen... Ärgert es Dich wenn Du so etwas siehst oder findest Du angemessen damit Versandkosten bei online Händler weiterhin eh überflüssig sind?

Beim Heger kann man übrigens auch vorbeischauen, da siehst Du dann auch wie die Leute arbeiten und wie es dort zugeht - für mich ein nicht ganz unwesentlichér Unterschied zu einem Händler wie Amazon.

Gruß

Markus
Reflection is a broad deep and quiet pool into which the stream of an angler's thought opens out from time to time.
A. A. Lucas in Fishing and Thinking, 1959
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